Lineare VÖ vs. Staffel-Binge - Was ist Euch lieber?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie hier und in unserer Datenschutzerklärung

    • Lineare VÖ vs. Staffel-Binge - Was ist Euch lieber?

      Da diese Fragestellung kürzlich im Thread zu der neuen Audiothek-Original-Serie Lost in Neulich aufkam, möchte ich sie hier mal etwas vertiefen.

      Ausgangspunkt war, dass die ersten beiden Folgen dieser Serie über die Feiertage veröffentlicht wurden, wohl um die Zeit zu nutzen, möglichst viele potentielle Hörerinnen und Hörer dafür zu interessieren. So kam auch einer unserer User in den Genuss dieser Folgen, fand sie unterhaltsam, musste dann aber zu seinem Erstaunen feststellen, dass es nicht nur keine weiteren Folgen zu hören gab, sondern nicht einmal ein Datum genannt wurde, wann dies der Fall sein würde.

      Nun gibt es ja in der Hörspielwelt zwei übliche Darreichungsformen von Serien. Die erste, die eher klassische, zeichnet sich durch eine lineare Veröffentlichung aus, das heißt, die einzelnen Folgen werden nacheinander an verschiedenen Tagen, meist mit nicht unerheblicher Pause dazwischen, veröffentlicht. Bei Radioproduktionen sind die Pausen gewöhnlich kürzer, oft gibt es eine wöchentliche VÖ. Die andere, etwas neuzeitlichere Form der VÖ ist die als vollendete Staffel, also gewöhnlich ca. zehn Folgen am Stück, die dann in einem Rutsch weggebinget werden können.

      Beide VÖ-Formen bringen natürlich Vor- und Nachteile mit sich. So findet bei einer linearen VÖ die Einzelfolge mehr Gewichtung, da sie aufgrund der erzwungenen Pause eine gesonderte Betrachtung erfährt, während bei einer staffelweisen VÖ die Einzelfolge eher in den Hintergrund tritt und das Hörspiel als Komplettwerk wirkt.

      Aber wie seht Ihr das?
      Habt einen Favoriten unter den Darreichungsformen? Veranstaltet Ihr lieber einen fetten Binge? Oder genießt Ihr es, auf eine neue Folge warten zu müssen, in der Zwischenzeit spekulieren zu können und Vorfreude zu empfinden?

      Welche Vorzüge und welche Nachteile sehr Ihr?
      Und gäbe es Möglichkeiten, allen Vorlieben gleichermaßen zu entsprechen?

      Ich freue mich über Eure Einschätzungen.


      Das neue Maß aller Dinge: CAIMAN CLUB
    • Ich hab die Staffeln auch lieber zusammen, als da warten zu müssen. Oder die Zeitabstände sind wirklich kurz. Beim TV war ich noch nie der Typ, der einmal pro Woche eine Folge schaut und dann bis nächste Woche abwartet. Ich höre oder schaue die Sachen immer so, wie ich Zeit habe und das ist im Prinzip nie einmal pro Woche/Monat zur gleichen Uhrzeit. Das kann dann durchaus über Wochen verteilt sein, aber halt nach meinem Rhythmus.
    • Ich gehöre noch zu der Alters-Fraktion, die auch früher im TV auf die nächste Folge ihrer Lieblingsserie(n) eine Woche warten musste.
      Mich stört das nicht, gibt Schlimmeres, als in solchen Dingen ein bisschen Geduld zu haben.
      Die scheint heute aber irgendwie kaum noch jemand aufbringen zu können ;) , kaum ist eine Folge raus, wird schon nach der nächsten gerufen, mal bisschen überspitzt gesagt.
      Und wenn möglich, dann hätte man doch bitte am liebsten gleich die ganze Staffel auf einmal, zum "Bingen".

      Für mich hat beides seine Vor- und Nachteile.
      Wenn ich erst mal nur eine Folge bekomme, setze ich mich mit der idR intensiver auseinander.
      So wie früher mit dem begrenzten "Hörspielschatz", den ich nur zur Verfügung hatte.
      Ich höre sie mir oft sogar zweimal an, bis der nächste Teil rauskommt, spekuliere, wie es weitergehen könnte (gerne auch hier im Forum, je nachdem, um was es sich handelt), "genieße" bzw. "wertschätze" sie irgendwie mehr. Oder bilde mir zumindest ein, das zu tun. ;)

      Habe ich dagegen gleich die ganze Staffel und kann die "weghören", bekomme ich das komplette inhaltliche "Erlebnis" auf einmal, was sich, je nachdem, wie kurz die einzelnen Folgen nur sind, sehr positiv auf den Gesamteindruck auswirken kann!

      Hängt immer auch ein bisschen von der Gestaltung der Serie ab, was ich bevorzuge, lässt sich nicht generell sagen.

      Der im Eingangspost angesprochene Fall mit "Lost in Neulich" ist aber nochmal ein bisschen anders, und ich kann daher schon verstehen, warum man sich in dem Fall über die Vorgehensweise ärgert, ohne generell immer "alles auf einmal" kriegen zu wollen.
      Hier gab es im Dezember hintereinander die ersten beiden recht kurzen Teile, man weiß aber rund einen Monat später noch nicht, wann Nummer 3 erscheinen soll.
      Da die Staffel ja aber bereits fertig ist und es sich noch dazu (nur) um ein Streaming-Serial handelt, nervt das natürlich ein bisschen mehr. ;)
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
    • Ich schätze beide Varianten, je nach Format der Serien. Bei folgenübergreifender Handlung (Serial) freue ich mich über eine komplette Staffel-VÖ oder zumindest eine regelmäßig getaktete VÖ. Bei Serien/Reihen mit abgeschlossenen Handlungen pro Folge, reicht auch eine monatliche bis hin zur 3-monatigen VÖ.

      Aber es stimmt, dass "Pausen" zwischen den Folgen oft helfen, dass Einzelfolgen länger im Gedächtnis bleiben und im besten Fall das Fiebern auf neue Folgen mit sich bringt. :)
    • Auch aus Produzentensicht ein spannendes und leider nicht einfaches Thema.

      Veröffentlich man eine neue Serie staffelweise, bringt also alle Folgen auf einmal an einem Tag auf den Markt,
      - ermöglicht es dem Hörer das Bingen
      - greift ein Hörer vermutlich eher zum Stream, als zum Download, weil er sonst als Download mehr auf einen Schlag bezahlen müsste, als verteilt über einen Zeitraum XY
      - es wird vom Produzenten meist auch erwartet, einen Staffelpreis anzubieten, also als Sammlung, und als Einzeltitel dann auch nicht so viel aufzurufen
      - muss eine Staffel komplett durchproduziert sein (so machen wir das z.B.), was ein hohes Risiko für den Produzenten bedeutet
      - ist es am VÖ-Tag im besten Fall in den Charts präsent und läuft dem einen oder anderen Hörer dadurch oder durch Insta-Posts oder auf Facebook zur VÖ "über den Weg"
      - verpufft diese Präsenz aber quasi innerhalb von 24 Stunden möglicherweise (selbst hier im Forum kann ein neuer Thread auch mal innerhalb von Minuten komplett aus der Startseite rutschen, wenn wieder alle möglichen Radiosachen mit jeweils eigenem Thread gepostet werden, ein Rezensent 10 Rezis mit jeweils eigenem Thread postet usw., wodurch Hörer auf das ihnen unbekannte Produkt vielleicht nicht mehr aufmerksam werden)

      Veröffentlich man eine neue Serie über einen Zeitraum XY verteilt,
      - kann kontinuierlich produziert werden oder aber erst einmal geschaut werden, ob es überhaupt läuft, bevor in eine komplette Staffel investiert wird
      -> bedeutet aber bei solch einem Vorgehen, wenn dann auch nicht direkt alle VÖ-Termine genannt werden, dass der Hörer ggf. erst abwartet, ob überhaupt beendet wird, was automatisch der Tod einer Serie sein kann, wenn sie dadurch weder in den Regalen (im Falle von CDs) weggeht (und demnach dann schnell retourniert wird aus dem Handel) und auch nicht in den Charts oder Empfehlungslisten auftaucht
      - bringt auch das Risiko mit sich, dass Sprecher ausfallen, Termine gerissen werden, Skripte nicht fertig werden, Artworks unvollendet sind usw.
      - kann nicht gebingt werden und es gibt Menschen, die meckern, sich beschwerende Menschen sind leider immer lauter, als zufriedene, sodass neue Hörer erstmal viel auf negative Meldungen stoßen, auch wenn diese weniger mit dem Produkt an sich zu tun haben
      - einzelne Folgen können länger wirken, es wird nicht nur (ich hasse dieses Wort) weggesnackt und "Next" gerufen

      Wir sind da selbst etwas "ratlos", was die beste VÖ-Methode wäre. Grundsätzlich produzieren wir bei Serien ja immer ganze Staffeln vor, um rote Fäden in den Stories zu haben, Sprecher verfügbar zu haben, langfristig planen zu können. Klar, das bedeutet bei jeder unserer Serien ein hohes Investitionsrisiko und natürlich auch verhältnismäßig großen Aufwand, weil ja direkt 6-13 Folgen geschrieben, geplant, gecastet, aufgenommen usw. werden müssen. Bei unseren Reihen produzieren wir ja auch immer eine Vielzahl von Folgen gleichzeitig, aber das ist dort durch mehrere Autoren und unterschiedliche Casts nicht ganz vergleichbar.

      Schaut man, was VÖ-Rhythmus angeht, bei den langjährigen Serien/Reihen, liegt da in der Regel zwischen den Folgen ein Zeitraum von 2-3 Monaten. So hatten wir ja auch bei "Team Undercover" und "Mord in Serie" zu Beginn (grob) getaktet. Weil es gängig schien.
      Wird es so beibehalten, kommt scheinbar auch niemand auf die Idee, schnellere VÖs zu fordern. :)
      Bei "Midnight Tales" haben wir experimentiert und zu Beginn wöchentliche VÖs, teils mit mehreren Titeln gemacht. Gut, das war auch ein Zeitpunkt, Lockdown Nr. 1 2020, der unvorhergesehen den Hörern entgegen kam, die mehr Zeit und Bedürfnis nach Hörspielen hatten. Wenngleich es zu Beginn des Lockdowns digital erst in die andere Richtung ging, weil die Arbeitswege zum Hören fehlten...
      Bei den neuen Serien "Die 3 Senioren" und "Mord ist ihr Leben" gingen wir direkt auf eine monatliche VÖ und haben festgestellt, dass dies für Fans, denen die Figuren ans Herz gewachsen sind, unerträglich lange 4 Wochen sind. Und erst Recht, als es durch die Dezember-Pause 8 Wochen waren... Hier wird sich sogar eine schnellere VÖ-Folge gewünscht.
      Bei den "Cliffhanger Tales", die wöchentlich erscheinen, gibt es das Feedback, man wolle lieber abwarten, bis alle erschienen sind und dann in einem Rutsch hören.

      Schwierig, schwierig daher. Wir zerbrechen uns bei einer neuen Serie mit Staffel-Handlung bereits den Kopf, ob Hörer
      - monatliche VÖs wollen, dann aber eben auch entsprechend die Geschichte nur alle 4 Wochen weitergeht (und sich über einige Monate erstreckt)
      - wöchentliche VÖs bevorzugen, was aber eben auch bedeuten würde, dass die Chance, die Serie zu entdecken, auf einen kürzeren Zeitraum nur reduziert würde
      - Staffel-VÖs (also auf einen Schlag) als digitale Einzelfolgen überhaupt kaufen würden
      Was wir ja auf jeden Fall immer machen, ist bei Serienstart alle VÖ-Daten bekannt geben zu können, weil wir ja auch alles schon fertig haben.
    • Contendo schrieb:

      Bei den neuen Serien "Die 3 Senioren" und "Mord ist ihr Leben" gingen wir direkt auf eine monatliche VÖ und haben festgestellt, dass dies für Fans, denen die Figuren ans Herz gewachsen sind, unerträglich lange 4 Wochen sind.
      Gibt es tatsächlich Fans, die einen solchen "Qualen-Superlativ" im Zusammenhang mit dem Warten auf eine Hörspielfolge verwenden?? :pinch:
      Na, die haben dann ja wohl sonst keine Probleme... :pfeifen:

      Ansonsten ein interessanter Blick auf die Thematik aus Sicht eines Labels. Danke dafür!
      Die Crux, es mit dem VÖ-Rhythmus nie jedem recht machen zu können, da man ja auch die eigenen finanziellen Interessen beachten muss, ist für Außenstehende vollauf nachvollziehbar!
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
    • Ideal ist natürlich eine Staffel auf einen Schlag.
      Bei Folgen mit fortlaufender Handlung ist eine Woche zwischen den Folgen OK.
      Bei Folgen ohne fortlaufender Handlung bzw. einem eher losen roten Faden ists mir egal.
      "The period of the Daddschals dominion is generally set at forty days, the first day being like a year, the second like a month, the third like a week, and the remainder “like your days,” that is, days of normal duration (Kašmīrī, p. 112)"
    • Ich will mich mal einbringen, weil ich ja mit meinem Genörgel quasi der Auslöser für diese Diskussion war.

      Ich sehe das zweigeteilt: Es gibt ja Reihen, bei denen in jeder Folge eine abgeschlossene Geschichte enthalten ist, z.B. drei ???, Jonas usw.

      Da ist es mir egal, wie lange ich warte. Das ist nur Vorfreude aber nicht das Gefühl, etwas nicht beendet zu haben.

      Bei zusammenhängenden Geschichten nervt mich das warten hingegen gewaltig.

      @Contendo Vielen Dank für die Einblicke. Das gibt mir eine wichtige neue Perspektive. Und mir wird klar, dass ein kleines Label natürlich Dinge einbeziehen muss, an die ich nicht denke, z.B. das wirtschaftliche Risiko. Und "klein" meine ich jetzt verglichen mit Audible und den Öffis.

      Der Anlass für mein Genörgel war ja "Lost in Neulich". Hier reden wir über ein fertig produziertes Hörspiel von einem Anbieter, der kein wirtschaftliches Risiko abwägen muss, weil er seine Produktionen ohnehin nicht am Markt rückfinanzieren muss. Da geht es nur um die freie Entscheidung des Senders: Wir haben das Teil fertig im Kasten, wann wollen wir was den Leuten geben? Und da hat man sich völlig frei entschieden, dass man die Leute mit 35 Minuten anfüttert und dann wochenlang warten lässt. Das finde ich ober :wargh: :schiri:
      Und das ist ja was komplett anderes als bei Labels, die sich finanzieren müssen, der Gedanke: Wir bekommen wir die nötige Aufmerksamkeit, damit die Produktion sich auch rechnet.
      Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
      sagte der Vater zu dem Knaben,
      dass die Dummen glücklich sind
      und die Schlauen Depressionen haben.”

      Marc-Uwe Kling
    • Ich finde, Serien mit folgenübergreifender Handlung können einen ganz eigenen Reiz entwickeln, wenn man sie am Stück oder in großen Portionen hört. Manche kommen daher wie zehnstündige Filme. Da ist mir ein Binge lieber. Ich merke das bei TV-Serien bzw. Streams wie The Expanse oder Yellowstone oder früher GoT: Die Intensität des Miterlebens ist eine ganz andere, wenn man über mehrere Folgen am Stück in der Handlung versinken kann, als wenn man nach jeder Folge eine Woche oder länger warten muss. Über die Pause verflacht einfach die Emotion und sie gelangt dann auch später nicht mehr aufs alte Level.

      Ein gutes Beispiel ist für mich Heliosphere 2265. Ich bin spät auf die Serie gestoßen und konnte direkt Folgen 1-9 hören. Das war ein unfassbar intensives und spannendes Hör-Erlebnis. Bei Audible-Serien wie Macbeth, Die juten Sitten oder Monster1983 war es ähnlich.

      Da können Einzel-VÖ für mein Empfinden nicht mithalten.

      Aber das betrifft natürlich nur Serien mit durchgehender Handlung und nicht solche, die eher Reihencharakter oder nur einen relativ losen roten Faden haben.


      Das neue Maß aller Dinge: CAIMAN CLUB
    • Hardenberg schrieb:

      Da können Einzel-VÖ für mein Empfinden nicht mithalten.
      Kla, aber wir wissen ja halt, dass es sich ein kleineres Label idR nicht leisten kann, eine ganze Staffel auf einmal rauszubringen.
      Weshalb das ja viele davon mittlerweile nicht mehr oder nur noch sehr selten tun.
      Und sobald jeder zweite potentielle Käufer sagt: "Ich schlage hier erst zu, wenn ich alles auf einmal bekommen kann, auch wenn es Jahre dauert.", fehlt die Quote, die die nächsten Folgen - durch den Kauf der vorherigen direkt bei VÖ - finanziert.
      Handelt es sich um eine ältere Serie, die schon länger auf dem Markt ist und bei der man gleich "gebündelt" zuschlagen kann, ist das etwas anderes.
      Aber das sind ja auch zwei Paar Schuhe.
      Schön finde ich das "Hören am Stück" ja auch, das hat definitiv seine Vorteile, weil man "dranbleiben" kann. :zustimm:
      Würde ich nie bestreiten!
      Aber ich muss das jetzt vom "Ungedulds-Faktor" ;) her nicht haben.
      Auch nicht bei Folgen mit durchgehender Handlung.
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
    • Schwer zu beantworten.
      Im Prinzip bevorzuge ich schon eine staffelweise Veröffentlichung.
      Was mir gefällt möchte ich natürlich schon gerne am Stück und komplett hören und genießen.

      Andererseits ... von Die weiße Lilie habe ich die dritte und vierte CD-Box zwar schon gekauft, aber immer noch nicht gehört.
      Da warte ich noch auf die letzte Box und höre dann am Stück.

      Und als alter Radiohörer kennt man es ja eigentlich auch nur linear.

      Also teils teils. :zwinker:

      Gruß, Frank
      Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.
    • Agatha schrieb:

      Hardenberg schrieb:

      Da können Einzel-VÖ für mein Empfinden nicht mithalten.
      Kla, aber wir wissen ja halt, dass es sich ein kleineres Label idR nicht leisten kann, eine ganze Staffel auf einmal rauszubringen.Weshalb das ja viele davon mittlerweile nicht mehr oder nur noch sehr selten tun.
      Und sobald jeder zweite potentielle Käufer sagt: "Ich schlage hier erst zu, wenn ich alles auf einmal bekommen kann, auch wenn es Jahre dauert.", fehlt die Quote, die die nächsten Folgen - durch den Kauf der vorherigen direkt bei VÖ - finanziert.
      Handelt es sich um eine ältere Serie, die schon länger auf dem Markt ist und bei der man gleich "gebündelt" zuschlagen kann, ist das etwas anderes.
      Aber das sind ja auch zwei Paar Schuhe.
      Schön finde ich das "Hören am Stück" ja auch, das hat definitiv seine Vorteile, weil man "dranbleiben" kann. :zustimm:
      Würde ich nie bestreiten!
      Aber ich muss das jetzt vom "Ungedulds-Faktor" ;) her nicht haben.
      Auch nicht bei Folgen mit durchgehender Handlung.

      Ja, man sollte diese beiden Ebenen, die des Hörers und die des Machers, aber schon ein Stück weit voneinander trennen, denn es ging ja erst mal nur darum, was man persönlich vorzieht.
      Inwieweit eine Umsetzung auf breiter Fläche dann umsetzbar wäre, ist natürlich eine andere Sache. Ich sehe da aber auch in Teilen noch nicht die Motivation, den Versuch zu unternehmen, den veränderten Konsumbedingungen zu entsprechen. Willkürliche VÖ wie zuletzt bei Heliospehere (früher bei GB war es ja im Grunde von Anfang an so) ist natürlich der Tod jeder komplexen Serie, wenn sie Erfolg haben soll. Wenn die VÖ dagegen verlässlich und in regelmäßigem Abstand erfolgen würde, wäre das zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
      Ich finde es interessant, dass mit EUROPA und Folgenreich nun schon zwei weitere Label dem Beispiel Audibles gefolgt sind und Serien in ganzer Staffel veröffentlicht haben. Ich könnte mir denken, dass das Versuchsballons waren. Insofern wünsche ich ihnen Erfolg, ohne aber wirklich daran zu glauben, denn die Serien, die da gestartet wurden, konnten es für mein Empfinden nicht mit den großen AUDIBLE-Produktionen aufnehmen, UAES nicht wegen des ungünstigen Formats mit den kurzen Folgen, die nur wenig Raum für Tiefe boten und die EUROPA-Serien hatten einfach zu große inhaltliche und auch handwerkliche "Mängel". So wundert es mich leider auch nicht, dass Hyde away keine zweite Staffel bekommt, obwohl einige der Einzelfolgen wirklich großartig waren. Und ich denke, auch VIDAN wird kein Überflieger sein. Staffel 3 dürfte die letzte Chance sein, hier noch etwas zu reißen, sonst wird das wohl auch die letzte sein. (Oder vielleicht ist es schon so geplant?)

      Ich würde mir jedenfalls mehr solcher Versuche wünschen.


      Das neue Maß aller Dinge: CAIMAN CLUB
    • Neu

      Puh, das finde ich ganz schwierig.
      Also eigentlich habe ich für mich festgestellt, dass das Bingen mir nicht gut tut, gerade bei Serien, in die ich neu einsteige, die in der Regel abgeschlossene Folgen haben und wo es schon eine Reihe an Folgen gibt, hau ich mir die Dinger innerhalb kürzester Zeit weg und kann dann im Nachhinein gar nicht mehr so differenziert auf alles eingehen, auf was ich eingehen würde, wenn ich dazwischen immer eine Rezension zur gerade gehörten Folge schreiben würde. War diese oder jene Sache nun in Folge 3 oder Folge 4? Es bleibt dann maximal bei einer Handvoll Sätzen zu jedem Teil.
      Klar ist mMn, für Serien mit der Konzeption der drei ??? und Co. ergibt eine Staffel-VÖ gar keinen Sinn. Da läuft so gut wie jede Folge für sich und die Qualität ist bei Europa seit Jahren eh ein großes Problem, an schlechten Tagen kann dabei eine absolut unterirdische komplette 6-Folgen-Staffel bei rauskommen. Eine monatliche VÖ ist auch nur für kleinere Labels mit wenigen Serien sinnvoll, auf die man sich konzentrieren kann. Wenn ich da an die 3 Senioren denke, da wirkte bisher keine Folge einfach lieblos hingeschludert. Dauerhaft 10-12 reguläre Drei ???-Folgen im Jahr? Bitte nicht! (Wobei die Produktion dort kurioserweise noch wesentlich stärker war, als man 2008 begann, die Bücher im Marathon wieder einzuholen und auch mal 2 Folgen am selben Tag veröffentlicht hat).
      Für fortlaufende Handlungsstränge funktioniert das Binge-Prinzip natürlich sehr gut. Leider. Mich bekommt man mit so was tatsächlich schon übelst einfach, ich habe bei einer Du entscheidest selbst-App bei einer Serie mit relativ flachen, oft mäßig aus dem Spanischen übersetzten Dialogen, größtenteils vorhersehbaren Handlungen sowie ziemlich eindimensionalen Charakteren alle 33 Staffeln (jeweils ca. 20 Kapitel, die ca. 5-10 Min. Zeit beanspruchen, also pro Staffel ca. 2,5-3 Stunden) innerhalb weniger Wochen am Smartphone durchgedaddelt, weil das schon gereicht hat, mich süchtig zu machen. Persönlich fand ich das nicht toll, weil es natürlich auch der Familie negativ auffällt, wenn man ständig am Handy ist, aber ich fand's schwer, dagegen anzukämpfen, trotz ziemlich primitiver, anspruchsloser Inhalte. Früher waren es ein halbes Dutzend Kinderbuchserien, die ich nicht aufhören konnte zu sammeln und bei TV-Serien ist es ja nochmal schwieriger.
      Bei Hörspielen mag das nicht so schlimm sein, aber auch da ist erst mal eine gewisse Leere da, wenn man feststellt, dass man alle bisher verfügbaren Folgen jetzt kennt. Dann fange ich wieder was Neues an und der Teufelskreis geht von vorne los.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Bingen mag heutzutage der gängige Standard sein, ich hab es lieber verteilt. Nicht nur, weil das Niveau einzelner Folgen dann in der Regel doch nochmal höher ist und es sich seltener wie eine Fließbandproduktion anfühlt, sondern vor allem, weil Bingen für mich ungesund ist und ich mich lieber jede Woche (TV-Serien-Staffeln) bzw. alle 2-3 Monate auf etwas freue, als nach ein paar Tagen dann monatelang keinen Stoff mehr zu haben (gut, das klingt jetzt doppeldeutig :D ). Vor allem, weil zB Europa ja weitsichtig genug ist, nicht alle 2 Monate einen einzigen Release-Tag für alles zu haben, sondern das Ganze einigermaßen verteilt.
      Klar kann man jetzt sagen, teil es dir doch einfach selbst besser ein. Klappt nicht. Nicht mal bei Inhalten, die eben keine folgenübergreifenden Handlungen haben. Wenn mich da das Grundgerüst mit den Charakteren und den Geschichten überzeugt, dann reicht mir das schon. Um es ganz extrem zu verdeutlichen: Die 18. Staffel von "Die Pfefferkörner" wurde nun erstmals vorab komplett online veröffentlicht. Keine 24 Stunden später war ich damit durch. Ich weiß schon, warum ich weder Netflix noch dauerhaft Prime habe ;)
    • Neu

      Ich mag keine wöchentlichen Veröffentlichungen, da ich es genieße, dass man nicht mehr eine Woche auf die nächste Akte-X-Folge warten muss. Ja, früher hatte das seinen Reiz. Das geht auch heute noch bei abgeschlossenen Folgen. Viele Serien haben aber heutzutage Cliffhanger und da finde ich eine verzögerte Veröffentlichung nicht gut. Ganz negativ wirkt sich diese Veröffentlichungsform bei mir bei Serien aus, die nicht wirklich superspannend sind oder spannend aber kein hohes Erzähltempo haben. Ich denke bei letztem an The Expanse. Da kommt es bei mir immer mal vor, dass ich die Serie nach 2-3 Folgen aus dem Blick verliere und nach Wochen wieder darauf stoße und von vorne anfangen muss/will.
    • Neu

      Oha, @Blue Wonder, dann scheinst Du tatsächlich suchtgefährdet zu sein, was Hörspiele angeht, wenn Du selbst Schlechteres durchhören musst. :zwinker:

      So arg ist es bei mir nicht. Und ich genieße es, Hörspiele zu bingen, sofern mir entsprechende Zeit zur Verfügung steht.

      Bei einer Serie mit komplexer, folgenübergreifender Handlung sehe ich das Warten auf die nächste Folge nicht als Vorzug an. Mich nervt es auch eher - und es sorgt dafür, dass ich nicht so tief in der Handlung versinke wie beim Bingen, weil ich ja immer wieder rausgerissen werde. Da knüpfe ich dann später nicht übergangslos wieder an.

      Ich verstehe den Punkt mit der Vorfreude und auch den Hinweis, dass eine gestreckte VÖ zu Austausch mit anderen und Spekulieren bezüglich der Handlung einlädt, aber, erstens, kann ich mich auch auf den Binge extremst vorfreuen, und, zweitens, findet dieser Austausch ja leider sowieso kaum noch statt. Das merkt man ja in den entsprechenden Threads immer wieder. Selbst bei Staffeln mit Cliffhanger (VIDAN, UAES, Caiman Club usw.) entfaltet sich keine größere Diskussion mehr, obwohl es da durchaus Potential gäbe, sondern, wenn es hochkommt, mal ein müdes Hin und Her zwischen zwei, drei Begeisterten, mehr nicht.

      Insofern gebe ich den Staffelhörspielen ganz klar den Vorzug.


      Das neue Maß aller Dinge: CAIMAN CLUB