Die Blonde Bestie - Staffel 1

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    • Immer wieder spannend, wie unterschiedlich man es doch sehen kann. :)

      TheBite schrieb:

      Mich hat das Teil wirklich komplett gepackt und gefesselt. Ich kann nicht mal dran festmachen woran es lag, zumal ausser viel Ermittlung und damit verbundenen Enthüllungen ja nix passiert.

      Schade, dass Du es nicht näher einordnen kannst, denn mich hat's echt schwer genervt. Aber das habe ich ja bereits ausführlich dargestellt. Nun hätte mich natürlich sehr interessiert, was Dich so sehr gefesselt hat, denn mir ist das, ehrlich gesagt, ein Rätsel. =)

      Aber wie auch immer: Jedenfalls freut es mich, wenn es Dir Spaß bringt. So soll es ja auch sein. :)
    • Hardenberg schrieb:

      Schade, dass Du es nicht näher einordnen kannst, denn mich hat's echt
      schwer genervt. Aber das habe ich ja bereits ausführlich dargestellt.
      Nun hätte mich natürlich sehr interessiert, was Dich so sehr gefesselt hat, denn mir ist das, ehrlich gesagt, ein Rätsel.


      Aber wie auch immer: Jedenfalls freut es mich, wenn es Dir Spaß bringt. So soll es ja auch sein.
      Also ich versuchs mal :hutheb: Für mich sind immer die Sprecher und deren Natürlichkeit ausschlaggebend. Wenn Textzeilen nicht gesprochen sondern einfach "gespielt" werden. Und das war hier gegeben.(nimmt man da die Stadt aus der Tiefe als Beispiel, mit den abgelesenen Kindersprechern und den gelesenen Dialogen die ganz furchtbar waren. Aufgesetzt) Auch das Zusammenspiel der beiden Hauptrollen fand ich für mich persönlich ganz exquisit. Dann habe ich sehr gemocht wie der Fall präsentiert und ausgerollt wurde. Sehr sachlich, aber gerade dadurch sehr fesselnd. Man will immer wissen wie es weiter geht. War für mich ein Highlight dieses Hörspiel. Ob man das jetzt 2x hören könnte ist fraglich, ich hab mich mehr als gut unterhalten gefühlt.
      FFM-ROCK.DE
    • Dank Corona-Quarantäne hatte ich die Zeit, das Stück zusammen mit meiner Frau an wenigen Tagen durchzuhören. Hier meine Meinung:



      Die Geschichte...

      ... selbst gefällt mir gut. Spoilerfrei: Es wird ein bekannter Fall zugrunde gelegt und ordentlich weitergesponnen. Mir macht das Spaß. Bei youtube findet man z.B. noch den alten Film von Akten xy ungelöst, der auch im Hörspiel vorkommt und kann sich das zum realen Film anschauen. Es bleibt aber nicht beim Altbekannten, sondern es wird bald einiges hinzugedichtet, sodass es spannend bleibt. Ich fand, dass es über 8 Stunden nie langweilig wurde und sich die Geschichte langsam, aber konsequent immer mehr zuspitzt. Das macht einfach Spaß.

      Der Stil...

      ... gefällt mir außerordentlich gut! Man begleitet einen Journalisten und eine Volontärin bei Ermittlungen. Das ist actionarm. Aber sowohl meine Frau als auch ich mochten das sehr. Eine unserer Lieblingsgeschichten ist "Call of Cthuhu", eine Geschichte, die ausschließlich darin besteht, dass ein Erbe nachforscht und was er dabei findet.
      Wir lieben Investigativgeschichten, die in Archiven spielen und wo nicht viel geschossen wird. Und sowas mal als Hörspiel umzusetzen war für uns toll. Ist aber eine reine Geschmackssache, andere finden das wohl langweilig.

      Die Sprechenden ...

      ... sind vom Niveau hier nicht alle gleich gut. Vor allem die Antogonisten fand ich gut. Viele Nebenrollen wirken wie abgelesen. ILM hat mal auf youtube erklärt, warum er jede Nebenrolle mit Profis besetzt, die richtig gut sind. Das ergibt auch Sinn, weil schlecht gesprochene Nebenrollen die Atmosphäre auch kaputt machen. Insgesamt ist die Produktion aber sehr solide. Die beiden Hauptpersonen sprechen recht gut. Wobei mich die Dauerschnippigkeit der weiblichen Hauptrolle, die viele so toll finden, ziemlich genervt hat. 8 Stunden Dauerschnippen. Irgendwann nervt das doch. Bei mir das war nach etwa 5 Minuten der Fall. Und es wird und wird nicht besser...


      Achtung, kleine Spoilerwarnung. Kleiner Spoiler, der nichts mit dem Verbrechen zu tun hat, sondern mit der Rahmenahndlung.

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      Die Romanze! Aaargh! Ich dachte eigentlich, dass die Romanze zwischen Anakin und Padme Amidala in Star Wars 2 an Peinlichkeit nicht mehr zu toppen sei. Aber die beiden Hauptpersonen hier schaffen das locker. Ja, wenn Erwachsene Menschen frisch verliebt sind, dann verwandeln sie sich in peinliche Teenies. Aber das gute daran: Das meiste davon spielt sich unter vier Augen ab und man muss es nicht alles mitbekommen. Hier ist man aber als Beobachter ständig dabei und erlebt deshalb eine Dauer-Fremdschäm-Tortur. Und irgendwann gibt es dann ständig Schmatzgeräusche aus dem Lautsprecher. Ich mag Romanzen, auch im Hörspiel, wenn sie stilvoll inszeniert sind. Davon kann hier absolut keine Rede sein!


      Der Erzähler:

      Hier wird es wieder positiv: Der Erzähler gibt am Anfang der Szenen den Ort und die Zeit an und schweigt ansonsten. Alles nur Dialoge!!! Das führt an manchen Stellen dazu, dass man sich behelfen muss, unsere Hauptdarstellerin z.B. bei einer heimlichen Beobachtungszene live ihren Kollegen am Handy über alles informiert, was sich tut, während jeder normale Mensch hier schweigen würde und so still wäre, wie irgendwie möglich. Aber für mich sind Hörspiele ohne aktiven Erzählpart schon eine Königsdisziplin und da muss man an manchen Stellen solche Kniffe in Kauf nehmen.

      Staffel 1?

      Immer, wenn gleich "Staffel 1" draufsteht, bekomme ich Sorgen: Ich will eine abgeschlossene Geschichte. Hier kann ich Entwarnung geben: Die Geschichte ist abgeschlossen. Am Schluss wird dann zwar ein dramatischer Cliffhanger versucht, aber im Grunde ist der Fall erstmal abgeschlossen.

      Fazit: Ein Hörspiel mit Stärken und Schwächen. Sollte es eine zweite Staffel geben, werde ich aufgrund der langen to-hear-liste nicht automatisch zugreifen. Aber wenn die nächste Quarantäne überbrückt werden will, ist sowas eine gute Option.
      Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
      sagte der Vater zu dem Knaben,
      dass die Dummen glücklich sind
      und die Schlauen Depressionen haben.”

      Marc-Uwe Kling
    • Na, dann bin ich ja froh, dass ich noch vor dem, was Du im SPOILER berichtest, ausgestiegen bin. =)

      Ich fand es schon bis dahin einfach nicht gut.

      Und ich muss auch gestehen, dass ich es auch schlicht geschmacklos fand und finde, ein echtes Verbrechen, das noch gar nicht so lange zurückliegt und bei dem es heute noch Angehörige gibt, die von den Taten persönlich betroffen waren und sind, aufzugreifen und für einen unterhaltsamen Audible-Thriller zu verwursten, bei dem gar nicht der Versuch unternommen wird, den tatsächlichen Geschehnissen Rechnung zu tragen, sondern es dann noch mit einer kruden Hintergrund-Verschwörungsgeschichte aufgepimpt wird, um dann alles im locker-flockigen Plauderton durch die beiden Protagonisten recherchieren zu lassen. Es mag eine Geschmacksfrage sein, aber mich hat das die ganze Zeit über auch angewidert. Das kam mir ein bisschen vor wie Leichenfledderei, wenn ich ehrlich bin. Vor allem weil die realen Bezüge zu markant eingebaut wurden.

      Aus Respekt den Betroffenen gegenüber hätte man sich für mein Empfinden weiter von der realen Tat entfernen sollen, nein: müssen.
    • @HardenbergDiese Pietätlosigkeit ist ja letztlich allen True-Crime-Formaten immanent, weshalb ich das nicht gesondert erwähnt habe, die aber natürlich nicht wiedersprechen würde.

      Ob es das schlimmer macht, wenn das gutgelaunt präsentiert wird wie hier oder man den Voyeurismus hinter ernster Mine verbirgt, ist eine andere Sache.
      Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
      sagte der Vater zu dem Knaben,
      dass die Dummen glücklich sind
      und die Schlauen Depressionen haben.”

      Marc-Uwe Kling
    • Nun ja, seriöse True Crime-Formate orientieren sich zumindest strikt an den Tatsachen, während hier ein realer Ausfangsfall genommen wurde, um eine Räuberpistole hinzuzudichten. Der Mann der Getöteten im realen Fall stand zeitweise unter Tatverdacht, den Bruder hat der Fall auch lange nicht losgelassen, er hat jahrelang auf eigene Faust ermittelt. Wenn da also Dinge verformt werden und Figuren mit realen Vorbildern (bzw. herleitbaren Vorbildern) genutzt, vielleicht sogar in Zwielicht gerückt werden, finde ich das schon tendenziell geschmacklos, während ich das bei einer sachlichen Darstellung eines Falls in dem Maße nicht sehe, weil hier dem Vorwurf des Voyeurismus immer auch ein Gehör-Verschaffen des Opfers gegenübersteht, da das Mitgefühl mit ihnen bei den qualitativ hochwertigen Formaten doch meist sehr im Vordergrund steht.

      Für mich darum kein Vergleich, auch wenn man natürlich an beidem zu Recht Kritik üben kann.
    • @Hardenberg: Die letzten beiden Beiträge von uns oben sind vermutlich eine einzigartige Beendigung einer Diskussion in der bisherigen Geschichte des Internets.
      Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
      sagte der Vater zu dem Knaben,
      dass die Dummen glücklich sind
      und die Schlauen Depressionen haben.”

      Marc-Uwe Kling
    • Ich interessiere mich für den zugrunde liegenden Fall u.a. der Göhrde Morde schon lange, als der noch ewig cold case war sozusagen, im Thema bin ich da also recht bewandert und nicht ohne Vorkenntnisse an das HSP hier ran gegangen.

      Von daher ist es bei einem 8 Stunden Brett als Hörspiel natürlich so eine Sache, das zu besprechen, was ich auch nicht in Gänze tun werde, schätze ich an der Stelle.

      Was bisher super rüber kommt, ist die Komplexität und detailgenaue, wenn auch mit Fiktion vermischte Verquickung der verschiedenen Fälle und diese ganzen, mysteriösen und exorbitanten Indizien gegen den mutmaßlichen Täter, Kar Werner Wolf im HSP genannt.

      Also peu a peu und vielleicht gemeinsam mal eine Besprechung des hier vorliegenden HSP, nach und nach...

      En detail fiel auf an Unterschieden zum realen Fall der Morde in der Göhrde, dass diese im HSP ins Jahr 1988 vorverlegt worden sind, sich tatsächlich aber erst im Sommer 1989 abspielten, alle Namen wurden fiktiv geändert, aus der Göhrde wurde Grihfe oder so ähnlich, aus den Waldabschnitten der Tatorte statt Abschnitt 'Jagen 138' (Fundort erstes Paar) ein anderer Begriff, aber wer sich damit befasste, kommt gut zurecht.

      Die Szenen im Wald mit der Rekonstruktion sind sowas von unheimlich, erst recht, als das Reporter Pärchen sich auch noch da verirrt und auf sie geschossen wird.

      Der Fund des roten Ford Prope auf dem ehemaligen Grundstück des K.W. Wolf ist mit das fetteste Mysterium für mich, auch das entsprach der Realität, auch hier scheint ein weiteres Verbrechen in Zusammenhang zu stehen. Ich meine, wer vergräbt auf seinem Grundstück unbeobachtet ein ganzes Auto in einem Hang ?

      Und so geht es weiter und weiter, die Fälle und der mutmaßliche Mörder sind so dermaßen drüber und rätselhaft, ich würd sagen, dass ist der krasseste, in Teilen nicht detailliert geklärte Fall der letzten gut 30 bis 35 Jahre.

      Spoiler anzeigen
      Die Hinweise in den sogenannten Abschiedsbriefen sind so eindeutig, Hinweise auf Beseitigung, Verbergung von Beweis-, Indizien und Leichenversteck.




      Ein u.a. nicht uninteressanter Artikel zum Thema:

      ejz.de/lokales/lokales/polizei…ung_50_111446097-28-.html

      Quelle: Elbe Jeetzel Zeitung

      "Ich danke für Ihren Beitrag an volkstümlicher Dämonenbelustigung !"

      :macabros: :xplode: :hutheb:
    • Sascha schrieb:

      @Hardenberg: Die letzten beiden Beiträge von uns oben sind vermutlich eine einzigartige Beendigung einer Diskussion in der bisherigen Geschichte des Internets.
      Und dafür hiermit beiden Protagonisten ein Kudos!

      :hutheb:
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