Hörspiel-Sprecher*innen am Rande der Aufmerksamkeit

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    • Hörspiel-Sprecher*innen am Rande der Aufmerksamkeit

      Wenn wir über alte und neue Hörspiele und ihre herausragenden Sprecherinnen und Sprechef diskutieren, fallen oft immer dieselben Namen: von Lutz Mackensy über David Nathan, Gottfried Kramer über Andreas Fröhlich oder Reinhilt Schneider bis Nana Spier usw... es sind im Grunde immer die gleichen, die wir exemplarisch hervorkramen. Dabei scheint sich hin und wieder der Blick zu versteifen auf die ohnehin schon omnipräsenten - und andere, die vielleicht bisher nicht so im Fokus standen, bleiben mehrheitlich unerwähnt.

      Mir ist das gerade erst aufgefallen, als ich das Spiel von Sabine Arnhold in ihrer kleinen, aber herrlich abgedrehten Rolle bei den Midnight Tales (Der Drache) lobte. Da wurde mir gewahr, dass mich ihr Spiel bereits bei Morbide Rosen und, ganz besonders!, Der nahende Winter erfreut und beeindruckt hat. Doch irgendwie habe ich dieser tollen Sprecherin bisher nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient hätte. Ich werde in der nächsten Zeit also mal schauen, was sie sonst noch so eingesprochen hat. Vielleicht finden sich da ja noch mehr Highlights...

      Und nun zu Euch:
      Kennt Ihr ebenfalls solche Sprecherinnen und Sprecher, bei denen Ihr denkt, dass sie durch die breite Masse nicht die Würdigung erfahren, die sie eigentlich verdient hätten? Deren Namen vielleicht den meisten völlig unbekannt sind, obwohl sie in Euren Ohren unverwechselbar und brillant agieren?

      Wem würdet Ihr wünschen, dass er oder sie in die A-Liga der Hörspielsprecher*innen aufsteigt?
    • Hardenberg schrieb:

      Ich werde in der nächsten Zeit also mal schauen, was sie sonst noch so eingesprochen hat.
      Ich kenne sie darüber hinaus noch aus "Grenzgänger", diesem Hörverlag Serial (das inhaltlich nicht wirklich mein Fall war, aber das hat ja mit der Quali der Sprecher/Innen nichts zu tun ;) ) und aus "Professor van Dusen - Neue Fälle 23 - Der Witwentröster von Bombay" (möglich, dass sie auch noch in anderen Folgen der Serie mitgesprochen hat :denk: ).
      Außerdem war sie auch in diesem Schimanski 3D-Hörspiel dabei über Schimis Tochter, aber davon habe ich damals nur ein paar Folgen gehört, weiß nicht, ob das danach nochmal weiterging oder "im Sande verlief".
      Insgesamt gesehen scheint sie aber auch mehr/ lieber(?) Radiosachen oder eben Synchro zu machen.
      Und wer in Hörspielen seltener auftritt, teils auch nur in kleineren Rollen, den "überhört" man eben, vor allem, wenn er zwar eine angenehme, aber nicht unbedingt markante Stimme hat.

      Mir fällt in dem Zusammenhang spontan nur Liv Juliane Barine ein, zu der hatte ich schon mal hier in unserem Thread "Spätes Comeback - Welche Sprecherinnen und Sprecher sollten unbedingt mal wieder gebucht werden?" was geschrieben.
      Aber mit ein bisschen Nachdenken kommt mir sicher auch noch das eine oder andere eher "unbekannte" männliche Wesen in den Sinn, dessen Stimme mir gut gefiel und das ich gern häufiger hören würde. :)
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
    • Mit Sabine Arnhold gebe ich dir vollkommen recht, @Hardenberg :] - weshalb es mich auch extrem gefreut hat, dass Gerd Naumann sie in meinem ersten Hörspielskript für Allscore (Professor van Dusen im schwarzen Tann) besetzt hat. Dort gibt sie eine mit den Nerven fertige Kunstkuratorin, toll interpretiert. :thumbsup:

      Dasselbe gilt für Hanns Jörg Krumpholz - eine geniale Stimme, die ich gerne viel öfter hören würde. :thumbup:
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • Es gibt so viele tolle Sprecherinnen und Sprecher in dem Gewerbe. Sabine Arnhold ist grundsätzlich immer eine Goldgrube, da sie so viele Facetten bedient. @Contendo hat sie in einigen Projekten untergebracht und ich genieße jeden ihrer Auftritte. Ich verbinde sie heute immer zuerst mit Tina Fey, doch sie hat so viele, unglaubliche und verschiedene Rollen gesprochen, sodass ich kaum alle aufzählen kann.

      Grundsätzlich glaube ich, dass viele Stimmen gar kein "Schattendasein" fristen, sondern einfach auch im Bereich Hörspiel nicht angekommen sind. Ich beschäftige mich ja schon seit Jugendtagen mit deutschen Synchronfassungen und deren Stimmen, sodass mir viele einfach präsenter sind. Und ich freue mich immer, wenn mir liebe Stimmen dann doch irgendwann ins Hörspiel-Genre wechseln.

      Ich wüsste daher gar nicht, wo ich anfangen soll, wen ich gerne öfter (oder überhaupt) im Hörspielbereich hören wollen würde. :blush:
    • Hardenberg schrieb:

      Hanns Jörg Krumpholz sagt mir jetzt spontan erst mal gar nichts. :schulter: Wo könnte man dem denn schon mal "begegnet" sein?
      Eher im Radiohörspiel, zB in Elementarteilchen, Brüder, Die Säulen der Erde... oder eben in Prof. van Dusen im schwarzen Tann. Sehr ausdrucksstarke Stimme, geht mMn in Richtung Dietmar Mues/ Udo Schenk.
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • gruenspatz schrieb:

      Hardenberg schrieb:

      Hanns Jörg Krumpholz sagt mir jetzt spontan erst mal gar nichts. :schulter: Wo könnte man dem denn schon mal "begegnet" sein?
      Eher im Radiohörspiel, zB in Elementarteilchen, Brüder, Die Säulen der Erde... oder eben in Prof. van Dusen im schwarzen Tann. Sehr ausdrucksstarke Stimme, geht mMn in Richtung Dietmar Mues/ Udo Schenk.
      Bei Der junge Inspektor Morse hat er ab der 6. Staffel von Robert Missler die Synchronisation von Anton Lesser übernommen, und auch wenn der Bruch im ersten Moment schon deutlich ist, hat er doch auch gewisse Ähnlichkeit.
      Den Namen kenn’ ich schon ’ne ganze Weile (wie gruenspatz richtig bemerkte vor allem aus dem Radio), aber die Stimme kann ich mir auch nicht merken. :blush:
    • Ah, okay, danke für den Hinweis. Dann werde ich da mal die Ohren offenhalten... :)

      Und ich weiß jetzt auch, wo ich die Stimme von Sabine Arnhold schon mal gehört habe: Sie war jahrelang die Cuddy bei Dr. House...

      Eine weitere Kandidatin, die ich aufgrund ihres Auftritts bei den Midnight Tales nennen könnte, wäre Petra Konradi, die in Endlose Nacht die Mutter gesprochen hat und mich nicht nur vollauf überzeugt hat, sondern auch erinnert an die wunderbare Franziska Pigulla. Sie scheint für Hörspiele nicht sehr oft gebucht zu werden, aber hier hat sie mich doch so überzeugt, dass ich sie mir durchaus in mehr Produktionen vorstellen könnte. Allerdings versehe ich sie mit einem Fragezeichen, weil sie tatsächlich eher sehr wenige Auftritte hatte. Da erscheint die geringere Aufmerksamkeit ja eher nachvollziehbar.

      Ich kannte übrigens auch vor den Midnight Tales Peter Flechtner nicht gut. Ich habe den Eindruck, dass er vielen anderen bereits recht präsent war, mir ging es nicht so; insofern bin ich versucht, ihn hier auch nennen zu wollen. Erhebt jemand Einspruch? :zwinker:
    • Hardenberg schrieb:

      Ich kannte übrigens auch vor den Midnight Tales Peter Flechtner nicht gut. Ich habe den Eindruck, dass er vielen anderen bereits recht präsent war, mir ging es nicht so; insofern bin ich versucht, ihn hier auch nennen zu wollen. Erhebt jemand Einspruch? :zwinker:
      =) Ach du meine Güte! Ich wüsste KEINE Stimme, die in der Synchroszene der letzten Jahre öfter gebucht wäre als Peter Flechtner! Gibt es überhaupt eine amerikanische Serie, an der er nicht in irgendeiner Synchron-Hauptrolle beteiligt ist? (Achtung: überspitzte Formulierung!) :D
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • Okay, das kann sein. Aber hier geht es ja um Hörspiele.
      Wenn Du jetzt sagst, Flechtner ist in der Synchro-Szene eine so große Nummer wie etwa Christian Brückner, dessen Ruhm ja auch ins Metier der Hörspielproduktion strahlt, obwohl das nicht sein Hauptbetätigungsfeld ist (wenigstens in der Breite), dann ziehe ich meinen Vorschlag zurück.

      Ich für mich kann nur sagen, dass ich mich eigentlich recht gut mit Synchro-Sprechern auskenne, mir sein Name allerdings nichts sagte - und ich jetzt auch keine Rolle wüsste, in der er mir präsent wäre. Anders als viele andere Synchro-Sprecher.

      Das kann natürlich an meinem Tunnel-BlickGehör liegen. Oder er ist auf Filme und Serien abonniert, die ich nicht sehe.
      Muss ich gleich mal nachsehen. ^^

      Edit: So, mal nachgeschaut. Stimmt, beachtliches Schaffen, aber tatsächlich fast durchweg in Produktionen, die an meinen Sehgewohnheiten weit vorbeigehen. Einzig als Curtis Manning in 24 könnte ich ihn gesehen/gehört haben.
      Ob den nun also wirklich jedermann kennt, halte ich für fraglich. Anders als etwa Christian Brückner, der ja wirklich in Blockbustern gesprochen hat.
      Aber sei es drum. Ich bestehe nicht auf Flechtner. :zwinker:
    • Haupt- oder größere Rollen in Lost, Sex Education, Torchwood, Zoo, Stranger Things, Desperate Housewifes, Elementary, Eureka, Prison Break, Psych, ... auf Wikipedia stehen nur sehr sehr wenige seiner Rollen.

      HIER finden sich beeindruckend viele seiner Rollen. :)

      Und übrigens spricht er die Hauptrolle bei TAKIMO. Sowie seit Folge 42 Kim Schmittke bei Offenbarung 23. Auch Rollen in "Prof. van Dusen" sowie "Edgar Wallace löst den Fall".
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • @gruenspatz

      Wie gesagt: seine TV-Rollen sind an mir vorbeigegangen, weil ich betreffende Serien nicht schaue, Takimo kenne ich ebenfalls nur dem Namen nach. Mir war Flechtner daher nicht so präsent. Auch in Hörspiel-Diskussionen hier im Forum scheint er eher unterrepräsentiert zu sein, aber da kann mich mein Eindruck täuschen.

      Die reine Quantität an Synchro-Rollen wäre da für mich jetzt kein Hauptkriterium, denn es gibt mittlerweile so viele Serien und Filme, da zerstreut sich die Aufmerksamkeit des Schwarms zwangsläufig. Es gibt aber ein paar Blockbuster, die jeder kennt bzw. Serien/Filme/Stars mit überragender Reichweite. Deswegen würde ich da schon noch einen Unterschied sehen zwischen einem Sprecher wie Brückner, der für Giganten wie De Niro und Redford steht und Flechtner, der zwar viel macht, aber eben noch nicht einen vergleichbaren Status als Sprecher haben dürfte.

      Aber sei es drum. Hier geht es ja in erster Linie um Hörspiele, da sind sie beide nicht so superengagiert, aber Brückner als (allgemein anerkannte) Sprecher-Größe dürfte da schwerlich mit zu wenig Aufmerksamkeit betitelt werden. :zwinker:

      Bei Flechtner ist's dann halt mein subjektives Empfinden. ^^
    • Hardenberg schrieb:

      Es gibt aber ein paar Blockbuster, die jeder kennt bzw. Serien/Filme/Stars mit überragender Reichweite. Deswegen würde ich da schon noch einen Unterschied sehen zwischen einem Sprecher wie Brückner, der für Giganten wie De Niro und Redford steht und Flechtner, der zwar viel macht, aber eben noch nicht einen vergleichbaren Status als Sprecher haben dürfte.
      Also mit Phil Dunphy (Modern Family) und Jim Hopper (Stranger Things) hat Peter Flechtner zwei Serienfiguren seine Stimme geliehen, die aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken sind.
      Die Serien sind/waren überaus erfolgreich und generier(t)en eine sehr große Reichweite.
      Natürlich kann man ihn nicht mit "The Voice" Brückner auf eine Stufe stellen, aber seine Stimme ist allgegenwärtig und hat einen großen Wiedererkennungswert.

      Zurück zum Thema: Ich würde gerne mehr von Alexander Turrek hören. In jeder noch so kleinen Rolle schafft er es seinem Charakter den passenden Raum in einem Hörspiel zu gewährleisten.