[Deutschlandfunk Kultur] Das große Heft

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    • [Deutschlandfunk Kultur] Das große Heft

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      Inhalt:
      Zu Kriegszeiten werden zwei zehnjährige Brüder von ihrer Mutter zur Großmutter aufs Land gebracht. Armut und Brutalität ausgesetzt sind sie nun auf sich selbst gestellt. Die Schulen sind geschlossen, und die Großmutter behandelt sie schlechter als ihre Tiere. Die Brüder trainieren physische und psychische Unempfindlichkeit und bringen sich allmählich das Alphabet des Überlebens bei. Sie folgen eigenen Moralvorstellungen: Sie helfen, wo die Not noch größer ist, sie rächen Ungerechtigkeit, leisten Sterbehilfe. Im großen Heft schreiben sie ihre Beobachtungen und Erkenntnisse in einfachen Sätzen auf und schützen sich mit der Kraft einer sachlichen Sprache vor dem Zynismus des Elends.

      Sprecher:
      Libgart Schwarz, Kristof Van Boven

      Produktion:
      Von Agota Kristof
      Bearbeitung und Regie: Erik Altorfer
      Komposition: Martin Schütz
      Ton und Technik: Franz Baumann
      Deutschlandfunk/HR/SRF 2021

      Deutschlandfunk Kultur hat das Hörspiel zum :download: bereit gestellt.


      OTR-Fan
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      Habs jetzt doch schon gehört.
      Ist aber kein Hörspiel im eigentlichen Sinn, sondern eine szenische Lesung mit verteilten Rollen, Musik und Geräuschen.
      Sehr, sehr heftig, wie die Zwillinge zunächst total mit dem dreckigen, lieblosen, harten "Dahinvegetieren" bei der Großmutter überfordert sind, dabei so stark traumatisieren, dass sie nur überleben können, indem sie ihre ganz eigene Form von Moral enwickeln, sich "abhärten", schließlich praktisch nicht mehr in der Lage sind, Gefühle zu zeigen - das muss man schon "abkönnen"!
      Insbesondere fast zwei Stunden lang.
      Wobei einem eigentlich nur "hilft", dass sich die beiden schon sehr bald nicht mehr wie Kinder benehmen und auch nicht wie Kinder sprechen.
      Würden sie tatsächlich immer wieder Emotionen zeigen oder weinen, könnte man das Ganze eigentlich gar nicht aushalten.

      Zu zart besaitete Hörer seien davor eher gewarnt, insbesondere auch wegen der sexuell konnotierten Szenen oder der Todesfälle und Gewaltsausbrüche. :pinch:

      @Milo Sowas als "Schullektüre"...da bekomme ich im Nachhinein ja noch Mitleid mit Dir!
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
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      MonsterAsyl schrieb:

      Agatha schrieb:

      @Milo Sowas als "Schullektüre"...da bekomme ich im Nachhinein ja noch Mitleid mit Dir!
      Ja, wo auch immer @Milo zur Schule gegangen ist, er wurde ganz schön gequält. Der Arme musste doch auch schon andere üble Sachen lesen. Da hatte ich es im Vergleich schon gut. :)
      Ich bin in NRW zur Schule gegangen, aber ich hatte speziell in der Mittelstufe halt überwiegend Deutschlehrer, die NICHTS außer "3. Reich" behandeln konnten/wollten/durften. Besonders im Kurzgeschichtenbereich ist mir da NICHTS erspart geblieben (außer Wolfgang Borcherts einziger Geschichte, die was taugt, "Die drei dunklen Könige"). Neben dem "Großen Heft" noch "Die Kinder aus Nr. 67", "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" und "Das Tagebuch der Anne Frank". Ich will keinem dieser Werke seine literarische und kulturhistorische Bedeutung absprechen, aber die Art und Weise, wie sie mir "näher gebracht" wurden...

      Nicht, daß die Unterstufe besser war... "Schimmelreiter", "Judenbuche", als Lichtblick "Der Besuch der alten Dame". Und in der Oberstufe wurde es dann ganz surreal - Ingeborg Bachmann, Bertolt Brecht und Heinrich Mann. Ein Wunder, daß ich mir in der Schule das Lesen nicht komplett abgewöhnt habe.