Moriarty - 3 - Die Beale-Papiere

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    • Moriarty - 3 - Die Beale-Papiere

      Moriarty – 3. Die Beale-Papiere



      Der plötzliche Aufbruch des Gastes Thomas Beale sorgt bei den Betreibern eines Hotels für Verwunderung, da das Zimmer bereits im Voraus bezahlt wurde. Doch der Mann hat noch eine kleine Bitte: Sein Koffer soll bis zu seiner baldigen Rückkehr in dem Gasthaus verbleiben. Allerdings treffen kurze Zeit später statt Thomas Beale nur merkwürdige Hinweise ein. Und zehn Jahre scheint der Koffer mit einem Mord in Verbindung zu stehen, bei dem ein alter Freund von James Moriarty unter Verdacht steht…

      In den Geschichten um Sherlock Holmes ist er das Verbrecher-Genie, auch die meisten aktuellen Umsetzungen und Fortführungen in diversen Medien sehen ihn als Superschurken: James Moriarty. In der Maritim-Serie, die innerhalb des Zyklus um den „Zirkel der Sieben“ angesiedelt ist und diese Figur in den Mittelpunkt rückt, werden jedoch deutlich mehr Facetten des Charakters eingebaut, was in der dritten Episode „Die Beale-Papiere“ besonders gut zur Geltung kommt. Er versucht nicht nur, einen Freund zu retten, sondern auch einen Mordfall aufzuklären – was allerdings mit weiteren Absichten und nicht immer sauberen Methoden verbunden ist. Mir gefällt diese vielschichtige Darstellung der Figur, zumal auch die Geschichte gelungen erzählt ist. Wie in den vorigen Teilen der Reihe auch ist die Erzählweise recht langsam geraten, was es erlaubt, viele Details einzubauen und auch kleine Feinheiten in den Dialogen anklingen zu lassen. In einer mysteriösen Introszene und einigen einleitenden Erzähltexten wird zunächst die oben beschriebene Szenerie um den zurückgelassenen Koffer dargestellt, auch der Todesfall einige Jahre später wird thematisiert, sodass der Hörer schon vor dem ersten Eingreifen von Moriarty einige Informationen enthält. Seine späteren Ermittlungen fügen dem Gesamtbild immer neue Facetten und Details hinzu, dennoch bleiben die Hintergründe der Beale-Papiere und des Mordes sehr lange Zeit unklar und werden erst kurz vor Schluss aufgeklärt. Mit einigen kleinen Wendungen wird ein sehr stimmiges Gesamtbild präsentiert, was der interessanten Geschichte ein überzeugendes Finale bereitet.

      Gabrielle Pietermann ist hier – wie auch in anderen Serien um den „Zirkel der Sieben“ – in der Rolle der Theodora Sachs zu hören und gestaltet die Rolle gewohnt energiegeladen und lebendig, wobei sie auch hier einen sehr überzeugenden Eindruck hinterlässt. Björn Schalla ist in der Rolle des Geoffrey Stafford zu hören und verleiht seiner angenehmen Stimme einen etwas rauen Klang und ruhigen, aber markanten Ausdruck, was einen gelungenen Kontrahenten von Moriarty ergibt. Peter Kirchberger sorgt als Thomas Beale für eine leicht geheimnisvolle Stimmung und punktet mit einer lebendigen Sprechweise mit lebendiger Betonung. Weitere Sprecher sind Uschi Hugo, Sebastian Winkler und Volker Brandt.

      Die ruhige Erzählweise der Handlung führt auch zu einer dezenteren Umsetzung der Handlung. So sind viele Dialoge ganz auf sich allein gestellt, nicht einmal Geräusche sind neben den Stimmen der Sprecher zu hören. Doch es gibt auch einige aufwendiger ausgestattete Momente und stimmige Musik, die gut auf die jeweilige Stimmung angepasst ist und für Auflockerung oder eine gelungene Betonung von wichtigen Szenen sorgt.

      Der Koffer, den Thomas Beale in dem Gasthaus zurückgelassen hat, ist auf dem Cover abgebildet, wobei die titelgebende Papiersammlung, sorgfältig zusammengeschnürt, davor platziert werden – ein schlichtes, aber passendes Motiv, welches in bläulich-kühler Farbgebung und mit einem schwarzen, mit dezenten Ornamenten versehenen Hintergrund ansehnlich wirkt. Die restliche Gestaltung ist schlicht geraten, wobei der Raum hinter der CD genutzt wurde, um die bisherigen (und die kommenden) Episodencover zu präsentieren.

      Fazit: „Die Beale-Papiere“ zeigt noch einmal andere Facetten der zwiespältigen Hauptfigur und erzählt einen Krimi, der zwar eine klassische Ausstrahlung besitzt, aber eben auch einen interessanten Perspektivwechsel bietet. Die ruhige Erzählweise lässt viel Raum für Feinheiten und Zwischentöne, wobei dennoch ein recht komplexes und vielschichtiges Bild des Falles gezeichnet wird. Das ist hörenswert gelungen und punktet mit einer geheimnisvollen Ausstrahlung.

      VÖ: 19. Februar 2021
      Label: Maritim
      Bestellnummer: 9783962823566
      :besserwisser:
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