Von der Jury über die Kammer zum Hörspiel-Quartett - Welche Formate, in denen es um Hörspiele geht, sind denkbar?

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    • Sehr gut auf den Punkt gebracht, @BjoernErik! :thumbsup:

      Viele Podcasts (allgemein, nicht nur mit Hörspielbezug) kranken meiner Einschätzung nach an diesem endlosen Vor-sich-hin-Gelaber, einfach aus dem Stegreif, dabei sollte man sich, wie ich finde, schon so etwas wie einen roten Faden überlegen, an dem man sich dann orientiert. Beim Fernsehen wedelt dann gern mal jemand hinter der Kamera mit einer Pappe. :zwinker:

      Es besteht ja auch die Möglichkeit des nachträglichen Schnitts. Das ließe Raum für Spontaneität, aber man kann Unnötiges dann doch herausschneiden.

      Was die Zielgruppe und die mögliche Wirkkraft anggeht, sähe ich da auch Potential. Und auch, was die Abwechslumg angeht, stimme ich Dir zu. Alternativ zu mehreren Hörspielen könnte man natürlich auch eine Serie oder Reihe besprechen, da böte ein solches Format ja auch den nötigen Raum. Natürlich spoilerfrei.

      Ganz toll wäre dann natürlich noch, als Sahnehäubchen quasi, wenn man sich von den Rechteinhabern die Erlaubnis geben ließe, aus den Hörspielen zitieren zu dürfen, so dass man auch einen Eindruck von der jeweiligen Produktion gewinnen kann. Das könnte ja evtl. auch in Form offizieller Hörproben geschehen. Nur mal so als Gedanke.
    • Das wollte ich auch noch schreiben. Ausschnitte aus dem Hörspiel wären für mich ein elementarer Bestandteil und das vielleicht größte Plus eines Hörspiel-Podcasts gegenüber einer Textrezension. Ich verstehe auch nicht, warum das bisher kaum ein (kein?) Hörspielpodcast macht. Theoretisch müssten kurze Ausschnitte, die dann besprochen und eingeordnet werden, sowieso vom Zitatrecht gedeckt sein. (Natürlich keine minutenlangen Hörproben.) Und ich denke, dass viele Produzenten auch bereitwillig eine Genehmigung geben würden, Ausschnitte zu verwenden. Das ist ja in gewisser Weise auch Werbung für sie.
    • Ja, das mit den fehlenden Zitaten in Podcasts frage ich mich auch. Ich könnte mir denken, dass viele Angst haben, dabei etwas falsch zu machen und dann abgemahnt zu werden. Immerhin ist die Sachlage da ja nicht hundertprozentig eindeutig bzw. die Androhung einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen des Interpretationsspielraums ein echtes Schreckbild.

      Immerhin ist ja auch die Hörspiel-Kammer von den Originalzitaten abgekommen, obwohl die - jetzt mal losgelöst von der Geschmacksfrage!! - doch eigentlich im Rahmen des Zitatrechts gehandelt haben dürften. Dass man davon abgekommen ist, scheint doch zu zeigen, dass man auch dort das Risiko scheut, die Grenzen des reinen Zitatrechts zu übertreten.

      Für mich waren gerade diese Zitate das übergroße Pfund der Kammer.

      Wenn man sich Genehmigungen einholt, besteht natürlich immer auch das Risiko der Erwartung einer gewissen Gefälligkeit. Ein Quartett jedoch lebte gerade davon, dass unterschiedliche Meinungen zum Thema vorliegen dürfen.

      Vermutlich ist es also eine Sache des Wie.
      Wenn Kritik sachlich begründet wird, haben die meisten Macher da sicher kein Problem mit.

      Aber es gibt unter ihnen ja auch zwei, drei Krakeeler, die sofort Krawall machen würden in ihrer Nische. Kennt man ja.
    • Hardenberg schrieb:

      Immerhin ist ja auch die Hörspiel-Kammer von den Originalzitaten abgekommen, obwohl die - jetzt mal losgelöst von der Geschmacksfrage!! - doch eigentlich im Rahmen des Zitatrechts gehandelt haben dürften. Dass man davon abgekommen ist, scheint doch zu zeigen, dass man auch dort das Risiko scheut, die Grenzen des reinen Zitatrechts zu übertreten.
      Es ist halt vermutlich auch eine Frage der Komplexität. Auch wenn die peinliche Brauneis-Anzeige ins Leere lief, es ist kein Spaß dauernd angezeigt zu werden. Und ich würde tippen, dass im Hinblick auf die zuletzt thematisieren Europa-Hörspiel-Brocken natürlich eine gewisse Unlust vorhanden war, von einer echten Rechtsabeteilung angegangen zu werden mit voller Kapelle und nicht nur von harmlosen Einzelpersonen.

      Dass die Zitate jetzt gespielt werden, finde ich aber überhaupt keinen Rückschritt. Ganz im Gegenteil, dem haben wir die lustigste Hörspielszene 2019 zu verdanken :) Ebenso finde ich das Audiopodcastformat letztlich sogar besser als Film. Bei den besprochenen Hörspielen sind freilich - das war ja auch immer das große Problem für mich bei der Hörspiel-Jury - halt viele Produktionen dabei, die ich nicht genommen hätte, weil für jegliche Form der Kritik, satirisch oder staubtrocken, völlig ungeeignet.
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    • Naja, ich finde es insofern problematisch, als die Hörspiel-Kammer ja eh ständig mit dem Vorwurf der Überzogenheit, des persönlichen Feldzugs etc. konfrontiert war. Dem konnte man durch die Zitate sehr gut entgegenwirken, weil man nicht nur schmähte und behauptete, sondern den Vorwurf sogleich mit Zitat belegte. So kam unmittelbar ein Eindruck zustande, ob da überzogen kritisiert wird oder nicht. Und oft schien die konkrete Kritik eben nicht überzogen. (Was manchmal überzogen erschien, waren die Bemerkungen jenseits der Zitate.)

      Mit der jetztigen Variante macht man es den vielen Kritikern natürlich recht leicht, weil eben der direkte Bezug zum Hörspiel fehlt. Da liegt es nahe, nun den reinen Schmäh- und Klamauk-Vorwurf zu machen.

      Dass man keinen Bock auf Anzeigen etc. hat, kann ich natürlich nachvollziehen. Aber wenn man ein solches Format angeht, muss man wohl auch den langen Atem haben, mit den Folgen zu leben und umzugehen bzw. diese auszusitzen, auch wenn ich verstehen kann, dass das ärgerlich ist.

      Die jetzige Variante ist nicht so richtig Fisch, nicht Fleisch, finde ich. Und das ist doch schade. Ich habe jetzt in einige reingehört und habe nicht mehr das Gefühl, einen wirklichen Eindruck von der Vorlage zu erhalten. Das objektive Moment durch die Originalzitate fehlt nun einfach. Es ist jetzt eben durch und durch subjektiv. Das kann von Reiz sein, wenn man zufällig die behandelten Folgen kennt, aber ohne Kenntnis fehlt mir da irgendwie der Zugang.

      Dabei bieten die Teile ja durchaus sehr gute Ansätze. Viele witzige Ideen. Mangelnde Kreativität und Originalität ist den beiden sicherlich nicht vorzuwerfen. Aber mir fehlt einfach das i-Tüpfelchen. Und das waren für mich eben die Zitate.

      Mir scheint auch, dass man ohne sie nicht mehr so tief in die Plots eindringt. Alles bleibt ein wenig mehr an der "Oberfläche".

      Ist halt ein anderer Ansatz, wie mir scheint.

      Aber vielleicht ist das auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
    • Klar, spricht schon viel für die direkten Zitate.

      Hardenberg schrieb:

      Mir scheint auch, dass man ohne sie nicht mehr so tief in die Plots eindringt. Alles bleibt ein wenig mehr an der "Oberfläche".
      Hast Du denn die Drei-Fragezeichen-Folge schon gehört.

      Ich fand die sehr gut und gar nicht an der Oberfläche. Allerdings war das natürlich auch ein aufgelegter Elfmeter, weil mich gerade bei dieser Folge der Klappentext angefixt hat, was sonst bei den DDF nie passiert, dementsprechend war ich maximal enttäuscht als Hörer und kam jetzt ewig später nachträglich auf meine Kosten.
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    • Die Hörspielkammer hatte ich schon verdrängt. Seit die in den Foren nicht mehr "stattfindet", habe ich sie nicht mehr auf dem Schirm. Aber, klar, da wurden früher ausführliche Zitate gespielt.
      Dass es da rechtliche Schwierigkeiten gab, obwohl es eigentlich zulässig wäre, ist irgendwie verständlich beim "besonderen" Stil ihrer Kritik. Sowas versuchen die Macher natürlich aus dem Netz zu bekommen.
      Wenn wir aber etwas gemäßigter an die Hörspiele herangehen (und in einem Viererquartett ja auch nicht alle das Hörspiel total verreißen werden), denke ich, dürfte sich kein Verlag die Mühe machen, da rechtliche Schritte zu unternehmen, selbst wenn die Ausschnitte so sein sollten, dass es streitig wäre, ob das Zitatrecht noch greift. Das bedeutet für die ja auch erst mal nur Kosten mit gleichzeitiger zweifelhafter Erfolgsaussicht, einem Imageschaden, wenn das bekannt wird ("die machen Kritiker mundtot") und keinen direkten Nutzen.
      Wenn man andererseits vorher nachfragt, ob man Zitate verwenden darf und dann eine Absage erhält, ist das doof. Oder es würden Bedingungen gestellt, etwa nur einen bestimmten Ausschnitt zu verwenden oder man müsste sich mit den Machern gut stellen, um weiter eine Genehmigung zu erhalten. Das ist für mich nicht der richtige Weg. Wenn ein Produzent (etwa @Contendo?) natürlich auf uns zukommt und sagt, ich mach euch keine Probleme, nehmt ruhig ein paar kurze Ausschnitte aus dem Hörspiel, das geht für mich in Ordnung, dann wäre das am besten.

      Noch mal zu dem vorhin diskutierten Punkt gut vorbereitet und roter Faden vs. Laberpodcast ein Beispiel aus einem anderen Bereich.

      sherlockholmespodcast.de/ - Dr. Doyle und Mr. Holmes

      Das ist eines der Vorbilder, in welche Richtung ich mir das vorstelle. Die beiden Podcaster kennen sich mit der Materie Sherlock Holmes bzw. Arthur Conan Doyle sehr, sehr gut aus, versuchen das aber auch für Nicht-Kenner verständlich zu erzählen. Außerdem haben sie auch immer ein klares Konzept, was sie in einer Folge erzählen wollen und das ganze ist gut vorbereitet und recherchiert.
      (Gleichzeitig kleine Hörempfehlung für Interessierte, es geht am Rande auch immer mal um Hörspiele, zumindest in den News am Anfang der Folge.)
    • Erneut gute Punkte.

      Bei einem Quartett wäre es wünschenswert, eine Zusammensetzung bzw. eben auch Hörspiele zu finden, bei denen es auch unterschiedliche Haltungen gibt. Nichts ist langweiliger, als wenn alle sich immer einig sind, dass alles total super oder auch sterbenslangweilig ist. Bei mehreren Hörspielen pro Ausgabe müsste so etwas ja machbar sein.

      Wie gesagt, wir haben hier auf dem Board ja ein paar sehr meinungsstarke Persönlichkeiten, die ich mir in einem Quartett vorstellen könnte. :)

      Wer hätte denn überhaupt Lust, als Teilnehmer eines solchen Quartetts zu fungieren? :)
    • BjoernErik schrieb:

      Wenn man andererseits vorher nachfragt, ob man Zitate verwenden darf und dann eine Absage erhält, ist das doof. Oder es würden Bedingungen gestellt, etwa nur einen bestimmten Ausschnitt zu verwenden oder man müsste sich mit den Machern gut stellen, um weiter eine Genehmigung zu erhalten. Das ist für mich nicht der richtige Weg. Wenn ein Produzent (etwa @Contendo?) natürlich auf uns zukommt und sagt, ich mach euch keine Probleme, nehmt ruhig ein paar kurze Ausschnitte aus dem Hörspiel, das geht für mich in Ordnung, dann wäre das am besten.
      Bin überrascht, angesprochen zu werden. :)
      Wir hatten in der Vergangenheit ja nie Probleme mit Rezensionen gehabt. Ich begrüße ja Besprechungen, die auch ins Detail gehen und ihre Meinung auch begründen. Ich würde es nur unschön finden, wenn Ausschnitte zu lang wären oder vor allem bestimmte Plot-Twists schon verraten würden. Aber das sagen wir ja auch schon Sprechern immer, dass sie als Hörproben nicht unbedingt die Auflösungen nehmen sollen. :)
    • Agatha schrieb:

      Etwas in der Art gab es hier auch mal, lange vor meiner Zeit, ich habe den Thread dazu irgendwann eher zufällig in den Tiefen des Grusels entdeckt.Natürlich war das in rein schriftlicher Form, ohne Video oder Audio-Anteile. :)
      Hieß "Kamingespräche" oder so ähnlich :gruebel: , und das waren damals @*dot* und noch irgendwer, kann mich leider nicht mehr an den zweiten Teilnehmer erinnern.

      Es hätte mich noch interessiert, wie das damals gemacht wurde. Habt Ihr Euch persönlich gesprochen und Euer Zwiegespräch aufgezeichnet und abgeschrieben? Oder habt Ihr das "Gespräch" direkt in Schriftdorm entwickelt, @*dot*?
    • Contendo schrieb:

      BjoernErik schrieb:

      Wenn ein Produzent (etwa @Contendo?) natürlich auf uns zukommt und sagt, ich mach euch keine Probleme, nehmt ruhig ein paar kurze Ausschnitte aus dem Hörspiel, das geht für mich in Ordnung, dann wäre das am besten.
      Bin überrascht, angesprochen zu werden. :) Wir hatten in der Vergangenheit ja nie Probleme mit Rezensionen gehabt.
      Da hast du mich missverstanden. Genau deshalb habe ich dich ja als potenziell positives Beispiel angeführt. Weil du für uns gut erreichbar bist und auf mich immer recht vernünftig wirkst. Meine Vermutung stellte sich ja dann auch als richtig heraus.
      Das Gegenteil könnte ich mir bei großen Unternehmen wie Sony/Europa oder den Öffentlich-Rechtlichen vorstellen. Da erreicht man wahrscheinlich eh nur irgendwelche Sachbearbeiter, die eine Pauschalabsage erteilen, ohne sich damit auseinanderzusetzen, was wir vorhaben.
      Von daher würde ich da gar nicht erst versuchen, nachzufragen. Aber vielleicht sind das auch nur Vorurteile?
    • Hardenberg schrieb:

      Wie gesagt, wir haben hier auf dem Board ja ein paar sehr meinungsstarke Persönlichkeiten, die ich mir in einem Quartett vorstellen könnte. :)

      Wer hätte denn überhaupt Lust, als Teilnehmer eines solchen Quartetts zu fungieren? :)

      Also ich hätte da durchaus Lust drauf, wie man wohl schon gemerkt hat. Da ich aber denke, dass andere wohl noch mehr zu sagen haben als ich, würde ich mich jetzt auch nicht vordrängeln wollen.
      Möglich wäre ja auch in jeder Folge mit etwas unterschiedlicher Besetzung aufzunehmen, auch da es sonst wohl aus terminlichen Gründen schwierig wird.
    • Hardenberg schrieb:

      Na, da Du mit so viel Einsatz und Leidenschaft in die Sache startest, wärst Du vielleicht ein guter Moderator/Gastgeber.
      Mal schauen. Ich hätte dich als den perfekten Moderator gesehen, einfach durch die vielen tollen Themen, die du hier immer wieder eröffnest und die intelligenten Fragen, die du in den Startpostings stellst.

      Viel wichtiger ist aber: Würden wir denn auf vier Personen kommen? Wer könnte es sich denn noch vorstellen, zwischendurch auch mal mündlich über Hörspiele zu diskutieren. (Das ist ja unabhängig davon, ob ihr selbst gerne Podcasts hört. Selbst einen machen ist ja etwas anderes als fremde zu hören...)
    • Als erstes böten sich da natürlich die Hörgrusler an, die entweder selbst schon regelmäßig rezensieren oder zumindest in ähnlicher Weise aktiv geworden sind.

      Spontan fallen mir da natürlich @MonsterAsyl, @gruenspatz, @TheBite, @pops, @DerPoldi, @Pelznase oder auch @Lukes Meinung ein.

      Darüber hinaus gibt es ja auch einige, die (zumindest bei bestimmten Hörspielthemen) großer Erfahrung mitbringen und/oder die sich sicherlich gut in ein solches Format "eindenken" können. @Mr Blonde, @Agatha, @Sylphida, @Belphanior, @Smeralda, @S.R.-Fan... ach gott, ich kann gar nicht alle aufzählen, merke ich gerade, gibt so viele!

      Kommt ja auch immer auf das Thema an.

      Da ist ja vieles denkbar.

      Ist halt die Frage, wer auch wirklich Lust drauf hätte, vors Mikro zu treten.