Der Soundtrack meines Lebens: Künstler, die mich prägten!

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    • Der Soundtrack meines Lebens: Künstler, die mich prägten!

      Als ich im Thread zu einem Radio-Hörspiel von einer Fritz-Lang- sowie einer Ernst-Lubitsch-Phase schrieb, die ich mal hatte, schweiften meine Gedanken weiter, und ich musste daran denken, dass es wohl in jedem Leben Menschen gibt, die das eigene Denken, Fühlen, Handeln entscheidend prägten. Menschen, die uns durch ihr Schaffen und durch die Botschaft, die damit einhergeht, stark beeindruck, vielleicht sogar zu eigenen Leistungen inspiriert haben.

      Das müssen nicht zwingend Musiker sein, die einzelnen Phasen des eigenen Lebens den Soundtrack lieferten. Das können auch Schriftsteller, Hörspielmacher und sogar Schauspieler sein. Das müssen nicht mal nur Künstler sein. Es können auch Sportler sein, Politiker, Aktivisten, Philosophen usw. Jede Person des öffentlichen Lebens ist denkbar.

      Aber Personen des öffentlichen Lebens sollten sie schon sein. Also nicht Mutti und Vati oder Tante Gertrud mit ihrer lustigen Art, auch nicht die erste große Liebe oder ein Grundschullehrer, sondern schon Prominente, deren Wirken man eher von Ferne beobachtet.

      Wer also war in Eurem Leben prägend?
      Wodurch?
      Und inwiefern?
    • Da fallen mir sicher später noch mehr Menschen zu ein. Für den Anfang:
      John Lennon und sein Imagine und auch sein Tod
      Peter Ustinov für seine intelligenten Bücher, seinen Einsatz für Unicef, sein freundliches Wesen, seine großartige Art sich nicht so wichtig zu nehmen und sein Lebenswerk
      Mutter Teresa und Gandhi für ihre Menschlichkeit und ihren selbstlosen Einsatz (wo sind solche berühmten Vorbilder heute?)
      Peter Scholl-Latour, der mit seinen großartigen Reportagen die Welt ins Wohnzimmer brachte
      Peter Bamm für alle seine Bücher, vor allem für “Eines Menschen Zeit“
      Karl May, John Irving, Marge Piercy, Ernest Hemingway und hundert andere für vergnügliche und nachdenkliche Leseabenteuer
      Die Weiße Rose für Tapferkeit, Mut und Widerstand
      (Tatsächlich) Picasso, weil ich immer noch nicht alles verstehe, was er gemalt hat, er aber beeindruckende Kunst geschaffen hat
      Caravaggio, dessen Bilder ich bewundere
      Leonardo da Vinci - unglaublich, was er alles gemacht hat
      J.S. Bach, Shostakovich, Mozart für unglaublich tolle (teils auch verstörende) Musik, die Jahrhunderte überdauert hat
      Und Raumschiff Enterprise - weil ich mit der Crew in Galaxien vorgedrungen bin, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat ... :green:
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • Bei Star Trek bin ich auch sofort dabei, allerdings nur bei den ersten drei Generationen. Und gerade die Next Generation hat mich durch eine schwere Zeit begleitet und wird deshalb immer etwas besonderes für mich sein.

      Im Buchbereich sind es bei Robert E. Howard, dessen Conan-Geschichten ich als Kind verschlungen habe. Und etwas später dann auch Tolkien, der so ganz anders als Howard schrieb und dessen Werke meinen Bücherschrank in verschiedenen Ausgaben zieren.

      Passend zu Howard hat Basil Poledouris mein Musikleben bis heute geprägt. Auch wenn ich ansonsten viel Metal höre, aber die Musik von Poledouris läuft sehr oft im Jahr auf meinem Player.

      Eine weitere Person des öffentlichen Lebens, die ich wirklich sehr schätze, ist Greta Thunberg. Ich finde es einfach grossartig, was dieses Mädchen so treibt und verstehe den ganzen Hass nicht, der ihr entgegen schlägt. Endlich steht mal jemand auf und prangert die Sachen an, die in meiner Generation schon längst hätten geschehen müssen. Das sie vielleicht mittlerweile auch instrumentalisiert wird, ändert aber nicht an ihrem wahren Engagement.
    • Die großen Denker und Menschenfreunde lasse ich für mich mal außenvor - das würde hier sonst ausufern -, und beschränke mich auf Künstler.

      Und da kann und muss ich als erstes einen nennen:

      Ich glaube, am prägendsten von allen war für mich Alfred Hitchcock, weil der mir, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen, die Tür öffnete in so viele weitere Dimensionen.
      Und letztlich ist das natürlich auch ein Verdienst der Hörspielwelt, denn die drei Fragezeichen waren sicherlich die prägendste Hörspielserie meines Lebens, und erst durch sie bin ich mit dem Namen Hitchcock vertraut geworden.

      Ich war noch sehr jung, als ich mich mit all seinen Filmen beschäftigte. Wir hatten zu Hause nicht mal Kabelfernsehen, und ich nervte alle Freunde, weil ich ihnen Videokassetten in die Hand drückte und sie bat, mir doch bitte die 39 Stufen oder Im Schatten des Zweifels oder Der Auslandskorrespondent usw. auf irgendeinem Nischensender aufzunehmen. Wenn ich die Kassette dann zurückerhielt, war das für mich wie Weihnachten.

      An Hitchcock hat mich immer fasziniert, dass seine Filme oft so viel mehr waren als die platten Geschichten im Vordergrund. Man konnte sie als reine Unterhaltungsfilme sehen. Aber ebenso gut konnte man Hitchcock selbst darin suchen und finden, fast wie seine kleinen Cameos.

      Darum war er schon ein waschechter Auteur, als dies in der Filmbranche noch gar keine denkbare Kategorie war.

      Mit großem Genuss tauchte ich als junger Teenager in seine Biographie ein, las Texte, die seine Filme analysierten und beschäftigte mich mit künstlerischen Werken, die auch für ihn prägend waren, die großen, deutschen Filmklassiker aus der Babelsberg-Zeit etwa, das Werk von Poe oder Oscar Wilde (hier besonders Dorian Gray) oder eben auch Maler wie Hieronymos Bosch oder Salvador Dalì, mit dem er ja sogar für einen Film (Spellbound) zusammengearbeitet hat.

      Insofern war Hitchcock ein echter Türöffner für, von dem ich mich dann recht schnell wieder entfernte, um intellektuell weiterzuziehen. Meine tiefe Verbundenheit ist geblieben, aber meine Interessen und Neigungen entwickelten sich weiter.

      Aber hier lag der Anfang von vielem.
    • Ich habe gerade mal überlegt, welches der Soundtrack meiner Jugend gewesen ist: mal den einen Song, der irgendwie repräsentativ ist, weil er eine prägende Phase begleitete, und ich bin beim Abwägen schließlich bei Under the Bridge von den Red Hot Chili Peppers gelandet, nicht weil ich diesen Song so viel überragender gefunden hätte als alles andere, sondern weil mir scheint, dass er einfach der Song war, der am präsentedsten war, als viele wichtige (charakterliche) Weichenstellungen sich ergaben.

      Habt Ihr auch so einen Song?
      Oder auch ein Buch, einen Film, eine Serie?
    • Den Soundtrack hat bei mir bestimmt Neil Finn geschrieben, ich kann drei seiner Songs mit mehreren meiner Lebensstationen assoziieren, in denen sie jeweils eine sehr wichtige Rolle gespielt haben:



      Berufsbeginn als Praktikant, stets unglücklich verliebt und genau deswegen für melodische Balladen empfänglich, die nicht kitschig daher kamen.



      Studium, intensiv durchgearbeitete Nächte, weil ich nicht rechtzeitig mit den Seminararbeiten angefangen hatte ...




      Letzte Verarbeitung der Scheidung von meiner 1. Frau

      Tolkien schrieb:

      Eine weitere Person des öffentlichen Lebens, die ich wirklich sehr schätze, ist Greta Thunberg. Ich finde es einfach grossartig, was dieses Mädchen so treibt und verstehe den ganzen Hass nicht, der ihr entgegen schlägt. Endlich steht mal jemand auf und prangert die Sachen an, die in meiner Generation schon längst hätten geschehen müssen.
      Ja, die finde ich auch inspirierend.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.
    • @Horace Pinker - interessant, das Genre ist mir auch recht geläufig. Mit Betontod haben wir mal ein Konzert gespielt (war eine Art Festival und wir waren eine Vorband, ich kann ein bisschen Schlagzeug spielen...). Ich weiß nicht ob dir die Band "Kärbholz" was sagt, die ist ja auch recht bekannt in dem Gebiet. Die Jungs kenne ich persönlich aus Jugendtagen, einfach auch weil man gemeinsame Interessen hatte und sie 2 Dörfer weiter wohnen. Der Kontakt besteht bis heute, die Jungs sind super nett und auch weitestgehend ihrem Stil treu geblieben. Einmal im Jahr veranstalten wir (der örtliche Provinz-Fussballclub) mit denen zusammen ein OpenAir Konzert über 2 Tage...ist gut gewachsen, mittlerweile kommen da ca. 5000 Besucher.

      Broilers fand ich früher mal gut, jetzt sind die für mich unhörbar geworden, weil sie einfach zu weit weg von ihren Wurzeln hantieren. Ab der Santa Muerte ging's steil bergab.

      Tja, mein Soundtrack...gute Frage.

      In frühen Jugendtagen (so mit 12-16) war es wohl der Hamburger Hip Hop. Eimsbush & Co./Kool Savas, das war einfach saucool und man durfte auch als Landei mal den Coolen raushängen lassen :) Da hör ich heute noch ab und an gerne mal rein, es war einfach cool und nicht dieses pausenlose Gedisse und Gangstertum, wobei Savas damals ja schon vulgär war. ^^

      Ich hab aber immer schon (Hard)Rock/Punk/Oi gehört, vor allem Deutschsprachigen. Das ging los damals mit den Onkelz und was es da noch alles nebenher gibt. Ich mochte aber auch Blink182/Sum41 und diesen Teenie Rock früher sehr.

      Da ich viele Künstler heute noch regelmäßig höre würde ich sagen, dass diese Oi/Punk/Rock Schiene mich immer schon beeinflusst hat und es bis heute tut. Da erinnere ich mich an unzählige Konzerte, Wochenendtouren, Saufgelage, Festivals, Verknallt sein, Provokationen, Ärger...war eine unglaublich wilde Zeit und ich bin froh das ich dass alles so gemacht habe, auch wenn mir manches heute ein wenig peinlich ist.

      Musik war wohl immer mein Anker. Hörspieltechnisch war es in Kindertagen Benjamin Blümchen - keine andere Figur habe ich als Kind so geliebt. Daher rührt auch meine Liebe zum Medium bis heute. Der Rest kam dann später dazu, als Kind dann TKKG und später ???.

      Filme fallen mir keine ein, ich glaube da hat mich nichts nachhaltig bewegt.
    • Jonny schrieb:

      Ich weiß nicht ob dir die Band "Kärbholz" was sagt, die ist ja auch recht bekannt in dem Gebiet.
      Ich bin zwar nicht angesprochen, antworte aber mal frech :hinterhaeltig:
      Kärbholz kenne ich und mag die Truppe.
      Da sind einige echt tolle Lieder dabei und in der richtigen Stimmung unschlagbar. :]


      Jonny schrieb:

      Broilers fand ich früher mal gut, jetzt sind die für mich unhörbar geworden, weil sie einfach zu weit weg von ihren Wurzeln hantieren.
      Auch das stimmt.
      Vor 4 Jahren war ich noch auf einem Konzert, aber da wandelte sich auch schon das Publikum und es wurden hauptsächlich die Mainstream-Lieder gespielt.
      Schade, aber alles hat wahrscheinlich einfach seine Zeit. Und selbst würde ich es auch so machen, wenn man plötzlich die Chance hat richtig Kohle zu verdienen. Es bleiben ja aber immerhin viele tolle, ältere Lieder.
      Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten
    • Jonny schrieb:

      Mit Betontod haben wir mal ein Konzert gespielt
      Oh, auch in einer Band? Rück schon raus mit dem Namen! :schock:


      Jonny schrieb:

      Broilers fand ich früher mal gut, jetzt sind die für mich unhörbar geworden, weil sie einfach zu weit weg von ihren Wurzeln hantieren. Ab der Santa Muerte ging's steil bergab.
      Ja, die "Noir" war völlig schrecklich!
      Die "Sic" geht aber wieder und ganz zurück zu den Wurzeln müssen die imho auch nicht unbedingt, wenn's auch gut war^^
      Ich find's gut, wenn Bands es hinbekommen, sich soundtechnisch weiterzuentwickeln, ohne dabei lahmarschiger und unorigineller zu werden und das haben die Broilers lange Zeit geschafft.
    • Guter Musikgeschmack der jüngsten Beitragsschreiber.

      Ich verfüge tatsächlich schon seit gut zehn Jahren über eine Excel-Tabelle, die quasi den Soundttrack für mein Leben enthält. Dort enthalten sind diverse Interpreten unterschiedlichster Genres und aus unterschiedlichen persönlichen Lebensphasen. Heutzutage könnte man das sicherlich direkt zu einer feinen Playlist zusammenstellen, aber ich habe es ja nicht so mit der Digitalisierung.

      Grob komme ich auch aus dem musikalischen Punk, d. h. ab eigenständigem Musikkonsum im prä-pubertären Alter dominierten Gruppen wie Die Ärzte, aber auch immer wieder gerne Rammstein. Nach einer Phase mit viel deutschem Punk (Vorkriegsjugend, Dritte Wahl, Chaos Z, Slime, Razzia, Skeptiker, Schleimkeim) kam ich auf den Oi-Trichter, vor allem über Verlorene Jungs, die Troopers und Loikaemie. Ergebnis dieser Entwicklingen war, wenn man so möchte, meine bis heute anhaltene Vorliebe für düsteren Punk, gerne auch mein wavigem Einschlag. Meine Lieblingsband ist seit Jahren unangefrochen EA80, auf den Plätzen rangieren Joy Division und Fliehende Stürme. Sehr wichtig geworden sind Motorama sowie meine Lokalgrößen Ben Racken. Immer wieder unternehme ich aber auch gerne Ausflüge in andere Genres, sodass auch Hip Hop (z. B. Arm & Hässlich, Amewu, JAW), EBM (DAF, Sturmcafé) oder Britpop (The Stone Roses) an meine Ohren dringen. Auch klassischer oder elektronischer Musik stehe ich grundsätzlich nicht ablehend gegenüber.

      Achja, die Entwicklung der Broilers finde ich persönlich unmöglich. Kärbholz erschien mir bisher zwar nicht schlecht, aber irgendwie austauschbar, jedoch ich kenne auch nicht allzu viel von ihnen.
    • Horace Pinker schrieb:

      Jonny schrieb:

      Mit Betontod haben wir mal ein Konzert gespielt
      Oh, auch in einer Band? Rück schon raus mit dem Namen! :schock:
      ...wir hatten mal eine Band namens "Ephedrin", das war so 2010 rum. Haben dann, weil wir halt Kärbholz so gut kennen, mit denen ne Tour gemacht. Danach kamen relativ schnell weitere Anfragen und wir durften hier und da mit anderen "Größen" auftreten, u.a. mal mit Die Kassierer (das sind paar schöne Asis ^^). Naja, meine Lieblinge in dem Genre sind weiterhin die Krawallbrüder, mit denen wir auch mal spielen durften, hach wie schön. Trifft ganz exakt meinen Geschmack, sowohl lyrisch, als auch von der musikalischen Seite. Immer voll auf die 12, eine Mischung aus Oi/Punk und Metalriffs, top Sache. Außerdem sind die schön an der Grenze des Sagbaren ;)

      Hier gibts noch ein Lied von uns bei youtube

      youtube.com/watch?v=P-tE2ePJVTo

      Wir haben uns dann irgendwie verzankt und alle ausstehenden Gigs abgesagt, wie das waschechte Rockstars so machen ;)
      Nee, war ne lustige Zeit. War fein.

      @Der Mann in Schwarz Super, Troopers. Die kennt ja kaum einer, die sind top. Aber faul wie die Sau, die machen ja eh nur was die wollen. Schade dass garnix mehr kommt.

      So, genug offtopic.
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