Der Soundtrack meines Lebens: Künstler, die mich prägten!

    • Der Soundtrack meines Lebens: Künstler, die mich prägten!

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      Als ich im Thread zu einem Radio-Hörspiel von einer Fritz-Lang- sowie einer Ernst-Lubitsch-Phase schrieb, die ich mal hatte, schweiften meine Gedanken weiter, und ich musste daran denken, dass es wohl in jedem Leben Menschen gibt, die das eigene Denken, Fühlen, Handeln entscheidend prägten. Menschen, die uns durch ihr Schaffen und durch die Botschaft, die damit einhergeht, stark beeindruck, vielleicht sogar zu eigenen Leistungen inspiriert haben.

      Das müssen nicht zwingend Musiker sein, die einzelnen Phasen des eigenen Lebens den Soundtrack lieferten. Das können auch Schriftsteller, Hörspielmacher und sogar Schauspieler sein. Das müssen nicht mal nur Künstler sein. Es können auch Sportler sein, Politiker, Aktivisten, Philosophen usw. Jede Person des öffentlichen Lebens ist denkbar.

      Aber Personen des öffentlichen Lebens sollten sie schon sein. Also nicht Mutti und Vati oder Tante Gertrud mit ihrer lustigen Art, auch nicht die erste große Liebe oder ein Grundschullehrer, sondern schon Prominente, deren Wirken man eher von Ferne beobachtet.

      Wer also war in Eurem Leben prägend?
      Wodurch?
      Und inwiefern?
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:
      Oliver Dörings Phantastische Geschichten
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      Da fallen mir sicher später noch mehr Menschen zu ein. Für den Anfang:
      John Lennon und sein Imagine und auch sein Tod
      Peter Ustinov für seine intelligenten Bücher, seinen Einsatz für Unicef, sein freundliches Wesen, seine großartige Art sich nicht so wichtig zu nehmen und sein Lebenswerk
      Mutter Teresa und Gandhi für ihre Menschlichkeit und ihren selbstlosen Einsatz (wo sind solche berühmten Vorbilder heute?)
      Peter Scholl-Latour, der mit seinen großartigen Reportagen die Welt ins Wohnzimmer brachte
      Peter Bamm für alle seine Bücher, vor allem für “Eines Menschen Zeit“
      Karl May, John Irving, Marge Piercy, Ernest Hemingway und hundert andere für vergnügliche und nachdenkliche Leseabenteuer
      Die Weiße Rose für Tapferkeit, Mut und Widerstand
      (Tatsächlich) Picasso, weil ich immer noch nicht alles verstehe, was er gemalt hat, er aber beeindruckende Kunst geschaffen hat
      Caravaggio, dessen Bilder ich bewundere
      Leonardo da Vinci - unglaublich, was er alles gemacht hat
      J.S. Bach, Shostakovich, Mozart für unglaublich tolle (teils auch verstörende) Musik, die Jahrhunderte überdauert hat
      Und Raumschiff Enterprise - weil ich mit der Crew in Galaxien vorgedrungen bin, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat ... :green:
      Das Leben ist zu kurz für schlechte Hörspiele.
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      Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen
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      Bei Star Trek bin ich auch sofort dabei, allerdings nur bei den ersten drei Generationen. Und gerade die Next Generation hat mich durch eine schwere Zeit begleitet und wird deshalb immer etwas besonderes für mich sein.

      Im Buchbereich sind es bei Robert E. Howard, dessen Conan-Geschichten ich als Kind verschlungen habe. Und etwas später dann auch Tolkien, der so ganz anders als Howard schrieb und dessen Werke meinen Bücherschrank in verschiedenen Ausgaben zieren.

      Passend zu Howard hat Basil Poledouris mein Musikleben bis heute geprägt. Auch wenn ich ansonsten viel Metal höre, aber die Musik von Poledouris läuft sehr oft im Jahr auf meinem Player.

      Eine weitere Person des öffentlichen Lebens, die ich wirklich sehr schätze, ist Greta Thunberg. Ich finde es einfach grossartig, was dieses Mädchen so treibt und verstehe den ganzen Hass nicht, der ihr entgegen schlägt. Endlich steht mal jemand auf und prangert die Sachen an, die in meiner Generation schon längst hätten geschehen müssen. Das sie vielleicht mittlerweile auch instrumentalisiert wird, ändert aber nicht an ihrem wahren Engagement.
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      Die großen Denker und Menschenfreunde lasse ich für mich mal außenvor - das würde hier sonst ausufern -, und beschränke mich auf Künstler.

      Und da kann und muss ich als erstes einen nennen:

      Ich glaube, am prägendsten von allen war für mich Alfred Hitchcock, weil der mir, ohne es zu wissen, ohne es zu wollen, die Tür öffnete in so viele weitere Dimensionen.
      Und letztlich ist das natürlich auch ein Verdienst der Hörspielwelt, denn die drei Fragezeichen waren sicherlich die prägendste Hörspielserie meines Lebens, und erst durch sie bin ich mit dem Namen Hitchcock vertraut geworden.

      Ich war noch sehr jung, als ich mich mit all seinen Filmen beschäftigte. Wir hatten zu Hause nicht mal Kabelfernsehen, und ich nervte alle Freunde, weil ich ihnen Videokassetten in die Hand drückte und sie bat, mir doch bitte die 39 Stufen oder Im Schatten des Zweifels oder Der Auslandskorrespondent usw. auf irgendeinem Nischensender aufzunehmen. Wenn ich die Kassette dann zurückerhielt, war das für mich wie Weihnachten.

      An Hitchcock hat mich immer fasziniert, dass seine Filme oft so viel mehr waren als die platten Geschichten im Vordergrund. Man konnte sie als reine Unterhaltungsfilme sehen. Aber ebenso gut konnte man Hitchcock selbst darin suchen und finden, fast wie seine kleinen Cameos.

      Darum war er schon ein waschechter Auteur, als dies in der Filmbranche noch gar keine denkbare Kategorie war.

      Mit großem Genuss tauchte ich als junger Teenager in seine Biographie ein, las Texte, die seine Filme analysierten und beschäftigte mich mit künstlerischen Werken, die auch für ihn prägend waren, die großen, deutschen Filmklassiker aus der Babelsberg-Zeit etwa, das Werk von Poe oder Oscar Wilde (hier besonders Dorian Gray) oder eben auch Maler wie Hieronymos Bosch oder Salvador Dalì, mit dem er ja sogar für einen Film (Spellbound) zusammengearbeitet hat.

      Insofern war Hitchcock ein echter Türöffner für, von dem ich mich dann recht schnell wieder entfernte, um intellektuell weiterzuziehen. Meine tiefe Verbundenheit ist geblieben, aber meine Interessen und Neigungen entwickelten sich weiter.

      Aber hier lag der Anfang von vielem.
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