Gruselkabinett - 149 - Flaxman Low - Der Fall Teufelsmoor

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    • Gruselkabinett - 149 - Flaxman Low - Der Fall Teufelsmoor



      Gruselkabinett - 149 - Flaxman Low - Der Fall Teufelsmoor

      Zum Inhalt:
      Als Flaxman Low im Herbst des Jahres 1895 seinen alten Freund Colonel Winston Daimley auf dessen Anwesen "Low Riddings" besucht, ist auch Lane Chaddam, der Freund der Tochter des Colonels, anwesend. Dieser berichtet Low von einer unheimlichen Begegnung im nahegelegenen Teufelsmoor. Das Interesse Flaxman Lows ist geweckt...

      Zur Produktion:
      "Flaxman Low - Der Fall Teufelsmoor" ist zwar bereits Titania Mediens zweite Vertonung einer Geschichte von E. & H. Heron, aber die erste innerhalb des Gruselkabinetts, da "Das graue Haus" von Skriptautor Marc Gruppe umgeschrieben und als Folge 33 in der Sherlock Holmes-Reihe veröffentlicht wurde. Obwohl die Fälle von Flaxman Low genauso fest im Genre des Detektivromans, wie auch in dem der Geistergeschichten verankert sind, gibt es selten rationale Erklärungen für das Geschehen. Auch aus diesem Grund hat man sich scheinbar überlegt, die Kurzgeschichten zukünftig unverändert im Gruselkabinett zu präsentieren und somit eine Art neuen "Geisterjäger" einzuführen. Ein Blick in die zukünftigen Veröffentlichungen ("Gruselkabinett - 155 - Flaxman Low - Der Geist von Baelbrow") sowie die Aufnahme des Namens "Flaxman Low" in den Titel, suggeriert bereits, daß es sich hier wohl um den Auftakt einer kleine "Unterreihe" handelt und es möglicherweise noch weitere Fälle geben wird.
      Hinter dem Pseudonym E. & H. Heron verbergen sich der englische Autor Hesketh Vernon Prichard (17.11.1876-14.06.1922) und seine Mutter Kate, die für den "Feinschliff" der Geschichten ihres Sohnes zuständig war. Gemeinsam erschufen sie den ersten "Detektiv des Übernatürlichen" in der Literatur, Flaxman Low, dessen Abenteuer der Verleger Cyril Arthur Pearson zu ihrer Verblüffung als "real" bewarb und 1899 in dem Sammelband "GHOSTS, Being the Experiences of Flaxman Low" veröffentlichte. Bereits damals galten die Kurzgeschichten als schrullig, sehr atmosphärisch und oft grausig.
      Was das Publium des Viktorianischen Zeitalters aber vor allem schätzte, war die Tatsache, daß es hier nicht um die "üblichen" Erscheinungen wie Geister oder Vampire ging und es nicht nur wissenschaftlicher Sachkenntnis, sondern auch körperlicher Fitness bedurfte, um das Geheimnis zu entschlüsseln bzw. die übernatürlichen Attacken durchzustehen.
      Während E. & H. Heron die Geschichte ohne jegliche Einleitung eröffnen, beginnt Gruppe seine Version mit einem speziellen "Flaxman Low"-Intro, in dem sich der "Geisterjäger" quasi vorstellt. Dieser Auftakt ist für die Reihe Gruselkabinett mehr als ungewöhnlich. Zum einen, weil diese Einführung den Hörer stark an Flaxmans Dämonenjäger-"Kollegen" erinnert, zum anderen, weil man die eingesetzte treibende Musik eher bei moderneren Geschichten erwarten würde.
      Ebenfalls atypisch ist die Art und Weise, wie Skriptautor Marc Gruppe die Handlung vermittelt. Normalerweise bleibt er extrem dicht am ursprünglichen Text, den er zum Teil sogar wörtlich übernimmt. Hier geht er jedoch einen anderen Weg und löst sich insofern von der literarischen Vorlage, als daß er ausschließlich seine eigenen Formulierungen verwendet, ohne dabei jedoch den Inhalt zu verfälschen. Doch es gibt noch weitere erwähnenswerte Unterschiede zur Kurzgeschichte. Beispielsweise lässt er Low über den jungen, sportlichen Lane deduzieren, um diesen Charakter vorzustellen, statt ihn als bereits bekannt zu präsentieren, wie es die Herons getan haben und betont so die detektivischen Fähigkeiten des "Spukjägers".
      Am prägnantesten ist jedoch die Änderung des Titels der Kurzgeschichte von "Flaxman Low and the Story of the Moor Road" in "Flaxman Low und der Fall Teufelsmoor".
      Gruppes Titel ist dabei natürlich weitaus effektvoller und passender für einen "Jäger des Übernatürlichen", als wenn lediglich von einer "Moorstraße" die Rede wäre. Trotzdem finde ich diese Benennung nicht vollständig gelungen, da die "Erscheinung" um die es hier geht, erst seit kurzem auftritt und es keine wie auch immer geartete Erklärung dafür gibt, warum der ansonsten ja recht friedliche Landstrich ausgerechnet als "Teufels"-Moor bezeichnet werden sollte.
      Andere Veränderungen, wie beispielsweise die Szene, in der die Protagonisten nach Spuren suchen und Gruppe die ursprüngliche Bodenbeschaffenheit "Sand" zu "Morast" werden lässt, was sehr viel plausibler ist, begrüße ich dagegen ausdrücklich. Das gilt auch für die von dem Skriptautor neu phrasierten Dialoge, welche sehr viel natürlicher klingen, als die abgehackten Sätze der ursprünglichen Autoren. Interessanterweise hat Marc Gruppe aber der Versuchung widerstanden, die Geschichte mit einem für "Ermittler des Übersinnlichen" eher üblichen endgültigen Abschluss zu versehen, sondern bleibt stattdessen ebenso vage wie das ursprüngliche Autorengespann.
      Mit der leicht veränderten Reihenfolge der Ereignisse gelingt es Gruppe, die Handlung noch dynamischer zu präsentieren, und die über 49 Minuten Laufzeit sind schneller vorbei, als es dem Hörer lieb sein kann. Nicht nur, aber auch weil man anhand der Illustrationen einen Einblick dafür bekommt, wie sich der Verleger die unheimliche Gestalt, um die es hier geht, vorstellte, empfehle ich die Geschichte im englischen Original im Internet unter theseaofbooks.com/2016/10/06/f…e-story-of-the-moor-road/ nach zu lesen.
      Wie schon erwähnt, gehen die Produzenten Stephan Bosenius und Marc Gruppe auch hinsichtlich Produktion und Intro teilweise neue Wege. So sind beispielsweise etliche Melodien weitaus zeitgemäßer gestaltet worden. Das lässt das Hörspiel, trotz seines Settings im 19. Jahrhundert, insgesamt moderner wirken, ohne daß man dem Stil dabei untreu werden würde.
      Natürlich kommen auch hier wieder die klassischen Instrumente wie Flöte, Klavier oder Harfe zum Einsatz, aber ich habe zumindest den Eindruck, daß die künstlichen Töne des Synthesizers öfter als sonst zu hören sind. So oder so ist die musikalische Untermalung bei jeder Szene passend, aber zwei Stücke finde ich besonders herausragend. Da wäre zum einen die liebliche Melodie bei Olivias erstem Auftritt zu nennen und natürlich die ausdrucksvolle Abschlußmelodie des Hörspiels. In dem Zusammenhang möchte ich anregen, doch vielleicht mal eine "Sonderfolge" allein mit dem Soundtrack herauszubringen.
      Nicht nur die Musik, auch die Geräuschkulisse kann jederzeit überzeugen. Das liegt zum einen an der Dichte der eingesetzen Töne, so wird beispielsweise das Innere des Anwesens mit Hilfe einer tickenden und schlagenden Standuhr, den knackenden Scheiten im Kaminfeuer und dem Klappern von Geschirr lebendig, zum anderen an der Tatsache, daß es sich hier überwiegend um "neue" Laute für bekannte Szenarien handelt. Dazu zählen unter anderem die quakenden Frösche, das Vogelgezwitscher im Wald und so "profane" Dinge, wie die quietschende Tür oder das Rascheln der Blätter im Wind.

      Zu den Sprechern:
      Die leicht kratzige Stimme von Hauptdarsteller und Erzähler Rolf Berg(Flaxman Low) ist für mich eine ausgezeichnete Besetzung für den Geisterjäger mittleren Alters. Berg enthält sich jeder Flapsigkeit, und seine seriöse, stets sachliche Darstellung verleiht seiner Figur zusätzliche Glaubwürdigkeit. Eine ebenbürtige Darstellung bietet Gerhard Fehn(Colonel Winston Daimley) als bodenständiges, gegenüber seiner geliebten Tochter durchaus autoritär auftretendes Familienoberhaupt. Mit polterndem Unterton in der rauen Stimme liefert er ein in sich geschlossenes Portrait des älteren Mannes, der sich gezwungen sieht, seine Ansichten in Bezug auf das Übernatürliche zu korrigieren. So leid es mir tut, aber Mia Geeses(Olivia Daimley) Präsentation seiner quirligen 20jährigen Tochter konnte mich nicht überzeugen. Die Klangfarbe ihrer Stimme passt zwar durchaus zu der Rolle, aber ihre Art der Betonung hat mir nicht gefallen. Nils Kreutinger(Lane Chaddam) als sympathischer Verehrer von Olivia, gefällt mir hingegen sehr gut. Es macht Spaß, ihm dabei zuzuhören, wie er erst peinlich berührt herumtottert, nur um wenig später eifersüchtig aufzubrausen. Seine Konfrontation mit dem angsteinflößenden "Schrecken aus dem Moor" ist das Highlight des Hörspiels. Apropos, selbiger wird von Marc Gruppe(Schrecken aus dem Moor) mit röchelndem Husten überaus furchteinflößend in Szene gesetzt. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die beiden Kurzauftritte von Fabienne Hesse(Pflegerin) als besorgte Betreuerin des kranken Nachbarn.

      Fazit:
      Vielversprechender erster Auftritt von Titanias neuem "Geisterjäger".

      Das Hörspiel Gruselkabinett - 149 - Flaxman Low - Der Fall Teufelsmoor
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      Ich denke ununterbrochen daran.
    • Mir gefiel das Hörspiel auch ganz gut.
      Zählt nicht zu den Highlights, aber ist unterhaltsam und kurzweilig.
      Ein "Gespensterjäger", der eine ziemlich aggressive, hustende Erscheinung jagt, hinter der mitnichten nur ein abgerissener Landstreicher steckt, sondern etwas für die Bewohner der Gegend wirklich Gefährliches.
      Dabei weiß Flaxman Low schon recht früh, was er da vor sich hat, auch wenn er in der "Bekämpfung" nicht selbst aktiv wird.
      Die Geschichte ist relativ schnell erzählt, es gibt keine Längen, den Höhepunkt bildet wohl die Begegnung mit dem Moorwesen, das man ja auch auf dem Cover sieht.
      Hervorzuheben ist hier in jedem Fall der Anfang, wo man mehrfach die Worte "Faxman Low" hört, untermalt von einer kleinen Melodie, so als habe man dem "Geisterjäger" ein eigenes, auch in Zukunft verwendbares, leicht gruselig angehauchtes Intro spendieren wollen.
      Die Sprecher gefielen mir, lediglich bei der Tochter, verkörpert von Mia Geeses, würde auch ich leichte Abstriche machen. Sie passt zwar von der Stimmlage her perfekt, aber die Art und Weise, wie sie die Rolle anlegt, gefiel mir nicht wirklich. Da ist noch Luft nach oben, wie man so schön sagt.
      Würde sicher weniger auffallen, wenn Titania ansonsten nicht immer einen sehr professionellen Cast hätte.
    • hm ne also die Folge war nicht meins.

      Der Spuk war nicht besonders und etwas langweiligeres als ein
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      Elementargeist

      konnte es wohl nicht sein was da durchs Moor wandelt.

      Erschreckender war eher das die Tochter ja total von ihrem Vater unterdrückt wurde. Ich mein klar er machte sich Sorgen, aber seine Autorität grenzte in meinen Augen an Unterdrückung. Aber klar waren andere Zeiten.

      Auch gefällt mir der Geisterjäger Low überhaubt nicht, zu bieder, zu trocken, zu abgeklärt, keine wirkliche Persönlichkeit, langweilig, nicht so wie das dynamische Duo aus der Heimgesucht Reihe.

      Nun bald geht es an die 150 und wieder eine (mir diesmal unbekannte) Lovecraft Geschichte.
    • :danke2: für deine tolle Rezi, MoAS! :)
      Hihi, ein Mutter-Sohn-Autorengespann... ^^
      Der Einstieg ins Hörspiel hat mir ein bisschen Angst gemacht ;) - diese geflüsterten Wiederholungen von "Flaxman" fand ich recht kitschig. Aber Flaxman selbst gefällt mir gut, Sprecher und auch der "wissenschaftliche" Ansatz des Geisterjägers. :] Die Story selbst ist zwar nicht soo spannend und auch die Auflösung des Spuks - der
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      Elementargeist -
      hätte für meinen Geschmack spektakulärer sein können, aber ich mag das Setting Moor mit Herrenhaus etc. Schönes Kopfkino. Ja, das Töchterchen wirkt dabei blass und überaus folgsam, aber gut, andere Zeiten, andere Sitten.
      Insgesamt wurde ich gut unterhalten und folge Flaxman gerne in ein weiteres Abenteuer. :)