Ein Plädoyer für das Grusel-Hörspiel 2.0

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    • Nach dem ganzen Offtopic möchte ich aber nun doch noch einmal die eigentliche (erweiterte) Fragestellung in den Mittelpunkt rücken, in der Hoffnung, dass da vielleicht doch noch der eine oder andere mit einer Idee um die Ecke kommt.



      Was gibt es denn momentan überhaupt für neue Serien und Reihen aus dem Bereich Grusel am Markt, also wirklich Serien, die ganz frisch gestartet sind und von denen es auch schon ganz regulär Folgen im Handel gibt?

      Und mal an alle:

      Wenn Ihr ein Konzept/eine Idee für eine neue Grusel-Serie/Reihe vorschlagen dürftet, wie sähe eine solche Produktion aus?

      Gibt es neue Wege, die Euch einfallen und die gern mal hörspieltechnisch beschritten werden dürften (eine Stephen-King-Reihe bzw. verschiedene
      Serien nach seinen Motiven wurde von Thias 76 ja schon ins Spiel gebracht), oder seid Ihr eher für die bewährten Umsetzungen, wie es sie seit Eurer Kindheit gibt?


      Beim Thema neue Pfade fällt mir natürlich als erstes AUDIBLE ein, die ja mit Monster1983 und Ghostbox, vor allem auch mit der staffelweisen VÖ schon einen Schritt in eine neue Richtung gewagt haben. Durch die VÖ am Stück ist ein ganz anderes Erzählen möglich. Zwar geht ein Stück weit die Wartezeit flöten und mit ihr die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Folgen miteinander zu diskutieren und zu spekulieren, aber unterm Strich gefällt mir dieser Ansatz sehr gut, und ich begrüße ihn. Ich muss gestehen: Ich bin ein Fan von Audible. :]

      Ansonsten kam LübbeAudio mit Death Note um die Ecke, was ja auch mal etwas komplett Neues war und insofern erfrischend.

      Mich könnte man, neben der erwähnten Zombie- oder Endzeit-Serie, auch mit guten Alien-Produktionen reizen. Aber diese müssten wirklich gut sein und, wie im Nachbarthread angesprochen, neben einem guten Skript auch die schwierige Aufgabe schaffen, den Aliens ein überzeugende akustische Präsenz zu verleihen, das ist nämlich in den bisherigen Hörspielen für meinen Geschmack komplett misslungen.

      Aber was gibt es denn sonst noch an neuen Serien und Reihen, die nicht (ausschließlich) den altbekannten Mustern folgen?

      Und was könnte man in Sachen Grusel noch bewerkstelligen, das es so bisher vielleicht noch gar nicht gegeben hat?

      Kreative vor! Phantasie ist gefragt. :)
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:

      Midnight Tales - Angst um Mitternacht
    • Da ich gerade das gelesen habe ...

      Hardenberg schrieb:

      Wie ich sehe, ist gerade noch ein zweiter Teaser veröffentlicht worden:





      Was sagt Ihr dazu?
      ... indem eine neue Serie, die als "Mystery" angepriesen wird (was im Englischen ja für was völlig anderes steht als das importierte Wort im Deutschen), mit einem Teaser beworben wird, der eigentlich nichts anderes tut, als das, was schon alle kennen: donnernde Musik, Bilder von einem Bösen mit einem Messer, und eine ängstliche Frauenstimme, dazu prominent das Wort "ANGST", dachte ich an diesen Thread zurück.

      Kann das Gruselhörspiel auch noch anders, als mit Todesangst zu spielen? Ich merke, wie müde ich dieses Genres geworden bin, seit sich die Muster praktisch nie erneuern.

      Warum nicht mal ein Gruselhörspiel, das mit bzw. in der Psyche arbeitet?

      Es geht z.B. darum, wie jemand schrittweise den Verstand verliert und dagegen ankämpft. Aber weder wird gemessert, noch gefoltert, es tauchen keine Dämonen oder Monster auf außer denen, die klar als Bilder der Psyche erkennbar sind. Das körperliche Wohl der Hauptfigur ist dabei nie in Gefahr. Das kann gerne auch gruselig zugehen, aber vielleicht wäre dann auch mal die Chance, eine Story zu erzählen (statt nur einen Plot abzuwickeln).

      Oder ist das ein no-go?
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.
    • Erst einmal Danke an alle die DreamLand Grusel löblich erwähnt haben, ich versuche ja die gesamte Palette von Grusel, Horror und Thriller zu umfassen. Abwechslungsreich soll unsere Reihe sein. Nur die ganz derben Sachen mag ich nicht und deshalb, wird es so etwas bei uns nicht geben. Aber wenn ich alleine an Christian Gailus "Interferenzen" (DreamLand Grusel 44 & 45) denke, kommt da was, wo man sich fragen kann, ist es denn noch Grusel oder kommt dieser erst im Nachklang, wenn man über das Geschehene nachdenkt. Aber wir bringen auch in den letzten beiden, nun kommenden Staffeln noch mal H. G. Francis Stoffe (die Reihe geht weiter, nur von H. G. haben wir dann alles bearbeitet, was noch da war und noch ging), klassischer Grusel, Slasher und ein paar außergewöhnliche Projekte haben wir bereits in Arbeit. Auch Folge 50 hat eine so kaum bisher dagewesene Art von Hörspiel zu bieten.

      Was die Kollegen angeht, die großartigen Monster 1983 Staffeln wurden ja bereits genannt. Ebenfalls von Ivar und für mich auch sehr gut ist Ghostbox, auf deren zweite Staffel ich mich schon sehr freue.

      Dann wäre da noch die Thrillerserie, mit Gruselatmo von Frank Goldammer, um Killer in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Der Angstmann und Tausend Teufel sind die ersten beiden Staffeln.

      Und neben Monster 1983 ist die Cody McFadyen Serie um Smoky Barrett für mich das Beste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Beim besten Willen nichts für zarte Gemüter.

      Was mit Vidan der neuen Serie von Raimon Weber (Gabriel Burns 1-16) ist, kann ich noch nicht sagen, da ich erst die erste Folge gehört habe.
      www.TS-Dreamland.de - Hörspiele back to the roots

      Tony Ballard - Dreamland Grusel - Andi Meisfeld - Der Trotzkopf
    • Fader schrieb:


      Kann das Gruselhörspiel auch noch anders, als mit Todesangst zu spielen? Ich merke, wie müde ich dieses Genres geworden bin, seit sich die Muster praktisch nie erneuern.

      Warum nicht mal ein Gruselhörspiel, das mit bzw. in der Psyche arbeitet?

      Es geht z.B. darum, wie jemand schrittweise den Verstand verliert und dagegen ankämpft. Aber weder wird gemessert, noch gefoltert, es tauchen keine Dämonen oder Monster auf außer denen, die klar als Bilder der Psyche erkennbar sind. Das körperliche Wohl der Hauptfigur ist dabei nie in Gefahr. Das kann gerne auch gruselig zugehen, aber vielleicht wäre dann auch mal die Chance, eine Story zu erzählen (statt nur einen Plot abzuwickeln).

      Oder ist das ein no-go?

      Ja, der Mangel an Einfallsreichtum ist schon deutlich. Die Frage ist nur: Sind es die Macher, denen nichts Neues einfällt, oder sind es die Hörer, die nach dem Altbewährtem verlangen, weil sie alles, was vom Gewohnten abweicht, am Einschlafen hindern würde. :zwinker:

      Auf jeden Fall eine interessante Fragestellung.

      Vielleicht fällt ja jemandem noch etwas anderes ein zum Gruselhörspiel 2.0.
      Wie könnte das inhaltlich vom Altbewährtem abweichen?
      Welche Art von (neuen) Geschichten könnten erzählt werden?
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:

      Midnight Tales - Angst um Mitternacht
    • Tolkien schrieb:

      Ohne zu viel verraten zu wollen, aber ich glaube, bei Contendos neuem Projekt ist wirklich für jedem etwas dabei. So wie in den Überraschungs-Eiern.
      Du meinst, da gibt es dann auch Grusel einer neuen, bisher so noch nicht dagewesenen Art?
      Bei der gerade im Contendo-News angesprochenen neuen Serie hat man ja bisher eher den Eindruck, es wird Horror mit etwas Mystery.
      Aber vielleicht ja doch auch Grusel. :)
    • Grusel bedeuted für mich leichte Gänsehaut,Spannung und wohligen Schauer.Wenn ich dann an Grusel im Hörspiel denke,fällt mir definitiv Hg Francis Gruselserie als Referenz ein,ich fühle mich bei jeder Folge prächtig unterhalten.Bei den neuen Hörspielen kommen für mich da nur einzelne Folgen der PSI Akten und die Gespensterkrimi von Döring ran,bei Dreamland fällt mir aus dem Stegreif nur eine Folge ein(Der Freak von Soho ist auch klasse,aber irgendwie mehr Horror)
    • Ja, die Gruselserie von Francis hat in der Tat einen wohligen Schauer ausgelöst.

      Die neueren Produktionen sind unzweifelhaft gut gemacht, aber bei mir schaffen sie es nicht diese Schauerstimmung auszulösen.

      Modernere Horrorhörspiele versuchen Grusel über Schreckeffekte auszulösen, ich glaube aber das dies der falsche Weg ist.

      Meiner Meinung nach muss die unheimliche Szenerie über die Sprecher und den Erzähler übertragen werden.
      Ich denke da insbesondere an Francis "Tödliche Begegnung mit dem Werwolf" - da Scheisse ich mich noch heute bei der Eröffnungsszene und der Kellerszene ein. =)
    • Hardenberg schrieb:

      Die Frage ist nur: Sind es die Macher, denen nichts Neues einfällt, oder sind es die Hörer, die nach dem Altbewährtem verlangen, weil sie alles, was vom Gewohnten abweicht, am Einschlafen hindern würde.

      Also ich bin jetzt mal so kühn und schiebe die Schuld dem Großteil der Hörer zu. Bzw. wenn, dann handelt es sich wahrscheinlich um ein Henne/Ei-Problem.

      Denn ganz ehrlich, lese ich mir Diskussionen bzgl. progressiver Ideen bei Hörspielen durch, überkommt mich ganz stark das Gefühl, es mit den Leuten zu tun zu haben, die auch primär das Unterhaltungsangebot des ÖR goutieren.

      Eine SOKO jagt die nächste von einem TATORT zum nächsten, weil es gerade wieder einen MORD IN … (bitte Stadt/Kaff/Insel ihrer Wahl eintragen) gegeben hat.

      Und irgendwie spiegelt sich ja diese Krimi-Sinflut im Hörspiel wieder. Sherlock Holmes wohin man hört. Und wenn nicht der Meister selber, dann halt Derivate wie van Dusen, Poirot, Marple etc. Und wenn man jetzt mal ganz doll progressiv ist, paart man auch schon mal 2 große Namen.

      Und beim Grusel ist es leider nicht anders. Ich habe mittlerweile 3 Vertonungen von DIE BERGE DES WAHNSINNS im Schrank stehen (und bin in gewisser Weise dadurch Teil des Problems). Weil es halt Lovecraft ist. Weil es gemeinfrei ist.

      Gerade letzteres ist das absolute Armutszeugnis für die Branche. Denn es bedeutet nicht nur, dass man keine eigenen Ideen hat, sondern dass man entweder zu blöd oder unwillens ist, zu klauen.

      Man denke mal an die Figur eines Vampirs. Im Filmbereich hat dieser jede Menge Entwicklungen durchgemacht. Vom klassischen Dracula, zum coolen Daywalker über einen am besten als Virus mit Intelligenz zu bezeichnenden Meister bis hin zum Teenie-Schwarm.

      Im Hörspiel: Weiterhin der Graf in angestaubten Roben.

      Und selbst viktorianischen Figuren kann man neues Leben einhauchen, wie man ander grandiosen Serie PENNY DREADFUL sieht. Mal eben nicht zum 100 Mal Frankensteins Monster als tumbe Kreatur darstellen etc. etc. etc.

      Spätestens seit den 90ern leben wir in einem Schlaraffenland der Pop-Kultur wo sich die jeweiligen Medien – Bücher, Comics, Filme Serien – gegenseitig befruchten. Und wo sich teilweise ganz unverblümt an Ideen anderer bedient wird. Mal ganz ehrlich, Selene aus UNDERWORLD ist am Ende nichts anderes als eine weibliche Variante von BLADE.

      Nur beim Hörspiel scheint mal da nicht so weit zu denken. Was extrem ironisch ist, denn gerade die von uns allen geliebte Gruselserie hat genau das gemacht. ANGRIFF DER HORRORAMEISEN und IM BANN DER RIESENSPINNE sind nichts anderes als eklatante Rip-Offs von FORMICULA und TARANTULA.

      Einzig Simeon hat das mit FAITH gemacht, eine Serie, die bis auf die letzte (Synchron-) Stimme ein Rip-Off von BUFFY ist. Und die Serie ist erfolgreich!

      Mal ganz ehrlich: Glaubt ihr wirklich King hat sich nicht von Carpenters THE FOG für seine Novelle DER NEBEL inspirieren lassen? Und Carpenter wiederrum gibt offen zu, dass er sich für THE FOG bei DER TEUFELSWOLKE VON MONTEVILLE bedient hat.

      Warum kann man nicht hingehen und eine Mini-Serie konzipieren, die auf der Idee von DER NEBEL aufbaut, aber anstelle, dass Nebel die Monster mit sich bringt, versetzt das militärische Experiment eine Stadt, einen Landstrich in ein Paralleluniversum mit allerlei fiesen Kreaturen?

      Wer sich auch nur minimal mit dem beschäftigt, was die Popkultur der letzten 20 Jahre hervorgebracht hat, dem eröffnet sich ein Füllhorn an Ideen. Und nein, ich muss keine 1:1 Kopie von SABRINA oder DARK oder STRANGER THINGS machen, aber ich könnte ja Elemente aus all diesen Produkten nehmen und was eigenes, total Abgedrehtes konzipieren.

      Denn das Hörspiel hat einen entscheidenden Vorteil (oder Nachteil??) gegenüber Film und Serie: Ich muss das Geschehen nicht zeigen, nur hörbar machen.
    • Ich denke mal Hörspiel-Tie-Ins zu bekannten Fernsehserien auf Basis von Comics wären sicher auch erfolgreich.
      Relativ gut hat in den letzten Jahren die Vertonung von Comic-Serien funktioniert.
      Ich denke da an die X-Files-, Death Note- und Locke&Key-Hörspiele. Von Letzterem gibt es ja jetzt auch eine TV-Serie.
      Eine Vertonung der Buffy-Comics wäre sicherlich auch total toll geworden. Vermutlich aus Kostengründen
      ist es dann ein Faith van Helsing geworden mit deutlichen Anleihen zur TV-Serie und den -Comics.
    • DarkM schrieb:

      Eine Vertonung der Buffy-Comics wäre sicherlich auch total toll geworden. Vermutlich aus Kostengründen
      ist es dann ein Faith van Helsing geworden mit deutlichen Anleihen zur TV-Serie und den -Comics.
      Das ist dann ja wirklich wie zu besten EUROPA-Zeiten, als H.G. Francis sich von Filmklassikern zu Hörspielen hat inspirieren lassen. Das ist also immer noch ein guter Weg - sofern die Inspirationsquelle UND die Umsetzung stimmt.

      Als Gruselhörspiel 2.0 möchte ich jetzt aber auch die neue Serie HOWARD PHILLIPS LOVECRAFT - CHRONIKEN DES GRAUENS bezeichnen, die zumindest in der ersten Folge (weitere sind noch nicht bekannt) auf platten Horror verzichtet und einige neue Aspekte mit reinbringt:

      Hochwertigen literarischen Grusel als Ausgangspunkt gab es zwar schon vorher, aber hier wird eine über 100 Jahre alte Kurzgeschichte eigentlich nicht verändert (was bei einer guten Interpretation schon per se seinen Reiz hat) und in einen von dem gleichen Autor inspirierten Kosmos eingewoben, der die Eigenständigkeit der Ausgangsgeschichte gar nicht mehr erahnen lässt (selbst wenn man sie sehr gut kennt!). Es entsteht hier mindestens LOVECRAFT 2.0, bei dem sich die Grenzen zwischen Autor und seiner Figur, den von ihm geschaffenen Mythen und Mythen über ihn selbst, seinen Geschichten, Manuskripten und der Realität auflösen und etwas unheimliches Neues entsteht, das innerhalb der Fantasie des Hörspiels so real und denkbar rüberkommt, dass es einem beim Hören tatsächlich mal wieder gruselt im reinsten Wortsinne. Und das alles natürlich bei einer Produktion auf dem neuesten Stand! Also definitiv kein Horrorhörspiel, sondern ein echtes Grusel- oder Schauerhörspiel!

      Wenn ich an die letzten Grusel/Horrorhörspiele denke, die ich so gehört habe, waren die zwar manchmal auch sehr unterhaltsam und perfekt gemacht, hatten gute Schockmomente usw., aber sind kaum noch in meinen Kopf gekrochen, was an der schon hier erwähnten Abstumpfung liegen mag...
      Allerbesten Gewissens empfehle ich:
      DAGON von M. Winter
      Luxus-Ausstattung sowohl CD als auch LP
    • Schöner Beitrag. @schelo

      Ich wundere mich ja eh, dass man sich nicht mehr an Erfolgsformaten (auch aus dem TV) orientiert, um etwas eigenes zu erschaffen, oder überhaupt mehr eigene und originäre Stoffe entwickelt. Aber es scheint eben immer nur im sehr engen Rahmen Neues zu geben. Dabei sieht man ja eigentlich, dass Neues durchaus nachgefragt ist. Sowohl Macbeth war doch sehr erfolgreich, wie mir scheint, als auch Die juten Sitten, oder ROCH oder Goldagengården.

      Ich würde mir manchmal mehr Mut zum Neuen wünschen. Und eben nicht immer nur die x-te Lovecraft-, Doyle- oder Wells-Vertonung.

      Gerade bei Leuten wie Döring, Göllner, Sassenberg usw. ist ja das Potential da. Nur wohl leider nicht die ökonomische Voraussetzung, auch mal etwas zu wagen, das ein Flop werden könnte. Also setzt man eher auf Bewährtes. Nachvollziehbar, aber auch irgendwie langweilig.

      Ich bin mal gespannt, was uns mit der Western-Produktion von @Contendo ins Haus steht.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:

      Midnight Tales - Angst um Mitternacht
    • Hardenberg schrieb:

      Ich würde mir manchmal mehr Mut zum Neuen wünschen. Und eben nicht immer nur die x-te Lovecraft-, Doyle- oder Wells-Vertonung.
      In Bezug auf die neue Lovecraft-Reihe von WinterZeit liegt natürlich von den Titeln her ebenfalls der Verdacht nahe, dass es sich hier nur um einen weiteren Aufguss handelt. Tatsächlich ist dem aber nicht so, auch wenn das Vorurteil natürlich erstmal naheliegt.

      Es IST ein eigener originärer Stoff und IMHO etwas völlig Neues. Es ist schwer zu erklären, weil andererseits ja auch immer eine Originalgeschichte versprochen wird. Doch die sehr spezielle Art der Einbindung in den übrigen Kontext lässt diese eine völlig neue Dynamik entwickeln, verschmilzt mit dem eigentlichen Hörspiel zu einem großen Ganzen. Akte 1 DAGON kann man jedenfalls schwer noch als Lovecraftvertonung erkennen, außer man hat den Text vorher gelesen (vgl. auch die Zauberspiegel-Rezension) und selbst dann erhält man einen völlig neuen Zugang. Das Hörspiel geht - soweit ich das zu durchdringen meine - davon aus, dass Lovecrafts literarische Texte Tatsachenberichte sind und entwickelt seine Eigenständigkeit daraus - mit allem was aus dieser Annahme möglich wird; so wird ein ganz neuer Kosmos geschaffen.

      Es überfordert mich leider, das alles genauer zu beschreiben, da bräuchte ich wahrscheinlich mal eine Woche frei... Ich kann nur sagen - es funktioniert! Es hat halt insgesamt dadurch auch Doku-Drama-Anklänge (aber nicht so aufgesetzt und unglaubwürdig wie man es von anderen Produktionen kennt), wodurch das Grauen und der ganze übrige Wahnsinn für den Hörer völlig real wird. Wenn man nun immer wieder liest, das hat es da schon so oder hier so ähnlich gegeben, mag es sein, dass sich das so anhört, wenn man das Hörspiel oder Reihenkonzept versucht zu beschreiben... wenn man das Hörspiel selbst hört, wird man das eher nicht mehr sagen, davon bin ich überzeugt.
      Allerbesten Gewissens empfehle ich:
      DAGON von M. Winter
      Luxus-Ausstattung sowohl CD als auch LP
    • Hardenberg schrieb:

      Ich wundere mich ja eh, dass man sich nicht mehr an Erfolgsformaten (auch aus dem TV) orientiert, um etwas eigenes zu erschaffen

      Rudolf Platte schrieb:

      In Bezug auf die neue Lovecraft-Reihe von WinterZeit (...) Das Hörspiel geht - soweit ich das zu durchdringen meine - davon aus, dass Lovecrafts literarische Texte Tatsachenberichte sind und entwickelt seine Eigenständigkeit daraus - mit allem was aus dieser Annahme möglich wird; so wird ein ganz neuer Kosmos geschaffen.
      Interessant in diesen beiden Zusammenhängen ist vielleicht, dass die Schöpfer von "Game of Thrones" wie ich gerade auf deadline lese derzeit einen Thriller planen, der konzeptionell eine gewisse Ähnlichkeit zur HSP-Reihe "Chroniken des Grauens" aufzuweisen scheint. Auch hier wird zumindest wohl die Ausgangsfrage sein: was, wenn das alles wahr ist, was Lovecraft schrieb? Und er soll ebenfalls zu Lebzeiten Lovecrafts spielen...
      Allerbesten Gewissens empfehle ich:
      DAGON von M. Winter
      Luxus-Ausstattung sowohl CD als auch LP
    • Rudolf Platte schrieb:

      wodurch das Grauen und der ganze übrige Wahnsinn für den Hörer völlig real wird. Wenn man nun immer wieder liest, das hat es da schon so oder hier so ähnlich gegeben, mag es sein, dass sich das so anhört, wenn man das Hörspiel oder Reihenkonzept versucht zu beschreiben... wenn man das Hörspiel selbst hört, wird man das eher nicht mehr sagen, davon bin ich überzeugt.
      Du würdest also sagen, dass diese neue Winterzeit-Serie ein Beispiel für "Gruselhörspiel 2.0" wäre?
      Bin wirklich gespannt auf Folge 1! :thumbup:
      Wird allerdings noch bis nächste Woche dauern, bis ich sie hören kann.