Umfrage: Wie steht Ihr zu THE WALKING DEAD?

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    • @Marco
      Staffel 10b kommt wieder am 23. Februar zurück!

      Was mich einfach freut ist, dass man auf die 08/15 Handlung verzichtet und dadurch wieder einiges interessanter wird.
      Und spannender.

      Staffel 6-8 kann man ja so zusammenfassen:

      Folge 1 wird irgendwas cooles und großes gemacht.
      Folge 2-7 ziemliches ddahinplätschern
      Folge 8 großes Midseason Finale mit Cliffhänger.
      Folge 9 große Midseason Premiere.
      Folge 10-15 ziemliches dahinplätschern
      Folge 16 großes Finale mit Cliffhänger.

      Da war Staffel neun etwas erfrischend.
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      Der große Abgang passierte in Folge 5 und hatte dadurch einen sehr guten Spannungsbogen.
      OK. Folge 8&9 waren auch wieder groß, jedoch ist was dazwischen passiert.
      Und der große Knall am Ende war Folge 15.
      Folge 16 hatte dann aber ebenfalls ein cooles Setting.


      Was Staffel 10 jetzt gekonnt weiter spinnt. :thumbsup:
    • Ich hatte jetzt mal wieder Gelegenheit, ein paar Folgen der ersten beiden Staffeln zu sehen, und ich war überrascht, dass die Untoten da noch ganz anders dargestellt wurden. Nicht nur konnten sie mit Steinen auf Glastüren einschlagen, sie schafften es vereinzelt sogar, hohe Zäune zu übersteigen - ein Verhalten, dass ihnen später völlig abhanden kommt.
      Auch sind sie viel schneller, teilweise rennen sie sogar hinter den Menschen her, wie man deutlich in der Folge sehen kann, in der Shane mit Hershels Nachbarn Otis Medikamente für den angeschossenen Carl organisieren will.

      Wurde diese (später) veränderte Darstellung vonseiten der Macher eigentlich mal kommentiert?

      Und gibt es weitere Beispiele?

      Mir war das gar nicht mehr bewusst.
    • Wurde das nicht damit begründet, dass sie relativ "frisch" verstorben zum Untoten wurden- und daher Anfangs noch beweglicher und schneller sind? :gruebel:
      Später müssten die Untoten ja eher aufpassen nicht selbst auseinander zu fallen. ;)
      Oder stammt diese Erklärung aus einem anderen Zombiefilm? Habe wohl zu viele davon gesehen... :green:
    • Aber später sind auch die frischverstorbenen Untoten nicht mehr so agil. Also ich finde den Unterschied schon deutlich.

      Schade übrigens im Nachhinein auch, wie man Morales aus den ersten beiden Staffeln bei seiner Rückkehr in die Serie für den schnellen Effekt verheizt hat. Der hatte ja schon einigen Raum zu Beginn. Ich hätte es schön gefunden, wenn man da mehr draus gemacht hätte.
    • Und noch ein paar Anmerkungen zu den ersten Staffeln - da ich ja gerade ein wenig durch die Anfänge der Serie zappe.

      Ich finde die ersten beiden Staffeln dramaturgisch wirklich sehr gelungen. Sie bringen viel Spaß.
      Aber die Charaktere sind zum Teil echt... naja!
      Das ist mir viel zu viel Testosteron, zu viel Macho-Gehabe. Die Kerle sind die Macker, die machen - und die Frauen sitzen am Bach und waschen den Männern die Klamotten.
      Das Frauenbild ist wirklich fürchterlich. Da war man ja in den 50'ern schon weiter!
      In der ersten Staffel sind die Frauen eigentlich nur zum Verzweifelt-Sein, Heulen und Beschützt-Werden da. Mehr bringen sie irgendwie kaum. Höchstens Andrea formuliert hin und wieder Zweifel an dieser Aufteilung, ohne aber wirklich etwas draus zu machen. Im Grunde knickt sie immer recht schnell wieder ein und heult weiter vor sich hin.

      Dabei hätte sie wirklich Potential gehabt, und in Ansätzen wird das in der zweiten Staffel ja auch verfolgt, wo sie sich quasi emanzipiert und recht tough agiert - nur um dann in der dritten Staffel vom Skriptautoren in eine völlig überflüssige Liaison mit einem Psychopathen geschrieben zu werden, die diese Figur dann mit ihrer dafür notwendigen Blödheit so sehr verbrennt, dass man sie am Ende nur noch aus dem Plot schreiben kann. Echt schade. Ich hätte eine toughe Andrea (in Kontinuität zum Ende von Staffel 2) viel lieber gesehen als Michonne mit ihrem einen Gesichtsausdruck.
      Jedenfalls kann ich verstehen, warum die Figur so unbeliebt war.

      Glücklicherweise wandelt sich das Frauenbild ab der zweiten Staffel: Maggie ist ja von Anfang an ein ganz anderes Kaliber, und auch die anderen Frauen entwickeln sich ja in eine andere Richtung: Carol, Beth usw.

      Später ist die Frage, ob Frauen gleichrangig sind bei TWD ja keine Frage mehr, und mit Alpha bekommt die Serie sogar eine richtig gute Antagonistin. (Obwohl ich Beta noch gruseliger finde.)

      Staffel 3 hatte ich übrigens schlechter in Erinnerung. Ich fand den Governor ja sehr schnell langweilig. Das bestätigt sich nun beim Wiedersehen. Bei den Szenen mit ihm muss ich oft vorspulen. Die Vorgänge im Gefängnis sind dagegen hochdramatisch und fesseln. Ich habe gerade erst die Folge gesehen, in der...

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      ...T-Dog sich für Carol opfert.


      Er war ja eher ein Charakter der zweiten Reihe, aber ich mochte ihn. Schade um ihn. Schade überhaupt um sehr viele der Charaktere, die in den ersten drei Staffeln ihr Leben lassen. Das macht die Serie zwar sehr spannend, insofern heiße ich es grundsätzlich gut, aber leider sind die Figuren, die nachkommen, nicht halb so charismatisch.
    • @Hardenberg

      Die erste Staffel ist von einem sehr guten Regisseur - Frank Darabont (Die Verurteilten, The Green Mile, Der Nebel) locker basierend auf den Comics verfilmt worden.

      Er ist auch für das Casting verantwortlich und dafür, dass viel Geld in die Kulissen geflossen ist.

      Sein Plan für Staffel 2, Folge 1 war, das Leben des Militär-Zombies aus dem Panzer in Folge 1.1 seit dem Fall der Zivilisation zu zeigen, was nicht nur komplett von den Comics abweicht, sondern auch sehr teuer geworden wäre.

      Er war dem Sender AMC jedoch zu teuer und wurde gefeuert.
      Statt dessen wurde Glen Mazarra zum Showrunner befördert.
      Dieser nutzte wohl die Ideen und Drehbücher von Darabont, um die 2. & 3. Staffel zu produzieren, weshalb letzterer AMC um $280 Millionen verklagt.

      Mazarra wurde dann nach Staffel 3 ebenfalls gefeuert, da er andere (teurere) Ideen hatte.
      Mit Staffel 4 übernahm Scott Gimple die Rolle des Showrunners, was er bis inklusive Staffel 8 tat.
      Von ihm stammen die schlechtesten Entscheidungen
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      Carls Tod, Abrahams zu früher Tod und mehr
      und die viel zu lang gezogenen Staffeln 7 & 8, welche in den Comics nur etwa 1,5 Staffeln entsprechen.

      Angela Kang hat mit Staffel 9 und auch mit Staffel 10A unter Beweis gestellt, dass sie deutlich besser als Gimple ist (sie ist auch für S11 bestätigt), allerdings hat die TV-Serie sehr unter dem Ausscheiden von
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      Rick Grimes
      gelitten.

      Die Comic Serie ist deutlich stärker als die TV Serie, zumindest Hefte 1 - 174.

      Die 175 - 193 fand ich eher schwach.
    • Ich bin momentan an der neunten Staffel und finde sie ganz gut bisher. Ich sehe die Serie noch immer ganz gerne, auch wenn die große Begeisterung verflogen ist. Dafür sind auch schon zu viele meiner Lieblingscharaktere verschwunden.
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      Beth, Hershel und Glen
      mochte ich wirklich sehr. Und
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      der Govenor
      war für mich der beste Bösewicht. Den hätte ich gerne länger gesehen.
    • Danke für den Überblick. @Marco So tief bin ich nicht in der Materie drin, da ich so etwas wie TWD denn doch eher oberflächlicher schaue, aber es ist sehr interessant, mal mehr über die Hintergründe zu lesen.

      Was mir anfangs noch sehr gut gefallen hat, waren auch die Widersprüche, die Konflikte, die aufgezeigt wurden. Die Überlebenden sind immer wieder konfrontiert mit Situationen, die ihnen Entscheidungen abverlangen, die jenseits dessen liegen, was wir als Errungenschaften der Zivilisation zu schätzen wissen. Die Stärke war dann ganz oft, dass mit Entscheidungen wirklich gerungen wurde - Pragmatismus versus Idealismus, könnte man sagen. Figuren wie Hershel oder Dale oder T-Dog oder Glenn stehen in diesen ersten Staffeln sehr stark dafür. Das gerät aber später fast völlig ins Hintertreffen und wird auch gar nicht mehr großartig hinterfragt. Verlangte es Charakteren wie Dale anfangs noch große Kraft und großen Mut ab, sich gegen den Pragmatismus (oder auch das Phlegma) der Gruppe zu stellen, wurde die Verwendung präventiver Brutalität später im Grunde zum allgemeinen Konsens, was zu einem gewissen Dilemma im Hinblick auf die Möglichkeit, sich mit der Gruppe oder wenigstens einzelnen zu identifizieren, führte. Zumindest mich interessierte eine Gruppe, die sich letztlich selbst nur noch in Nuancen von den Saviors unterscheidet, was den moralischen Kompass angeht, nicht mehr, auch darum flachte mein Interesse rapide ab.

      Es traten zwar immer mal wieder Figuren auf, die für eine andere Denke standen, doch sie blieben weit im Hintergrund oder auch in der Ausgestaltung eher blass.
      Und letztlich wurde alles überstrahlt und dominiert von Rick Grimes.
      Für mich war das ein großes Problem dieser Serie.
      Deswegen teile ich Deine Folgerung zu den aktuellen Folgen nicht. Was Du als Manko siehst, sehe ich als große Stärke an: die Loslösung von der einen alles dominierenden Figur im Zentrum schafft Raum für andere Blickwinkel, eine andere Art von Geschichten, und das tut der Serie bisher wieder sehr gut. Für mich ist das eine Art Wiederbelebung.

      Aber mal davon ab:
      Was findet Ihr eigentlich alle an diesem Governor?
      Ich finde ihn, ehrlich gesagt, ziemlich öde. Okay, nicht so öde wie Negan als Antagonist, aber eben auch nicht wirklich originell und spannend.

      Wo liegt da für Euch der Reiz?
    • Ich habe es dann jetzt auch endlich mal geschafft, mich der 9. Staffel zu widmen und für den Moment - Folge 3 ist durch - bin ich mir fast schon sicher, dass ich einen Haken an die Kiste machen werde.
      Da passiert ja nun wirklich so gut wie gar nichts mehr und die Story plätschert nichtssagend vor sich hin.
      Maggie nervt und die künstlich am Leben gehaltene Harmonie ist ja fast schon unerträglich.
      Da greife ich doch lieber zu den richtig guten Überflieger-Serie, wie es "The Expanse" zum Beispiel ist. Da wird nämlich seit heute wieder fleißig eine Besiedlungs- und Entdeckungswelle gestartet.
    • So habe ich auch gedacht nach den ersten Folgen von Staffel 9. Erst in der zweiten Staffelhälfte zieht das Ganze wieder an, und Staffel 10 bringt dann wieder richtig Spaß, wenigstens mir.

      TWD ist und bleibt dabei, was es ist: eine Zombie-Serie, die im besten Fall spannend, überraschend, aufreibend, intensiv ist, aber ganz sicher kein Shakespeare. :zwinker:

      Ich bin mittlerweile bei Staffel 5 angelangt bei meinem Durchlauf. Staffel 4 war deutlich besser als gedacht bzw. erinnert. Da geht's ja ganz schön hoch her. Vom Idyll im Gefängnis über die tödliche Grippe, Mord und das Governor-Comeback, dann den Weg nach Terminus mit Daryl bei Beth und der marodierenden Gang sowie Carol und Ty mit den beiden Mädchen Mika und Lizzy bis hin zu den "hungrigen" Menschen im Sanctuary - diese Staffel ist pickepackevoll und gefällt mir fast so gut wie die ersten beiden Staffeln. (Bei der dritten mag ich den Woodbury-Part nicht.)

      Ab Staffel 5 geht's dann allmählich bergab, obwohl die Staffel noch ihre Momente hat. Erst Alexandria ist dann richtig öde. Und mit Negan und seinen Mannen ist schließlich der Tiefpunkt erreicht.

      Mal sehen, ob ich dann noch dran bleibe.
    • So, mittlerweile bin ich mit Staffel 5 durch, und mein Ersteindruck hat sich bestätigt. War #4 noch durchweg überzeugend, sehe ich bei der 5 einen ungeheuren Qualitätsabfall.

      Das fängt schon allein mit Terminus an, eine rein auf Effekt getrimmte Geschichte, die zwar oberflächlich aufwühlt, der aber völlig das Fundament fehlt. Als einziges Argument für die eigenen Schandtaten werden von den Tätern die erlebten eigenen Nöte und Verletzungen genannt ("Entweder man ist Schlachtvieh - oder Schlächter!") - als würde das alles erklären. Dabei ist gerade...

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      ...Kannibalismus...


      ...ein so ungeheuerlicher Tabubruch, dass es da schon mehr bräuchte als einfach "nur" diese 08/15-Begründung.
      Auch die Darstellung der Beteiligten überzeugt nicht, und dass ein Teil der Finsterlinge dann auch die weitere erste Hälfte der Staffel dominiert und als Grund herhält für die zunehmende Brutalität unserer "Helden", macht das Ganze für mich nicht besser.

      Überhaupt beginnt mich vor allem Rick hier zunehmend anzuwidern. Ich weiß, man möchte zeigen, wie die Leute angesichts der erlittenen Schocks radikaler werden, wie sie sich und die ihren beschützen wollen und bereit sind, dafür auch über Grenzen (Leichen) zu gehen - aber mir werden diese Grenzen viel zu wenig ausgelotet. Das ist diese typische Haltung aus dem amerikanischen Actionfilm, die ja mittlerweile auch Einzug in die amerikanische Politik gefunden hat. Das ist eine reine Schwarzweiß-Welt, die mir viel zu simpel ist. Und die bei TWD letztlich unwidersprochen bleibt bzw. der Widerspruch bleibt wirkungslos.

      Überhaupt werden Menschen, die anders denken, charakterlich schnell diskreditiert in dieser Staffel. Sie sind Spinner, verrückt oder naiv, wenn sie an etwas anderes glauben als an das Recht des Stärkeren.

      Natürlich, zu zeigen, wie diese auf Überleben getrimmte Gruppe sich schwertut mit dem friedvollen Leben in Alexandria, ist nicht ohne Reiz, aber dass man ihr Oberhaupt binnen kürzester Frist moralisch umfallen lässt, so dass sie Rick anweist, einen Mann zu erschießen, dass man, um diesen Twist zu erreichen, einen versoffenen, prügelnden Ehemann bemüht, der eine hilflose Schöne, in die sich Rick sogleich verguckt, prügelt, so dass Retter Rick einschreiten muss, das ist so billig umgesetzt, dass es eher an eine Soap erinnert. Einzig der abschließende Auftritt Morgans rettet die Szene: wenn nämlich dieser entsetzt den bluttriefenden Rick erblickt, der gerade den Chirurgen exekutiert hat.

      Alles in allem also eine unbefriedigende Staffel, die mit Abstand schlechteste der ersten fünf.

      Und es wird erst mal nicht besser...
    • Ja, das sehen wir dann wohl komplett verschieden. :yo:

      Ich fand die zweite Staffel mit am stärksten, gerade wegen der ethischen Konflikte, die dort thematisiert und eben vielgestaltig aufbereitet wurden (mit Shane und Dale als die beiden Pole). Da wurde ja im Grunde vieles schon vorweggenommen, was dann in der #5 (auf die Spitze getrieben) im Grunde nur noch einmal wiederholt wurde, dann halt mit Rick anstelle von Shane in der Rolle dessen, der über Leichen geht.

      Von den Staffeln 1-4 finde ich die #3 wegen der Woodbury-Storyline am schlechtesten, aber die 3 ist natürlich besser als die 5, für mich.

      Die Staffeln 6 bis 8, im Grunde sogar bis weit in die 9 hinein, gehen dann im Grunde gar nicht mehr. Da gibt's vielleicht einige Szenen, die schocken und unter die Haut gehen, aber das alles wird inhaltlich immer flacher, es wiederholt sich auch im Grunde alles... Woodbury, Terminus, die Wölfe, Negans Leute - das ist doch im Grunde immer das Gleiche, nur halt immer brutaler aufbereitet. :gaehn:

      Erst mit den Whisperers und...

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      ...ohne Rick...


      ...nimmt das Ganze wieder an Fahrt auf, so dass ich die zweite Hälfte der 9 und die 10 bisher durchaus in Kontinuität zu den Staffeln 1 bis 4 sehen würde.

      Vielleicht lassen mich das aber auch nur die öden Staffeln 6 bis 8 so empfinden.
      Ich bin gespannt, ob mein Urteil zur zehnten Szaffel nach meinem Komplettdurchlauf noch ebenso wohlwollend ausfällt.

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      Die 10 profitiert halt ganz immens davon, dass sich nicht alles um Rick Grimes dreht. Das war für mich die große Schwäche der Serie: Er stand zu sehr im Fokus, auf Kosten aller anderen.


      Im Grunde ist Rick ein ziemliches Ekel - und das schon ziemlich lange! -, auch wenn uns die Serie und die Nebenfiguren ständig etwas anderes einreden wollen.

      Und auch wenn es solche Typen geben mag, zumal in den USA, zumal zu Bedingungen wie jenen, die bei TWD zu sehen sind, so verspüre ich keinerlei Lust, ihnen bei ihrem Wirken dauerhaft zuzuschauen - vor allem wenn ihr durch die Art des Erzählens behaupteter Heldenstatus letztlich unwidersprochen bleibt.

      Rick ist doch im Grunde ein moderner Jack Bauer, und Jack Bauer repräsentierte (zumindest in den späteren Staffeln von 24) eine ganz bestimmte Geisteshaltung, die auch einem bestimmten Teil des damals herrschenden Establishments in den USA (Bush, Cheney, Rumsfeld) innewohnte, der keinerlei Skrupel kannte, für das (ökonomische) Wohl der eigenen Leute Kriege zu führen - mit zum Teil hanebüchenen Begründungen.

      Die da draußen sind die Bösen, und wir sind die Guten. Und die Guten sind berechtigt, jedes Mittel anzuwenden, um sich zu "verteidigen" - und sei es präventiv.

      Ich glaube, darum widern mich solche "Helden" wie Rick Grimes einfach so maßlos an. Weil ihnen Skrupel als Schwäche gilt, sie selbst aber im Grunde innerlich hohl und nicht selten sogar moralisch bankrott sind. Und weil solche Leute eben nicht diejenigen sind, die die Welt zum Besseren verändern. Das bildet TWD ja sogar sehr gut ab. Rick ist stets wie eine selbsterfüllende Prophezeiuung: Er führt das Übel mit sich, das er doch zu bekämpfen vorgibt. Das sieht man nicht nur bei Hershels Farm, sondern ebenso in Alexandria.
    • Es ist ganz so, wie ich es in Erinnerung habe. Staffel 6 setzt die Talfahrt fort, Staffel 7 und Staffel 8 sind mir nur mit Finger auf der Vorspultaste erträglich - Wiederholungen ohne Ende, Redundanzen - und endloses Geballer ohne jede Spannung. Und dazu ständig dieses pseudocoole Negan-Gelaber. Laaaangweilig!

      Und unverzeihlich ist, wie man in Staffel 8...

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      ...die Rückkehr von Morales verwurstet hat. Dabei hatte diese Konfrontation wirklich Potential für mehr. Sie sind nach Atlanta getrennte Wege gegangen und haben beide Grenzen überschritten, die zu überschreiten sie nie für möglich gehalten hätten.
      Aber anstatt da was draus zu machen in dieser Staffel, die ansonsten nur von hirnlosen Ballerorgien lebt, wird er einfach nach einem kurzen Wortwechsel von Daryl weggeballert und ist danach kein Thema mehr.

      Superschlechte Performance!



      Und Rick springt mal wieder fröhlich in seiner Haltung hin und her: mal der gewissenlose Killer, dann wieder der Mann von Moral, der nicht töten möchte, dann wieder Killer usw.
      So, wie das gezeigt wird, ist das nicht für eine Sekunde glaubwürdig.

      Und weiterhin ist es so, dass jeder, der kurz Zweifel an der Notwendigkeit zur Brutalität kundtut, im nächsten Moment massakriert wird oder als Depp oder Feigling dasteht. Dabei wird die Alternative gar nicht wirklich im Plot ausgelotet. Es ist und bleibt reine Behauptung. Und das stört mich nach wie vor massiv. Schmeckt mehr nach Propaganda als nach seriösem Storytelling.

      Aber dank der Vorspultaste nähere ich mich nun Staffel 9. Und ab da geht es ja wieder aufwärts, wenigstens in der zweiten Hälfte, auch wenn ich jetzt schon bedaure,...

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      ...dass man Jesus hat ziehen lasse. Er wäre nämlich der weitaus bessere Rick-Nachfolger gewesen als Aaron, finde ich.

    • So, Staffel 8 liegt endlich hinter mir, und ebenso die ersten Folgen der neunten Staffel, bei denen offensichtlich versucht wurde, den vermurksten Weg der Vergangenheit abzuschütteln und einen neuen Blick auf die Geschichte zu finden.

      Mit dem Ende der sechsten Folge geht's dann richtig los. Rosita und Eugene verstecken sich auf der Flucht vor den Walkern und hören plötzlich ein mysteriöses Wispern aus der Schar an Untoten. Shocking!
      Evolution des Bösen?

      Ab dieser Folge hat man wirklich alles besser gemacht, was man besser machen kann. Man gibt den Figuren, vor allem auch denen der zweiten Reihe, mehr Raum, um sich zu entfalten, um ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Das mag dem horroraffinen Zuschauer manchmal zu lang erscheinen, doch ich finde es genau richtig, um den weiteren Verlauf (den ich ja schon kenne) voll wirken lassen zu können. Auch geht es endlich nicht mehr allen Charakteren allein darum, sofort die Birne einzuschlagen, sondern es gilt wieder ein ethisches Prinzip, mit dem im Ernstfall auch wirklich gerungen wird. Das gefällt mir gut.
      Figuren wie Negan kommen endlich aus ihrer Schwarz-Weiß-Plattheit und lohnen das Zuschauen.

      Und richtig spitze wird's dann erstmals in Folge 10 - Lydia.

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      Es geht nicht allein darum, was hier erzählt wird (das auch!), sondern vor allem, WIE es erzählt wird. Die Hintergründe in Rückblenden, ohne dass man weiß, was jetzt Wahrheit, was Einbildung ist, die Widersprüche in dem, was gezeigt wird, das erst zum Ende hin nachvollziehbar wird, die Wandlung eines Menschen vom Tier zurück in einen Menschen - mit dem bitteren Twist, das man diese geschundene Seele nicht wird halten können, sondern sie zurück in ihr Verderben laufen, das ist großartig in Szene gesetzt. Die Szenen mit Lydia im Gespräch mit Henry und Daryl gehören zum stärksten seit langem in dieser Serie und geben auch endlich Daryl wieder ein wenig Raum, mehr zu sein als nur ein Quasi-Statist mit den immergleichen Gesten und Worten. Toll!

      Und dann die Antagonisten!
      Alpha ist einfach großartig, vor allem wie die Schauspielerin sie umsetzt. Und vor allem: so ganz anders als psychopathische Frauen, wie man sie sonst kennt. Anders - und einfach besser. Sie hat wirklich eine schaurige Aura.
      Und ihr zweiter Mann, Beta, ist sogar fast noch gruseliger.

      Auch hier weicht man klar von den eher "typischen" Bösewichtern der Vorgängerstaffeln ab, die im Grunde, abzüglich der schockierenden Brutalität, im Grunde immer farblos und öde blieben.


      Ich freue mich auf die restlichen Folgen. Und das ist bei TWD schon sehr lange nicht mehr so gewesen.
    • Ja, Judith ist klasse.
      Wir sind jetzt bei Staffel 10 angelangt, und die Folge, in der Alpha und Beta sich erstmals begegnen, ist auch klasse! :thumbsup:

      Man merkt echt, dass da jetzt andere kreative Köpfe in verantwortlicher Position sind, denn hier läuft nichts nach Schema F, sondern es wird echt versucht, es anders/besser zu machen. Die Figuren gewinnen mehr Tiefe, was insbesondere Daryl und Negan gut tut. Und es wird auch versucht, formal origineller zu sein, um das starre Korsett aufzubrechen. Oft werden nun Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert (etwa die Ereignisse vor dem Absturz des Satelliten). Auch werden hin und wieder nur Dinge angedeutet, die sicher später mal Thema werden könnten
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      (warum hat Connie das Baby gerettet?)
      . Und die Figuren sind halt nicht mehr einfach nur schwarz oder weiß - sie verhalten sich glaubwürdig (Alpha in Bezug auf Lydia, Betas Nachsicht in Bezug auf Alpha usw.).

      Nein, es bringt einfach wieder richtig Spaß. Und wie gesagt: Shakespeare ist es auch jetzt nicht. Aber eben meilenweit entfernt von dem Quark, der uns in den Staffeln 5-8 dargeboten wurde.

      Witzig, dass das sogar bei meiner Frau geklappt hat. Zu Beginn von Staffel 9 hieß es noch: Bleib mir weg mit dem Kram! Und spätestens ab der Lydia-Folge hieß es dann: Okay, eine können wir noch. :green:

      Und sie ist nun wirklich eine TWD-Hasserin gewesen (jedenfalls jenseits der ersten zwei, drei Staffeln).

      Also an alle Zweifler: Gebt TWD ab Staffel 9 noch einmal eine Chance. Wartet dabei aber zumindest Folge 10 ab. Wenn diese und die folgenden Euch nicht anfixen, dann ist TWD wohl wirklich nichts mehr für Euch. Aber so wird es nicht sein. Das garantiere ich - sofern ein grundsätzliches Interesse an der Serie (noch) besteht.
    • Hardenberg schrieb:

      [...] Also an alle Zweifler: Gebt TWD ab Staffel 9 noch einmal eine Chance. Wartet dabei aber zumindest Folge 10 ab. Wenn diese und die folgenden Euch nicht anfixen, dann ist TWD wohl wirklich nichts mehr für Euch. Aber so wird es nicht sein. Das garantiere ich - sofern ein grundsätzliches Interesse an der Serie (noch) besteht.
      Ein grundsätzliches Interesse besteht, wenngleich ich jetzt, nach dem Abschließen der 9. Staffel, sagen muss: "bestand".
      Um ehrlich zu sein wurde es ab der besagten zehnten Folgen immer unerträglicher für mich. Ich habe mich noch nie so sehr durch eine TWD-Staffel gequält, wie bei dieser; Standard waren mal bis zu zwei, drei Folgen pro Abend.
      Nein, das ist nicht mehr meine Serie und demzufolge steige ich hier aus und verschwende keine Lebenszeit mehr.