Interview mit WinterZeit 2019

    • Interview mit WinterZeit 2019

      Ich glaube zu dem letzten Interview, aus dem Jahr 2017 gab es hier auch eine kleine Info. Daher möchte ich nun kurz auf das neue Interview mit WinterZeit hinweisen welches wir vor einiger Zeit geführt haben und nun zum Lesen bereit steht.

      Poldi schrieb:

      Es hat sich viel getan bei WinterZeit, sodass es mal wieder Zeit für ein längeres Interview war. Deswegen hat mich Markus Winter erneut nach Remscheid eingeladen, wo wir uns zum Gespäch auf seinem roten Sofa getroffen haben. Wir sprechen über das Streamen von Hörspielen, die Auferstehung der Vinyl-Platte, neue Projekte und viele andere Themen. Auch seine Frau Danny ist wieder dabei und trägt ebenfalls einiges zum Gespräch bei, was hier in kursiver Schrift abgedruckt ist.

      Finden kann man das ganze hier: poldis-hoerspielseite.de/interview-mit-winterzeit-2019.htm
    • @Poldi - Danke für das sehr interessante Interview. Genial das mal aus der Sicht der Labels so direkt und offen dargelegt zu bekommen. Sehr schön Fragen deinerseits und sehr offene Antworten und interessante Antworten von Markus. Danke nochmal für das sehr interessante Interview. Ich freue mich schon auf die Lovecraft Serie. 70% Rahmengeschichte finde ich toll. Kaufe ich blind. Hat Markus dir irgendein Anzeichen gegeben, wann in 2019 die Serie kommt? Eher gegen Ende oder vielleicht doch im Sommer?
    • Auch ich sage :danke: für das interessante Interview.
      Hier wurde ja schon häufiger mal gefordert, dass sich die Produzenten selbst zum Thema "Streaming" äußern.
      Markus Winter hat das ja nun ausführlich und sehr konkret getan, was ich richtig gut finde.
      Meine Meinung zum Thema mag ich nicht schon wieder äußern, die bleibt bestehen und hat sich durch seine Worte mehr oder weniger bestätigt.
    • Auch von mir herzlichen Dank für das sehr informative Interview.

      Agatha schrieb:

      Hier wurde ja schon häufiger mal gefordert, dass sich die Produzenten selbst zum Thema "Streaming" äußern.
      Markus Winter hat das ja nun ausführlich und sehr konkret getan, was ich richtig gut finde.
      Meine Meinung zum Thema mag ich nicht schon wieder äußern, die bleibt bestehen und hat sich durch seine Worte mehr oder weniger bestätigt.

      Das habe ich auch gedacht. Und zwar ganz ohne Häme.
      Aber das liest sich streckenweise ja tatsächlich wie eine reine Bestätigung all der Befürchtungen, die @Ben Kenobi, ich und einige andere hier wiederholt geäußert haben und wofür wir als rückständig und schwarzseherisch angesehen wurden.

      Würde mich doch sehr interessieren, wie diejenigen, die all die Befürchtungen als unbegründet bezeichnet haben und Streaming als das reinste Gottesgeschenk priesen, sich nun zu diesen eindeutigen Aussagen verhalten.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:
      > Die Weisse Lilie <,
      I, II + III
    • Hardenberg schrieb:

      Würde mich doch sehr interessieren, wie diejenigen, die all die Befürchtungen als unbegründet bezeichnet haben und Streaming als das reinste Gottesgeschenk priesen, sich nun zu diesen eindeutigen Aussagen verhalten.
      Die Verhalten sich genauso wie Du, sie sehen all Ihre Aussagen durch dieses Interview voll und ganz bestätigt. Hörer gibt es nicht umsonst, man muss dafür was tun und nicht nur ein Hörspiel grußlos reinstellen. WinterZeit arbeitet bewusst daran, den Anteil der Streamingumsätze gering zu halten, als "Zubrot" zum angestammten CD-Geschäft. Das ist ihr Weg, aber der beinhaltet dann natürlich auch, dass - Trommelwirbel - die Streamingumsätze recht gering sind.

      Dennoch sollten sie sich ein wenig mehr anstrengen, sprich ihrem Digitalvertrieb mal ordentlich in den Hintern treten. Die Veröffentlichungspolitik ist nämlich ganz objektiv betrachtet mehr als dämlich. Ich weiß, das liegt daran, dass man den Anteil der Streamingumsätze möglichst gering halten will, aber wenn man schon durch die zeitverzögerte Veröffentlichung die freie Auswahl hat, dann sollte man dies als zusätzliche Chance nutzen. Und dann veröffentlichen, wenn grad Flaute ist. Und was machen die? Ballern Chronicles 45 nach vielen Monaten Verzögerung dann ausgerechnet zeitgleich mit dem neuen Holmes und dem neuen PvD raus. WHY?

      Ich muss auch noch was zu Deiner Kritik an der Qualität der Maritim-Produktionen sagen. Es ist nun nicht so, dass die nur Billigdreck massenhaft raushauen, die haben wirklich ein sehr breites Programm. Auch die neuen PvD sind von Maritim, in jeder Hinsicht eine der besten kommerziellen Serien am Markt. Schwarze Sonne ist zwar nicht meins, aber auch im höherwertigen Segment. Schwarze Serie ist für mich absolut auf Augenhöhe mit Gruselkabinett. Döring wird sicherlich auch keinen 08/15-Schund abliefern. Auch wenn ich Wilde & Holmes und Phileas Fogg für wenig gelungen und durch handwerkliche Fehler verhunzt halte, ich denke nicht, dass die sich vor irgendeinem anderen Label verstecken müssen.
      Ich will niemand leiden lassen - Und schrein vor Schmerz und Pein - Lieber wollen wir tanzen gehn - Für immer Freunde sein.
    • Interessantes Interview, danke.

      Die Einblicke, die hier zum Streaming gegeben werden, sind in der Tat interessant zu lesen. Die Strategie, die Veröffentlichung in den Streaming-Portalen verzögert vorzunehmen, klingt doch sehr vernünftig.
      Ich meine mich an eine andere Aussage in einem Interview zu erinnern (war es Simeon Hrissomallis?), dass die CD-Abverkäufe in der ersten Zeit nach Veröffentlichung am größten sind und danach ohnehin sehr schnell einbrechen. So dass eine solche Strategie doch ganz gut dazu passen würde, da man zumindest auf diesem Wege auch die anderen Kanäle monetär mitnehmen kann ohne sich damit hoffentlich die CD-Abverkäufe/Downloads kaputt zu machen.
      Liest sich ja auch so als wäre der Kern an CD-Sammlern zwar nicht groß, aber recht treu und stabil.


      Edit:
      @Chris: bzgl. deiner Anmerkung zum VÖ-Zeitpunkt: ja, in gewisser Weise ein nachvollziehbarer Optimierungspunkt, allerdings setzt das auch voraus, dass die Mehrzahl der Hörenden den Hörspielmarkt mit seinen Neuerscheinungen detaillierter/umfassender beobachtet. Aber ist natürlich gut möglich, dass einige Hörer mehrere Serien auf dem Zettel haben, und dann manches durchrutscht, wenn zu viel auf einmal kommt.
    • @DerPoldi Vielen, vielen Dank für das Interview. Ich finde Deine Interviews klasse, weil Du Dir wirklich Zeit nimmst und viele verschiedenen Themen ansprichst. Gerade WinterZeit fährt ja eine eigene Strategie, im Vergleich zu vielen anderen Labels. Da ist es doch auch interessant wie es ihnen dabei geht. Was das „leidige“ Streaming Thema betrifft, kann man hier wohl genau das heraus lesen was man möchte, in bester „self fulfilling prophecy“. Für jeden ist da was dabei, um seine eigene Theorie und seine eigene Vorliebe entsprechend bestätigt zu sehen. Die bisherigen Antworten zeigen dass schön, dass man es so oder so sehen kann. Und dass es für alle nicht so einfach ist eine „richtige Antwort“ zu geben. Aber dieses Problem haben wir ja alle schon bei MC, Videokassette, CD, DVD und Download erlebt. Alles wiederholt sich.
    • Cherusker schrieb:

      @Poldi Hat Markus dir irgendein Anzeichen gegeben, wann in 2019 die Serie kommt? Eher gegen Ende oder vielleicht doch im Sommer?
      Eher zum Herbst hin.

      hsp3 schrieb:

      Interessantes Interview, danke

      MonsterAsyl schrieb:

      Auch von mir vielen Dank dafür. :hutheb:
      Besondrs die Zahlen und Fakten zum Bereich "Streaming" finde ich sehr interessant. Alle meine "Ängste" und "Befürchtungen" wurden leider bestätigt.

      Hardenberg schrieb:

      Auch von mir herzlichen Dank für das sehr informative Interview.

      Agatha schrieb:

      Auch ich sage :danke: für das interessante Interview.

      Markus G. schrieb:

      @DerPoldi Vielen, vielen Dank für das Interview. Ich finde Deine Interviews klasse, weil Du Dir wirklich Zeit nimmst und viele verschiedenen Themen ansprichst.
      Danke für die lieben Worte. Es freut mich dass das Interview gefallen findet.
    • hsp3 schrieb:

      @Chris: bzgl. deiner Anmerkung zum VÖ-Zeitpunkt: ja, in gewisser Weise ein nachvollziehbarer Optimierungspunkt, allerdings setzt das auch voraus, dass die Mehrzahl der Hörenden den Hörspielmarkt mit seinen Neuerscheinungen detaillierter/umfassender beobachtet. Aber ist natürlich gut möglich, dass einige Hörer mehrere Serien auf dem Zettel haben, und dann manches durchrutscht, wenn zu viel auf einmal kommt.
      Da hast Du recht, vielleicht denke ich da viel zu sehr aus meiner Warte des Hardcorevielhörers. Vielleicht gibt es von denen, deren Hörkonsum massiv von dem geprägt ist, was halt diesen Freitag bei Edeka Tesco Spotify im Angebot ist, gar nicht so viele, vielleicht ist das nur eine ganz kleine Minderheit. Und die Mehrheit surft einfach ziellos rum und bleibt zufällig wo hängen. Dagegen spricht andererseits aber der Alarmmodus mit den Neuerscheinungen aus den Künstlern, bei denen man "Fan" ist.

      Jedenfalls spricht nix dagegen, dass man sein Material taktisch klug einsetzen kann. Z. B. wenn wegen der vom physikalischen Handel geprägten Flaute ab Mitte Dezember bis Ende Januar sonst nix im Angebot ist. Wenn man wie WinterZeit das Material eh auf Reserve hat.
      Ich will niemand leiden lassen - Und schrein vor Schmerz und Pein - Lieber wollen wir tanzen gehn - Für immer Freunde sein.
    • @hsp3 - Was du schreibts macht fuer mich sehr viel Sinn.

      @GrimReaper - Ich denke, die Bedenken der Labels mit mangelndem Digitalvertrieb zu countern, wird wohl trotzdem nicht genug Umsatz erwirtschaften. Wenn man die Anzahl der moeglichen Kunden nimmt und beruecksichtigt, dass sie ein Hoerspiel wohl im Durchschnitt nur einmal komplett hoeren (manche hoeren es vielleicht 2 mal, einige gar nicht komplett), dann wird Streaming alleine nicht genug Umsatz generieren, um Hoerspiele am Leben zu halten. Die einseitigen Ansichten dass Streaming NUR SCHLECHT ist oder NUR GUT ist, sind meiner Meinung nach zwei Extreme, die an der aktuellen Wahrheit vorbei gehen. Da wiegt @hsp3 das meiner Meinung nach differenzierter ab. Es ist wohl anhand der Zahlen von Markus Winter klar, wie schwierig es ist, mit Streaming alleine, eine Hoerspielproduktion zu finanzieren, egal wie gut die Digitalstrategie ist. Auf der anderen Seite sehe ich auch an mir selber, dass digitale Verfuegbarkeit ueberall mich zu viel mehr Hoeren animiert, als es CDs koennten. Aber das sind bei mir kein Streaming sondern Downloads. Ich denke diese Mischstrategie mit CDs zuerst und dann Streaming spaeter macht fuer mich viel Sinn.

      Ich denke @hsp3 hat auch recht, wenn er sagt, dass die Hoerspielhoerer, die heute noch CDs kaufen, konstant und stabil sind, aber ich denke, dass das in 20 Jahren voellig anders aussehen wird und dass dann die CD Hoerer eine nostalgische Minderheit sein werden. Meine Kinder hoeren alles digital. Ich denke, eine gute Mischstrategie ist im Moment das beste. Streaming oder Downloads kann man nicht ausser vor lassen. Aber im Moment ist es finanziell ohne die Grundeinnahmen von CDs schwer das finanziell tragbar zu halten.

      Aber nun gehen wir wieder in die Streaming Debatte, und die haben wir eigentlich schon durchgekaut. Und anscheinend liest jeder aus dem Interview, was er herauslesen moechte. Ich verstehe die Strategie von Markus Winter nach dem Interview gut und das macht fuer mich auch Sinn.
    • Cherusker schrieb:

      @GrimReaper - Ich denke, die Bedenken der Labels mit mangelndem Digitalvertrieb zu countern, wird wohl trotzdem nicht genug Umsatz erwirtschaften.
      Darum ging es mir aber oben gar nicht. Sondern um die Frage "Ich habe hier 20 "alte" Hörspiele, die ich im Stream veröffentlichen will, wie mache ich das? Alle auf einmal? Als 20-Wochen-Block jede Woche eines? Oder gar jede Woche 4 wie bei Point Whitmark oder Drei ??? Oder mache ich einen Drei-Wochen-Rhythmus? Oder schau ich, wann gerade nix Holmes-mäßiges erscheint? Oder in der hörspielarmen Zeit?

      Oder mach ich es als Vertrieb einfach nach dem Zufallsprinzip, wenn ich grad sonst nix zu tun habe?

      Cherusker schrieb:

      Ich denke, eine gute Mischstrategie ist im Moment das beste. Streaming oder Downloads kann man nicht ausser vor lassen. Aber im Moment ist es finanziell ohne die Grundeinnahmen von CDs schwer das finanziell tragbar zu halten.
      Klar, die alleinseligmachende Strategie kann es schon deshalb nicht geben, weil alle Label unterschiedlich sind. Die Großen wie Lübbe, Folgenreich/Universal, Highscore, Holysoft haben natürlich einen völlig anderen Zugang wie der siebte Zwerg von links. Da geht es darum, dass die bis zu zwei Millionen Streams pro Tag bald drei Millionen werden, aus den laufenden Streaming-Einnahmen kann man locker etliche neue Produktionen stemmen.

      Die Kleinen müssen andocken, das haben wir in der Tat schon x-mal durchgekaut, zudem lesen wir es ja eh dauernd. Dann gibt es aber noch einen Sonderweg, aber ich glaube, der betrifft nun wirklich nur WinterZeit. Dieses Label will seine Unabhängigkeit bewahren und ist der große Spezialist für den haptischen Markt. Zudem ist man deutlich größer als die Kleinen und deutlich kleiner als die Großen. Das macht die Sache einerseits besonders interessant, andererseits ist gerade dieses Label daher mit Sicherheit keine Blaupause für die anderen.
      Ich will niemand leiden lassen - Und schrein vor Schmerz und Pein - Lieber wollen wir tanzen gehn - Für immer Freunde sein.
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