Info Lucky Luke 3CD - Hörspielbox Vol. 2

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    • Lucky Luke 3CD - Hörspielbox Vol. 2



      Lucky Luke 3CD - Hörspielbox Vol. 2

      Zum Inhalt:
      Auf CD 1 finden sich die Geschichten "Billy the Kid"(30:05 Minuten), ein Halbstarker der eine ganze Stadt terrorisiert und für den sich Lucky Luke etwas ganz Besonderes einfallen lassen muss sowie "Die Brücke am Ol'Man River"(24:18 Minuten), welche den Cayman-Brüdern ein derartiger Dorn im Auge ist, daß sie vor nichts zurückschrecken, um die Bauarbeiten zu behindern. Disc 2 beginnt mit "High Noon in Hadley City"(26:43 Minuten), wo der Sheriff heiraten möchte, was die Daltons ihm aber gründlich zu vermiesen versuchen. Die Ganovenbrüder sorgen auch im nächsten Abenteuer "Die Daltons bewähren sich"(23:19 Minuten) wieder für jede Menge Ärger. Die dritte und letzte Disc enthält die Abenteuer "Familienkrieg in Painful Gulch"(24:46 Minuten), bei dem der Bürgermeister den einsamen Cowboy bittet, die bereits seit Ewigkeiten andauernde Familienfehde zwischen den O`Haras und den O`Timmins zu beenden, und zum Abschluß geht es um "Nitroglyzerin"(26:17 Minuten), welches eigentlich für den Bau der Eisenbahnlinie zwischen West- und Ostküste gedacht war, aber unglücklicherweises den Daltons in die Hände fiel.

      Zur Produktion:
      Obwohl es inzwischen fast 80 Alben von Lucky Lukes Abenteuern gibt, hat sich Karussell noch im Erscheinungsjahr 2002 dazu entschlossen, die Hörspielreihe nach insgesamt 12 Folgen wieder einzustellen. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt, und es wäre müßig, jetzt darüber zu spekulieren. Mit der vorliegenden zweiten 3CD-Box stehen jedenfalls wieder alle von Karussell vertriebenen Folgen zur Verfügung.
      Wie schon bei Vol.1, handelt es sich bei den Geschichten um eine bunte Mischung aus älteren und neueren Comicvorlagen, die allerdings nicht ganz so ausgewogen daherkommt, da in drei der sechs Geschichten die Daltons im Mittelpunkt stehen. Natürlich sind die "Erzfeinde" Lucky Lukes beim Publikum besonders beliebt, aber ich hätte es begrüßt, wenn man, um der Abwechslung willen, stattdessen andere Abenteuer, wie z.B. "Die Postkutsche" oder "Der singende Draht" vertont hätte. Man kann dem Label jedenfalls nicht vorwerfen, aus der häufigen Präsenz der vier Galgenvögel ein Geheimnis zu machen, denn konsequenterweise zieren sie auch das Cover der Box.
      Die Hörspielskripte stammen erneut aus der Feder von Susa Leuner-Gülzow, und auch dieses Mal widersteht sie der Versuchung, jedes Detail der Comicvorlage zu reproduzieren. Stattdessen handelt es sich bei ihren Maunskripten um charmante, kurzweilige Zusammenfassungen. Dabei hält sich die Autorin nicht nur an den ursprünglichen Ablauf, sondern achtet auch darauf, die humoristischen Höhepunkte beizubehalten. Darüber hinaus bekommt man wieder etliche neue Sprüche, wie beispielsweise "Man lukt was man kann" zu hören. Von den sechs Geschichten haben mir "Billy the Kid" und "High Noon in Hadley City" am meisten Spaß gemacht. Erstere, weil es einfach lustig ist, wie Billy verzweifelt versucht, seinen schlechten Ruf zu behalten und letztere, weil es sich hierbei um eine Hommage an den weltberühmten Western "12 Uhr Mittags" handelt, die in allen Aspekten gekonnt auf die Spitze getrieben wird. Um den Wiedereinstieg zu erleichtern, ist jede CD dieser Box in vier Tracks (zwei pro Geschichte) eingeteilt worden.
      Die Hörspielbearbeitung und -Regie liegt in den bewährten Händen von Hans-Joachim Herwald, ein Name, der für Qualität und gelungene Unterhaltung steht.
      Die Aufnahmen der Sprecher sowie die Produktion an sich, erfolgten in seinem "Rabbit-Studio" und klingen jederzeit wie aus einem Guss.
      Um den "Wilden Westen" zum Leben zu erwecken, wird geräuschetechnisch alles aufgeboten, was dazu gehört: schwingende Saloontüren, ein klimperndes Piano, Hufgetrappel, wiehernde Pferde, vorbeifahrende Postkutschen, tutende und stampfende Raddampfer, heulende Kojoten, Zugpfeifen und natürlich jede Menge comichaft klingender Schuß- und Schlaggeräusche. Ebenso passend wie die Geräuschkulisse, ist auch die Musik. Da wäre zunächst das berühmte Titellied "Einsamer Cowboy" zu nennen, welches Lucky Luke in den Comics immer am Schluß seiner Abenteuer anstimmt, während es hier oftmals schon zur Einleitung dient. Instrumentalisch bleibt Herwald in der Zeit des Geschehens, und so kommen beinahe ausschließlich Gitarre, Klavier und Harmonika zum Einsatz. Besonders gut gefällt mir, daß einige Melodien mitgepfiffen werden. Zum einen, weil es dazu anregt ebenfalls fröhlich zu pfeifen, und zum anderen, weil es sich dabei um einen wesentliches Merkmal des titelgebenden einsamen Cowboys handelt, welches auf diese Weise gewürdigt wird.

      Zu den Sprechern:
      Wie schon bei meiner Rezension zur ersten Box, werde ich zunächst auf die beiden Hauptsprecher und den Erzähler eingehen und mich anschließend den einzelnen Geschichten bzw. deren Sprechern widmen.
      Wolf Frass(Erzähler), dessen Text auch gern mal mit Harmonikamusik untermalt wird, legt soviel Gefühl in seine Stimme, daß er beinahe wie eine weitere Figur wirkt. Er führt den Hörer in das Geschehen ein und bringt ihn mit seinen amüsanten Kommentaren permanent zum Schmunzeln.
      Selten wurde der Part des einsamen Cowboys so gut besetzt, wie hier mit Reent Reins (Lucky Luke). Reins hat die Rolle des allzeit hilfsbereiten, freundlichen Westernhelden regelrecht verinnerlicht, was gewährleistet, daß er in jeder Situation, ob er sich über seine Mitmenschen wundert oder furchtlos den übelsten Verbrechern gegenübertritt, glaubhaft klingt.
      Gleiches gilt für Robert Missler(Jolly Jumper) als bester Freund und tierischer Begleiter unseres Helden, der mit seinen gewieherten bissigen Kommentaren und schicksalsergebenen Sprüchen immer wieder das Geschehen auflockert.

      Billy the Kid
      Sprecherisches Highlight der Folge ist hier ganz klar Christian Stark(Billy the Kid) als überheblicher Bengel mit grobem Sinn für Humor. Es ist einfach ein Riesenspaß, wenn Stark geradzu verzweifelt darauf besteht, nicht zu den "Guten" zu gehören. Die sympathische Stimme von Lothar Zibell(Josh Belly) passt sehr gut zu seiner Rolle des furchtlosen Herausgebers der Lokalzeitung. Gerd Hinze(Sam) spricht seine Figur des verängstigten Saloonbesitzers meist mit gesenkter, jammernder Stimme. Kai-Henrik Möller(Kassierer) ist der immer abwiegelnde Bankangestellte und Henry König(Gemüsehändler) der verängstigte Krämer, der in seiner Not sogar Billy the Kid als kleineres Übel ansieht. Manfred Reddemann(Sheriff) spielt den verblüfften, geistig etwas langsamen Gesetzeshüter, während Achim Schülke(Bürgermeister) den jovialen Ortsvorsteher mimt. Leider bleibt der total verblüffte Jesse James ohne Sprecherzuordnung. Gleiches gilt auch für die verängstigten Bürger der Stadt und die wild durcheinanderbrabbelnden Postkutschenreisenden, aber im Booklet sind für solche Rollen jeweils Jasmin Buterfas, Sylvie Nagler, Marco Kröger und Gustav-Adolph Artz angegeben.

      Die Brücke am Ol' Man River
      Achim Schülke(James Eads) spricht den besorgten Ingenieur, der dringend der Hilfe des einsamen Cowboys bedarf. Aber bis es soweit ist, muss ihn sein treuer Untergebener Eberhard Haar(John) beruhigen. In dieser Folge hat mir Rolf Jülich(Kapitän) als freundlicher alte Seebär, der zu jeder Gelegenheit eine Mississippi-Anekdote parat hat, am besten gefallen. Seine etwas raue Stimme passt einfach perfekt zu diesem Part. Die Auftritte von Utz Richter(Senator Bridges), als ständig betrunkener, zotenreißender Politiker, sind genauso amüsant wie die Dialoge zwischen dem freundlichen Armeeangehörigen Michael Harck(Soldat) und seinem verbohrten Vorgesetzten Michael Bideller(Leutnant), der nur an das glaubt, was schriftlich vorliegt. Es hat mich sehr gefreut, in diesem Hörspiel mal wieder die Stimme von Volker Bogdan(Bat Cayman) als verschlagener Bürgermeister zu hören, und auch Wolfgang Jürgen(Dick Cayman) als Sheriff und dessen agressiver Bruder konnte mich überzeugen. In einer kleineren Nebenrolle ist noch Christian Rudolf(Barkeeper) als freundlicher Wirt zu hören. Die fröhlich feiernden Saloongäste, die Brückenarbeiter und die Soldaten bleiben ohne Sprecherzuordnung.

      High Noon in Hadley City
      Für mich inhaltlich und sprechertechnisch das Highlight der Box. Frank Sasel(Bones) hat eine uralt klingende Stimme, deren heiserer Ton absolut passend zu seiner Rolle des makabere Witze machenden Totengräbers ist. Robert Missler(Joe Dalton) überzeugt als cholerischer Anführer der Gangsterbrüder. Obwohl Tomas Kröger(William Dalton) hier sogar etwas mehr Text hat und eien Brief vorliest, sind er und Holger Potzern(Jack Dalton) wie meist nur die "Sidekicks" von Joe und Thomas Schüler(Averell Dalton), dem ewig hungrigen, vollkommen verblödeten großen Bruder. Klaus Dittmann(Sheriff Parker) spielt den verliebten, selbstbewussten Hüter des Gesetzes, dessen zukünftige Ehefrau Traudel Sperber(Adeline, Blossoms Tochter) sich immer weiter in ihre Sorge um das gemeinsame Schicksal hineinsteigert. Günther Lüdke(Wurst Blossom) gibt ihren etwas grobschlächtigen Vater, der sich prächtig amüsiert, während sich Marianne Bernhard(Gertrude, genannt Gerti, Blossoms Frau) vor allem durch ihre meckernde, herrische Art auszeichnet. In weiteren Nebenrollen treten Guido Zimmermann(Pastor) als vollkommen unbeeindruckter Gesitlicher und Christian Stark(Zeitungsjunge) als unheilverkündender Extrablatt-Verkäufer auf. Der Uhrmacher, der Gemüsehändler und der Schmied, die allesamt das Hilfsersuchen unter fadenscheinigen Begründungen ablehnen, bleiben ohne Nennung im Booklet.

      Die Daltons bewähren sich
      Die Art und Weise, wie Robert Missler(Joe Dalton) sich hier ständig aufregt und rumtobt, ist schon beinahe besorgniserregend, und seine beiden Brüder Tomas Kröger(William Dalton) und Holger Potzern(Jack Dalton) haben alle Hände voll zu tun, ihn davon abzuhalten, wahlweise Lucky Luke oder aber seinen nervigen Bruder Thomas Schüler(Averell Dalton) umzubringen. Seltsamerweise sind das alle Sprecher, die im Booklet für diese Folge aufgeführt werden, und so bleiben der um Verständnis werbende, freundliche Senator, der verängstigte Gemüsehändler, der überraschte bzw. entsetzte Sheriff sowie Rantanplan, der dümmste Hund des "Wilden Westens" und die empörten Bürger ohne Sprecherzuordnung.

      Familienkrieg in Painful Gulch
      Die Rollen von Volker Bogdan(Matt O'Timmins) und Wolfgang Jürgen(Mortimer O'Hara) sind so ähnlich, daß sie sich tatsächlich nur noch stimmlich unterscheiden. Beide sind agressive Vertreter des jeweiligen Clans, deren verbohrte Dickköpfigkeit nur noch von der ihrer Vätern Wolf Rathjen(Pappy O'Hara) und Rolf Jülich(Vati O'Timmins) übertroffen wird. Eberhard Haar(Barkeeper) ist der freundliche Gastwirt, der die Geschichte der Fehde zum Besten gibt und Achim Schülke(Bürgermeister) der joviale Ortsvorsteher, der dringend Lucky Lukes Hilfe braucht. Auch bei dieser Folge fehlen wieder diverse Sprecherangaben, und so bleiben die Akteure des sich wundernden Cowboys Peter Finch, der beiden Frauen der Clanältesten, der Saloongäste und diverser Bürgerinnen und Bürger im Dunkeln.

      Nitroglyzerin
      Robert Missler(Joe Dalton) spielt einmal mehr den ruppigen Anführer, der keinen Widerspruch duldet, und seine drei Brüder Tomas Kröger(William Dalton), Holger Potzern(Jack Dalton) und Thomas Schüler(Averell Dalton) sind hier mehr oder weniger auf zustimmendes Gelächter reduziert. Die raue Stimme von Klaus Dittmann(Kapitän) passt sehr gut zu seiner Rolle des ständig schimpfenden Schiffskommandanten der "Adeleine". Das gilt auch für Helgo Liebig(Steuermann), der seinen Text so lange quasi in sich hineinbrummt, bis er die Situation erfasst und anfängt, ängstlich zu jammern. Lothar Zibell(Präsident) leiht seine Stimme dem besorgten Vorsitzenden der "Central Pacific". Für die restlichen Parts bin ich leider auf Spekulationen angewiesen. Michael Harck(Kurier "Central Pacific") könnte den jungen Nachrichtenüberbringer, Christian Rudolf(John) den gepresst sprechenden Gauner und Michael Bideller(Gauner) dessen Komplizen sprechen. Die begeisterten Bahnarbeiter bleiben ebenfalls ohne Sprecherzuordnung.

      Fazit:
      Weitere 156 Minuten voll unterhaltsamer Abenteuer mit dem Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten.

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