Info GHOSTBOX - Der Diskussions-Thread mit SPOILERN!

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    • GHOSTBOX - Der Diskussions-Thread mit SPOILERN!

      Ich mache mal einen Ghostbox-Diskussionsthread auf, in dem alle, die das Hoerspiel gehoert haben, beliebig diskutieren koennen. Ich moechte gerne Meinungen ueber dieses wunderbare Hoerspiel und deren faszinierenden Geschichte austauschen. Es ist nicht noetig in diesem Thread Meinungen in Spoiler zu setzen, da der gesamte Thread als Spoiler markiert ist. Also nun los. Was denkt ihr ueber die Geschichte??

      WARNUNG - Weiterlesen auf eigene Gefahr. Ich empfehle hier nur weiterzulesen NACHDEM man das Hoerspiel GHOSTBOX komplett gehoert hat!!
    • Ich fange mal an. Ist euch beim hoeren des Hoerspiels auch immer wieder die Frankenstein Geschichte in den Kopf gekommen?

      Beim hoeren wurde ich immer wieder an Frankenstein erinnert. Frankenstein mit seinem Versuch, durch Wissenschaft, fantastische Resultate zu erreichen, egal auf welchem Wege und unter Vernachlaessigung jeglicher moralischen Grenzen. Und dann natuerlich die Elektroden im Kopf (zumindest am Anfang bis das Licht erfunden wurde). Fuer mich ist dieses Hoerspiel eine grosse, moderne Hommage an Frankenstein.

      Ausserdem wurde ich auch an diese Geschichten erinnert:

      Captain Future (die Folge mit der Seelentransplantation)
      Zurueck in die Zukunft (die wiederkehrenden Szenen aus anderen Sichtweisen)
      Neuromancer - An diesen Cyperpunkroman wurde ich beim upload ins Gehirn auch erinnert.
      Shakespeare - Generell fand ich einige der Figuren tragisch wie in einer Shakespeare Geschichte.
      Die Fliege - Auch hier wurde eine Person digitalisiert und dann wieder neu erzeugt. Als eine Fliege mit digitalisiert wurde, kam es zu einer genetischen Veraenderung und die Person hatte nach der Neuerzeugung Fliegengene. Das ist aehnlich wie das Mind-Downloading und Uploading wenn es vermischt wird.
    • Ja, an Frankenstein habe ich auch gedacht. :]
      Und an den Film Triangle musste ich denken, den ich sehr mag und mit seinen Wiederholungen sehr einprägsam fand. (Danke @*dot* damals für den Tipp! :) )

      Könnt ihr für euch eine Einteilung bei den Ärzten/Studenten in moralisch (eher) "gut"/nachvollziehbar oder "böse" machen?
      Das finde ich gar nicht so einfach. Der Vater, der (sich) seine Tochter erhalten will, der Mediziner, der Krankheiten ausmerzen/Leben verlängern will. Dagegen die Forscherin, der es "nur" um Ruhm und Erfolg geht?!
      Man neigt dazu, Personen in Schubladen zu stecken oder versucht es (unbewusst), weil es die Welt gefühlt überschaubarer macht.
      Bei solch großen Themen funktioniert das nicht und ich habe mich beim Hören immer wieder gefragt: Mit wem kannst du dich hier identifizieren, wie hättest du es vielleicht gemacht?
      Spannend. :)
    • @Sylphida - Das sehe ich auch so. Sehr schwierig und das ist auch gut so. Ich mag kein Schablonendenken. Auch, dass der Stalker nur als Verdaechtiger herhalten musste und mit den Morden gar nichts zu tun hat, fand ich auch interessant.

      Der Professor war mit am Anfang sehr suspekt. Aber als ich dann immer mehr ueber ihn erfahren habe, empfand ich ihn als sehr tragische Figur und empfand Mitleid. Die Szene in der Jenny mit einmal mit Charlotte (seiner Tochter) in der Gestalt von Kristin auftaucht ist total schaurig. Da ist mir die Kinnlade runtergefallen. Der Professor ist eine tragische Figur, denn ich aber eher in die Kategorie "nachvollziehbar, da verzweifelt" einstufen wuerde. Jenny dagegen ist von Ruhm befallen. Obwohl das auch nicht so einfach ist. Sie hat sicherlich Recht, dass viele bahnbrechende Errungenschaften durch fragwuerdige Forschung erreicht wurde. Ich denke, dass gesamte Team will die Forschung machen, um kranken zu helfen (download brain --> remove bad stuff from brain --> upload fixed brain oder auch --> upload brain into healthy body). Das hat dann ja auch mit guter Absicht angefangen aber dann ist das ganze ausgeufert. EIn ganz wichtiger Punkt dieses Hoerspiels: Wie weit darf Forschung gehen um etwas zu erforschen, dass langfristig sehr positive Auswirkunge haben koennte?
    • Ja, der Professor ist schon tragisch. Sein "Ende" finde ich daher auch sehr passend. Die große Reue kam einfach zu spät.

      Ich überlege mir, wie ich das finden würde als todkranker Mensch - mein Hinterbliebener gestaltet sich ein Abbild von mir, welches mich überlebt. Spoooky. :sinclair:
      Vor allem würde ich als Kranke gerne wissen, was da genau mit mir, meinen Gedanken, meinem "Hirninhalt" gemacht wird - das ist so ein Punkt, der mich bei dem Hörspiel berührt hat.
      Oder natürlich auch die Situation, dass Lena heimlich "mitgeschnitten" wird, was im Nachhinein ein Glück war. Trotzdem...ein unangenehmer Gedanke. :pinch:

      In Hemlock Grove geht es übrigens u.a. auch um die Idee, die Persönlichkeit in einen anderen Körper zu übertragen, fällt mir gerade ein.
    • Interessant. Ich habe gerade Mark Brandis Folge 3 gehoert und dort wurde auch von einem Bewustseins-Download gesprochen. Jedoch mit dem kleinen (aber entscheidenden) Unterschied, dass bei Mark Brandis bei dem Download, der Spender stirbt. Bei Ghostbox kann man ja beliebig viele Downloads machen, ohne das Bewustsein selber zu beeinflussen.
    • Cherusker schrieb:

      Bei Ghostbox kann man ja beliebig viele Downloads machen, ohne das Bewustsein selber zu beeinflussen.
      Oh, ist "Ghostbox" sozusagen SciFi? ?( ?(
      Ich dachte, das sei ein mehr oder weniger auf unserer Gegenwart basierender Thriller mit vielleicht mal der einen oder anderen mysteriösen, evtl sogar "übernatürlichen" Komponente, ansonsten aber doch real?
      Bewusstseins-Downloads klingen ja nicht gerade danach...
      Hm, ich glaube, ich sollte hier nicht mehr einfach so reinlesen =) , sonst sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich für das Hörspiel noch interessiere. Und DAS möchte ich eigentlich absolut nicht! Ich will es mir ja irgendwann noch anschaffen.
      Also lieber :adieu: !
      Obwohl ich schon ganz froh bin, das jetzt zu wissen, da wird es doch klarer, was mich erwartet. ;)
    • Ich hoffe, ich störe hier jetzt nicht die Stimmung, wenn ich mal einen abweichenden Eindruck hier poste.

      Ich muss nämlich gestehen, dass meine Begeisterung sich nach dem Hören doch in Grenzen hält.
      Um nicht missverstanden zu werden: Ghostbox hat seine tollen Momente, man kann sich das Hörspiel gut anhören, kann mühelos darin versinken, die Charaktere sind sehr plastisch, die Handlung die meiste Zeit mitreißend umgesetzt...

      ...und dennoch knirscht's für meinen Geschmack an einigen Ecken und Ende, was die Handlung angeht.

      Die Idee mit dem Erinnerungs-Backup, das übertragbar ist, ist ja zunächst einmal interessant. Und auch ich musste wie @Cherusker spontan an Mark Brandis denken, denn da haben wir etwas ähnliches ja auch gerade erst gehört. Und ich will jetzt gar nicht darüber schwadronieren, ob das nun möglich wäre oder nicht. Ich finde, das wurde gut in die Handlung eingearbeitet und ist insofern für mich eine legitime Handlungsprämisse. Aber wie dann im Weiteren alles aufgderöselt wird, überzeugt mich nicht voll und ganz.

      Das fängt schon mal damit an, dass dreißig Kapitel lang eine ansatzweise verschachtelte und rätselhafte Geschichte kreiert wird, die dann plötzlich in den letzten neun Kapiteln wie aus heiterem Himmel ganz plötzlich aufgelöst wird, indem einfach ein Perspektivwechsel stattfindet. Ich finde, da hätte man eine elegantere Variante finden können, um alles aufzulösen. So erschien es mir sehr mit der Brechstange, als wäre da Herr Menger im Hintergrund, der sagte: So, wir müssen zum Ende kommen.
      Man hätte etwa die Polizisten den Fall auflösen oder zumindest auf Hinweise stoßen lassen können, die die Zusammenhänge entwirren, von mir aus auch Lena oder Alex, aber so, wie man es gemacht hat, fand ich es irgendwie unbefriedigend, auch wenn die Handlung selbst auf den ersten Blick natürlich fesselt.

      Überhaupt haben mich die Handlungsanteile der Polizisten etwas gestört. Sie rennen im Grunde die ganze Zeit der Handlung hinterher und wiederholen meist nur, was der Hörer vorher schon auf anderem Wege erfahren hat. Formal betrachtet, haben sie keinen großen Nutzen. Das finde ich ein wenig schade.

      Und die Auflösung war nicht wirklich überraschend. Dass etwa Hoffmann ziemlich gestört ist, war gleich von Anfang an spürbar. Obwohl es das gar nicht hätte sein müssen. Oder hat ernsthaft jemand daran gezweifelt, dass er es ist, der die Blumenverkäuferin stalkt?
      Und dass er nicht der Killer ist, lag darum auch recht nahe, denn warum sollte man ihn so offensichtlich als Stalker sichtbar machen, wenn er dann auch noch der Mörder hätte sein sollen? Wir dürften alle so thrillererprobt sein, dass wir das schnell durchschauen.

      Gefallen hat mir die Geschichte um den Professor. Überhaupt fand ich die Leistung von Tom Voigt in diesem Hörspiel überragend.
      Die persönliche Dimension, die da zum Tragen kam, hat mir gut gefallen.

      Auch die Studenten waren recht gut gezeichnet.
      Allerdings - dass Jenny dann am Ende zur Serienmordenden wurde, war mir persönlich deutlich, deutlich zu viel des Guten. Eine ambitionierte Studentin, die für ihre Karriere und ihre Visionen über Grenzen geht - okay. Aber eine, die recht plötzlich und mir nichts, dir nichts anfängt, jeden, der ihr im Weg steht, im wahrsten Sinne hinzumetzeln, das fand ich überhaupt nicht glaubwürdig. Da sind mit dem Autoren einfach irgendwann die Pferde durchgegangen, und da hat er dann für meinen Geschmack das Niveau doch leider viel zu sehr sinken lassen. Das hätte nicht sein müssen.

      Was als wohldurchdachter Hochglanzthriller begann, mündet so leider in einer B-Movie-Geschichte nach Art von Anatomie.

      So sehe ich bei dieser Produktion im Ganzen viel Licht und viel Schatten.

      Top sehe ich Folgendes:

      • Die ungewöhnliche Protagonistin, die beinahe narzisstisch die Bühne betritt und im Laufe der Zeit einen Wandel durchmacht.
      • Einen langsamen, aber durchaus unterhaltsamen Storyaufbau.
      • Eine sehr interessante Handlungsprämisse.
      • Großartige SprecherInnen von Tom Voigt über Timmo Niesner bis zu Luise Helm.
      • Immer wieder sehr prägnante und berührende Momente (etwa Stichwort: Charlotte)


      Als kritikwürdig empfinde ich dagegen:

      • Die Handlung ist zu straight; zu wenig überraschende Auflösung.
      • Längen durch Figuren (etwa die Polizisten), die die Handlung meist bloß rekapitulieren, jedoch nicht viel Neues beitragen.
      • Viel zu viele Zufälle und konstruierte Wendungen.
      • Unglaubwürdiger bzw. nicht nachvollziehbar hergeleiteter Bösewicht
      • Auflösung quasi mit der Brechstange.


      Also ich bin hin- und hergerissen. Ich würde dieses Hörspiel keineswegs schlecht bewerten, es hat mich gut unterhalten und trägt in vielen Punkten im besten Sinne die Handschrift Ivar Leon Mengers, wie wir sie aus Monster1983 kennen. Aber euphorisch stimmt es mich auch nicht, dazu hapert's mir an zu vielen Stellen.

      Ich würd's wohl mit vier Sternen bewerten, obwohl es in manchen Punkten einen Hang eher noch zu dreien hat, in anderen wiederum tendiert es eher zu fünf, so dass es sich wohl bei vier Sternen einpendeln würde. Das wäre also alles andere als ein Verriss. Aber das Prädikat Meisterwerk verdient es nach meinem Empfinden nicht. (Aber das ist nur meine persönliche Meinung, mit der ich niemandem ein anderslautendes Urteil absprechen will!! :) )

      Interessant ist natürlich jetzt die Frage, wo man bei einer Fortsetzung ansetzte und wer dann noch mit von der Partie wäre. Ich tippe mal auf die Verbreitung des Lichts, die ja am Ende des Hörspiels bereits angekündigt wird.
      Spannend war ja übrigens auch, dass nach der Verkündung dieser Nachricht aus der Erinnerung geswitcht wird, und es klang mir nach Jenny, die das getan hätte. Oder habe ich mich da verhört?
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Ich moechte mal auf das Ende eingehen. Wie habt ihr das Ende verstanden? Wer sagt am Ende "Command Next". Ist das Lena oder Jenny? Ich dachte, dass das Anna war. @Hardenberg denkt, dass es Jenny war. Kann beides sein. Was denkt ihr?

      Und dann zu dem grossen Ende, was ich total genial fand. Thomas ist ja mit seinem Wissen nach China gegangen um dort weiter zu forschen. Dann kommt einige Jahre spaeter eine Nachrichtendurchsage, in der gesagt wird, dass China grosse Fortschritte gemacht hat und dieses energiesparende Licht erfunden hat (was wahrscheinlich das Mind-Download Licht von Thomas ist). Und dann die Bombe: Deutschland plant dieses Licht Deutschlandweit zu installieren. Damit waere China (oder theoretisch auch Deutschland, wenn sie wissen, was dieses Licht macht) in der Lage, die Gedanken aller Buerger runterzuladen. Voellige Buergerkontrolle waere das Resultat. Das ist meiner Meinung nach ein total geniales Ende, was die anfaenglich guten Absichten der Forscher, die dann moralisch fragwuerdig durchgefuehrt wurde, dann in ein absolut schreckliches Instrument der Massenueberwachung verwandelt. Dieser Satz des Nachrichtensprechers hat meine Kinnlade runterfallen lassen und hat dem ganzen Hoerspiel ganz am Ende nochmal eine wunderbare Wendung gegeben.

      Eine Sache blieb aber im Hoerspiel offen. Ist dies eine Methode von China, wie sie in anderen Laendern spionieren koennen? Oder ist Deutschland damit involviert und will Deutschland diese Technologie bewusst einsetzen, um die eigenen Buerger zu ueberwachen? Das ist offen und koennte in beide Richtungen gehen. In einer potentiellen Fortsetzung wuerden wir das dann wohl erfahren.

      Mich hat das erste Szenario (China will in anderen Laendern spionieren) an die Diskussion ueber Huawei erinnert. Huawei ist eine chinesische Firma, die Ausruestung fuer Mobilfunknetze herstellt. Mobilfunknetze in 4G bestehen aus einem Radio (im Prinzip der Computer auf jedem Standort und kein Rundfunk-Radio) und dann Antennen, Kabel und so weiter. Huawei ist einer der Ausruester der die Radios (oder auch Basisstationen) entwickelt, verkauft und manchmal auch installiert. In den USA ist Huawei und andere chinesische Radio-Hersteller blockiert, da die Regierung sagt, dass Huawei das benutzen wuerde um zu spionieren. Das waere technisch moeglich, da alle Gespraeche ueber diese Radios (oder Basisstationen) gehen. Deswegen sind die chinesischen Hersteller in den USA blockiert. In Deutschland ist Huawei in 4G ganz stark involviert. Es gibt nun eine Diskussion ob man Huawei und ZTE an dem Aufbau von dem 5G Netz beteiligen lassen soll oder nicht. Daran wurde ich erinnert, als ich in Ghostbox den Nachrichtensprecher hoerte, der sagte, dass Deutschland diese Lichter flaechenweit in Deutschland installieren will, da es eine aehnliche Kontrolle erlauben wuerde.

      Fuer mich ein total geniales Ende der Geschichte, welches ein starkes Statement gegen totale Mind-Kontrolle setzt und die Gefahren aufzeigt, die die neuen Technologien fuer unsere buergerlichen Freiheiten bringen koennte.

      Wie habt ihr dieses Ende empfunden?
    • Anna? :gruebel:
      Meinst Du Lena?

      Ich war mir da unsicher, glaubte aber, Jenny herausgehört zu haben.
      Wohl auch, weil die Person auf diese Schreckensnachricht ja sehr abgeklärt reagiert: ein müdes Gähnen und dann einfach weggeswitcht...

      All das, was Du zur Gedankenkontrolle schreibst, sehe ich als Ansatz für eine zweite Staffel. Hier ist davon jedoch noch nicht viel zu sehen.
      Könnte interessant werden.
      Das Licht müsste ja auch nicht mit Wissen der chinesischen Machthaber in Umlauf gebracht worden sein. Es könnten ja auch andere im Hintergrund wirken.

      Ich kann mir da aber jetzt noch keinen konkreten Plot vorstellen. Aber angedacht wird er ja sein, denn die Folgen wurden ja explizit als Staffel 1 beworben. Eine zweite wird es, bei ausreichendem ökonomischen Erfolg, also wohl geben.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Oh, ja. Lena natuerlich. Danke.

      Das Hoerspiel ist seit Erscheinen und auch heute noch auf Platz 1 der Audible Charts. Und von 423 Bewertungen hat es durchschnittlich 4.8 Sterne bekommen. Und mit einem Verkaufspreis von 24,95 Euro denke ich mal, dass das Hoerspiel ein finanzieller Erfolg wird. Ich denke, die Chancen fuer eine zweite Staffel stehen recht gut.

      audible.de/adblbestsellers?ipR…d_r=3VMNK99DKNRNRSXVJV70&
    • So, ich habe gestern endlich fertig gehört. Das Hörspiel hat mir sehr gut gefallen. Es ist aber meiner Meinung nach deutlich weniger rätselhaft als dies noch bei Monster 1983 der Fall war. Mystery wurde deutlich herunter geschraubt. Auch wird die Geschichte (fast) abgeschlossen. Monster 1983 punktete bei mir mit viel Mystery, viel Rätselhaftes, am Ende auch mit Horrortrash. Diesmal setzte Ivar auf eine deutlich geradlinigere Geschichte, die auch mehr im SF-Bereich angesiedelt ist.

      Der Anfang ließ mich fälschlicher Weise schließen die Geschichte nimmt sich dem Thema Sprechfunk mit Toten an. Dem war aber (leider) nicht so. Der Anfang dient wohl eher damit dem Zuhörer die Figur der Lena vorzustellen. Eventuell wird Ivar auf die Tonbandphänomene in der nächsten Staffel näher eingehen. Eine Frage bleibt für mich in diesem Zusammenhang noch offen, nämlich warum man Lena auf dem Tonband hört, als Markovitz nach den jenseitigen Freunden fragt. Was glaubt ihr? Spricht sie aus dem "Koma" aufs Band, weil sie gerade eine Nahtoderfahrung hat? Oder könnte es mit ihrer Ghostboxreise zu tun haben? Oder gehört diese Szene eigentlich bereits zur Staffel 2?

      Neben dem Wissenschaftsteil rund um die Abspeicherung von Gedanken und deren Auswirkungen bietet die Geschichte ja auch einen waschechten Thriller nach dem Kaktusmörder. Ivar verknüpft diese beiden Handlungsstränge sehr gekonnt miteinander, am Ende gehören sie ja zusammen. Der vermeintliche Mörder ist das "kranke" Opfer. Die am Anfang sehr sympathische Jenny ist die Psychopathin, der moderne Frankenstein, Professor Magnus, ist in Wahrheit ein bemitleidenswerter Vater.

      In der Mitte der Geschichte wird sehr viel "geswitched" und ich habe zumindest für kurze Zeit den Überblick verloren wo und wann ich wirklich bin. Auch der sicherlich gelungene Eingriff eine Szene aus einem anderen "Winkel" in guter alter "Zurück in die Zukunft"-Manier zu wiederholen, hat mir ein sehr aufmerksames Hören abgerungen. Hier muss ich beim nächsten hören sicherlich noch einmal ganz genau zu hören. Hier übertreibt es Ivar fast ein bisserl. Ohne Erzähler war es hier gar nicht so einfach zu folgen. Auch der Kniff, dass die Szenen zwischen der Blumenverkäuferin und Hofmann nicht parallel sondern ein Jahr davor geschehen ist, hat was für sich, sorgt aber nicht unbedingt dafür dass man alles zeitlich richtig einordnen kann. Hier muss ich auf jeden Fall in diesem Wissen, dass dies eben nicht gleichzeitig mit der Lena-Geschichte abläuft, noch einmal genau zuhören.

      Irgendwann war ich beim hören auch sehr verunsichert wer denn hier falsch spielt, wobei Jenny immer eine Verdächtige für mich war und welche Gedanken denn nun echt und wahr und welche Gedanken manipuliert waren und so gar nicht stimmen. Auch hier ist ein neuerliches Hören unbedingt notwendig. Gerade am Ende in der Szene als Magnus von der Polizei noch einmal befragt wird, hat es den Anschein, als sei er manipuliert worden. Oder hattet ihr ein anderes Gefühl? Ich hatte doch den Eindruck, dass Jenny hier noch einmal die Finger im Spiel hatte und Magnus mit Ghostbox und Licht falsche Erinnerungen/Gedanken oder vielleicht sogar eine andere Persönlichkeit drauf gespielt haben könnte. Magnus steht am Ende als Kaktusmörder dar. Es wirkt als hätte Jenny die Phantasien und Gedanken von Hofmann in Magnus Kopf eingespielt. Liege ich da richtig?

      Und wo befindet sich denn nun die Ghostbox? Die Polizei sagte man konnte nix finden. Hat sie Jenny in Sicherheit gebracht? Hat sie diese zerstört? Wohl eher nicht. Hat sie Thomas mit nach Peking genommen? Oder ist sie immer noch auf der UNI und die Polizei konnte die Ghostbox einfach nicht als solche identifizieren.

      Und wie interpretiert ihr das Ende? Command next steht für was? Dafür dass wir überhaupt alles in einer Ghostbox gehört haben und Lena (?) immer noch angeschlossen ist und sich einfach zurück erinnert? Oder sagt sie das einfach nur aus Spass weil sie im TV einfach den Kanal wechselt?

      Und was meint ihr zum Thema "intelligentes B-LED-Licht" von Thomas, dass nun über China doch nach Deutschland kommen soll. Ist das die Handlung der zweiten Staffel? Dann würde man wohl vollends in eine SF-Geschichte abdriften, die sich dann wohl nicht mehr in einer beschaulichen Stadt wie Heidelberg abspielen würde sondern man würde wohl eine deutlich größere (Europa)-Bühne benötigen.

      Und wieso arbeitet Lena nun doch wieder bei der Zeitung unter Knoll?

      Die Geschichte selbst hat sehr viele Erinnerungen an Filmen und Hörspielen bei mir hervorgerufen. Die "Gedankenübertragung" hatte bereits unser guter alter HG Francis in der Gruselserie angedeutet, nämlich bei der Todesratte. Die Wechsel zwischen Realität und manipulierter Realität haben mich an 13th Floor erinnert. Natürlich kam mir auch Anatomie Dank Heidelberg und die Wissenschaft in Erinnerung. Ebenso Echos und Flatliners. Und bei der Frage zwischen Wissenschaft und Ethik hat man auch den guten alten Frankenstein im Kopf. Ivar hat sich hier sicherlich von vielen Filmen und Büchern inspirieren lassen.

      Aus meiner Sicht könnte man eine mögliche zweite Staffel entweder an der Tonbandstimmenforschung (darauf lässt Lenas Stimme auf dem Tonband schließen), oder am B-LED-Licht Thema (darauf lässt der TV-Bericht schließen) oder auch am Kaktusmörderthema (darauf lässt Magnus Wunsch nach Kakteen schließen) oder an der Ghostbox (darauf lässt das command next am Ende schließen) selbst, wo immer sie sich befindet anknüpfen lassen.

      Die Ghostbox war ein sehr gutes Hörspiel, das noch lange in mir nachhallt und über dem ich mich sehr gerne mit anderen austauschen würde. In letzter Konsequenz hat mir aber Monster 1983 besser gefallen, weil es mehr Mystery und Dank 80iger Jahre und amerikanischer Tween Peaks Ortschaft auch mehr Atmosphäre bot. Aber das ist nörgeln auf höchstem Niveau, denn oft wird einem eine so spannende und gelungene Hörspielgeschichte nicht geboten. Bravo Ivar!!!
    • @Markus G. -

      Aus meiner Sicht könnte man eine mögliche zweite Staffel entweder an der Tonbandstimmenforschung (darauf lässt Lenas Stimme auf dem Tonband schließen), oder am B-LED-Licht Thema (darauf lässt der TV-Bericht schließen) oder auch am Kaktusmörderthema (darauf lässt Magnus Wunsch nach Kakteen schließen) oder an der Ghostbox (darauf lässt das command next am Ende schließen) selbst, wo immer sie sich befindet anknüpfen lassen.
      Aus meiner Sicht ist die Kaktus-Geschichte auserwählt und die Tonbandgeschichte ist nur dazu da, um Lenas Nahe-Tod-Erlebnis aufzuzeichnen.

      Meiner Meinung sind keine dieser beiden Richtungen Stoff für Staffel 2. Falls die kommt, wird die meiner Meinung nach das Licht und vielleicht auch wieder die Ghostbox thematisieren. Das war halt auch die große Aussage dieses Hörspiels: eine Kritik wie eine Ansicht gut gemeinte Technologie als Instrument in einem Überwachungsstaat benutzt werden kann. Ich denke, dass Thomas eine große Rolle spielen würde. Aber so wie das Hörspiel abgeschlossen wurde, muss man gar keine Fortsetzung machen.

      Dass die Geschichte den Mystery-Faktor minimal hält, und eher in Zukunftstechnologie und ein bisschen SF geht, hat mir gut gefallen. Ich brauche nicht in jedem Hörpspiel Übersinnliches. Das war ein gutes Kontrastprogramm zu Monster 1983.

      @Markus G. - Danke für deine interessanten Eindrücke.
    • Gern geschehen! Das Hörspiel hat mir und meiner Frau großen Spaß gemacht. Wir haben parallel oder gemeinsam gehört.

      Das Tolle an Ivar ist, dass er sich immer wieder was Neues einfallen lässt. Der Prinzessin, Dodo, Dark Side Park, Monster 1983 und jetzt Ghostbox sind sehr sehr unterschiedlich. Nur Porterville hängt sehr eng an Dark Side Park, war ja quasi die Fortsetzung.
      Du hast recht es braucht keine Fortsetzung. Dieses Mal gibt es auch nicht diese losen Handlungsstränge wie bei Monster 1983. Es ist alles viel kompakter. Aber wie geschrieben, ich sehe durchaus 3 oder 4 mögliche Fortsetzungen. Die Frage wo die Ghostbox ist oder warum denn Lenas Stimme auf dem Tonband zu hören ist, sind nicht geklärt und lassen Spekulationen zu. Das tut der Geschichte auch gut. Alles muss man nicht bis ins Detaiö wissen, selbst wenn es keine Mysterystory ist.
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