Mark Brandis - 21 - Die lautlose Bombe (1 von 2)

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    • Mark Brandis - 21 - Die lautlose Bombe (1 von 2)



      Mark Brandis - 21 - Die lautlose Bombe(1 von 2)

      Zum Inhalt:
      Was zunächst als kurzer Urlaub geplant war, entwickelt sich für Mark Brandis und seine Frau zum Albtraum. Ruth O'Hara wird von einer Ameise gebissen und erleidet einen Allergieschock. Zwar gelingt es dem Commander, sie in ein Krankenhaus zu bringen, doch dort muss sie in ein künstliches Koma versetzt werden. Als ob das nicht schon genug wäre, steht auch noch sein jüngerer Halbbruder Jonathan unter dem dringenden Verdacht, mit Terroristen gemeinsame Sache zu machen, die durch einen von ihm entwickelten Virus die Union und die Republiken erpressen.



      Zur Produktion:
      Nach dem Ausflug ins All, siehe "Siriuspatrouille", ist diese Folge erdgebunden und beschäftigt sich mit einem durchaus zeitgemäßen Problem, welches bereits in vergangenen Folgen immer mal wieder angesprochen wurde: der Terrorismus. Schon heute fürchten viele Politiker, daß es Extremisten gelingen könnte, an bakteriologische Waffen zu gelangen, um damit Staaten zu erpressen. Welch grauenhafte Folgen das haben kann, verdeutlichte der Gifgasanschlag in der Tokioter U-Bahn vor 17 Jahren.
      Wer die Serie bisher verfolgt hat, weiß, daß es leider nicht sonderlich gut um die Ehe der Brandis' steht. Immer wieder versucht das Paar, sich für eine längere Aussprache Freiräume zu schaffen, aber selbst wenn ihm mal genügend Zeit bleibt, funkt das Schicksal dazwischen, und es klappt doch nicht. Neben der Sorge um seine kranke Frau, muss der beruflich stark eingespannte Commander nun auch noch der Geheimpolizei helfen, seinen Bruder zu finden. Wen wundert es also, daß sich Brandis aufgrund dieses Druckes betrinkt und entsprechend irrationale Handlungen begeht, denn auch ein Held wie er ist letzten Endes nur ein Mensch.
      Da Manuskriptverfasser Balthasar v. Weymarn viel Wert auf die Charakterisierung der einzelnen Personen legt, wird den Figuren entsprechend Raum zur Entfaltung gegeben, wobei auch der Bezug zu alten Folgen (hier z.B. Testakte Kolibri und Die Vollstrecker) nicht zu kurz kommt. Aufgrunddessen entwickelt sich die Geschichte, abgesehen von der dramatischen Introszene, zwar eher langsam, aber das tut dem Hörvergnügen keinen Abbruch, zumal die aufgebaute Spannung konstant gehalten und am Ende sogar nochmal gesteigert wird. Lediglich der Schluß konnte mich nicht so ganz überzeugen, da der sonst beim jeweils ersten Teil einer Doppelfolge übliche Cliffhanger komplett fehlt.
      Joachim-C. Redeker leistet auf dem Gebiet von Sounddesign und Musik ganze Arbeit. Mit Hilfe seiner teils sphärisch anmutenden Klänge, die sich mit wuchtiger Orchestermusik abwechseln, und dem Einsatz vielfältiger Geräusche, wie zum Beispiel die futuristische Polizeisirene, gelingt es ihm, eine Science-Fiction-Atmosphäre zu schaffen, die im Hörspielbereich ihresgleichen sucht. Egal ob sich Brandis mitten im südamerikanischen Urwald oder in einer miesen Spelunke befindet, man bekommt stets den perfekten Sound geboten. Obwohl es streng genommen nicht direkt zum Hörspiel gehört, möchte ich doch das beiliegende Booklet nicht unerwähnt lassen. Hier findet der interessierte Leser nämlich Hintergrundinformationen zu Personen und Begebenheiten, die das akustische Erlebnis noch vertiefen.


      Zu den Sprechern:
      Trotzdem Dorothea Anna Hagena(Ruth OŽHara) nur eher kurz auf der Szene erscheint, gelingt es ihr doch, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ihr Spiel ist dermaßen intensiv, daß sie auch nicht viele Worte braucht, um den Wandel von selbstsicherer Genervtheit zu erschreckender Schwäche glaubhaft darzustellen. Ebenso großartig ist ihr Ehemann Michael Lott(Cmdr. Mark Brandis), der hier endlich mal wieder die Hauptrolle innehat. Seit der ersten Folge ist es Lotts ausdruckstarke Art, die dem innerlich zerissenen Commander mit der doch immer menschlichen Seite seine Glaubhaftigkeit verleiht. Genau wie Hagena versteht er sich darauf, innerhalb einer Szene ein ganzes Repertoire an unterschiedlichsten Gefühlen auszudrücken, was er unter anderem seine inneren Monologe effektvoll verdeutlichen. Oliver Seidler(Dr. Gomez) richtig zu beurteilen, fällt mir schwer, da seine Stimme größtenteils nur verzerrt wiedergegeben wird, und über Wolf Frass(Prolog) kann ich nur sagen, daß dessen seit nunmehr 21 Folgen unveränderte Einführung bei mir immer noch für Gänsehaut sorgt. Normalerweise agiert Joachim-C. Redeker(Dr. Philipp) eigentlich hinter den Kulissen, aber in dieser Folge spricht er auch eine größere Rolle. Seine Interpretation des kurz angebundenen Doktors, der nur wenig Zeit oder Verständnis für seinen Patienten hat, ist gut, erreicht aber nicht ganz die Qualität der meisten anderen Sprecher. Jacob Weigert(Jonathan "Nat" West) wirkt so sympathisch in der Rolle des kleinen Bruders, daß es dem Hörer schwerfällt, in ihm einen Verbrecher zu sehen, während Daniel Montoya als Geheimagent José Verasteguí ein wenig blass bleibt. Elena Wilms macht Spaß als von Brandis' Verhalten aus der Routine gerissene Abflugskontrolleurin. Anke Reitzenstein(Porta Stellaris) spricht dermaßen sachlich, daß sie wie eine Beamtin klingt, während Stefan Peters(Magnus Sauerlein) schon beinahe kriecherisch rüberkommt. Gerhart Hinze(John Harris) bleibt seinem Portrait des meist leicht verärgerten und zu allem entschlossenen Chefs treu, und Eva Gaigg(Marie-Christine Rousseau) ist klasse als zunächst kurz angebundene und dann zunehmend verunsicherte Freundin von Jonathan. Martin May(Cpt. Esko Tuomi) hat erneut nur einen eher kurzen, aber durchaus gelungenen Auftritt. Außerdem kommt es zu einem "Wiedersehen" mit David Nathan(Cpt. Grigori "Grischa" Romen), der in seiner fröhlichen Art einen guten Kontrast zu dem eher düsteren Commander bietet.
      Obwohl ihre Texte teilweise genauso lang sind wie die anderer Sprecher, werden folgende Akteure zwar namentlich aufgelistet, aber nicht ihren Rollen (Nachrichtensprecher, Arzthelferin, Pfleger, Kellner, Barbesitzer, Polizisten und Casinomitarbeiter) zugeordnet: Melanie Blenke, Jens Gümmer, Marco Gehrmann, Michael Hansonis, Stefan Kretschmer und Sebastian Pütz.



      Fazit:
      Ruhiger Auftakt, bei dem vor allem die Akteure im Vordergrund stehen.



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      Ich denke ununterbrochen daran.