Keltenkind

    • Keltenkind

      Buch und Hörspiel von Steffen Ziegler

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      Inhalt (Homepage):

      Mitteleuropa vor 2000 Jahren. Die Kultur der Kelten hat ihren Höhepunkt längst überschritten. Viele Kelten haben sich dem Druck der einwandernden Germanen gebeugt und sich in den Schutz des römischen Reiches geflüchtet.
      Im heute mittelhessischen Raum sind nur noch wenige Kelten verblieben. So auch die Drudas Belana, deren Sohn Velent sich in das Römermädchen Luna verliebt. Doch die Wirren der Zeit reißen die beiden immer wieder auseinander.

      Inhalt (Audible):

      9 n. Chr.. Die Botschaft, im Norden Germaniens drei Legionen verloren zu haben, erschüttert das römische Reich bis ins Mark. Der Winter naht. Für einen Gegenschlag fehlen Zeit und Legionäre. Deshalb gibt Rom den Befehl, sich hinter den Rhein zurückzuziehen. Alle Stützpunkte jenseits des Flusses werden aufgegeben und niedergebrannt. So auch der Marktort Mattiacum an der Logana (Lahn). Die Junge Römerin Luna kehrt jedoch, gemeinsam mit ihrem ehemaligen griechischen Sklaven und väterlichen Freund, Menelaos, in die Ruine zurück.
      Sie glaubt, dass Velent, ihre große Liebe, sie nur dort finden wird, denn ebendort hatte er sie zurückgelassen, um Swidger, den Freund seiner Kindheit, vor dem vermeintlich sicheren Tod in der Varusschlacht zu bewahren, in die er ihn getrieben zu haben glaubt. Auf der Suche nach einer Erklärung für Velents Entscheidung, die Freundschaft über die Liebe zu stellen, beginnt Luna damit, Velent einen Brief zu schreiben, in dem sie sich an ihre gemeinsame Zeit erinnert.


      Viel mehr dazu auf dieser sehr informativen Homepage.


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      Ich bin gerade beim Stöbern bei Audible über dieses Hörspiel gestolpert.

      Scheint eher in Richtung Fan-Fiction und Amateur- oder Hobbyproduktion zu gehen.
      Aber das ist jetzt natürlich absolut nicht negativ gemeint.

      Bin neugierig geworden und werde das in naher Zukunft gerne mal hören. :smile:

      Gruß, Frank
      Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.
    • Vielen Dank, @Frank. Historische Themen sind schon mal grundsätzlich interessant. Aber bei den Hörproben auf der claudio.de Seite reißt mich das Hörspiel jetzt nicht vom Hocker. Scheint auch sowas wie einige Hörspielszenen mit hohem Erzähleranteil zu sein.

      Aber die Geschichte klingt interessant, vielleicht werde ich da als Buch zugreifen.
    • Frank schrieb:

      ...
      Aber wer nicht wagt ...
      @gruenspatz Ich habe es inzwischen gewagt ...


      Ich finde sowohl die Story als auch die Art und Weise, in der sie präsentiert wird, faszinierend.

      Die Geschichte wird auf drei verschiedenen Ebenen erzählt, wobei "erzählt" genau der richtige Ausdruck ist.
      Dies ist kein Hörspiel im eigentlichen Sinne.

      Da ist erst einmal der unbekannte römische Geschichtsschreiber, der die Geschichte im Rückblick erzählt.

      Dann ist da Luna, die durch ihren Brief ebenfalls im Rückblick erzählt.

      Und dann gibt es auch tatsächlich Hörspielszenen, die in der jeweiligen Gegenwart angesiedelt sind.
      Aber auch diese beinhalten einen recht hohen Erzähleranteil.

      Die Aufteilung liegt etwa bei 60 - 10 - 30.
      Also viel mehr Hörbuch als Hörspiel.
      Für mich persönlich aber absolut kein Problem.


      Die Geschichte ist auf vier Bände ausgelegt, dies gilt dann natürlich auch für die Hörspiele.
      Hier im ersten Teil wird von Velents Kindheit erzählt.
      Die Hauptpersonen sind er und Swidger, aber auch seine Mutter Belana.


      Insgesamt hat mir Keltenkind sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die weiteren Teile.

      Gruß, Frank
      Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.
    • Ich habe Keltenkind tatsächlich im Urlaub geschafft. :smile:



      2009 wurde bei Wetzlar der vergoldete Pferdekopf eines Reiterstandbilds gefunden.
      Dieser Fund inspirierte Steffen Ziegler zu seinem Roman Keltenkind, auf dem das gleichnamige Hörspiel basiert.

      Pferdekopf-Waldgirmes-01.jpg
      Bildquelle: Wikipedia
      This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

      Erzählt wird vor dem Hintergrund der bald aufziehenden Varus-Schlacht die Lebensgeschichte Velents.
      Velent ist Ubier und gehört damit zur Volksgruppe der Kelten, die von den eingewanderten Germanen immer mehr zurück gedrängt werden.

      Erzählt wird von seiner tragischen Liebe zur Römerin Luna und seiner Freundschaft mit Swidger, einem Matten (Germanen).
      Die Handlung erstreckt sich über ca. 20 Jahre, und auch der vergoldete Pferdekopf und das dazugehörige Standbild spielen eine Rolle.

      Es ist eine harte und grausame Zeit, an Altersschwäche stirbt niemand.
      Die einzelnen Stämme der Germanen sind sich untereinander spinnefeind und bekriegen sich regelmäßig,
      und dann sind da ja auch noch die Römer ...


      Das Hörspiel hat mir wirklich sehr gut gefallen.
      Die Handlung wird auf drei verschieden Ebenen erzählt:

      - Vom unbekannten römischen Schreiber im Rückblick.
      - Von Luna in ihrem Brief, ebenfalls im Rückblick.
      - Im Hörspiel in der Gegenwart.

      Die Geschichte nimmt sich besonders zu Beginn viel Zeit, und die drei Erzählebenen sind noch weit voneinander entfernt,
      sowohl inhaltlich als auch zeitlich.
      Doch mit zunehmender Dauer nimmt die Story deutlich an Fahrt auf und als Hörer taucht man immer intensiver ein.
      Und auch die drei Erzählebenen kommen sich immer näher, bis am Schluss dann alles parallel abläuft. Toll gemacht.


      Die vier Sprecher der Hauptfiguren ...

      Jan Vering als Römischer Schreiber (Erzähler)
      Jördis Tielsch als Luna (Brief)
      Torben Föllmer als Velent
      Milan Pesl als Swidger

      ... verfügen zwar über Bühnenerfahrung als Sänger/Musiker/Schauspieler,
      aber keiner von ihnen ist ausgebildeter Sprecher.
      Dennoch, oder gerade deswegen, haben sie mir sehr gut gefallen.
      Frische und unverbrauchte Stimmen, die ich als sehr passend und authentisch empfunden habe.
      Es ist vielleicht ein wenig unfair den anderen gegenüber, aber besonders hervorheben möchte ich Jan Vering,
      der damals bestimmt schon in Reimen und Versen geträumt hat.

      Gut gefallen hat mir auch die stimmige Musik, wobei jede Erzählebene ihr eigenes Thema hat.
      Allerdings muss ich aber auch zugeben, dass es sich auf Dauer schon etwas wiederholt und vielleicht sogar irgendwann als "nerviges Gedudel" empfunden werden kann.
      Dies war bei mir aber nicht der Fall, das möchte ich ausdrücklich betonen!
      Auch die Übergänge zwischen den Stücken sind manchmal etwas abgehackt und holprig.
      Hier merkt man der Produktion das eher "amateurhafte" schon etwas an.
      Auch generell kann das Hörspiel mit aktuellen professionellen Hochglanz-Produktionen nicht mithalten, was es aber wohl auch gar nicht will.
      Und dieser Umstand wird dann ja auch einerseits durch die Geschichte, andererseits durch Leidenschaft und Herzblut aller Beteiligten wieder ausgeglichen.

      Keltenkind ist kein Hörspiel im klassischen Sinne.
      Extrem hoher Erzähleranteil, ca. 20 Stunden Laufzeit und definitiv nicht zum Nebenbeihören geeignet.

      Mir hat das Werk sehr gut gefallen! :]

      Gruß, Frank
      Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.
    • Danke für deine ausführliche Erklärung zum Hörspiel "Keltenkind" @Frank.

      Ich stand auf der Hörmich auch am Stand und habe überlegt, ob ich das Hörspiel mitnehme. Aber da ich mich noch dunkel an eine Hörprobe erinnern konnte, die mir leider nicht so zugesagt hat, habe ich es dann gelassen.

      An der Geschichte bin ich aber sehr interessiert. Und auf Grund deiner Beschreibungen, Frank, werde ich hier wohl doch lieber zum Buch/zu den Büchern greifen.