Tinnitus

    • Heute erscheint:



      Inhalt:
      Tim ist 16, als er die gleichaltrige Lena unter Drogen auf einer Party vergewaltigt. Vier Jahre später wird er aus der Haft entlassen und soll ein neues Leben beginnen. Doch die Auswirkungen seiner Tat dauern an – und lassen weder ihn noch Lena los.
      Der Hörer taucht in Tims und Lenas Leben ein, erlebt ihre Kämpfe und Sorgen mit, und lernt ihre Gefühlswelt zu verstehen. Ohne das Thema Vergewaltigung zu verharmlosen oder Tims Schuld zu mildern, portraitiert Max Benyo einen jungen Mann, der nicht nur das Leben seines Opfers, sondern auch sein eigenes zerstört hat und nun damit leben muss.
      Ein Hörspiel wie „Tinnitus“ geht unter die Haut. Zu diesem Zweck verließ die Lauscherlounge die üblichen Produktionswege und nahm nicht im Tonstudio auf, sondern draußen, an Originalschauplätzen, ähnlich einem Filmdreh. Damit wird ein hyperrealer Sound erzeugt, der das brisante Thema authentisch und eindringlich hörbar macht.
      Mit den Schauspielern Jonathan Berlin (2018 mit dem „Deutschen Schauspielpreis“ und dem „New Faces Award“ ausgezeichnet) und Elisa Schlott in den Hauptrollen sowie Max Benyo als Autor und Regisseur konnten namhafte Nachwuchs-Stars der deutschen Filmlandschaft für das Hörspiel gewonnen werden.

      Sprecher:
      Jonathan Berlin / Elisa Schlott / Ole Herrmann / Vera Teltz / Uwe Preuss / Christian Koerner / Anian Zollner / Cathlen Gawlich / Anne Isensee / Hendrik Heutmann / Christopher Reinhardt / Thomas Helle / Anton Andreew / Peter Sura / Sylke Enders / Axel Werner / Mohamed Issa / Pablo Grant / Sebastian Kaufmane / Tobias Schenke / Arne Augustin / Wolfram Liehm / Julia Jendroßek / Omid-Paul Eftekhari / Luise Dengel / Maria Lehberg / Cristina Todorova / Estefania Sanlorenzo / Valentin Perez / Axel Deller / Lisa Laux / Jo Atzinger / Daniela Herr / Agnes Thiemann / Valentin Rövenstrunck / Katharina Ingwersen / Katharina Mühl uvm.

      Produktion:
      MUSIK: Sebastian Schmidt (Titelmusik, Szenentrenner und Scores)
      SOURCE MUSIK: Ben Valdern / Johannes Brandner / Audeeyah UG / Valentin Rövenstrunck / Raphael Schindler aka Radsch / Domenico Scarlatt / Piro / Falk Wöhrle / Johannes Brandner / Thilo Masuth
      AUFNAHME & SOUND: Valentin Rövenstrunck, Robert Lehnert und Jana Peil

      Eine Hörprobe gibt es hier.

      Bestellbar u.a. bei:
      Amazon
    • Ich habe gerade bei Amazon gesehen, dass die CD keine Audio-CD sondern einen MP3-CD ist. Interssant. Ich wundere mich, wie lang das Hoerspiel wohl ist, dass man diesen Weg gegangen ist. Bei Amazon hat die Downloadverion 89 Tracks. Nach einem kurzen Ueberfliegen der Laufzeiten der 89 Tracks, scheint das Hoerspiel ca. 2.5 Stunden lang zu sein. Die Hoerprobe hoert sich super an. Schade, dass Audible das Hoerspiel nicht gelistet hat. Wahrscheinlich aufgrund des Vertriebs ist es bei Amazon.com als Musik und nicht als Hoerbuch gelistet. Hmm ... :gruebel:

      EDIT: 131 Minuten. Auf der Lauscherlounge Seite steht es. Hier gibt es auch eine bessere Hoerprobe und viele weitere Informationen.

      lauscherlounge.de/discography/tinnitus/
    • Cherusker schrieb:

      Ich habe gerade bei Amazon gesehen, dass die CD keine Audio-CD sondern einen MP3-CD ist.
      Diese Information findet sich auch im Tag. ;)

      Cherusker schrieb:

      Auf der Lauscherlounge Seite steht es. Hier gibt es auch eine bessere Hoerprobe und viele weitere Informationen.

      lauscherlounge.de/discography/tinnitus/
      Auf die Hörprobe habe ich ebenfalls bereits im Eingangspost hingewiesen. :)
    • Die Lauscherlounge feiert 15. Geburtstag und haut aus diesem Anlass einen raus.

      Wie der Klappentext verdeutlicht, geht es dabei weniger darum, Geld zu verdienen, sondern eher um Ruhm und Ehre.

      Erst einmal der Tipp, bloß nicht die (mir nicht bekannte) Hörprobe anhören, egal welche paar Minuten sie dafür genommen haben, so funktioniert das nicht. Es ist kein Hörspiel, dass einen sofort einfängt und dann nicht mehr loslässt. Lässt man sich aber darauf ein und gibt der Geschichte ein wenig Zeit, dann wird man konsequent in den Schwitzkasten genommen und kommt auch nicht mehr raus.

      Ganz schlechte Idee, einfach mal kurz vor Mitternacht anspielen und schauen, was das Ding kann. Vermutlich schläft man bei der Thematik eh bald ein. Dann sind um 2:15 Uhr die Augen noch ganz weit geöffnet und man braucht eine Ferienbande-Folge, um wieder runterzukommen. Und verpennt dann natürlich, dass der Klempner um 9:30 Uhr auf der Matte steht, die Frau kommt um 10 mit der Tochter zurück vom Spielplatz, man wird gewaltig angegiftet vor dem ersten Kaffee ... OK, ich schweife ab.

      Also, die Hauptdarsteller sind absolut Bombe, der Ton auch, das Ding ist innovativ, modern, was halt immer gefordert wird, gell, @Fader

      Fazit: Ich nehme die Bewerbung als "Bestes kommerzielles Hörspiel 2018" wohlwollend zur Kenntnis. Wobei "kommerziell" nur nach der Papierform, Titel, Inhalt, Cover, alles Kassengift.

      Freue mich auf weitere Meinungen, zum Inhalt kann man dann sicher weiter ins Detail gehen, wobei natürlich der Spoileralarm an jeder Ecke klingelt.
      Kuck, Mama, ein Kolonist - Nein, mein Kind, s ist ein Tourist - Das Peitschen hier ist nur ein Spiel - Die Sklaven wissen um das Ziel.

      Für Weiß und Schwarz ists ganz schön hart - Und Urlaub hier ist echt apart - Geschichte, ach, das ist mir was - Ich hab genug, lassen wir das.

      Ich will niemand leiden lassen - Und schrein vor Schmerz und Pein - Lieber wollen wir tanzen gehn - Für immer Freunde sein.
    • Habe mir das Hörspiel eben auch über Spotify angehört. Mit einer Länge von 2 Stunden und 10 Minuten schon mal kein Hörspiel, um es zwischendurch zu hören.

      Kurz gesagt: Es ist innovativ, es ist ein aufreibendes Thema und es ist anders gemacht, als die anderen Hörspiele, die so auf dem Markt sind. Und anscheinend ist es nicht mein Geschmack. Hatte schon bei "Übernacht" das Problem, dass ich die durchweg positiven Stimmen nicht nachvollziehen konnte. War okay, aber um es öfter zu hören, fehlt mir einfach irgendwas. Alles weitere im Spoiler.

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      Wie schon erwähnt, innovativ. Die Sprecher wurden nicht im Studio aufgenommen, sondern an realen Schauplätzen. Wenn man über Kophörer hört, kann man alles verstehen, aber manchmal ist es auch plötzlich ziemlich laut. Kein Wunder, dass das Hörspiel Tinnitus heißt, bei Lenas Schrei, als sie vergewaltigt wird, bekommt man einen, wenn man ihn nicht vorher schon hat.

      Mag sein, dass das Verhalten und die Sprache bei Drogen komsumierenden Jugendlichen so ist. Aber ich fand es einfach nur nervig. Entweder bin ich schon zu alt dafür oder ich war nie in dem Alter. Ja, es spiegelt die Realität wider und ich möchte Vergewaltigungen jetzt auch nicht verharmlosen. Es ist sicherlich mit das Schlimmste, was einem Menschen (egal ob Frau oder Mann) passieren kann. Und wenn, wie hier, daraus auch noch ein Leben, ein Kind, entsteht, ist es natürlich besonders schlimm.

      Ich war zwar besonders am Anfang kurz davor, das Hörspiel abzuschalten, aber ich habe trotzdem weitergehört. Ich habe, muss ich dazu sagen, das Hörspiel von jemanden empfohlen bekommen, vielleicht habe ich es deshalb auch zuende hören wollen. Jedenfalls nach dem Anhören des gesamten Hörspiels kann ich für meinen Geschmack sagen, dieses Hörspiel ist nichts für mich. Das Hörspiel regt sicherlich zum Nachdenken an. Alle verurteilen Tim auch nach Jahren, auch nach Verbüßen der Haftstrafe, für eine Tat in seiner Jugend. Lena, die sich trotz der Tat in Tim verliebt hat, gegen den Rest der Welt.


      Vielleicht bin ich schon zu abgestumpt oder langweilt Realität in Hörspielen mittlerweile schon?
    • Das Hoerspiel gibt es jetzt auch auf Audible.com und ich habe es mir gerade gekauft. Ich bin gespannt.

      @Deodato - Versuch es mal mit Qi-Gong mit asiatischer Entspannungsmusik. Damit habe ich meinen Tinnitus unter Kontrolle bekommen und ich höre ihn nicht mehr. Ihn als ein Teil von dir zu akzeptieren ist meiner Ansicht nach der Schlüssel, ihn zu ignorieren zu lernen. Viel Glueck!
    • Was mich und meine die Meinung zum Hörspiel angeht, kann ich GrimReaper voll zustimmen: Für mich ist Tinnitus das beste kommerzielle Hörspiel 2018.

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      Sprecher, Ton, Geräuschkulisse und Musik sind, wie eigentlich immer bei der LauscherLounge, hervorragend. Die Sprecher lesen nicht nur ihr Skript vor, sondern bringen ihre Figuren absolut glaubwürdig rüber.

      Die Geschichte von Max Benyo hat mich schnell in ihren Bann gezogen: spannend war, dass ich mich die ganze Zeit gefragt habe welche Richtung sie einschlagen würde. Weil sie weitgehend aus der Sicht von Tim erzählt wird, lag seine Gedankenwelt die ganze Zeit über offen. Anders bei Lena, da konnte ich nur versuchen ihre Gedanken und Gefühle zu verstehen, um nachzuvollziehen warum sie sich dazu entschieden hat mit Tim Kontakt aufzunehmen. Ich denke für die allermeisten Menschen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, wäre dieser Schritt undenkbar. Da die Kontaktaufnahme am Anfang recht holprig ist und Lenas Motivation erst kurz vor Ende des Hörspiels klar und deutlich enthüllt wird, hatte ich lange Zeit den Zweifel im Hinterkopf es könnte doch einfach nur um Rache gehen. Wie gut, dass es anders war, denn das wäre einfach zu platt gewesen. So kann ich für mich festhalten, dass mich diese ungewöhnliche Geschichte über zwei Menschen, die Opfer und Täter sind und vorsichtig versuchen sich einander anzunähern, sehr gerührt hat.
      Bei all dem Verständnis, das ich für Tim entwickelt habe, hat mich jedoch geärgert, dass er nicht zu Beginn des Kontakts oder spätestens in dem Moment, als er mit Lena darüber spricht, dass sie nicht ihr Abitur machen konnte, mal aus seiner Scharm und Schüchternheit ausgebrochen ist und Lena klar und deutlich um Entschuldigung dafür gebeten hat, dass seine Tat ihren bis dato geplanten Lebensweg völlig zerstört hat.

      Auch, wenn die Geschichte eine andere war, hat es mich Tinnitus thematisch an den Film Boy A erinnert, in dem es um die Frage geht, ob jemand, der eine schreckliche Tat begangen hat, seine dunkle Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen kann... und, ob das überhaupt möglich ist.

      Allen, denen das Hörspiel nicht so gut gefallen hat, kann ich nur sagen: Geschmäcker sind eben verschieden. Geschichten, die eine Person sehr ansprechen und in ihren Bann ziehen, müssen nicht zwangsläufig bei anderen das gleiche Gefühl auslösen. Zudem ist das persönliche Empfinden, wie einem ein Hörspiel oder Film gefällt, häufig auch einfach von der aktuellen Stimmung abhängig.
      Alle Rechtschreib- und Grammatikfehler sind Absicht und haben einen pädagogischen Wert. Sie wurden von einem achtköpfigen Expertenteam speziell für diesen Beitrag zusammengestellt.
      Gilt auch einzelne fehlende Worte. In Schule man das Lückentext.