Info Gabriel Burns - Die Serien-Besprechung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen zum Thema Cookies finden Sie hier und in unserer Datenschutzerklärung

    • DarkM schrieb:

      @Hardenberg: ich hoffe du kannst mein Anliegen ein wenig nachvollziehen. Ich will dir auch nichts Böses. Auf gute Nachbarschaft im Forum.
      Ich bin mir sicher das Hardenberg sich über deinen ausführlichen Kommentar freuen wird!
      Von mir auch ein Danke dafür schonmal! :hutheb: :thumbup:

      Ich finde es super, wenn es eine Diskussion über Folgen oder die Serie insgesamt gibt.
      Kaum etwas ist langweiler, als wenn jemand wie er sich viel Mühe macht und dann keiner etwas dazu schreibt.

      Deswegen schreibe ich auch immer mal wieder etwas, obwohl ich jede Folge nur einmal gehört habe und dies auch schon viel, viele Jahre her ist.

      Ich würde mich wirklich freuen, wenn du öfter etwas dazu schreibst!
      Du brauchst auch nicht extra die Kinder ins Bett schicken deswegen :hrhr2:
      Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten
    • Smeralda schrieb:

      DarkM schrieb:

      @Hardenberg: ich hoffe du kannst mein Anliegen ein wenig nachvollziehen. Ich will dir auch nichts Böses. Auf gute Nachbarschaft im Forum.
      Ich bin mir sicher das Hardenberg sich über deinen ausführlichen Kommentar freuen wird!

      Und damit hast Du natürlich völlig recht. :zustimm:
      Ich freue mich auch über jeden Beitrag, bei dem die Ansicht von der meinen abweicht, vor allem natürlich wenn es auch gut begründet wird.

      DarkM schrieb:

      Hallo Hardenberg,

      ich finde es toll, dass die Hörspielserie durch deine Zusammenfassungen wieder in Erinnerungen gerufen wird.
      Habe die bisherigen Rezensionen immer gelesen, als jedoch nun auch eine meiner Lieblingsfolgen - Folge 30 - regelrecht zerrissen wurde,
      finde ich mich doch mal aktiv an der Tastatur wieder. Kinder schlafen schon, alles gut. Da darf man mal. Sie haben keine grauen Haare und reden viel - ich brauche mir da keine Sorgen machen.

      Insgesamt kam mir ab Rezension #19 mit jeder weiteren Rezension das Gefühl hoch, dass da jemand einen Groll wegen dem Autorenwechsel hegt. Und dieser zieht jede Folge in der Bewertung mindestens einen Stern herunter.

      Ich höre die komplette Serie ca. 2x im Jahr komplett durch. Von Folge 1-35 inklusive der etwas leidigen Hörbücher, die man niemals hätte in die Serie einreihen sollen. Und schon gar nicht als eine Folge 0 in der vieles vorweggenommen wird. Egal ich verhaspele mich. Einbahnstrasse. Immer geradeaus weiterfahren.
      Ich kenne die Serie in- und auswendig würde ich sagen und finde mich beim hören vieler anderer Hörspiele immer ertappt bei dem Gedanken "Mensch...das langweilt...jetzt müsste mal wieder der Burns her." Bei einem Döring passiert das nicht unbedingt, der begeistert auch.

      Was ich damit sagen will. Die Serie ist in meinen Augen immer noch einer meiner Top-Favoriten, wenn man das Autoren-Drama, das Labelwechsel-Drama die langen Wartezeiten und die Persönlichkeit eines Sassenbergs inklusive Forenschliessung mal ausklammert.

      Auch mir ist ab dem Afrika-Zweiteiler ein Abfallen der inhaltlichen Qualität direkt aufgefallen, der Zweiteiler zählt auch zu den Stiefkindern meiner Sammlung und würde ganz hinten hinter den anderen CDs verschwinden, wenn die Remastered-Edition im Regal nicht so einen schönen Rücken ergeben würde. Tatsächlich fand ich aber, dass sich das ganze schnell wieder erholt hat und viele der kleineren Ungereimtheiten durch den tollen Soundteppich und die Stimmung mit pointiertem Sprechen und gekonnten Pausen mehr als wettgemacht werden. Ich habe mich auch tatsächlich nie wirklich gelangweilt und es war im Groben immer irgendwie stimmig. Wer nach Fehlern sucht, wird auch immer welche finden.

      Die Entdeckung der Geburtsstätte des Grauen Engels im Ammoniten, der Fall des ersten fahlen Ortes und die Offenbarung, wie es denn tatsächlich um Gabriels/Stevens Persönlichkeit steht, die in meinen Augen sehr atmosphärische Folge Zwiespalt und das gekonnte zuspitzen des Plots bis zum Finale der Folge 30... Das war damals schon der Hammer. Bei jedem Durchgang. Ein toller Einstieg mit der Radioübertragung. Eine faszinierende Szene mit dem Wolframtor. Viele weitere bekannte Elemente der Serie wurden in Folge 30 verknüpft. Die Skorpione, die Zauberer, die Kinder, die grauen Engel, eine Quasi-Nebelsee-Zitat-Szene, das Dröhnen, der See, die weisse Villa, Bakermans Vision (die ich total klasse fand). Und auch jetzt noch bekomme ich bei Folge 30 Tränen in den Augen und es zieht mir das Herz zusammen, wenn Gabriel seinen Bruder in den Armen hält und dieser ihm noch ein paar Worte mitgibt. "Glaubst du an Engel?". Welche Worte erwartest du von einem kleinen Jungen, der im Sterben liegt? In so einer Situation suche ich nicht nach Fehlern, sondern lasse mich auf die Stimmung ein und fühle mich in den Charakter. Das ist "Kino für die Ohren". Für die Nutzung dieses Satzes gehen 30 Euro in die Lizenzkasse von Herrn Hrissomallis. ;-) "Here Comes the Flood" selten so gehört. Und gekonnt mit dem Gabriel Burns-Theme verknüpft. Als das Theme mittendrin ungewohnt endet habe ich meinen CD-Spieler fast auseinandergenommen und direkt nochmal einen anderen ausprobiert. Das kann doch da jetzt nicht zu Ende sein. Nach dieser Folge konnte ich Nächte lang nicht schlafen. Also höchstens dafür einen Stern Abzug. Hier muss ich Herrn Sassenberg aber doch auch nochmal tadeln. In der Remastered Folge 30 wurden die Endtracks (absichtlich?) getauscht. Es kommt zuerst das Gabriel Burns-Outro und danach Stille und dann "Here Comes the Flood". Im Original lief direkt die Endszene in den Song und dieser ging in das Outro über. Fans die die Remastered kaufen sollte man nicht so strafen.

      Folge 31 wirkt wie ein Neubeginn und die neuen Folgen wirken wie ein sanfter Neustart. Wird ja auch gleich zu Beginn alles schön nochmal halbwegs zurechtgebogen sinnvoll zusammengefasst. Ab dem zweiten Kaltstart mit Folge 36 muss ich tatsächlich dann auch bemängeln, dass der Akteur Burns nach und nach zur Mangelware wird. Bernd Vollbrecht war wohl zu teuer und durfte nur noch einen Satz pro Folge einsprechen. Oder einfach mal nur ins Miko schreien. Die anderen Protagonisten können trotzdem alles retten, woran man merkt, dass die Figuren sehr gut gezeichnet und ausgearbeitet sind. Es gibt viele tolle neue Folgen und einen verka**ten Cliffhanger, der jahrelang nicht aufgelöst wird.

      Die neue Stärke der >30 Folgen liegt m.E. daran, dass endlich mal Butter bei die Fische gemacht wird und Endzeitstimmung ausgekostet wird. Alle normalen Regeln sind außer Kraft. Alles ist möglich. Aber darauf wirst du ja noch eingehen. Und vielleicht werde ich da auch mal was zu kommentieren.

      @Hardenberg: ich hoffe du kannst mein Anliegen ein wenig nachvollziehen. Ich will dir auch nichts Böses. Auf gute Nachbarschaft im Forum.

      Also - dann will ich mal der Reihe nach auf ein paar genannte Punkte eingehen.

      Etwa auf den Autorenwechsel, den ich übel genommen haben soll. Dazu muss ich schreiben, dass mir seinerzeit, als ich die Serie zum ersten Mal hörte, jeweils direkt nach Erscheinen, ich keinerlei Ahnung von den Autoren hatte. Ich habe das erst recht spät erfahren, doch schon zuvor gemerkt, dass die Qualität stark gesunken war. Es liegt also nicht an einer irgendwie gearteten Verbundenheit zu Raimon Weber oder so etwas in der Art. Wenn ich den Autorenwechsel verüble, dann allein wegen des Qualitätsabfalls. Und den verüble ich in der Tat.
      Insofern gibt es, entgegen Deinem Eindruck, durchaus keinen Extra-Malus für Gloge - im Gegenteil, da, wo mir die inhaltliche Qualität stimmig erschien, habe ich das nicht nur deutlich betont, sondern auch entsprechend mit Vergabe von Sternen honoriert. Ich verweise hier gern auf meine Besprechung zu Kreis des Vertrauens oder auch Bereit oder Zwei Horizonte. Ersteres habe ich mit der Höchstwertung bedacht, die beiden anderen mit satten vier Sternen, was einem glatten gut entspricht.
      Leider kranken viele von Gloges Burns-Skripten an Überkonstruiertheit, vielen Unwahrscheinlichkeiten und sogar hin und wieder nach meinem Empfinden drastischen Kontinuitätsbrüchen. Für jemanden wie mich, der ein Hörspiel nicht bloß atmosphärisch auf sich wirken lässt, sondern automatisch die Plots thematisiert und sich damit intensiv gedanklich beschäftigt, ist diese Art von Storytelling das eine ums andere Mal äußerst unbefriedigend. Da rettet im Gesamtschnitt Volker Sassenbergs grandiose Art der Inszenierung auch nichts mehr, so leid es mir tut.

      Ich betone ja aber an mehreren Stellen, dass ich mir gut vorstellen kann, dass man Gabriel Burns auch auf unterschiedliche Weise hören kann. Wer auf sehr sinnliche Art hört und vielleicht nicht so viel Wert auf eine bis ins Letzte durchkomponierte und auch im Hinblick auf den Gesamthandlungsbogen vollkommen stimmige Geschichte legt, der mag sich durchaus an Sassenbergs hervorragender Inszenierung erfreuen können und die Hörspiele deutlich besser bewerten. Es gibt ja auch viele, die sehr viel Freude an John Sinclair haben, trotz der doch sehr schlichten Dramaturgie. Das ist für mich völlig okay. Aber mir liegt diese Art von Geschichten nun mal nicht (mehr). Und Gabriel Bruns wurde ja im Verlauf der ersten vierzehn Folgen auch nicht so eingeführt. Insofern entsprach meine Erwartungshaltung nach Folge 14 dem, was mir in den vorangegangenen Folgen serviert wurde. Das fand ich toll. Und das wollte ich weiterhören. Aber das, was dann kam, war in vielen Punkten für mich ganz einfach nicht mehr dieselbe Serie, sondern eine, die genauso hieß und mit denselben Sprechern lief, aber eine ganz andere Qualität von Einzelgeschichten lieferte.
      Andreas Gloge hat lange gebraucht, um bei Gabriel Burns anzukommen, bei allem Talent, das er von Anfang an für knackige und kurzweilige Skripte gezeigt hat. Aber er hat für meinen Geschmack einfach kein umfassendes Konzept gehabt, als er die Skripte übernommen hat. Da war dann viel Willkür dabei, nach meinem Empfinden, vieles, was ganz einfach nicht oder wenigstens nicht gut zum Vorherigen passte.

      Und noch etwas: Es tut mir ja sehr leid, dass ich Deine durch und durch positive Meinung zur Folge 30 nicht teile, doch mir zu unterstellen, ich würde nach Fehlern suchen, nur weil ich diese Folge anders bewerte als Du, finde ich nicht nett. :zwinker: Mich hat die Sterbeszene aus genannten Gründen überhaupt nicht gepackt. Ich fand sie kalt und steril inszeniert und das, was Daniel spricht, berührt mich gar nicht. (Und ich bin eigentlich jemand, der gerade bei Szenen mit Kindern immer sofort Pipi in den Augen hat.) Aber hier hat es mich eben überhaupt nicht erreicht. Ich fand dieses Hörspiel über weite Strecken und diese Szene im Besonderen leider deutlich misslungen. Für mich eigentlich die einzige Folge, bei der ich deutliche Kritik an der Regie üben muss.

      Ich weiß aber, dass es viele gibt, bei denen diese Folge besser ankommt. Das ist für mich vollkommen okay. Spricht mir aber nicht meine anderslautende Meinung ab. Man kann unterschiedliche Blicke auf dieselben Dinge haben.

      Was die Folgen 30+ angeht, so sehe ich das Bemühen eines Neustarts, aber anfangs konnte der mich noch nicht so recht überzeugen. Gerade die Geschichte um den Rakshasa ist für mich bitterstes Groschengrusel-Niveau. Das wirkte bei mir schon beim Ersthören wie ein Fremdkörper. Aber Folge 36 gibt es dann tatsächlich einen echten Qualitätsschub. Gloge schien tatsächlich angekommen zu sein. Bitter nur, dass man da schon in den vorangegangenen 20 Folgen an einigen Stellen so viel Murks verzapft hatte, der sich nicht mehr rückgängig machen ließ - aber gut, ginge es jetzt weiter, wäre ich inhaltlich durchaus gespannt. Ich wüsste nur nicht, ob ich Sassenberg noch einmal das Vertrauen schenken sollte, das man nun einmal benötigt, wenn man eine so komplexe Geschichte hören will. Noch einmal drei, viel Folgen und dann Schluss, darauf hätte ich keine Lust.

      So siehst Du also, dass ich einiges ganz anders sehe. Ich fand es sehr interessant, Deine anderen Eindrücke zu lesen. Davon überzeugen, meine Meinung in den von Dir genannten Punkten zu ändern, konntest Du aber dann doch nicht. :zwinker: Aber ich glaube auch nicht, dass Du das ernstlich erwartet hast... =)
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Dark schrieb:

      Bernd Vollbrecht war wohl zu teuer und durfte nur noch einen Satz pro Folge einsprechen.
      Ob es aber wirklich preisgünstiger ist, ihn für wenige Sätze extra ins Studio zu holen? Andere Labels fahren ja sonst eher die Strategie möglichst viel mit einem Sprecher aufzunehmen, wenn er einmal im Studio ist.
      Ist denn Bernd Vollbrecht so viel teurer als die Kollegen, die sonst in der Serie mitsprechen?
    • @Hardenberg:

      Zum Thema John Sinclair kann ich nur sagen, dass es inhaltlich sehr leichte Kost ist, aber die fulminante Inszenierung unter Döring viel Spass gemacht hat. Da war wirklich jede Folge wie ein kleiner Kinofilm. In den späteren Folgen dann auch mit viel Witz gepfeffert. Übergänge wie es wird jemand massakriert und die Soundummalung geht in das herausdrücken von Ketchup aus einer Flasche über. Da waren viele tolle Einfälle dabei, die einfach Spass gemacht haben.
      Und dann kam ER (der andere Regisseur, dessen Name nicht zu nennen ist) und man hat einen deutlichen dramaturgischen Abfall gemerkt, der dann auch die müden Heftchengeschichten nicht mehr glänzend machen konnte. Ab den 90er-Folgen bis zur 100 kam noch mal ein wenig Fahrt auf. Die Folge 100 hat sich als toller Abschluss angeboten. Ich habe auch seitdem keine Folge mehr gekauft. Teilweise die Special Editions aber da habe ich mich bei fast allen nur noch geärgert. Reine Geldmache und gähnende Inhaltsleere = John Sinclair.

      Gabriel Burns fand ich immer gut, auch in den Gloge-Folgen. Es gab einige Detailverschiebungen hier und da und Gloge+Sassenberg haben sich lange mit der Wiederholung und Variation alter Themen über Wasser gehalten (alte Frau, Handabdrücke usw.), was aber irgendwie auch den Charme ausgemacht hat. Man hat sich als Fan ja auch irgendwie auf die bekannten Muster gefreut und gehofft jedes Mal dazu mehr zu erfahren. Was leider im Grunde selten passiert ist.

      Ja ich habe mich zwischendurch auch immer mal wieder gewundert, wer denn nun auf welcher Seite steht. Es war auch nicht immer klar, wer denn nun wem unterstellt ist, würde man dies hierarchisch betrachten. Mal waren die Engel die Diener der 10 Auserwählten und sammelten das LEviathanblut in Flakons, dann aber waren die Auserwählten Diener von Gabriel, aber dieser war doch ein grauer Engel. Sehr verwirrend. Das war immer sehr wischi-waschi und wurde alle paar Folgen wieder gedreht.

      Auch kamen mal die Fahlen von unten, also dem Erdkern...dann wieder von oben aus dem All...dann aber wieder von zwischen den 2 Horizonten. Erinnert dann auch an den Friedhof am Ende der Welt von Sinclair oder die schwarze Sonne. Das ist für mich selbst jetzt nicht ganz klar. Eine Zeit lang dachte ich, dass die Fahlen die Prüfer aus Abseits der Wege sind und dies einfach eine andere Realität ist, die über die 2 Horizonte gekoppelt wird. Auslöser war das Ende der Folge 3, in denen ein wandernder von Obsidian umringter See gesichtet wurde, über dem schattige Geschöpfe wandelten und die sich regenden toten Leiber im Seeinnern immer wieder zurückstachen, wenn diese an die Wasseroberfläche hervortraten. Bei solchen Szenen klingeln immer gleich meine Glocken und ich denke das hat was mit Burns zu tun. Oder Herr Sassenberg hat eine Gewässer und Seenphobie. Scheint ein wiederkehrendes Element zu sein, auch bei Point Whitmark.

      Man hat auch viel Mumpitz mit der Bezeichnung der Parteien gemacht. Zwischendurch dachte ich es gäbe mehrere gegnerische Parteien: die grauen Engel, die Fahlen, der alte Feind und die Verbündeten. Das hat es aber auch wiederum mysteriös gemacht. Jede Art von Aufklärung, wie, dass alles die gleiche Partei ist, war dann immer irgendwie enttäuschend. Wobei ich ja vermute, dass die Fahlen tatsächlich nochmal eine andere Ebene sind an der bisher nur namentlich gekratzt wurde. Bitte Bitte Bitte...wenn es weitergeht...lasst es nicht wieder was mit den lovecraftianigen großen Alten sein. Davon hatte ich in anderen Serien mehr als genug. #Sinclair #Faith #schwarzeSonne #LovecraftLetters

      Der Flüsterer wurde leider auch immer wieder von den Toten zurückgeholt, wenn nochmal ein cop-out benötigt wurde.

      Interessant ist übrigens, dass laut wiki de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_Burns und auch laut der Seite von Herrn Gloge nur die Folgen ab #17 von Gloge sind. Dann hat Herr Weber wohl am Ende zwei KeineLustMehr-Folgen produziert. Oder nur eine und die hat Sassenberg dann einfach in 2 geteilt, weshalb die so kurz und unbefriedigend ausfielen.
    • Ich liebe Döring, insofern von mir nichts gegen ihn. Und ich gebe Dir recht: Er war schon bei Sinclair äußerst einfallsreich. Auch ich fand das toll. Aber die Geschichten sind nun mal Groschengrusel, das war dann nach spätestens dreißig Folgen für mich ausgelutscht. Dazu war dann auch die Konkurrenz durch Gruselkabinett oder Burns zu groß, die eben keinen Groschengrusel boten.

      Den Wechsel zu Gloge sehe ich noch deutlich dramatischer als Du. Man hat nicht nur altbekankte Themen aus der Weber-Zeit variiert. Man hat sie durchgeschüttelt, in andere Kontexte versetzt, nachträglich modifiziert und durch überbordende Phantasie ohne feste Regeln das Gesamtkonzept völlig aufgeweicht. Dadurch hat man gerade den besonderen Clou dieser Serie nachhaltig sabotiert: den ausgeklügelten und hochkomplexen Rahmen, der die gesamte Handlung bis ins Letzte fest umschließt.

      Dadurch zerfaserte dann eben alles und vieles wirkte einfach nicht mehr stringent durchdacht und (imnerhalb der Serie) logisch. Alles war auf einmal möglich - ja, aber das ist keine Qualität, wenn dabei die Logik auf der Strecke bleibt.

      Und das ist hier für mich in viel zu vielen Folgen bei den Nummern 15-35 der Fall.

      Du fasst ja selbst ein paar der groben Klöpse in Worte. Für mich Beleg dieser Willkür, die es unter Weber so nicht gegeben hat (sieht man mal vom holprigen Start ab). Wie es scheint, waren Sassenberg und Gloge mit der Fortführung von Webers Serienkonzept schlicht überfordert.

      Traurig, aber wahr. Denn Sassenberg wären Skripte auf Webers Niveau bei den Folgen 7-14 zu wünschen gewesen, um sein überbordendes Potential auch voll entfalten zu können. Da hätte sich dann vielleicht wirklich Meisterwerk an Meisterwerk gereiht.

      Schade, dass mutmaßlich persönliche Eitelkeiten dieser Serie so ihren verdienten Rang verwehrt haben...
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Durch die geballte Weihnachtszeit komme ich leider nicht zum konzentrierten Weiterhören der Burns-Folgen. Das lässt mir Gelegenheit, auch über das bisher Gehörte noch einmal vertiefend nachzudenken.

      Wie an einem Kloß im Magen trage ich dabei an der Tatsache, dass die Fahlen mittlerweile (ab Folge 30) so viel Macht über alle Menschen haben, dass sie in die Hirne der gesamten Weltbevölkerung eingreifen und dort Vancouver komplett tilgen können. Das ist für mich einfach viel zu weit drüber.

      Wenn sie schon so nachhaltig und umfassend manipulieren können, warum sind sie dann nicht längst am Ziel ihrer Pläne?

      Schon beim Fall Bukarests war es ja harter Tobak, sich die gesamten Einwohner bestimmter Stadtteile komplett fremdbestimmt vorzustellen. In Folge 30 ist die Gedankenmanipulation dann allerdings nichts weniger als weltumspannend. Denn niemand außer den paar beim Ritual an der Weißen Villa kennt mehr Vancouver. Für mich ein weiterer Beleg der maßlosen Phantasie, die im Skript deutlich wird.

      Aber mit der #31, so viel sei verraten, geht es für meinen Geschmack wieder bergauf, wenigstens kurzzeitig.

      Mehr dazu von mir dann im neuen Jahr mit meinem Burns-Schlussspurt mit den Folgen 31-45. :)
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Gabriel Burns – 31 – Rand der Gezeiten



      (Quelle: amazon)



      Ein neuer Anfang?

      SPOILER-Warnung!

      Vancouver ist gefallen, die Stadt wie ausgestorben. Alle Menschen außerhalb des Ortes vermögen ihn nicht mehr wahrzunehmen. Die Stadt ist wie ausgetilgt. Allein die Menschen, die bei dem Ritual an der Weißen Villa zugegen waren, können erfassen, was sich zugetragen hat.
      Joyce Kramer und Larry Newman durchforsten im Auftrag Bakermans die Stadt, um nach Spuren der Einwohner zu suchen – vergeblich. Stattdessen treffen sie auf Schmidt, einen Mitarbeiter Bakermans, der normalerweise im Innendienst arbeitet. Dieser berichtet von einem Schiff, das plötzlich vor der Küste Vancouvers aufgetaucht ist. Es handelt sich dabei um die Anchorage, die unter der Leitung des Reeders Everett Staunton im Jahre 1915 den Golf von Alaska durchqueren und zum Katmai-Tal vorstoßen wollte, dann aber unter rätselhaften Umständen verschwunden ist.

      Joyce, Larry und Schmidt nähern sich dem Schiff. Alles daran und darauf ist in Weiß gehalten. Die Schiffswände sind übersät von Abdrücken unzähliger Kinderhände. Als die drei das Schiff betreten, stellen sie fest, dass hier seltsame Phänomene wirken: So hindert sie eine Art Möbiusschleife daran, das Schiff wieder zu verlassen. Von irgendwo her nehmen sie Hundegebell wahr und treffen schließlich im Inneren des Schiffes auf die Alte aus Bukarest.

      Im aufkommenden Trubel werden die drei getrennt, und Larry stößt bei seiner weiteren Erkundung auf Maureen, die Assistentin des Schiffseigners, die sie zu Stauntons Kabine führt. Doch sie finden ihn blind vor: Staunton hat sich die Augen ausgebrannt, um seine Gabe von sich abzuwerfen. Entsetzt nimmt er Maureens Anwesenheit wahr, und es stellt sich heraus, dass diese bereits eine Woche vor Aufbruch der Anchorage Suizid begangen hatte. Wie sich zeigt, steht Maureen im Bunde mit den Fahlen und konnte nur mit Hilfe von Larry zu Staunton vordringen, um dessen Bann zu brechen und das Schiff der Vernichtung anheimfallen zu lassen.

      Derweil erblickt Joyce durch ein Bullauge Ströme von Kindern, die durch den Ozean ziehen und verzweifelt versuchen, sich an der Anchorage festzukrallen, um dem Sog der Fahlen zu entrinnen. Doch nur ganz wenigen gelingt es. Sie berichten Joyce, dass sie auf der Flucht vor der Alten aus Bukarest sind, denn diese will sie auf die andere Seite bringen, um sie zu Beobachtern oder Vollstreckern zu machen – Letztere sind die seelenlosen Kinder mit den grauen Haaren.

      Mit knapper Not kann Joyce verhindern, dass Maureen Larry tötet, indem sie selbst die andere mit einer Rettungsaxt niederstreckt. Gleichzeitig findet die Alte die flüchtenden Kinder. Das Schiff zerbricht und sinkt. Joyce, Larry und Schmidt können sich auf ein Beiboot flüchten.

      Bakerman lässt sich später von Schmidt alles berichten. Vor allem die Selbstverstümmelung Stauntons findet er aufschlussreich. Sie scheint ihn auf eine Idee zu bringen. Und Schmidt scheint bei diesem Plan eine entscheidende Rolle zuzufallen.


      Mit Rand der Gezeiten startet die Serie nach dem Zwischenfinale in Episode 30 in einen neuen Zyklus, wie es scheint, und so steht zu Beginn auch eine ausführliche Einführung in die zurückliegenden Ereignisse, wenn Bakerman und Schmidt noch einmal das Geschehene rekapitulieren, ehe wir mit Joyce, Larry und Schmidt schließlich in eine äußerst stimmungsvolle Geschichte eintauchen dürfen.

      Die Anchorage mutet fast ein bisschen kafkaesk an. So etwas wie Möbiusschleifen führen einen an Orte, an die man gar nicht gehen wollte; man steigt hinab in die Tiefe, und findet sich doch in der Höhe wieder (oder umgekehrt); vor dem Bullauge blickt man nicht in den gewohnten Ozean, sondern findet einen gewaltigen Strom des Todes vor, in dem die Kinder der fahlen Macht zustreben. All das ist sehr eindringlich und beinahe etwas entrückt geschildert, und es bringt Spaß, sich auf diese ungewöhnliche Reise zu begeben. Obwohl – das muss man feststellen – die Folge selbst nicht viel Substanz bietet. Man kann nicht sagen, dass sie im Rahmen des großen Ganzen unverzichtbar wäre – im Gegenteil, wenn man sie nicht kennen würde, wäre das für das Verständnis der Serie nicht wichtig. Aber das ist nicht maßgeblich. Eine Folge darf gern einmal inhaltlich nebensächlich sein – ich würde sogar sagen: Sie muss es von Zeit zu Zeit, um nach einem längeren Handlungsbogen die Gegebenheiten neu auszurichten und weiter vorangehen zu können. Und wenn so etwas unterhaltsam geschieht, dann soll es mir recht und hochwillkommen sein.

      Rand der Gezeiten ist eine jener Folgen, bei denen es gelungen ist, etwas ganz eigenes und dabei faszinierendes und unterhaltsames zu kreieren.

      Allerdings kommt sie nicht ganz ohne gewisse Ungereimtheiten und Übertreibungen aus.

      So ist es schon harter Tobak, wenn uns zu Beginn der Folge weisgemacht wird, dass sich kein Mensch mehr an Vancouver erinnern könne, denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Fahlen nicht mehr nur die Menschen kontrollieren, die direkt unter ihrem Einfluss stehen – sondern schlichtweg ALLE MENSCHEN dieser Welt – wenn auch nur in diesem einen Punkt.

      Diese Wendung ist schon eine Zumutung, denn wozu braucht es dann noch den Kampf, wenn die fahlen Mächte bereits über so viel Einfluss verfügen, dass sie sogar bis in den Geist des letzten Menschen zu dringen vermögen, um seine Erinnerung an Vancouver zu tilgen?

      Für eine Macht, die so viele Fähigkeiten ihr Eigen nennt, handeln die Fahlen schon beeindruckend ineffizient und wenig zielorientiert.

      Das trifft auch auf die Tatsache zu, dass Staunton und sein Schiff bereits 1915 verschwanden. Schon damals, so wird angedeutet, wollte Staunton ins Katmai-Tal, um die unterirdischen Gänge zu untersuchen und so zu beweisen, dass es das Übernatürliche wirklich gibt.

      Wenn man aber zur Kenntnis nimmt, dass offensichtlich schon vor hundert und mehr Jahren Menschen die fahle Präsenz wahrnehmen konnten und ihnen nachzuforschen versuchten, stellt sich die Frage, warum die Fahlen die ganze Zeit über so seltsam inaktiv gewesen sind. Sie konnte zwar offensichtlich die Anchorage verschwinden lassen, aber an ihrem großen Plan arbeiteten sie offensichtlich nicht so recht wirksam. Warum?
      Nicht mal nach Erscheinen der Ammoniten wurden sie wirklich zielführend aktiv. Es brauchte noch immer Jahrzehnte, um endlich in eine heißere Phase einzutreten – jetzt. Aber warum die langen Zeiträume?

      Zur Erinnerung: Die waren so nicht von Anfang an in der Serie angelegt. Unter Raimon Weber spielte die Serie hauptsächlich in der Jetzt-Zeit und in der nahen Vergangenheit. Der einzige weitere Ausflug ging in die 30’er Jahre, zu den Kufra-Oasen.

      Unter Gloges Federführung gibt es nun immer wieder Verweise in die fernere Vergangenheit, erst mit Pandialo, jetzt mit Staunton, und es fragt sich, was genau die Fahlen im Sinn haben sollten mit der langen Ausdehnung ihrer Vorbereitung, ehe sie versuchen, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

      Auch erscheint kaum verständlich, warum Staunton an seiner Fahrt überhaupt gehindert wurde – und vor allem: wie.

      Dass er ins Katmai Tal wollte – okay. Schon andere wollten dorthin und wurden nicht aufgehalten. Warum ausgerechnet er? In der kurzen Szene, in der er auftaucht, gibt es keinen Hinweis darauf, dass er über besondere Macht verfügte, um den Fahlen wirklich gefährlich werden zu können. Er trotzt ihnen – ja, aber zu mehr scheint es nicht zu reichen. Wozu also all die Mühe?

      Zumal er ja auch Vorsorge getroffen und sein Schiff in reinstes Weiß hat tauchen lassen. Das soll ja die fahlen Mächte fernhalten, ist aber in dieser Episode beeindruckend nutzlos, denn nicht nur läuft Maureen, die totlebendige Verbündete der Fahlen, recht fröhlich auf dem Schiff umher – nein, auch die Alte aus Bukarest lässt sich davon nicht abschrecken, Jagd auf verloren gegangene Kinderseelen zu machen. Offensichtlich ist es mit der Wirkung von Weiß doch nicht so weit her.

      Auch ist schleierhaft, wie Larry durch seine bloße Anwesenheit den Schutz Stauntons brechen konnte, so dass Maureen zu diesem hat vordringen können. Und überhaupt: Was ist ihr Motiv? Was ihr Ziel? Das gleiche trifft für Staunton zu: Worauf wartet er in seiner Kabine?

      Das alles wird nicht einmal im Ansatz ausgeführt, mehr noch: Es spielt schlicht keine Rolle, und das ist schon mehr als schade, denn wenn man schon einen so faszinierenden Ort wie die Anchorage erschafft, sollte man sich auch die Mühe machen, sie in sich rund und schlüssig erscheinen zu lassen. So trüben die vielen Leerstellen den Genuss doch nachhaltig. Alles strebt der Begegnung mit Staunton entgegen, und dann verpufft alles in Nichtigkeit. Es ist dies eine Neigung, die wir schon häufiger in den Skripten Gloges finden mussten: Er ist sehr talentiert, wenn es darum geht, Spannung aufzubauen. Wenn es jedoch auf die Klimax zugeht, geht ihm leider viel zu oft die Puste aus, und der Plot zerfranst entweder und flüchtet sich in Banalität oder Ekel. In diesem Fall ist das sehr schade.

      Die Inszenierung bleibt auf dem gewohnt hohen Niveau, ohne dabei aber besonders herausragende oder erinnerungswürdige Szenen zu erschaffen. Die Sprecher leisten allesamt einen guten Job. Neu an Bord ist Andreas Ksienzyk als Schmidt, der mit seinen Charakter gleichzeitig kaltschnäuzig und nerdig anlegt und mit seiner Performance ganz sicher einen Lichtpunkt setzt.

      So haben wir es hier also im Fazit mit einer unterhaltsamen und unterm Strich durchaus gelungenen Folge zu tun, die es allerdings nicht schafft, völlig auf die mittlerweile leider üblich gewordenen Ungereimtheiten und Übertreibungen zu verzichten und bei der zum Ende hin viel zu viel einfach in ein großes Nichts verpufft. Im Gesamtkontext inhaltlich sicherlich eher zu vernachlässigen, stellt diese Episode jedoch eine Art Einzelfolge dar, die für sich genommen zu weiten Teilen sehr amüsant ist.

      Nicht völlig ungetrübtes, aber durchaus kurzweiliges Hörvergnügen.


      :st: :st: :st: :st3: :st2:



      .


      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Hardenberg schrieb:

      Gabriel Burns – 31 – Rand der Gezeiten
      Wieder einmal vielen Dank für deine schöne und ausführliche Besprechung! :hutheb: :thumbup: :thumbup:

      Die Folge hat mir damals endlich mal wieder richtig gut gefallen.
      Die Atmossphäre in Vancouver und auf dem Schiff war sehr fesselnd und hat übles Kopfkino verursacht, gerade der Strom aus Kindern.

      Ich habe mir Vancouver vorgestellt wie im Film Silent Hill.
      Alles grau, schmuddelig, hoffnungslos.

      Die Ungereimtheiten haben mich aber auch damals etwas gestört wieder.
      Das Vancouver für alle Menschen gelöscht sein soll, fand ich ebenfalls viel zu dick aufgetragen und auch das wieder die Alte aus Bukarest ihren Auftritt hat.

      Aber unterm Strich war es für mich eine starke Folge die Spaß gemacht hat.
      Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten
    • Hardenberg schrieb:

      Ja, unterhaltsam ist sie. Und hat wirklich einen ganz eigenen Charme. Als Hörspiel, losgelöst aus der GB-Welt, hätte diese Folge von mir sicher vier glatte Sterne erhalten. Als 31.Teil der GB-Serie allerdings passt das (für mich) nicht so ganz.
      Da hast du natürlich recht!
      Du hast den "Luxus" alle Folgen am Stück hören zu können.
      Damals war ich schon froh das es eine neue Folge gab und sie gut war.
      Durch den zeitlichen Abstand sind mir viele Details auch nicht aufgefallen. Aber dafür macht es nun umso mehr Spaß, dass du die Folgen so ausführlich bewertest! :thumbsup:
      Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten
    • Hallo Hardenberg,
      ich fand im Gegensatz zu Dir die Idee, dass durch den Fall von Vancouver dieses und alle seine Einwohner aus dem Gedächtnis der
      Menschen verschwindet, sehr spannend und ebenso rätselhaft. Ich finde in einer Mystery-Serie braucht es immer mal wieder solche surrealen Ideen, die in der Realität ggf. gar keinen Sinn ergeben. Und daraus hat sich für viele kommende Folgen ein tolles Endzeit-Setting ergeben.

      In einer Folge wie der 31 mit Möbius-Schleifen und einem Mahlstrom aus Kindern habe ich mir um den Aspekt des Vergessens die wenigsten Gedanken gemacht. Und vielleicht ist es auch nicht der Einfluss der Fahlen der dies bewirkt, sondern es wurde durch den Fall ein Knotenpunkt der Realität im Universum GB verändert. Es könnte ja das Ziel sein, die Realität an ihren Machtzentren zu beeinflussen und zu verändern, so dass die GB-Realität mit der der Fahlen verschmilzt. Dass es sich um eine Parallelwelt handelt wurde meines Erachtens oft angedeutet.

      Dass es erst jetzt zu dem Fall der Zehn kommt und nun die Fahlen auch erst richtig aktiv werden liegt doch an der Präsenz von Steven Burns. Den gab es ja vor ?30? Jahren noch nicht. Auch die Funde in alten Grabstätten haben doch immer auf den kommenden, angebeteten Erlöser Gabriel verweist. Erst mit der Menschwerdung von Gabriel als Steven, dem Ersten Engel der dem Licht wieder steht, kann man die fahlen Orte zum Falle bringen. Ich vermute, dass Steven eine Art Experiment ist, das auf den Errungenschaften der letzten Jahrzehnte aufbaut. Die Fahlen hatten davor nicht die notwendigen technischen Mittel gehabt, um einen gesicherten Übertritt von Wesen aus der Welt der Fahlen in die normale Lebendwelt zu ermöglichen. Das wurde doch alles erst in den letzten Jahrzehnten anhand der Ammonitenfunde, Experimente und Zuarbeit der Verbündeten ermöglicht. Es ist alles Auslegungssache. Die zusätzlichen Bücher von Herrn Gloge haben das Bild ein wenig abgerundet und nachjustiert.

      So kam zum Beispiel das Hörbuch mit der Nummer 0 zeitgleich zur Folge Zwiespalt heraus und bediente sich auch aus deren Charakteren. Dieses hat auch die Ausgangssituation von Folge 1 stark erweitert und verändert, was nicht allen gefällt aber trotzdem gelungen ist. Trotzdem rate ich dazu die Folge 0 erst nach der Folge Zwiespalt zu hören. Dass die Storys nach und nach immer wieder mit nochmehr Background ausgestattet werden, mit Themen die plötzlich noch davor und davor passiert sind, kennt man doch nun schon mittlerweile aus einhundert TV-Serien. Wie oft wurde die Story in X-Files, was mit Mulders Schwester passiert ist immer wieder mit weiteren Vor-Vor-Vorgeschichten weiter ausgeschmückt und angepasst. Nur so als Beispiel.

      Man kann sich alles irgendwie erklären - auch das Unerklärliche. Ich verstehe nicht, wie man sich an so Details unabwegig stören kann. :-) Von mir bekommt die 31 vier ganze Punkte, da Sie viel Spass gemacht hat und auch als Einzelfolge funktioniert.
    • Naja, ich kann oft nicht nachvollziehen, dass einen solche Übertreibungen oder kruden Wendungen nicht stören. :zwinker: So haben wir halt alle unsere eigene Perspektive. Was ja auch okay ist.

      Ich suche ja nicht händeringend nach Kritikwürdigem - es sticht mir halt ins Auge, und ich setze mich damit auseinander. Dafür ist eben eine Besprechung auch da.

      Mir geht es übrigens nicht um Mystery-Details an sich. Die gehören natürlich zu dieser Serie, war auch immer so. Was mich stört sind Wahl und Ausgestaltung dieser Elemente. Die überzeugen mich halt oft nicht, wirken nicht selten unlogisch oder fügen sich für mein Empfinden nur schlecht oder überhaupt nicht in das Seriengefüge, wie es vierzehn Folgen lang eingeführt wurde. Vom Ekel-Trash mancher der späteren Folgen ganz zu schweigen.

      Und natürlich kann man auch im Nachhinein das Fundament noch einmal erweitern bzw. ergänzen. Aber doch nicht auf Kosten von Logik und Kontinuität. Man muss da eben sehr sogfältig vorgehen und schauen, ob die Idee, die man ergänzen will, sich auch einfügt ins bisher Erzählte. Was natürlich schwierig ist, wenn man nicht der Autor ist, der das Fundament gelegt hat.

      Bei GB sind diese Ergänzungen mir oft zu sehr mit der Brechstange herbeigeführt und passen nicht zu dem Grundton, in dem die Serie gestartet ist. Mancher mag das anders sehen. Wieder andere begrüßen das ja vielleicht sogar. Aber meine Mutmaßung ist, dass diese Inkonsistenzen einer der wesentlichen Gründe dafür sein könnten, warum sich über die Zeit so viele Menschen von dieser Serie entfremdet haben. Die Handlung zerfaserte immer mehr, erschien nicht mehr wie aus einem Guss, Entwicklungen und Figurenzeichnung wirkten viel zu oft willkürlich und unplausibel. So etwas verzeiht man mal in einer Folge oder auch zwei oder drei. Aber bei GB dauerte das alles viel zu lange, und Gloge brauchte im Grunde bis Folge 36, ehe er wirklich konstant auf gutem und einheitlichem Niveau schrieb. Wie gesagt: nach meinem Empfinden.

      Es steht Dir natürlich frei, selbst eine Besprechung zu starten und jede einzelne Folge uneingeschränkt zu bejubeln. :)

      (Und das meine ich nicht ironisch. Mich würden halt dann aber auch die Gründe interessieren - und natürlich die Haltung, mit der gehört und bewertet wird. Jemand, der gern mal drei oder vier Folgen pro Tag hintereinander weghört, hört natürlich anders als jemand, der sehr aufmerksam und mit gedrosseltem Tempo eine Serie verfolgt.)
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Gabriel Burns – 32 – die, die nicht bluten



      (Quelle: amazon)

      Vorhang auf für die Freak- und Monster-Show

      SPOILER-Warnung!


      Joyce Kramer und Larry Newman untersuchen das alte Haus der Familie Burns und findet im Garten in einem Erdaushub eine Kiste, von der sie mutmaßen, dass es sich dabei um die Zauberkiste von Daniel handeln könnte, in der dieser vor vielen Jahren verschwunden ist. Ein indirekter Hinweis von Steven führt sie daraufhin in eine Gebirgsregion von Alberta, Lake Louise, wo, wie sich herausstellt, Jana Heseltine im Fairmont Chateau in ein Koma gefallen ist. Vor Ort empfängt ein sichtlich veränderter Sonny Heseltine Larry und Joyce am Bett seiner Tochter. Er erscheint seltsam reglos und gleichmütig auf den Zustand seiner Tochter zu reagieren.

      Es zeigt sich, dass die von den Fahlen Markierten, so etwa auch die am Nebelsee markierte Jana, ins Chateau gerufen wurden, um dort für ihre Opferung vorbereitet zu werden: Ein indischer Dämon, der Rakshasa genannt wird, taucht auf, um sich die Markierten einzuverleiben. Steven Burns, dessen Gabe sich durch das Ritual der Zauberer um ein Vielfaches verstärkt hat und der offensichtlich aus einer Zwischenwelt heraus die Vorgänge mitbekommt, aber nicht direkt eingreifen kann, weil er vom Fahlen infiziert wurde und deshalb in Bewegung bleiben muss, um seine Umgebung nicht zu verderben, versucht, über das Eindringen in Janas Gedanken diese zu warnen.

      Eine Frau namens Tamara Green, die im Auftrag des Kreises des Vertrauens die Vorgänge in Lake Louise untersuchen soll, vermutet, dass die Seelen von Nahtodkandidaten vor dem Wiedererwachen von den fahlen Mächten übernommen würden; nur einige wenige könnten sich dagegen sträuben; alle anderen seien wesensverändert.

      Es gelingt schließlich, den Rakshasa zu besiegen, als dieser sich auf Larry und Joyce stürzen will, die für Opferung vorgesehenen Menschen sich ihm aber entschlossen entgegendrängen, wodurch die Anhöhe ins Rutschen gerät und allesamt in die Tiefe stürzen. Larry, Joyce und Tamara Green sind dem Tod entronnen.

      Unterdessen ist es Bakerman gelungen, die weiteren fahlen Orte zu lokalisieren: Einer von ihnen liegt in Indien.


      Ich schreibe es gleich vorweg: Diese Folge ist mir eine Last gewesen. Ich kann sie nicht leiden. Das war schon beim ersten Hören so – und das hat sich auch nicht geändert.

      Für mich ist sie ein reines Sammelsurium an Bezügen aus der Vergangenheit, Verweisen in die Zukunft und vor allem: Ekelszenen. Letztere, das weiß ich mittlerweile, kommen immer dann in besonderer Menge bei Gabriel Burns zum Tragen, wenn die Plots nicht viel hergeben. Und so ist es auch hier.

      Es ist nicht nur nicht so, dass die Handlung im Gesamtkontext völlig überflüssig ist – das gab es schon früher und kann durchaus zu unterhaltsamen Folgen führen, wie zuletzt bei Rand der Gezeiten, aber es muss dann schon eine in sich stimmige und runde Geschichte vorhanden sein, damit dieses Fehlen an Relevanz in Bezug auf das große Ganze auch nur annähernd aufgewogen wird.
      Und das ist für mein Empfinden hier überhaupt nicht gelungen.

      Die Geschichte besticht in erster Linie durch eine Aneinanderreihung von Ekelszenen, in denen noch lebenden Menschen das Fleisch von den Knochen genagt wird, Augäpfel durch die Gegend fliegen, tote Menschenleiber sich aufhäufen. Noch dazu tritt ein Wesen auf, von dem man meinen könnte, es wäre direkt dem Groschengrusel-Universum eines John Sinclair entsprungen: ein nach Menschenfleisch gierendes Monster, dem all die Markierten zugeführt werden sollen, die man zuvor bestimmt hat, geeignet zu sein.

      Nur: Was soll das alles?

      Das ganze Nebelsee-Mysterium soll sich nun also so auflösen? Dass punktuell Menschen ausgewählt und markiert wurden, dann zeitversetzt und fremdgesteuert auf einmal zum Fairmont Chateau gerufen, einem Nahtod zugeführt, vorgekostet werden, um sie dann einem Monster zum Fraß vorzuwerfen?

      Sorry, aber das ist für mich ganz einfach hanebüchener Trash.

      Und auch ein Verbrechen an der wunderbaren Geschichte um den Nebelsee.

      Noch dazu wird das, aus der Sicht der fahlen Verbündeten, alles so auffällig in die Tat umgesetzt, dass man sich tatsächlich fragt, warum es da nicht aus der Umgebung zu Reaktionen kommt. Zwar führt man an, dass aus der Schlucht, über der der Rakshasa erscheint, ein unnatürlicher Schimmer aufleuchtet, der die Menschen, die mit ihm in Kontakt kommen, manipuliert, aber seltsamerweise hat dieser Schimmer ausgerechnet auf Larry, Joyce und Tamara Green gar keine Auswirkung. Auch Bakerman und Schmidt zeigen sich davon unangetastet. Das ist schon bemerkenswert.

      Und selbst wenn wir die Gegenwart dieses indischen Dämons hinnehmen, dann ist die weitere Entwicklung zum Haareraufen. Dieses Monstrum nämlich, für das offensichtlich so viele Umstände gemacht wurde, stürzt, bedrängt durch die nach ihrer eigenen Opferung Gierenden, in die Tiefe und zerschellt am Grunde des Berges – wodurch sich dann der ganze Spuk wie von selbst auflöst und alles wieder gut ist.

      Und so reizvoll ich die Idee der fremdbestimmten Menge finde, die sich ihrem eigenen Schlächter entgegendrängt, ist die Umsetzung hier wirklich mit der Holzhammermethode geraten. Als hätte Sinclair mal eben sein Kreuz gezogen und die Erzengel angerufen. Puff! – Alles wieder gut.

      Auch die Idee, Nicolas Skelton noch einmal in eine Geschichte einzubinden, ist ja durchaus interessant. Ihn dann aber nach zwei kurzen und eigentlich völlig nichtssagenden Auftritten wieder sterben zu lassen, ist ganz einfach – nach meinem Geschmack – viel zu wenig. Das ist für mich nichts als ein billiger Effekt, der über den Mangel an Relevanz in diesem Plot hinwegtäuschen soll.

      Überhaupt Skelton: Wieso erinnert der sich eigentlich an Anne Crooke? Wo doch jede Erinnerung an Vancouver und seine Bewohner für Normalsterbliche erloschen sein soll? (Wir erinnern uns: Sonny Heseltine weiß nicht mehr, dass er in Vancouver eine Sekretärin hatte.)

      Überhaupt wirkt Skelton, abgesehen von seiner Angst, relativ aufgeräumt, etwa im Vergleich zum Kochbuchverleger. Wirkt auf ihn denn das Schimmern des Berges nicht? Obwohl er doch auch Gezeichneter, ein dem Nahtod Zugeführter und insofern ein Okkupierter sein müsste?

      Das ergibt keinen Sinn.

      Und es zeigt sich überdies, dass die Idee, die Menschen Vancouver nicht mehr denken zu lassen, auch bei der weiteren Ausgestaltung schwierig ist. Nehmen wir etwa Sonny: Der war ganz offensichtlich nicht in Vancouver und ist deshalb nicht ausgelöscht. Andererseits war er aber auch nicht in der Weißen Villa, ist also nicht vor der Gedankenmanipulation geschützt. Will heißen: Er kann sich an Vancouver nicht erinnern, spart alles, was damit zu tun hat, aus, ist aber ansonsten wie immer.

      Wie, bitte schön, sollte das zugehen?

      Der Mann ist Kochbuchverleger, hat seine Firma und sein Zuhause in Vancouver gehabt – und das alles ist auf einmal weg. Und dennoch ist für ihn alles wie zuvor – nur eben ohne Vancouver? Das würde ja nicht mal für einen Tag funktionieren, denn er hat ja nun seinen gesamten Hausstand verloren, seine Arbeit und somit sein Einkommen. Wie finanziert er sich? Wie erklärt er sich sein fehlendes Obdach? Und so weiter…

      Man merkt: diese Idee ist ganz einfach überhaupt nicht zu Ende gedacht. Und so muss Sonny Heseltine denn auch in dieser Folge komplett gaga auftreten, damit man sich all diese Fragen überhaupt nicht stellt. Aber auch darin bleibt man nicht konsequent: Denn obwohl er völlig gaga ist, will er Steven Burns zu sich rufen, weil Jana nach diesem verlangt. Dieses Ansinnen passt dann aber so gar nicht zu dem Sonny vor Ort, der ungerührt daneben sitzt, wenn der indische Koch die für die Opferung Gezeichneten vorkostet.

      Man merkt also: Unausgegoren von vorn bis hinten.

      Einziger Lichtblick ist in dieser Folge für mich die Figur der Tamara Green, die interessant wirkt und für ein paar Momente sorgt, in denen es inhaltlich tatsächlich mal einigermaßen interessant wird. Allerdings bleiben auch hier einige offene Fragen: Sie sucht den Kontakt zu Joyce und meidet Larry, gibt sich aber zu erkennen als im Bunde mit dem Kreis des Vertrauens – also jener Organisation des Pandialo-Ordens, der Dorgan Fink vorsteht und dem Larry durch die zurückliegenden Ereignisse verbunden ist. Was soll das? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Ich bin mal sehr gespannt, ob daraus zukünftig eine runde Sache wird. Denn warum sollte die Beauftragte des Ordens gerade Larry aus dem Weg gehen und Kontakt zur Bakerman-Vertrauten suchen? Das Gegenteil wäre ja viel plausibler. (Zumal Joyce den Kontakt zu Tamara ja auch gar nicht vor Larry geheim hält, so dass dieses Manöver schon allein darum völlig witzlos ist.)

      Was Inszenierung und Musik angeht, ist diese Folge natürlich auf dem gewohnt hohen Niveau. Allerdings ist der Plot so mau, dass auch die Regie in diesem Fall nicht so sehr glänzen kann, wie es bei einer besseren Geschichte möglich gewesen wäre.

      Auch den Sprechern ist kein Vorwurf zu machen.

      Und das Coverbild von Ingo Masjoshusmann ist bei dieser Folge wieder sehr stimmungsvoll geraten und weckt Interesse.

      Doch alle guten Ansätze werden leider unter dieser deutlich unterdurchschnittlichen Geschichte ganz einfach erstickt.

      So bleibt mir bei dieser Folge nur, ein negatives Fazit zu ziehen. Die Folge ist Trash pur, hat, was den Grundton und die Ausgestaltung angeht, nur wenig mit dem zu tun, was meiner Meinung nach Gabriel Burns auszeichnet: eine komplexe Mystery-Geschichte in intelligenter und raffinierter Umsetzung. Für mich ist diese Folge Trash in bester Groschengruselmanier, in der es auch ohne Probleme ein Crossover mit John Sinclair hätte geben können. Der Plot bereichert das Gesamtgeschehen nicht – im Gegenteil: Er versetzt die Ereignisse der wunderbaren Episode Nebelsee in einen völlig absurden und letztlich nicht nachvollziehbaren Kontext und ist, aus dem Kontext gelöst, auch als Einzelfolge völlig banal. Klar, wen die Lust packt nach reinem Ekel-Porn, dem mag hier das eine oder andere Schmankerl geboten werden. Wem das jedoch für ein gutes Hörspiel nicht ausreicht, der wird hier wohl ganz klar enttäuscht werden.

      Absurd-banaler Ekel-Trash. Leider ein weiterer Tiefpunkt!

      :st: :st3: :st2: :st2: :st2:



      .


      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Wenn ich lese:

      Hardenberg schrieb:

      Die Geschichte besticht in erster Linie durch eine Aneinanderreihung von Ekelszenen,
      oder:

      Hardenberg schrieb:

      Für mich ist diese Folge Trash in bester Groschengruselmanier, in der es auch ohne Probleme ein Crossover mit John Sinclair hätte geben können.
      (zugegeben, eine nicht unwitzige Idee :hrhr2: )

      und dann noch:

      Hardenberg schrieb:

      wen die Lust packt nach reinem Ekel-Porn, dem mag hier das eine oder andere Schmankerl geboten werden.
      Das scheint dann tatsächlich ein echter Tiefpunkt zu sein. :pinch:


      Hardenberg schrieb:

      Der Mann ist Kochbuchverleger, hat seine Firma und sein Zuhause in Vancouver gehabt – und das alles ist auf einmal weg. Und dennoch ist für ihn alles wie zuvor – nur eben ohne Vancouver? Das würde ja nicht mal für einen Tag funktionieren, denn er hat ja nun seinen gesamten Hausstand verloren, seine Arbeit und somit sein Einkommen. Wie finanziert er sich? Wie erklärt er sich sein fehlendes Obdach? Und so
      Das würde dann ja außerdem für sämtliche Bewohner dieser Großstadt gelten, also für mehrere hunderttausend, deren Leben plötzlich komplett zusammengebrochen wäre!
      Absurde Vorstellung, die auch auf mich ziemlich unausgegoren wirkt.
      Das ist ein Ausschalten von "Basis-Realitäten", die eigentlich bleiben müssen, weil sonst auch der zwar irreale, aber in weiten Teilen phantasievoll gemachte Rest zu sehr ins zu Triviale, Unglaubwürdige absinkt.
      Frei nach dem Motto: "Wir stricken hier alles so zusammen, wie es uns passt - und wenn es noch so fantastisch bzw. gruselmärchenhaft wird! Geht bei uns! Wehe, einer meckert, das wäre nicht genügend zu Ende gedacht, es ist unsere Story und unsere "Welt"! Akzeptiert das!" :biggrin:
      Mag ich generell nicht.
      Geht noch, wenn ich meine Geschichte komplett in eine andere Dimension/ Zeit oder auf einen fernen Planeten verlege.
      Aber nicht in unserer Welt der 1990er oder 2000er. (Weiß ich jetzt halt nicht genau genug...)

      Wieder eine sehr ausführliche, schlüssig begründende Rezension. :thumbup:

      Ich kann hier nur leider wenig bis gar nichts beitragen, da ich die Serie nur vor 6-7 Jahren mal bis in die niedrigen 10er gehört habe, dann aber den Spaß daran verlor, insbesondere da mir halt noch extrem viele Teile fehlten und es schon damals danach aussah, als werde das Ganze nie zu Ende geführt. Hat sich ja leider auch bis heute bewahrheitet... :(
    • Hardenberg schrieb:

      Aber meine Mutmaßung ist, dass diese Inkonsistenzen einer der wesentlichen Gründe dafür sein könnten, warum sich über die Zeit so viele Menschen von dieser Serie entfremdet haben. Die Handlung zerfaserte immer mehr, erschien nicht mehr wie aus einem Guss, Entwicklungen und Figurenzeichnung wirkten viel zu oft willkürlich und unplausibel. So etwas verzeiht man mal in einer Folge oder auch zwei oder drei. Aber bei GB dauerte das alles viel zu lange, und Gloge brauchte im Grunde bis Folge 36, ehe er wirklich konstant auf gutem und einheitlichem Niveau schrieb. Wie gesagt: nach meinem Empfinden.
      Da in meiner Erinnerung auch in den niedrigen 30er-Folgen die Regale in den Märkten noch ganz gut mit Burns gefüllt waren, glaube ich kaum, dass es an den Inhalten lag.
      Viel eher würde ich die langen Durststrecken ab Folge 28, insbesondere zwischen 35 und 36 verantwortlich machen.
      Im Vergleich zu anderen Hörspielserien war zu der Zeit Burns immernoch weit vorne, wenn man aber keinen regelmäßigen Output liefert, verliert man die Fans 0815-Hörer.
      2013 und 2014 hat man es ja jeweils auch wieder auf 5-6 Veröffentlichungen pro Jahr gebracht. Wäre der Absatz nicht gut gewesen, hätte man sicherlich nach der 40 (Soundtrack) schon aufgehört.
      Leider nun seit ca. 4 Jahren eine Pause (?). Das könnte nun natürlich der Sargnagel sein.
    • @Agatha

      Vielen Dank für Dein freundliches Feedback. :)

      In dieser Folge ist es so, dass alle, die während des Falls von Vancouver in der Stadt waren, verschwunden sind. Insofern haben die das Problem natürlich nicht. Der Kochbuchverleger war jedoch offensichtlich außerhalb der Stadt. Darum gibt es ihn noch. Und es wird ja noch viele andere geben, die beruflich oder privat gerade nicht da waren, als Vancouver fiel. Was macht etwa der Urlauber auf Hawaii, der am Ende seines Urlaubs zurück nach Vancouver müsste? Der weiß ja nun nichts mehr von Vancouver, müsste aber natürlich dennoch wissen, dass die Ferien vorbei sind. Was macht er also nun? Einfach sitzen bleiben? Und was steht in seinem Pass?

      Alles doch reichlich schräg. :wirr2:

      =)


      @DarkM

      Wir haben darüber natürlich alle keine gesicherten Erkenntnisse, aber für mich waren nicht zuletzt die Einbindung des Soundtracks und des Hörbuchs in die Folgenzählung durchaus ein Indiz dafür, dass die Serie finanziell nicht optimal läuft (und man darüber die Sammler zusätzlich motivieren wollte, etwas zu kaufen, wonach sie eigentlich nicht verlangten). Auch sind Hörbücher günstiger zu produzieren als Hörspiele.

      Ich glaube auch kaum, dass die Pause nichts mit der finanziellen Situation zu tun hat. Das wird ganz sicher mit hereingespielt haben.

      Und nicht zuletzt konnte man es nach meinem Empfindem auch an dem Haus- und Hofforum experiment-stille ablesen, wo die Zahl engagierter Teilnehmer kontinuierlich sank und die Admins händeringend darum bemüht waren, Herrn Sassenberg nicht durch unliebsame oder ungeduldige Statements der User zu vergrätzen.

      Und ich glaube, auch die Art der letzten Pause, dieses beleidigte Interview, ehe dann die Kommunikation komplett eingestellt wurde und jahrelang Schweigen herrschte, ist kaum vorstellbar bei einer Serie, die super läuft.

      Ich denke, eine Serie wie GB hat es einfach grundsätzlich schon schwer: zu komplex, ungeeignet zum schnellen Weghören usw. Wenn dann noch inhaltliche Mängel, ein geringer Ausstoß und schlechte Kommunikation dazukommen, wird's natürlich übel.

      Und ich sehe nicht, wie sich daran zukünftig etwas ändern sollte.

      Ich hätte ja GB gern bei Audible gesehen. Jedes Jahr mit einer kompletten Staffel. Und vielleicht wieder in Kooperation mit Raimon Weber. Hach, das wär's gewesen.

      Aber das ist natürlich ohne Neustart kaum denkbar.

      *******

      Ach und übrigens - falls mich einzelne jetzt wegen der kritischen Bewertungen wieder für einen ollen Meckerkopp halten sollten, den einfach nur die Lust am Verriss gepackt hat: Ist halt 'ne ganz doofe Burns-Phase, aus meiner Sicht. Auch #33 und #35 finde ich fürchterlich.
      Aber danach ist das Tal eeendlich durchschritten, und es geht wieder bergauf. Auf die Folgen freue ich mich dann auch mal wieder. Im Moment muss ich gerade kämpfen, um bei meinem Burns-Marathon am Ball zu bleiben. :zwinker:
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Nein, nein, das wurde mir früher häufiger mal auf einem anderen Board vorgeworfen. Hier allerdings eher nicht. Und Deine Beiträge habe ich jetzt nicht als Vorwurf der Lust am Verriss verstanden, sondern einfach als andere Sicht auf dieselben Dinge. Was ich völlig okay finde. :kumpel:

      Ich schreibe es nur mittlerweile oft vorsorglich dazu, weil ich grundsätzlich wohl eher sehr kritisch an Hörspiel herangehe und dies auch deutlich schreibe.

      Hier im Hörgrusel dürfte man allerdings mittlerweile wissen, dass ich durchaus auch euphorisch hochjuble, wenn ich etwas für gelungen halte, etwa Heliosphere 2265 oder Oliver Dörings Wells-Umsetzungen oder Gabriel Burns 7-14. :)
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten