Info Das Gruselkabinett - Ewiges Glanzlicht oder sinkender Stern? (Umfrage!)

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    • Naja, aber ALRAUNE ist Folge 87 gewesen. Und aktuell steht die Nummer 150 an. Insofern würde ich nicht davon sprechen, dass diese Folge Ausweis einer nach wie vor hohen Qualität ist. Die ist nämlich auch schon fünf Jahre alt. :zwinker:

      Aber Folge 87 ist deshalb ein guter Hinweis, weil nach meinem Empfinden ungefähr in dieser Phase der qualitative "Niedergang" der Serie, wenn man es denn so nennen will, begann. Natürlich hat es immer auch folgen gegeben, die nicht ganz so stark waren wie die Highlights, und beileibe nicht mal annähernd jede Folge war ein Meisterwerk. Aber es gab eben viele sehr gute bis sehr, sehr gute Hörspiele in den ersten Jahren, viele gut und noch eine Menge, die wirklich okay und hörbar waren. Und nur vereinzelt welche, mit denen ich gar nichts anfangen konnte.

      Seit etwa 2013 veränderte sich jedoch das Verhältnis. Der Anteil an sehr, sehr guten Folgen nahm kontinuierlich ab, auch der der sehr guten und guten; zunächst gab es noch einige, die ganz okay waren, gleichzeitig wuchs aber die Zahl an Episoden, die eher nicht mehr zu überzeugen vermochten. So ging es jedenfalls mir.

      Und das hat nichts damit zu tun, dass die Vorlagen unbekannter waren. Ich habe die Serie nicht zuletzt auch für die vielen Folgen geliebt, die ich vorher als Geschichte nicht kannte. Die Familie des Vampirs etwa oder Camilla oder Der Ring des Thot oder Die Gespenster-Rikscha oder Rappaccinis Tochter. Das waren alle kleine, feine Meisterwerke. Das Geheimnis war eben, dass diese Gesichten etwas hatten. Sie taugten für eine Umsetzung, weil sie eine Story erzählten, die für eine Umsetzung als Hörspiel interessant waren. Auf viele andere Hörspiele traf das dann nicht mehr zu. Da wurde dann eine Geschichte erzählt, die halbgar wirkte, unrund, belanglos, nichtig. Der Kern der Geschichte muss jedoch packen. Tut er es nicht, kann man's gleich sein lassen. Find ich.

      Ich sehe das Hauptproblem bei dieser Reihe darin, dass sich einfach zu viele Routinen eingeschlichen haben. Es kommt mir so vor, als würden die Skripte abgearbeitet. Da sehe ich einfach nicht mehr so viel Raffinesse und Originalität als noch bei den ersten sechzig, siebzig Folgen. Die Art, Hörspiele zu machen, ist zu einer Art "Masche" geworden, der man nun stumpf foolgt. Hinzu kommt der enorme jährliche Folgenausstoß, den man über Jahre hinweg etabliert hat. Da kann man sich ja sehr schnell ausrechnen, wie viel Zeit für das einzelne Skript übrig bleibt. Und hört man, wie ich finde, den Hörspielen auch an. Da ist mittlerweile jede Umsetzung 08/15. Man macht es sich sehr einfach und wandelt lange Erzählpassagen aus der Vorlage einfach in endlose Monologe oder langweilige Dialoge um. Gefühlt jedes Hörspiel beginnt erstmal mit überlangem Gequatsche ohne eigenen Reiz, in dem dann dem Zuhörer die Rahmenbedingungen der Geschichte erst lang und breit erörtert werden, all das garniert mit sich ständig wiederholenden Floskeln und überflüssigem Smalltalk-Schnickschnack. "Dichten" kommt von VERDICHTEN, heißt es, und hier kann man sehr gut beobachten, dass es eben eine Kunst ist, eine Geschichte POINTIERT zu erzählen. H.G. Francis mag Trash geschrieben haben. Aber was das Verdichten angeht, war er den Titania-Jungs haushoch überlegen. Statt kleine Reminiszenzen an die Neon-Grusel-Reihe zu bringen, sollten sie sich lieber ein Stück weit daran orientieren. Das würde ich mir wünschen.

      Mir geht es ähnlich wie Ahtan. Früher habe ich jeder Folge entgegengefiebert. Heute zucke ich nur mit den Achseln und denke meist schon bei den Klappentexten: gääääähn! In den ersten Jahren habe ich die neuen Folgen blind gekauft und wurde nur sehr selten enttäuscht. Heute gleicht es dem Ziehen eines Glücksloses aus einem Eimer voller Nieten, wenn man zu einer neuen Folge greift, so leid es mir tut, das so deutlich schreiben zu müssen.

      Wenn andere noch restlos zufrieden sind mit der Reihe - okay. Freut mich für Euch.
      Wenn die Macher glauben, alles sei okay, es gibt keinen Grund für ein Umlenken, die Reihe ist nach wie vor finanziell supererfolgreich -okay. Auch das freut mich.

      Aber das alles ändert nichts an meiner Ansicht, dass die Reihe mittlerweile uninspiriert, langweilig und handwerklich (vor allem skripttechnisch) schlecht gemacht ist.

      Und da braucht's für mich keinen Vergleich zu Francis. Ich vergleiche das Gruselkabinett mit dem Gruselkabinett, nämlich das der ersten fünfzig, sechzig Folgen.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:
      > Die Weisse Lilie <,
      I, II + III
    • @andijoh Okay, stimmt, ich gebe Dir absolut recht mit einigem, was Du geschrieben hast und was ich so gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. :zustimm:
      Die neonfarbenen Akzente auf den allerersten Covern z.B. (obwohl ich sogar ein paar Hörspiele in der ersten Ausgabe habe), außerdem dann der "Schörgen-Toni", wobei der ja brandneu ist, und ich ihn nicht auf die erste Phase der GKe beziehen möchte.
      Sieht schon so aus, als habe man eine gewisse Reminiszenz oder Nachfolge (ich schreibe ganz bewusst eine "gewisse") im Sinn gehabt, aber sicher von Anfang an mit ganz anderem Anspruch an das, was man da machte.
      Es sollte garantiert kein "Trash" werden, garantiert keine Serie, die in erster Linie von Kindern bzw. Jugendlichen gehört wurde, nichts selbst Zusammengeschriebenes bzw. eine "runtergebrochene Essenz von zum Beispiel Filmvorlagen" (wie es @AlexS weiter oben genannt hat), sondern etwas Neues, Eigenes, wenn auch nach alten Vorlagen - und das ist in den ersten Folgen absolut perfekt gelungen.
      Ich will doch hier keinesfalls die Gruselserie irgendwie "abwerten", denn ich liebe die selbst seit Jahrzehnten!
      Aber ich bin eben heute auch keine 13 Jahre mehr und sehe/ höre die Unterschiede.
    • Ahtan schrieb:

      Für mich ist das GK kein sinkender Stern mehr, sondern ein Dinosaurier der noch nicht kapiert hat das es Zeit zu sterben ist.


      Sorry, aber so denke ich drüber.
      mich würde mal interessieren, welche Serie Du so als gut empfindest. Bis auf die 4 von mir genannten, fallen mir keine Serien ein, die meinen Geschmack treffen.
      "Du bist hier, ich spüre es, du bist ganz nah...Lindaaaaa!"

      :ziegel:
    • @andijoh

      Also folgende Serien finde ich richtig super:

      Perry Rhodan Sternenozean
      Mark Brandis
      Mark Brandis Raumkadett
      ContaminationZ
      Foster
      Das Schwarze Auge
      Heliosphere 2265
      Sex in Serie
      Das Dunkle Meer der Sterne

      (Das als längere Serien)

      Übrigens finde ich die ersten ca. 60 Gruselkabinettfolgen Spitzenklasse, von daher finde ich es so traurig was aus der einstigen Meisterwerk-Serie geworden ist. ;(
    • Ich kann leider Hardenberg nur Zustimmung schenken.
      Lange Zeit habe ich gerne Gruselkabinett gehört und neuen Folgen entgegengefiebert.
      Viele der ganz alten Folgen so die 1-60 höre ich tatsächlich auch immer wieder gerne.

      Bei aktuellen Folgen haben sich bei mir folgende Dinge eingestellt:
      - Ich fiebere keiner Folge mehr entgegen und bestelle definitiv auch nicht mehr vor.
      - Ich greife einmal im Jahr bei 3 für 2-Aktionen bei Saturn zu neueren Gruselkabinett-Folgen um Lücken zu schließen,
      aber jedes mal mit dem Gefühl "hoffentlich sind die nicht wieder so langweilig.
      - Auch wenn ich die Folgen für wenig Geld gekauft habe bin ich danach meist unzufrieden, dass ich dafür Geld ausgegeben habe.
      - Die meisten aktuellen Folgen liegen einmalig gehört im Schrank. Wenn ich überlege, mal wieder eine zu hören, schnappe ich mir eine alte Folge. Die neuen sehen aus wie OVP.
      - Ich höre oft und viel im Auto während der Fahrt zur Arbeit und zurück. Beim Gruselkabinett ist es mir schon oft untergekommen,
      dass ich die Folgen mittendrin rausnehme und z.B. einen Perry Rhodan, Gabriel Burns oder Foster zum 10. Mal höre.
      Den Effekt hatte ich aber auch schon bei den aktuellen John Sinclair-Folgen, muss ich zugeben.

      Ich glaube der Serie tut (1) der hohe Output nicht gut und es wird zur (2) Fliessbandarbeit.
      Ich als Hörer fühle mich beim Gruselkabinett seit langer Zeit gequält von (3) langen Monologen und (4) abrupten Enden.
      Manchmal dachte ich es waren Fehlpressungen und Tracks fehlen.
      Gefühlt (5) wird alles vertont, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
      Darüber hinaus wird im Rahmen der Reihe auch oftmal belangloses, (6) nicht gruseliges untergeschoben.

      Aber wie es mit der Sucht so ist, alle paar Monate kaufe ich doch mal welche nach und oftmals ärgere ich mich dann doch.
      Das ist in etwa wie bei John Sinclair mit Folge 100 auszusteigen, aber aus Sucht noch die SEs zu kaufen
      und sich dort über die langweiligen und belanglosen Folgen nachträglich zu ärgern.
    • Ahtan schrieb:

      @andijoh

      Also folgende Serien finde ich richtig super:

      Perry Rhodan Sternenozean
      Mark Brandis
      Mark Brandis Raumkadett
      ContaminationZ
      Foster
      Das Schwarze Auge
      Heliosphere 2265
      Sex in Serie
      Das Dunkle Meer der Sterne

      (Das als längere Serien)

      Übrigens finde ich die ersten ca. 60 Gruselkabinettfolgen Spitzenklasse, von daher finde ich es so traurig was aus der einstigen Meisterwerk-Serie geworden ist. ;(
      Ok, ist ja jetzt schon mehr SF und ja und äh ja auch Horror. Beim Sternenozean habe ich mal angefangen - super gemacht, aber irgendwie bin ich da nicht rein- oder mitgekommen. Mark Brandis, Heliosphere, das dunkle Meer und das schwarze Auge haben mich - weil SF - noch nie so richtig angeprochen. Contamination Z kenne ich überhaupt nicht und Foster war auch nicht so mein Ding, wobei zumindest letztere eigentlich recht mitreißend begann und sicher nochmal einen Versuch wert ist. Ich glaube aber mir fehlte da Humor...(Sex in Serie traue ich mich nicht zu kaufen :pinch: ) Highlights jenseits 60 waren für mich z. B. Sweeney Todd, Innsmouth oder Der Mönch...wobei ich zugeben muss, dass ich auch jeweils mehrere Anläufe brauchte.
      "Du bist hier, ich spüre es, du bist ganz nah...Lindaaaaa!"

      :ziegel:
    • DarkM schrieb:





      - Ich höre oft und viel im Auto während der Fahrt zur Arbeit und zurück. Beim Gruselkabinett ist es mir schon oft untergekommen,
      dass ich die Folgen mittendrin rausnehme und z.B. einen Perry Rhodan, Gabriel Burns oder Foster zum 10. Mal höre.
      Den Effekt hatte ich aber auch schon bei den aktuellen John Sinclair-Folgen, muss ich zugeben.

      Ich glaube der Serie tut (1) der hohe Output nicht gut und es wird zur (2) Fliessbandarbeit.
      Ich als Hörer fühle mich beim Gruselkabinett seit langer Zeit gequält von (3) langen Monologen und (4) abrupten Enden.
      Manchmal dachte ich es waren Fehlpressungen und Tracks fehlen.
      Gefühlt (5) wird alles vertont, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist.
      Darüber hinaus wird im Rahmen der Reihe auch oftmal belangloses, (6) nicht gruseliges untergeschoben.

      Aber wie es mit der Sucht so ist, alle paar Monate kaufe ich doch mal welche nach und oftmals ärgere ich mich dann doch.
      Das ist in etwa wie bei John Sinclair mit Folge 100 auszusteigen, aber aus Sucht noch die SEs zu kaufen
      und sich dort über die langweiligen und belanglosen Folgen nachträglich zu ärgern.
      Also in abgehakten Teilen (Weg zur Arbeit oder sonstwo hin) kann ich die GKs gar nicht hören, da kriege ich einfach zu wenig mit. Tatsächlich habe ich den Mönch mehrmals angefangen, konnte ihn dann auch einer Fahrt von NRW nach Bayern komplett hören und war begeistert. Bei John Sinclair hatte ich auch mal den Gedanken nur noch die SEs zu kaufen, hat sich aber mittlerweile auch erledigt. Auch wenn ich beim Sinclair-Demon-Hunter-Reihe nicht alles sofort verstehe, macht es mir hier aber auch mehr Spaß, die immer mal wieder einzulegen.
      "Du bist hier, ich spüre es, du bist ganz nah...Lindaaaaa!"

      :ziegel:
    • Nun ja, man kann bei diesem Thema eben unterschiedlicher Ansicht sein, wie man sieht. Das hat nichts damit zu tun, dass @Ahtan ansonsten im Moment hauptsächlich SciFi und Horror hören mag oder @DarkM ein Hörspiel in Etappen hört. Wenn beide schreiben, dass sie früher begeisterte Fans waren, es heute aber aus genannten Gründen nicht mehr sind, ist das so. Da braucht's keine Relativierungen, wenn man selbst es anders sieht. Denn das ist ja völlig legitim. :)

      Bei mir ist es etwa so, dass ich gerade für die etwas höherwertigen Vorlagen durchaus zu gewinnen bin, das war ja auch der Grund, warum ich mich bei den ersten ca. 60 Folgen des Gruselkabinetts so wohl gefühlt habe, und ich habe auch die späteren Folgen immer am Stück gehört, manche sogar mehrmals, um mir ein genaues Bild auch von dem zu machen, was mir vielleicht nicht so gut gefallen hat. Und gleichzeitig schätze ich Hörspiele, die ähnlichen Vorlagen folgen und dem entsprechen, was ich früher am Gruselkabinett so geschätzt habe, nach wie vor. Es ist durch das Mittelmaß, in das Titania geglitten, für mich eine Leerstelle entstanden, die ich gern wieder auffüllen würde mit überzeugenden Produktionen. Die Schwarze Serie hat dies nicht geschafft. Jetzt hoffe ich auf die neue Reihe von Oliver Doering. Die ersten beiden Wells-Vertonungen gingen ja schon in die Richtung und haben mich vollauf überzeugt. Auch bei der neuen Reihe für maritim hoffe ich auf ein paar tolle, hochwertige Hörspiele, die meinen Geschmack voll treffen werden.

      Und nicht umsonst hören viele, die von den aktuellen Folgen der Reihe Gruselkabinett enttäuscht sind, ihre Lieblinge aus der ersten Phase immer und immer wieder. Wäre es so, dass das kritisierte "Problem" letztlich schon immer bestand, würde es sich im Nachhinein auch bei den alten Folgen bemerkbar machen. So ist es aber nicht. Jedenfalls nicht in der Schärfe. Natürlich waren die Folgen auch früher dialoglastig und nahmen sich Zeit. Dies hat aber irgendwann wirklich Überhand genommen und wurde regelrecht floskelhaft und künstlich aufgebläht, gleichzeitig gingen die atmosphärischen Anteile immer weiter zurück, und alles reduzierte sich im Grunde auf klimpernde Hintergrundmusik. Was mir einfach viel zu wenig ist. Wenn ich da im Vergleich etwa an Die Familie des Vampirs oder Der Freischütz denke - wie da mittels Inszenierung und grandioser Sprecherleistung zwei düster-atmosphärische Glanzlichter entstanden sind. Das ist doch heute kaum noch denkbar. Leider.

      Und dafür muss es ja Gründe geben, denn es sind ja noch dieselben Macher - und dass diese es drauf haben/hatten, ist ja bewiesen.
      Also ist etwas geschehen: entweder hat sie die Lust/Inspiration verloren oder sie muten sich zu viele Produktionen auf einmal zu, so dass dem einzelnen Skript, der einzelnen Inszenierung nicht mehr genügend Aufwand eingeräumt werden kann. Ich weiß es nicht.

      Aber dass sich da etwas zum Schlechten verändert hat, ist für mich augenscheinlich. Nicht zuletzt auch aufgrund der Flut von mittlerweile eher negativen Äußerungen von einst voll überzeugten Fans.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:
      > Die Weisse Lilie <,
      I, II + III
    • Natürlich kann man bei 150 Folgen nicht nur "Treffer" landen, aber mich stört beim Gruselkabinett die immer lahmer werdende Inszenierung je weiter die Serie fortschreitet.

      Bestes Beispiel war "Krieg der Welten", so einen Selbstgänger derart vor die Wand zu fahren, das muss man erstmal schaffen. 8o

      Das letzte Gruselkabinett was ich mir noch mehrmals anhöre war Nr. 63 (Besessen). Danach kamen zwar auch noch gute Produktionen, Alraune, der Mönch, Schimmelreiter, Ewige Jugend... Aber diese würde ich mir kein zweites Mal mehr anhören... Was in meiner persönlichen Einschätzung damit zu "durchschnittlich" wird und nicht mehr "gut/sehr gut".
    • Mal abgesehen davon, dass die Vorlage von "Krieg der Welten" überhaupt nicht in die Reihe gepasst hat.

      Ich wollte nochmal nachlegen, dass für die Erfassung und den Genuss der Hörspiele bei mir
      das Autofahren an sich kein Problem bereitet. Ich kann immer wieder Folgen unterbrechen und später 5 Minuten "zurückspulen" und weiterhören.
      Wenn mich das Hörspiel packt, bin ich schnell wieder drin.
      Bei den letzten Jahren Gruselkabinett-Folgen sind viele dabei gewesen, wo ich einfach direkt nach 15 Minuten ausgemacht habe,
      weil es mich nicht gepackt und mitgerissen hat. Einige davon konnten mich beim nochmaligen Versuch dann überzeugen.
      Aber die Tendenz fällt. Wenn ich nun z.B. den Dracula-Mehrteiler einlege, bin ich sofort begeistert, sogar von der Vorgeschichte.
      Den Effekt habe ich aber auch bei den Nicht-Döringschen Sinclair-Folgen. Tatsächlich 90% der 70 Döring-Folgen können mich immer wieder begeistern weil auch viel Atmosphäre drinsteckt. Bei allem was danach kam war es dann immer mehr nach dem Glücksprinzip - mal ein hit, mal ein miss. Auch hier Tendenz eher fallend.

      Das kann natürlich auch ein Zeichen dafür sein, dass sich Serien nach vielen Folgen irgendwann totlaufen, wenn der Regisseur immer alles nach Schema F macht. Bei TV-Serien kommt da zugute, dass es da zumeist immer wieder wechselnde Regisseure gibt. (Hauptsache jemand hält die Fäden in den Händen) Ich greife dennoch immer mal wieder nach einer neuen Gruselkabinett-Folge um mich eines Besseren zu besinnen. Leider habe ich kürzlich nach "Der Rabe" gegriffen, welches bei mir aber nur Fragezeichen hinterlassen hat. War das Kunst oder kann das weg? Es war mal etwas Anderes, aber irgendwie auch unverständlich.
      Man sollte ggf. bei so langlebigen Hörspielserien auch mal den Scriptwriter und Regisseur wechseln/rotieren lassen. Ich denke sowas tut einer eh in Einzelfolgen gegliederten Serie ganz gut.
    • DarkM schrieb:



      Mal abgesehen davon, dass die Vorlage von "Krieg der Welten" überhaupt nicht in die Reihe gepasst hat.

      Das ist zum Beispiel ein Vorwurf, den man ja häufiger liest - und den ich nun mal so überhaupt nicht unterschreiben kann. Ich finde es sogar, im Gegenteil, gar nicht schlecht, wenn man die Grenzen des eigenen Genres immer mal wieder antastet. Das kann durchaus reizvoll und abwechslungsreich sein. Es muss halt nur auch gut gemacht sein. Und das ist ja das eigentliche Problem. Wenigstens für mich.

      Wenn man von treuen Freunden der Reihe irgendwann so etwas liest...

      DarkM schrieb:


      Bei den letzten Jahren Gruselkabinett-Folgen sind viele dabei gewesen, wo ich einfach direkt nach 15 Minuten ausgemacht habe,
      weil es mich nicht gepackt und mitgerissen hat.

      ...dann läuft nach meinem Empfinden eben ganz entschieden etwas falsch.
      Und mir ging es da wie Dir.
      Es gab sogar viele Folgen, die mich ob der unentwegten Laberei geradezu aggressiv gemacht haben. Ich erinnere mich etwa an 20.000 Meilen unter dem Meer, bei dem mich nicht etwa gestört hat, dass das nicht ins selbstgesteckte Reihenschema passt, sondern die furztrockene, elend langweilige und völlig beliebige Dauer-Palaverei, mit der die Handlung für meinen Geschmack völlig unhörbar wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sich Mark Gruppe zum Ziel gesetzt hatte, ein Hörspiel vorzulegen, bei dem es nicht einen kurzen Moment des Schweigens gibt. Man hat das Gefühl, dass einfach die ganze Zeit nur gequasselt wird. Selbst wenn mal etwas passiert, wird der Hörer nicht ins Geschehen gesetzt, sondern steht mit ein paar Figuren an der Reling und muss sich durch völlig unauthentische Dialoge berichten lassen, was da gerade geschieht. So kann man doch heute keine Skripte mehr schreiben. Aber um fair zu sein: So hätte man noch nie Hörspielskripte schreiben können/sollen.


      DarkM schrieb:


      Man sollte ggf. bei so langlebigen Hörspielserien auch mal den Scriptwriter und Regisseur wechseln/rotieren lassen. Ich denke sowas tut einer eh in Einzelfolgen gegliederten Serie ganz gut.

      Das sehe ich nicht so.
      Ich mag gerade bei Hörspielserien und -reihen die Handschrift des Machers, der hinter der Produktion steht. Das ist für mich ein entscheidendes Kaufkriterium. Serien und Reihen mit wechselnden Regisseuren oder Autoren hätten/haben es dagegen bei mir deutlich schwerer. Sie reizen mich einfach weniger bis gar nicht.
      Gerade bei den ersten fünfzig, sechzig Folgen Gruselkabinett liebte ich ja die Handschrift der Titania-Jungs.

      Es ist halt auch am Macher, den Zeitpunkt zu finden, an dem es Zeit ist, eine Reihe mal zu beenden oder ihre eine Pause einzuräumen.
      Oder nebenbei andere Projekte zu finden, die neuen Schwung in den kreativen Prozess bringen.

      So aber sieht man meines Erachtens ganz deutlich, dass hier Originalität und Schwung längst aufgebraucht sind. Mir erscheint es auch so, als hätte Mark Gruppe eigentlich gar keine Freude mehr an seiner Reihe und arbeitete die Skripte einfach ab, weil sie eben einen beträchtlichen Teil seines Lebensunterhaltes ausmacht.

      Aber darüber kann man natürlich nur spekulieren.
      Ist ja letztlich auch unerheblich.

      Abschließend kann man aber wohl festhalten, dass selbst die meisten Kritiker der Reihe sich freuen würden, wenn die Folgen wieder mehrheitlich auf dem Niveau der ersten fünfzig Folgen wären.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp:
      > Die Weisse Lilie <,
      I, II + III
    • Dass die Folgen nicht in die Reihe passen war auch ein Nebensatz.
      Prinzipiell würde es mich auch nicht stören, wenn die Folgen dann zumindest herausstechen würden.

      Das passende Wort für viele Folgen ist glaube ich "steril" im Sinne von kalt und nüchtern.
      Ja es trifft nicht auf alle Folgen zu, aber auf viele.
      Als würde eine Maschine bestimmte vorgefertigte Arbeitsabläufe durchspulen.
      Ich weiss es klingt gemein und es ist sicher viel Arbeit in den Folgen, aber so wirkt es auf mich.