Info JAN TENNER - Serienbesprechung

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    • JAN TENNER - Serienbesprechung

      Jan Tenner

      Ich hatte gestern mit einmal Lust mir Jan Tenner – Angriff der Grünen Spinnen anzuhören und habe mich nun entschlossen die gesamte Serie durchzuhören. In meiner Kindheit hatte ich Jan Tenner Folge 1 – Angriff der grünen Spinnen auf Kassette. Ich habe die Folge sehr gemocht, vor allem da sie Riesenspinnen auf dem Cover hatte. Riesenspinnen gehen immer (oder nicht? :D ). Ich hatte jedoch keine andere Folge der Serie. Vor ein paar Jahren hatte Pop.de mal die gesamte Jan Tenner Serie im Angebot und da habe ich mir alle 46 Jan Tenner Classics und auch die 8 neuen Folgen bestellt, die bisher bei mir im Regal Staub sammeln. Ich bin bisher aber noch nicht dazu gekommen, sie zu hören. Die hohe Folgenzahl wirkt da wohl auch ein bisschen abschreckend. Nun ist es aber soweit. Ich bin sowohl gespannt wie mir die erste Folge heute noch gefällt (wie gut ist die Serie gealtert?) als auch wie mir die Folgen 2-46 gefallen werden, die es sicherlich schwerer haben, da es bei denen bei mir kein Nostalgiefaktor gibt (da ich sie noch nicht kenne).

      Also los geht’s mit Folge 1 …

      Jan Tenner – Folge 1 – Angriff der grünen Spinnen



      Das Militär von Westland hat riesige Spinnen gezüchtet, die in einem potentiellen Krieg Netze spinnen sollen und damit undurchdringliche Panzersperren errichten sollen. Die Spinnen werden durch die Mutterspinne kontrolliert, die wiederum vom Militär kontrolliert wird. Bei einer Vorführung läuft jedoch etwas schief und die Spinnen entkommen und sind mit einmal frei und eine Bedrohung für die Menschheit, da sie sich sowohl sehr schnell vermehren, als auch giftig und aggressiv sind. Jan Tenner, Doktor Futura und seine Assistentin Tanja werden um Hilfe gebeten. Glücklicherweise hat Doktor Futura schon mit einem Serum experimentiert, welches nun benutzt werden soll um Jan Tenner in eine Spinne zu verwandeln. Er soll sich zu den Spinnen begeben, die Mutterspinne besiegen und ersetzen und dann den anderen Spinnen befehlen, wieder in ihre gesicherten Höhlen zurückzugehen. Jedoch ist das Serum noch im Versuchsstadium und damit ist es risikoreich, es anzuwenden. Außerdem braucht man eine große Willenskraft, um am Ende wieder zurückverwandelt zu werden, da man nach der Verwandlung Gefallen am Spinnen-sein findet und leicht für immer eine Spinne bleiben will. Kann es Jan gelingen, die Welt zu retten? Und wird er danach für immer eine Spinne bleiben?

      Ich sage mal gleich vorweg, dass dieses Hörspiel meiner Meinung nach von jedem Drehbuchautor und von jedem Hörspielregisseur gehört und studiert werden sollte. Es ist in so vielen Punkten einfach perfekt. Sicherlich ist es aus den 80er Jahren und vor allem die Musik hört sich danach an, aber im Bezug auf das Drehbuch, auf die Umsetzung, auf den Elan und die Geschwindigkeit und wie hier Emotionen (Gefahr und Angst) erzeugt werden, ist diese Hörspiel eine absolute Meisterleistung. Das 37 minütige Hörspiel fängt mit einer wunderbaren 25s Titelmelodie an (ok, man sollte 80er Jahre Synthesizer Musik mögen). Dann gibt es eine grobe Einleitung (1 Minute), die alle Hauptpersonen, deren Rolle und auch noch die Grundlage dieser Geschichte eingeführt werden. Also nach 1.5 Minuten hat man ein 30s Intro und weiß schon so ungefähr worum es geht. Es werden auch schon ganz bestimmte Eigenschaften genannt, die im Laufe der Geschichte wichtig werden. Unwichtiges wird hier raus gelassen. Im nächsten Track werden dann die Spinnen eingeführt (schauriges Geräusch), und eine militärische Simulation findet statt. Man hört auch in einem Nebensatz, warum das alles gemacht wird (Panzersperren bauen). In sagenhaft kurzen 2.5 Minuten kommen einige Hauptpersonen vor, eine wichtige Szene findet statt, ein Unfall passiert und nach 2.5 Minuten ist eine Gefahrensituation erschaffen worden, die den Hörer schon jetzt absolut eingefangen hat. Um zusammenzufassen: Wir sind erst 4 Minuten im Hörspiel. 30s Titelmelodie, 1 Minute Einleitung und 2.5 Minuten erste Szene. Da hat man als Hörer gar keine Zeit auf sein Handy zu schauen oder auch noch was anderes zu machen. Man ist hier schon von Anfang an sofort in der Geschichte drin und die lässt einen auch bis zum Ende nicht mehr los und das ganze fühlt sich wie eine schnelle Achterbahnfahrt an. Und so geht das weiter. Das Hörspiel ist ein Meisterwerk von „Kurz-und-Knackig“. Das Drehbuch ist von Dick Farlow. Ich dachte erst, dass er vielleicht bei dem legendären H.G. Francis in die Lehre gegangen ist. Ich habe dann aber heute gelesen, dass Dick Farlow nur ein Pseudonym von H.G. Francis ist und das dieses Drehbuch wirklich von dem Grossmeister selber ist. Das merkt man auch. Dieses ist eine Meisterleistung. Ich möchte das noch an einem anderen Aspekt verdeutlichen. Während es bei vielen anderen Hörspielen an Gefahren und Bedrohungen insgesamt mangelt, gibt es hier vielfache Bedrohungslagen die oft auch noch überlappen. Erst befreien sich die Spinnen, die die gesamte Menschheit ausrotten könnten, das ist Gefahr Nummer 1. Dann soll Jan das Serum benutzen, das ja noch nicht richtig getestet wurde. Gefahr Nummer 2. Nach der Umwandlung muss er sich dann in die Nähe der Spinnen bewegen und sie täuschen und das Überleben (Gefahr Nummer 3), dann kommen auch noch angreifende Bomber die man stoppen muss (Gefahr Nummer 4), dann muss er natürlich noch die Mutter-Spinne in einem Zweikampf besiegen (dieser fulminante, atemberaubende Kampf ist Gefahr Nummer 5) und dann am Ende muss er auch noch die Willenskraft haben sich zurückverwandeln ( Gefahr Nummer 6). So wird Spannung meisterlich aufgebaut und somit zieht man den Hörer in das Hörspiel hinein. Und die Gefahren und deren Lösungen kommen nicht plötzlich aus der Luft gegriffen, sondern man hat das Gefühl, dass hier jeder Satz ganz gezielt gesetzt wurde, um die Handlung logisch und schlüssig zu machen und um das macht das Ganze auch sehr leicht für den Hörer es zu verstehen. Hier braucht man kein zweites Hören, obwohl das sicherlich wieder Spaß machen würde. Viele Aktionen und Zusammenhänge werden schon viele Minuten vorher vorbereitet (z.B. in einem Nebensatz), so dass wenn später, wenn etwas passiert, man sagt: „Aja, das war ja so und so“. Die Geschichte ist schlüssig und hier passt alles logisch und sinnvoll zusammen. Wie gesagt, ein Meisterwerk von einem durchdachten Drehbuch.

      Zusätzlich schafft man es auch noch nebenbei einige moralische Botschaften mit hinzubringen. Die Geschichte ist sicherlich nicht als hochkomplex zu beschreiben, aber trivial ist sie auf keinen Fall. Z.B. fragt man sich nach diesem Hörspiel, welches Risiko für sich selber man bei der Entwicklung von neuen Waffen eingeht. Und dann am Ende, wo die Spinnen sich wiedersetzen und nicht wieder eingesperrt werden wollen, sieht man, dass selbst gezüchtete Lebewesen Gefühle haben. Dieses wird hier ganz subtil gezeigt. Andere Hörspiele hauen den Hörer schon mal mit der moralischen Keule tot. Dieses ist hier nicht der Fall. Man hat genug zum Nachdenken aber das ist auch genug. Das man diese Botschaften auch noch in diesen 37 kurzen Minuten hineinbekommt, ist eigentlich ein Wunder.

      Das Spinnengeraeusch und die untermalenden Effekte haben bei mir auch eine wunderbare Suspense-Stimmung erzeugt, vor allem wenn Jan sich den anderen Spinnen und der Spinnen-Mutter naehert. Diese Stimmung koennte man auch Grusel nennen. Das hat mich schon an die Neon-Grusel Folge mit den Ameisen erinnert.

      Und in der letzten Szene hat das Hörspiel es auch noch geschafft mich zum lachen zu bringen. Nach der ganzen Anspannung, war ich am Ende so erleichtert, dass der Humor so willkommen war, dass ich laut losgelacht habe. Hier wird gekonnt mit den Gefühlen gespielt.

      Jan Tenner wird von Lutz Riedel gesprochen, ich denke das war seine ersten große Rolle. Dr. Futura ist Klaus Naegelen, seine Assistentin Tanja ist Christine Schnell-Neu (cooler Name). General Forbett ist Heinz Giese. Die Sprecher haben einen unglaublichen Elan und Schwung und die Spielszenen und Dialoge sind so spannend und unterhaltsam, dass man sich wie in einer Achterbahn fuehlt. Ulli Herzog als Regisseur hat es geschafft aus diesen Sprechern ein wunderbares Team zu machen, das zusammenpasst und die alle an einem Strick ziehen, vor allem im Bezug auf die Geschwindigkeit und dem Elan. Die Staerke dieses Hoerspiels ist neben dem Drehbuch sicherlich die Sprecher und wie sie diese Geschichte spielen.

      Trotz aller Kürze, wird immer wieder Zeit genommen, um eine 10s bis 30s lange Musik einzuspielen, damit das gerade gespielte beim Hörer sacken kann. Es ist wie Yin und Yang. Hohes Tempo in den Spielszenen, dann aber Pausen. Ich liebe diese Tempo-Variation. Das ist viel besser als ein monotones Tempo. Das ist wie bei einer guten Rede. Die variiert auch in der Geschwindigkeit.

      Ok, nun ein Wort zu dem Alter des Hörspiels. Man merkt vor allem an der Musik, dass dieses Hörspiel aus den 80ern ist. Es hat mich oft an die Netflix Show Stranger Things erinnert, die ja auch in den 80ern spielt. Aber auch Captain Futures Musik ist aus den 80ern. Also ich als Kassettenkind find das gut. Ob das Millenials auch gut finden, kann ich nicht beurteilen. Aber das Hörspiel wird durch die Sprecher getragen, und deren Leistung ist zeitlos.

      Die Effekte sind gut und sie unterstützen hier sehr effektiv die Handlung, sie stehen aber nicht im Vordergrund, wie das leider bei einigen neueren Hörspielen ist, bei denen die bombastischen Effekte teilweise benutzt werden, um eine schwache Geschichte und ein schwaches Drehbuch zu verstecken.

      Sicherlich sind die Personen nicht hochkomplex sondern fallen schon in bestimmte Schubladen wie das in den 80ern halt so war. Der aggressive und ruecksichtslose General, die besorgte Assistentin, der mutige und starke Superheld und der clevere Professor. Und die Szene, in der Tanja Jan bittet, das Serum nicht zu nehmen, ist ein bisschen theatralisch. Aber es hat sicherlich dazu bei getragen, dass der Hörer über die Serumeinnahme noch mehr besorgt ist .

      Dieses Hörspiel mischt ein meisterliches Drehbuch ala Kurz-und-knackig mit variablem Tempe, mit leidenschaftlichen Sprechern, einer stimmungsvollen Musik und passenden Effekten in ein Hörspiel mit einem atemberaubendem Tempo, dass diese 37 Minuten zu einem Hörspielfeuerwerk machen. Wie schon gesagt, jeweilige potentielle Langeweile wurde rausgekürzt ohne dass man etwas vermisst. Ich habe das Gefühl, dass in diesen 37 Minuten mehr Geschichte erzählt wurde als in vielen anderen Hörspielen, die über eine Stunde lang sind.

      Also für mich ist dieses Hörspiel nicht nur ein absolutes Vergnügen sondern ein Meisterwerk an dem junge Regisseure und Drehbuchschreiber sich orientieren können wie man "kurz-und-knack"ige Hörspiele macht. Diese Kunst ist heute leider eine Seltenheit. H.G. Francis - Ruhen sie in Frieden! :knie: :knie: :knie: Danke für die vielen, kurzen Hörspiele, die sie uns geschaffen haben.

      Ganz klar 10 Sterne und Höchstwertung!

      :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st:

      Nun freue ich mich auf Folge 2, die ich ja noch gar nicht kenne.

      Wer von euch kennt und hört Jan Tenner? Und wie ist diese Serie für Euch gealtert? Hört ihr hin und wieder nochmal hinein?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cherusker ()

    • Cherusker schrieb:

      Sicherlich sind die Personen nicht hochkomplex sondern fallen schon in bestimmte Schubladen wie das in den 80ern halt so war. Der aggressive und ruecksichtslose General, die besorgte Assistentin, der mutige und starke Superheld und der clevere Professor. Und die Szene, in der Tanja Jan bittet, das Serum nicht zu nehmen, ist ein bisschen theatralisch. Aber es hat sicherlich dazu bei getragen, dass der Hörer über die Serumeinnahme noch mehr besorgt ist .
      Naja, das ist aber folgenlos. Das Serum kann schon deswegen nur halb so wild sein, weil es sonst keine Abenteuer gibt. Ein Teil des Charmes solcher Geschichten nach Pulp-Muster ist ja, dass dem Haupthelden nie etwas passiert, was ihn verändert. Deswegen wird er weder aussteigen, ernsthaft-dauerhaft verletzt, die besorgte Assistentin vögeln heiraten oder das Vertrauen zum Professor verlieren. Genau die gleiche Konstellation ist ja in Flash Gordon zu finden. Oder bei Lucky Starr. Oder Buck Rogers (jedenfalls in der TV-Serie).

      Für mich hat der Reiz solcher Stories doch mit dem Erwachsenwerden stark nachgelassen, da die Mechanismen für mich zu deutlich erkennbar sind. Daher habe ich die besondere Verehrung, die Jan Tenner in D besitzt, nie so ganz nachvollziehen können. Um bei Francis zu bleiben (dessen Können außer Frage steht)... da gefiel mir Commander Perkins besser, wenn auch nicht wirklich gut.
      They call me the Fader. Which is what I'm about to do.
    • Mit 7 oder 8 Jahren waren DIE GRÜNEN SPINNEN, Angriff der Horrorameisen und im Bann der Monsterspinne meine Lieblingshörspiele!
      Als Kind hat man da ja ein intensiveres Kopfkino, als ein Erwachsener....

      Die Tenners waren klasse. Heute funktionieren die aber bei mir nicht mehr. Vom Grusel-Sci Fi zum Comedy Trash, aber immer noch Kult.
      Schöne Kindheitserinnerung. Vor allem die ersten Cover bis Folge 7(?), fand ich schöner.
      Der heldenhafte Jan Tenner mit seinen, goldenen, langen Haaren. =) :klimper:

      Geheimnis des Adlers find ich heute noch ziemlich cool! :thumbsup:
      Und Mimo..... Didldid! =)
      Menschlichkeit ist nur noch eine dunkle Erinnerung...
    • Ich oute mich mal als Jan-Tenner-Fan seit meiner Kindheit und ich kann bestimmt jedes Hörspiel auswendig mitsprechen.

      Ab Folge 7 werden die Hörspielskripte nicht mehr von H.G.Francis verfasst, sondern von seinem Perry-Rhodan-Mitautor Horst Hoffmann. Ab Folge 7 setzt die große Rahmenhandlung um die Leonen und den Stein der Macht ein, um in Folge 24 sein Finale zu erfahren. Ab Folge 28 geht es dann um die Antagonistin Seytania.

      Sind die ersten 6 Folgen "bodenständig", geht es ab Folge 7 in den Weltraum.

      Und, jetzt nicht lachen: Ich finde Folge 1 sogar eher eine von den schlechteren. :D

      Ab Folge 4 wird die absolut nervige Tanja gegen die coole Laura (Marianne Groß) ausgetauscht, die genau wie Jan zu den Publikumslieblingen zählt, da sie 1A mit ihm harmonisiert.
    • Ich kann JAN TENNER nachwievor mit dem selben Genuss hören, wie damals als Kind. Glücklicherweise vergesse ich viel was Hörspiele betrifft und kann definitiv NIE ganze Folgen nachsprechen.
      Das hat den Grund, dass ich als Kind zwar jede Folge mehrmals hörte, aber meist beim Spielen mit Playmobil oder MASK. Und da lenkt das eine vom anderen ab.
      Wenn ich nun "im Alter" so manche Folge einlege, wird mir erst bewusst, dass die eine Szene an einer Promenade spielt, die andere in der Wüste, wieder eine andere an einem Waldrand, oder im Labor. Daher ist für mich ein Hörspiel (nicht nur JAN TENNER) aus der Jugend, nach vielen Jahren wieder gehört, immer eine neue Erfahrung.
      Oder anderes Beispiel: Früher hatte ich null Interesse, eine Stimme einem Sprecher zuzuordnen. Mittlerweile als Erwachsener höre ich in einer Folge JAN TENNER urplötzlich z.B. Udo Schenk und denke dann: Ach, der spielte damals da auch schon mit?!

      Für mich ist JAN TENNER nicht nur Kult, sondern eine meiner absoluten Lieblingsserien. Und nichts, aber auch gar nichts, hat die Qualität und der Spaß beim Hören eingebüßt. Ich muss JAN TENNER auch mal wieder von vorne bis hinten durchhören. Habe ich schon lange nicht mehr gemacht.

      Meine erste Folge die ich kaufen durfte war Kurs auf Wega 5. Da fing die Sammelleidenschaft von Jan Tenner an. Und ich stöberte alle paar Tage durch das Kassettenregal im SPAR Markt, ob es nicht womöglich schon eine neue Folge gab. Internetrecherche war ja damals nicht. Maximal auf die Werbung im YPS-Heft, oder die Videoclips im Werbefernsehen konnte man sich verlassen.

      Hoerspielecho.de - Reden wir darüber.
    • Damals in der Vor-Internetzeit verschwand Jan Tenner von jetzt auf gleich aus den Kaufregalen und ich kannte nur die Folgen 1-38. Die 39 (Abschluss des Dreiteilers) war angekündigt, aber Jan nirgendwo mehr zu bekommen.

      Es dauerte dann ca. 10 Jahre bis Jan auf CD neu rauskam, und ich endlich die 39, sowie 40-46 hören konnte.

      Tja, damals gabs für den Endverbraucher kein Internet und man hatte keine Chance herauszufinden wo Jan abgeblieben ist. :D
    • Ich muss @Ahtan beipflichten, die Folge #1 gehört für mich zu den schlechteren.

      Jan Tenner war der Held meiner Kindheit und hat mich überhaupt erst zum Hörspiele sammeln gebracht.
      Ich habe ebenfalls alle 46 Folgen (die Serie hatte allerdings erst nur 45, die 46 kam erst viele Jahre spater raus), die neue Serie ist leider misslungen und beginnt erst mit den.letzten beiden Folgen #10 & #11, sich an die Qualität der alten Serie anzunähern.

      Ich habe sicherlich jede der ersten 45 Folgen über 50 Mal gehört.
      Ab Folge #4 beginnt die Serie erst richtig.

      @Cherusker
      Wenn du der, für mich und viele meiner Freunde, die damals schon JT geliebt haben, eher mittelmäßigen #1 schon 10 Sterne gibst, so bin ich sehr gespannt, was du den richtig guten Folgen geben wirst, 15 Sterne müssten da drin sein. ;-)

      Zweifelsohne ist der Aufbau für ein 37 Min. Hörspiel sehr gelungen & die Sprecher sind wirklich absolute Spitze, aber ich glaube, da sind bei dir noch 2-3 Nostalgiesterne mit drin, was übrigens vollkommen okay ist. :-)

      Von mir bekäme die #1 immerhin 7/10
    • Da ich aus der Provinz kam, hatte ich damals die Folgen 37+38 in Hannover bekommen. Beim nächsten dortigen Shoppen (ca. ein halbes Jahr später) war Jan Tenner komplett verschwunden. (Nicht bur in Hannover, sondern auch in meiner Heimatstadt). Im Laufe der Folgejahre hatte mein Kassettenrekorder die Hälfte meiner Sammlung in Bandsalat verwandelt.

      Als Jan Tenner dann plötzlich auf CD rauskam, konnte ich das Glück kaum fassen.

      Ich kann mit Fug und Recht sagen, ohne Jan Tenner wäre ich niemals Hörspielfan geworden.

      Meine Lieblingsfolgen sind übrigens:

      04 - Gefahr aus dem All (spannend und trotzdem lustig, gleichzeitig ein Vorgeschmack auf die kommende Großhandlung)

      07 - Finsternis über Westland (wie die Atemnot gespielt wird ist bis heute grandios)

      14 - Die Zeitfalle (meine absolute Lieblingsfolge, da passt einfach alles)

      23 - Der Stein der Macht (die Ausweglosigkeit der Helden ist so gut gemacht)

      31 - Die Steinzeitseuche ( irgendwie gruselig)

      Ich habe mich bemüht keine Spoiler reinzupacken, da @Cherusker diese noch nicht kennt.
    • So weiter geht’s mit Folge 2 – Tödlicher Nebel, der ersten Folge der Serie, die ich noch nicht kenne (ich habe in meiner Kindheit nur Folge 1 gehört). Hier gibt es also eine Bewertung ohne Nostalgiefaktor. Mal sehen wie diese Folge heute noch für Neueinsteiger funktioniert.



      Ein geheimnisvoller tödlicher roter Nebel bewegt sich auf die Stadt Greyville zu. Keiner weiß, worum es sich bei dem Nebel handelt und Professor Futura und Jan Tenner werden beauftragt das Rätsel zu lösen. Da anscheinend nichts vor dem Nebel schützt, schlägt Professor Futura vor, einen seiner kleinen Roboter zu benutzen um den Nebel zu erkunden. Jedoch funktioniert Funkkontrolle noch nicht, so dass er von innen kontrolliert werden muss. Aber das innere ist sehr klein. Wie kann man das lösen? Natürlich hat Professor Futura wieder ein Serum parat. Diesmal ein Verkleinerungs-Serum, dass Jan einnehmen soll und dann den Roboter steuern soll. Das Serum ist aber auch wiederum nicht ohne Risiken. Wird Jan diesen Auftrag annehmen und das Risiko eingehen und kann es herausfinden, was es mit dem roten Nebel auf sich hat?


      Diese Geschichte ist fast eine exakte Kopie der ersten Folge. Es gibt eine Gefahr, Jan muss ein Serum einnehmen, um die Gefahr zu beenden und das alles ist wieder mit vielen Risiken verbunden. Abgesehen, dass dieses bis auf das Ende fast dieselbe Geschichte ist wie die erste Folge, ist sie wieder flott und knackig produziert. Wiederum gibt es viele Schichten von Gefahren und Bedrohungen, die einem keine Zeit zum atmen lassen. Erst wird die Hauptgefahr aufgebaut (der tödliche Nebel), dann wird geschildert wie gefährlich es ist, das Serum zu nehmen (was durch die wieder sehr besorgte Tanja noch verstärkt wird), dann wird gesagt, dass man ein Zeitlimit hat, bis man sich wieder auf Normalgröße zurück verwandelt (also hat man auch noch einen Timer), zusaetlzich sind die 2 Stunden, die das Serum wirken soll, auch nicht konstant und es ist machmal auch kürzer (noch ein Unsicherheitsfaktor) dann gibt es einen Verkehrstau, der zu viel Zeit kostet und man muss eine andere Loesung finden, um zum Nebel zu kommen und so weiter und so fort. Im großen Rahmen der Hauptgeschichte dieser Folge (Nebel), werden Reihenweise kleine Abenteuer und Gefahren gemeistert, die teilweise nacheinander passieren, teilweise sich auch überlagern. Diese ständige Gefahrensituationen machen diese Geschichte wieder zu einem sehr spannenden und mitreissenden Hörspiel. Ein bisschen Abzug gibt es aber, weil es meiner Meinung nach zu sehr eine Kopie der ersten Folge ist. Auch ist das Cover schon ein heftiger Spoiler (den ich hier nicht verraten will). Die Sprecher sind wieder sehr gut aufgelegt. Es gibt wieder die 4 Sprecher der Stammbesetzung mit Lars Riedel als Jan, Christine Schnell-Neu als Tanja, Klaus Nägelen als Professor Futura und Heinz Giese als General Forbett, die alle ihre Rollen sehr gut spielen. Mir ist wieder aufgefallen, dass man sehr viel mit Sprache und einfachen Effekten machen kann. In der ersten Folge hat Lars Riedel ja schon wunderbar die Spinne gespielt. In dieser Folge spielt er eine sehr kleine Person. Ich fand es auch lustig, als Jan geschrumpft ist, und dann Tanja ihn ruft und er sie bittet leiser zu sein, da sein (nun sehr kleines) Trommelfell platzt, sie dann auch sofort wieder mit gleicher Lautstaerke sofort zurueckschreit und bestaetigt, dass sie das verstanden hat, aber erst danach erst leiser spricht :lach2: :roll: . Das war gut. Es gab am Ende auch wieder eine lustige Szene (genau wie am Ende der ersten Folge). Also das wiederholt sich in dieser Folge wirklich alles nach Schema F.


      Die Auflösung ist interessant und macht Spaß. Und es gibt auch wieder den General, der sich wieder sehr trigger-happy zeigt. Er hat die Aufgabe in diesem Hoerspiel, für eine einfache, schnelle aber militaristische Lösung zu stehen. Jan und Professor Future mit Tanja versuchen wiederum, unnötige Gewalt zu vermeiden und gehen die Sache mit Hirn und Ideen heran. Klingt einfach, ist auch klischebehaftet, funktioniert aber trotzdem sehr gut. Von der Produktionsweise kann das so weitergehen, von der Handlung wäre es schön, mehr Abwechslung zu haben. Für mich funktioniert dieses Hörspiel auch heute noch. Alles in allem gebe ich 7.5 Sterne.
      :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st3: :st2: :st2:
    • Folge 3 – Landung der Giganten

      Jan und Tanja spielen gerade ein Tennis-Turnier und führen 5-0 im letzten Satz, müssen den sicher geglaubten Sieg dennoch abgeben, da plötzlich ein Hilferuf von Professor Futura kommt, der ihnen erzählt, dass in Westland einige Kinder von riesigen Außerirdischen entführt worden sind. Außerdem wird eine Männerleiche gefunden, die von etwas Fliegendem am Kopf getroffen wurde. Dann wird Professor Futura eine Nachricht zugespielt, die ihm sagt, dass man die Kinder im Austausch mit dem Professor zurückgeben wird. In das Haus des Professors ist vor kurzem eingebrochen worden. Also irgendjemand will etwas von ihm. Aber da er Geheimnisträger ist, kann er natürlich nicht an eine andere Macht gegeben werden, die schon feindselige Aktionen ausgeführt haben. Die Lösung ist … natürlich wieder ein Serum von dem guten Professor :D . Er hat ein Serum, dass eine Person in eine andere Person verwandelt und dann könnte eine andere Person in die Gestalt des Professors schlüpfen und ausgetauscht werden. Aber wer? Nur Jan als sein Student hat das Wissen, auf Fragen der Außerirdischen so zu antworten, dass es nicht auffällt. Aber das Serum ist auch nicht konstant und die Gefahr für ihn und die Kinder ist hoch …..

      Nach Folge 2 war ich ein bisschen besorgt, dass die Folgen in dieser Serie sich von der Handlung her zu sehr ähneln. Nach dem hören der 3. Folge kann ich nun beruhigt aufatmen. Diese Folge ist sehr interessant und auch völlig anders als die ersten beiden Folgen.

      Zu den Sprechern will ich gar nicht viel sagen. Die vier Hauptsprecher machen ihre Sache wieder sehr gut, die anderen Sprecher sind auch gut. Alle werden von der Regie gut geleitet und spielen ihre Folgen mit dem flotten Elan, der diese Serie so wunderbar auszeichnet. Dass Heinz Rabe als Gigant, schon mit Akzent spricht und sein R rollt, fand ich aufheiternd.

      Die Musik und Effekte sind gut und sinnvoll eingesetzt, und untermalen die Folge sinnvoll.

      Nun zur Handlung. Ich finde diese Geschichte wunderbar, da man hier das sonst so viel benutzte GUT-BÖSE Schema aufbricht. Ja, die Außerirdischen haben Kinder entführt und das ist niederträchtig. Dementsprechend, scheint eine starke und militärische Antwort, die naheliegende Lösung zu sein (die natürlich von General Forbett vorgeschlagen wird). Aber Jan und Professor Futura widerstehen der Versuchung wiederum und benutzen stattdessen mal wieder ihr Gehirn und versuchen eine smartere Lösung finden. Und als Jan dann mit den Giganten spricht, ist die Situation mal wieder komplexer als vorher angenommen und kann auch entsprechend friedlich gelöst werden, in dem miteinander spricht und zu verstehen versucht. Diese Botschaft ist zeitlos, da es meiner Meinung nach in der Natur des Menschen liegt, schnellen und einfachen (populistischen) Lösungen zu verfallen, egal wie sinnvoll sie im nachhinein wirklich sind. Ich habe während dieses Hörspiels eine hervorragende Spannung gespürt, wie sich meine Meinung über die Außerirdischen während des Hörspiels entwickelt. Am Anfang war das „ja, die haben Kinder entführt. Die sind böse, und da gibt es keine Frage". Aber das hat sich im Laufe des Hörspiels gewandelt und zwar nicht geradlinig, sondern das ging hin und her und am Ende waren die Giganten weder gut noch boese, aber deren Handeln konnte ich letztendlich rationell nachempfinden. Wunderbar komplexe Emotionen in diesem kurzen (40 Minuten) Hörspiel. Das fand ich hervorragend. Und am Ende gab es eine super lustige Szene, bei der ich laut gelacht habe. Es scheint im Muster dieser Serie zu liegen, am Ende eine lustige Szene zu haben, um die aufgebaute Spannung wieder abzubauen. Das funktioniert wieder super.

      Diese Folge konnte mich wieder voll überzeugen. So kann es weitergehen. Diese Serie kann man auch super schnell "weghören". Diese Folgen sind nicht nur kurz sondern auch kurzweilig und machen einfach Spass. Diese Serie eignet sich perfekt zum Autofahren. Also ich finde, wenn man sich im klaren ist, dass diese Folgen aus den 80ern sind und sich dementsprechend geistig darauf einstellt, dann funktionieren diese Folgen wegen deren flotten Erzaehlart und dem unheimlich hohem Charm, den dieses Hörspiel hat, auch heute noch sehr gut. Da koennen sich viele moderne Hoerspiele eine Scheibe von abschneiden. Im Bezug auf Kurz-und-knackig ist diese Folge wiederum aller erst Sahne. Da ist nichts drin, was nicht wichtig fuer die Handlung ist, und alles passt wie ein Rad ins andere und das Hoerspiel funktioniert einfach.

      :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st: :st3:

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    • Kaum bin ich im Urlaub und weg, kommen solche tollen Threads zustande!
      Ich freue mich darauf deine Meinung zu lesen und werde dich damit indirekt durch deinen Jan Tenner Marathon begleiten!
      Tolle Idee dieser Thread zu einer tollen Serie! :applaus: :daumenhoch: :daumenhoch2:
      Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten
    • Smeralda schrieb:

      Kaum bin ich im Urlaub und weg, kommen solche tollen Threads zustande!
      Ich freue mich darauf deine Meinung zu lesen und werde dich damit indirekt durch deinen Jan Tenner Marathon begleiten!
      Tolle Idee dieser Thread zu einer tollen Serie! :applaus: :daumenhoch: :daumenhoch2:
      @Smeralda - Super. :daumenhoch: Ich freue mich auf deine Begleitung auf diesem Jan Tenner Marathon. Ich habe gerade Folge 4 gehoert und werde heute Abend dazu etwas schreiben. Ich wuerde mich ueber deine Beitraege sehr freuen. Ich hoffe, dass du einen sehr schoenen Urlaub hattest.