Kommt die „self fulfilling prophecy“ beim Hörspielfan vor?

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    • Kommt die „self fulfilling prophecy“ beim Hörspielfan vor?

      Ihr kennt das sicher! Man hört, dass Label oder Macher XY ein Hörspiel produziert und denkt euch „geil, dass wird sicher eine tolle Sache“ oder „Oje, wenn der/die die Lizenz dafür bekommen, dann wird dass sicher ein Reinfall“. Oder das Cover bzw. der Text assoziiert bei euch ein gutes oder schlechtes Gefühl.Ihr kauft dann das Produkt und siehe da eure Erwartung, egal ob positiv oder negativ, wird erfüllt. Fördert eure positive/negative Grundhaltung dann auch dass die Erwartung auch eintrifft? Glaubt ihr dass diese Mechanismen der „self fulfilling prophecy„ häufiger als man glaubt unseren Höreindruck beeinflussen oder eher nicht? Oder glaubt ihr dass eher der umgekehrte Fall eintritt, dass man nämlich mit hoher Erwartungshaltung eher leichter enttäuscht wird, währenddessen man mit niedriger Erwartungshaltung eher positiv überrascht werden kann?

      :winke:
      Baba :winke4:
    • Interessante Frage.
      Bei mir bin ich mir sicher, dass ich nicht dazu neige, etwas toll zu finden, nur weil ich es toll finden will. Weder bei Hörspielen noch bei anderen Dingen.
      Dazu bin ich wohl zu (selbst-)kritisch.
      Daher gehöre ich ganz klar zur zweiten Fraktion - und bin schon des Öfteren sowohl positiv als auch negativ überrascht worden.
      (Eigentlich mag ich Überraschungen, von daher passt das wohl.) =)
      ' EINS UND EINS IST ZWEI - VON LONDON BIS SHANGHAI ! '
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    • Echte Qualität setzt sich letztlich durch, egal wie niedrig die Erwartungshaltung beim Hören ist. Davon bin ich überzeugt. Die Frage ist eben nur, ob dem jeweiligen Hörspiel genug Raum gegeben wird, um die negative Erwartungshaltung überhaupt zu durchbrechen.
      Ich höre eigentlich keine Hörspiele, von denen ich mir nichts Gutes erwarte. Ist meine Erwartungshaltung also falsch, habe ich Pech gehabt. :zwinker:

      Ich kenne das eigentlich nur vom Fernsehen wirklich aus eigener Anschauung. Game of Thrones habe ich ja nur aufgenommen und angeschaut, um meine Allgemeinbildung zu verbessern. Da ich mit Fantasy nichts am Hut habe, war meine Haltung zu der Serie entsprechend schlecht. Das kann nur doof sein!, sagte ich mir - und so schaute ich auch die ersten Folgen. Und fühlte mich anfangs auch bestätigt. Doch da ich weiterschaute, muss mich doch wohl klammheimlich doch auch etwas daran interessiert haben... naja, und nach vier, fünf Folgen, spätestens aber mit dem Ende der ersten Staffel war ich dann voll angefixt, negative Erwartungshaltung hin oder her... :D =)

      Ich glaube, im Grunde ist es bei mir sowieso egal, wie meine Erwartungshaltung ist. Wenn ich ein Hörspiel höre, wende ich mich ihm auch richtig zu und gebe ihm eine Chance. Allerdings sind meine Ansprüche bekanntlich sehr hoch. Aber wer gute und kluge Hörspiele macht, braucht mein von Korinthenkackerei durchsetztes Urteil nicht zu fürchten, denn ich lobpreise sehr gern. :green: (Siehe Heliosphere!)
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Markus G. schrieb:

      Fördert eure positive/negative Grundhaltung dann auch dass die Erwartung auch eintrifft?
      Hm, nein, eher nicht.
      Ich höre ja in der Regel doch noch so subjektiv, dass ich es merke, ob mir ein Hörspiel gefällt. ;)
      Es mir gedanklich vorher schon so sehr vermiesen, dass ich dann nur noch daran herumkritisiere, selbst wenn es gut sein sollte, wäre schon stark! :pinch: Und ist bisher auch nie passiert!
      Selbst wenn ich vielleicht dachte: 'Oh, nee, der soll das doch bitte nicht produzieren / weiterführen.'
      Ging mir nämlich zunächst bei Twilight Mysteries so, dass ich bei der Ankündigung noch skeptisch war, aber nach kurzer, etwas "schwergängiger" Anlaufphase, mag ich die Serie jetzt sehr und vergleiche sie auch nicht mehr mit den vorherigen Folgen.


      Markus G. schrieb:

      Oder glaubt ihr dass eher der umgekehrte Fall eintritt, dass man nämlich mit hoher Erwartungshaltung eher leichter enttäuscht wird, währenddessen man mit niedriger Erwartungshaltung eher positiv überrascht werden kann?
      Nun, das ganz sicher, wie fast überall im Leben. :)
      Wenn ich mich zu sehr auf etwas freue und es dann die Erwartungen nicht erfüllt/ erfüllen kann, ist die Enttäuschung doch immer größer, als wenn ich mit ganz wenig zufrieden gewesen wäre und überraschenderweise mehr bekomme.
    • Danke für eure Beiträge. Ich denke bei mir stellt sich ab und an schon dieses Phänomen ein. Im ersten Moment ist mir dieses natürlich nicht bewusst, zu einem späteren Eindruck bemerke ich dann doch, dass mein erster Höreindruck nicht ganz unbeeinflusst war.

      Ganz allgemein wäre es natürlich auch interessant ob man überhaupt im ersten Moment wissen kann dass dieses Phänomen einem im Griff hat.
      Baba :winke4:
    • gruenspatz schrieb:

      Interessante Frage.
      Bei mir bin ich mir sicher, dass ich nicht dazu neige, etwas toll zu finden, nur weil ich es toll finden will. Weder bei Hörspielen noch bei anderen Dingen.
      Dazu bin ich wohl zu (selbst-)kritisch.
      Daher gehöre ich ganz klar zur zweiten Fraktion - und bin schon des Öfteren sowohl positiv als auch negativ überrascht worden.
      (Eigentlich mag ich Überraschungen, von daher passt das wohl.) =)
      Das unterschreibe ich so! :)
    • Markus G. schrieb:

      Glaubt ihr dass diese Mechanismen der „self fulfilling prophecy„ häufiger als man glaubt unseren Höreindruck beeinflussen oder eher nicht?
      Ich habe da so noch nicht wirklich drüber nachgedacht. Das passiert bei mir sicher unbewusst. Aber klar, bin ich enttäuscht, wenn ich etwas besseres erwartet habe, als ich im Endeffekt zu hören bekomme. Es passiert mir aber auch häufig, dass ich keine oder kaum Erwartungen habe und sehr positiv überrascht werde.

      Bei mir hängt es auch häufig von der jeweiligen Stimmung ab in der ich eine Hörspiel höre. Es kann schon passieren, dass ich an einem Tag das Hörspiel nicht so toll finde und beim zweiten Hören an einem anderen Tag das Hörspiel doch gar nicht so schlecht ist.

      Besonders schwierig ist es bei bestimmten Genres. Obwohl ich z. B. Fantasy, Western oder Science-Fiction allgemein nicht so mag, wurde ich gerade in den Bereichen schon häufiger positiv überrascht (nicht nur bei Hörspielen), aber meine Grundeinstellung gegenüber diesen Genres ändert sich dadurch nicht. Da bleibe ich weiterhin skeptisch.
    • Sowohl als auch. Ich hatte schon eine große Vorfreude, beim ersten Hören fand ich es auch klasse, aber mit etwas Abstand betrachtet, war es dann doch nicht so großartig. Oder gibt es den einen oder anderen Hörspielmacher, den ich nicht so leiden kann und der es mit seiner Produktion bei mir schwer hat. Da bestätigt dann ein kleines Fehlerchen in meinen Ohren sofort meine Grundeinstellung und ich fühle mich bestätigt. Wenn das Hörspiel dann wirklich gut ist, dann bin ich nach mehreren Hördurchgängen oder mit etwas Abstand dann doch mehr bereit das große Ganze als kleine Fehler zu sehen.
      Baba :winke4: