Welchen Stellenwert hat Musik für Euch in Hörspielen?

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    • Welchen Stellenwert hat Musik für Euch in Hörspielen?

      spielt das eher eine untergeordnete rolle und euer fokus liegt eher auf einer guter umsetzung, klasse sprechern, einer fesselnden geschichte - oder ist das ein integraler bestandteil und rettet auch schon mal ein eher durchschnittliches hörspiel vor der bedeutungslosigkeit?

      an welche hörspiele oder szenen erinnert ihr euch besonders gerne, gerade wegen der musik?

      was haltet ihr von der musik/richtung/stil in vergangenen bzw. aktuellen hörspielen und würdet ihr euch eine bestimmte entwicklung für künftige hörspiele wünschen?
    • Musik im Film oder im Hoerspiel sind die Wellen die das Schiff (Hoerspiel/Film) leiten. Ganz deutlich wurde das bei dem Film Gladiator. Die Musik hat die Stimmung erschaffen, die der Handlung dem Rahmen gegeben hat. Musik ist ein essentielles Mittel, um bei dem Hoerer oder Filmschauer die Emotionen erzeugen kann, die es erlauben, sich positiv an diese Erfahrung zu erinnern. Musik ist fuer mich essentiell fuer eine wunderbare emotionale Erfahrung durch eine Geschichte.
    • Für mich gehört Musik in Hörspielen einfach dazu.

      Besonders gerne erinnere ich mich an die alten Kassetten der Drei Fragezeichen oder TKKG, in denen die Musikstücke von Carsten Bohn vorkamen. Die hatten so einen bestimmten 80er-Jahre-Flair. Der ist einfach unvergesslich.

      In moderneren Produktionen ist für mich in erster Linie wichtig, dass die Musik zur Handlung passt. Wenn es zum Beispiel gerade eine Unterbrechung in einer spannenden Szene ist, muss auch für mich die Musik Spannung erzeugen und nicht ein fröhliches Stück eingespielt werden. Wenn die Musik nicht passt, kann das schon mal ein Hörspiel ziemlich runterreißen. Anders herum kann gute Musik aber auch nicht unbedingt ein sonst schlechtes Hörspiel extrem aufwerten.

      Besonders positiv fällt mir die Musik meistens bei "Hui Buh - Neue Welt" auf. Dieser orchestrale Klang ist was besonderes, was man sonst eher von Kino-Filmproduktionen gewöhnt ist.

      Zukünftig würde ich mir eigentlich nichts anderes wünschen, als dass die Zwischenmusiken einfach passend zur Handlung in Hörspielen vorkommen.
    • Ich lege auf Musik in Hörspielen nicht so viel Wert, was für mich in der Tat aber wichtig ist, ist eine gute "Titelmusik", die auf die Hörspielserie einstimmt. Beispielsweise wie bei Sinclair Edition 2000 oder Heliosphere 2265. Da schafft sie mir immer eine gewisse Vorfreude auf das Kommende!
    • Musik im Hörspiel ist für mich ein muss. Genau so wie im Film. Musik kann zusätzliche Stimmungen generieren, die Geräusche, Dialoge und das Spiel der Sprecher nicht alleine schaffen.

      Erinnerungen an Musik? Hmmm, eigentlich jeweils die ersten 30 Folgen von Drei Fragezeichen, Fünf Freunde und TKKG. Da ist das Feeling an Sommerferienstimmung, bzw. die Suspense- und Abenteuer-Musik hervorragend eingesetzt und ein Spiegel ihrer Zeit.

      Musik in aktuellen Hörspielen? Trend: Synthethik durch und durch. Echtes Orchester: Negativ.
      Das Studio Körting verwendet für mich seit geraumer Zeit völlig deplatzierte Musiken. Ich kann die neuen Folgen der beliebten Serien wie DDF, TKKG, 5F kaum noch geniessen. Das ist nur völlig zusammenhangloses Gewummer und passt null zu den Szenen. Techno-Sounds die cool und jugendlich klingen sollen klingen vielleicht auch in den Ohren der Kids so, aber passen trotzdem nicht zu den Hörspielen. Das hat Fährhauston z.B. bei den Drei Ausrufezeichen um Längen besser drauf. Wenn die drei Mädchen z.B. auf Ibiza landen, dann erklingt da Summerfeeling-Musik und fängt super die Stimmung ein. Das hat das Studio Körting nicht mehr im Griff und sollte dringend die Komponisten wechseln.
      Auch die CD-Varianten der Drei Fragezeichen (also die alten Folgen während des Rechtsstreits mit Carsten Bohn) sind fast unhörbar geworden. Ein kalter Synthieklang in Moll ist völlig Fehl am Platze, wenn eine Szene in der heißen Wüste bei Tageslicht spielt. Die ganzen Stimmungen wurden ruiniert. Und das hat nichts mit rosaroten Nostalgieohren zu tun, dass mir die Musik nicht gefällt, sondern das hat mit Kenntnis zu tun, welche Musik funktioniert und welche nicht.
      Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
      Achtung, neue Adresse: tsb-sprecher.de
    • Musikuntermalung im Hörspiel ist für mich kein "Muss", aber wenn sie geschickt eingesetzt wird, einfach das "Sahnehäubchen".
      Ältere (Radio-)Hörspiele sind ja z.B. diesebezüglich oft nur minimalistisch ausgestattet, funktionieren aber - bei einer interessanten Story und guten Sprechern - für mich trotzdem. Da vermisse ich dann auch eigentlich nichts.
      Bei Serien finde ich eine einprägsame Titelmelodie immer toll, die gleich die Vorfreude auf den Inhalt steigert und einen dicken Wiedererkennungswert hat! :thumbsup:
      Wenn ich da nur an DDF, PW, GB, DH etc. etc. denke, die sind ohne gar nicht mehr vorstellbar!
      Man erinnere sich auch an den kollektiven Aufschrei der Hörerschaft, wenn in solchen Fällen etwas geändert wurde/ wird. :panic: =)
      Für mich ist wichtig, dass die Zwischenstücke zur Stimmung passen, nicht einfach irgendetwas mit irgendwelchen Instrumenten eingespielt wird, nur damit man da jetzt "Musik hört", weil der Konsument das ja heutzutage so gewöhnt ist und größtenteils verlangt.
      Richtig gute Stücke, gerne auch was Orchestrales, Pompöses, wenn es zur Stimmung passt - da gibt es z.B. bei Titania diverse Beispiele, wo ich die Musik einfach wunderbar ausgesucht finde!
      Wird es spannend, dann bitte Melodien, die einen nicht abrupt aus dem Nervenkitzel herausreißen, sondern den schön musikalisch weitertransportieren. :)
    • Es gibt Hörspiele, die funktionieren perfekt weil sie über eine wunderbare Musik verfügen und es gibt Hörspiele, die perfekt funktionieren, eben weil sie über keine Musik verfügen. Larry Brent und Macabros von EUROPA haben bei mir deshalb einen so hohen Stellenwert, weil gerade die Musik eine gruselige und unheimliche Atmosphäre erzeugen. Gabriel Burns baut eine so mysteriöse Atmosphäre auf, weil die Musik, aber auch die Pausen so perfekt eingesetzt werden. Dorian Hunter von Zaubermond hat auf Grund der Musik ebenfalls eine ganz einzigartige Stimmung. Point Whitmarks Titelmelodie transportiert mich sofort in eine amerikanische Küstenlandschaft und ich sehe Sonnenauf- und Untergänge und gehe im Geiste auf dem Leuchtturm zu.
      Im krassen Gegensatz dazu steht meine Gruselperle "Das Lufer-Haus", dass Atmosphäre und Stimmung einzig und alleine über das gesprochene Wort, über Stille und über jedes noch so kleine zu hörende Geräusch transportiert. Hier würde Musik nur zerstören und das realistische Ambiente zunichte machen. Ähnlich geht es mir auch in Hörbüchern wo die Macht des Wortes, der Tonfall, der Sprachrhythmus etc. so mächtig sind, dass Musik mich aus der Welt wieder heraus katapultieren würde.

      Musik hat also einen sehr großen Stellenwert. Sie kann Atmosphäre kreieren, Stimmungen und Bilder im Kopf des Zuhörers erzeugen. Es ist eine Kunst die richtige Musik zum richtigen Moment einzusetzen und manchmal auch den Mut zu haben darauf zu verzichten. Es muss einfach passen.
      Baba :winke4:
    • Markus G. schrieb:

      Es ist eine Kunst die richtige Musik zum richtigen Moment einzusetzen und manchmal auch den Mut zu haben darauf zu verzichten.
      das ist ein guter punkt und wenn ich mir etwas für zukünftige hörspiele wünschen würde, dann vielleicht, daß man einfach mehr mut am experimentieren hat und auch exotischen genres oder musikinstrumente eine chance gibt. für mich klingen viele hörspiele und deren musik einfach viel zu glattpoliert und 'einheitlich'.

      wann war das letzte mal, wo euch hörspielmusik total erstaunt hat?

      p.s. eines meiner lieblingshörspiele, die unendliche geschichte von 1980, kommt mit wunderbar zurückhaltender, minimaler und sehr fragiler musik daher - und dennoch ist sie mir geradedeswegen so in erinnerung geblieben. sie passt sehr gut zur handlung, ist sehr melancholisch und einfühlsam.

      nebenbei, ich habe nichts gegen 'epische musik', beim herrn der ringe paßte das sehr gut. nur kommt seitdem gefühlt kaum eine werbung mehr aus, deren inhalt auch nur irgendwie mit dem thema spannung in verbindung gebracht werden kann.

      weg vom 'hollywoodsyndrom', für mehr individualität sollte die maxime sein :)
    • „Erstaunt“ hat mich im Grunde selten ein Musikstück, unabhängig ob Hörspielmusik oder nicht. Erstaunt im negativen Sinn hat mich die unglaublich unpassende Musik bei ??? oder Gruselserie, die man statt der Carsten Bohn Musik draufgespielt hat - fürchterlich. Erstaunt hat mich die Musik und das Konzept der Serie Schattenreich, die wunderbar zusammengepasst hat, weil ich ursprünglich dachte, dass wird nix. War aber das Gegenteil der Fall.

      Ansonsten hat mich auch nach längerem Nachdenken eigentlich keine Hörspielmusik zum Erstaunen gebracht.
      Baba :winke4:
    • Auch für mich hat die Musik einen großen Stellenwert im Hörspiel. Sie gehört einfach dazu und trägt genauso wie die Sprache ihren Teil zum Ganzen bei. Auch mir fällt negativ auf, wenn die Musik dann mal geändert wird. Hier merke ich deutlich den Stellenwert.
      no disc, no fun
    • @Agatha hat natürlich Recht, dass es auch sehr gute Hoerspiele ohne viel Musik und Tram Tram gibt. Aber selbst Hoerspiele wie die Dame Hörspiele aus den 60ern haben “passende” Musik welche die Stimmng noch erhöhen. Solange die Musik und der Sound eingesetzt werden um die Handlung zu unterstuetzen, dann ist alles im Lot. Leider gibt es aber auch Hörspiele, bei denen die Musik und der Sound und Krach-Wumm-Schlag-mich-Tod die Handlung überspielt (vielleicht wegen mangelnder Originalität der Geschichte?). Das kann dann nur in die Hose gehen. Musik sollte immer hinter der Geschichte und Handlung stehen und sie betonen, aber nie im Vordergrund stehen oder von der (mangelhaften) Handlung ablenken.
    • danke für eure antworten. ist immer interessant, verschiedene sichtweisen kennenzulernen.

      naja, 'erstaunen' war wohl nicht so doll gewählt. gemeint war so ne art a-ha-effekt, etwas das einen im besten fall in seinen bann zieht, weil es eben ungewöhnlich oder nicht alltäglich ist.

      ich frage mich manchmal, wie 'die welt' oder hier im speziellen hörspiele wohl ausschauen könnten, wenn jeder absolut freie hand über sein werk hätte.

      fernab jeglicher konventionen, quasi absolutes kind von freigeistern die nach ihrem ideal streben.

      ...vermutlich verstörende, total unverkäufliche dinge :) (jedenfalls zu ihrer zeit).