Alter Wein in neuen Schläuchen - Späte Serien-Fortsetzungen!

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    • Alter Wein in neuen Schläuchen - Späte Serien-Fortsetzungen!

      Ich nehme mal ein Zitat zum Anlass für eine neue Fragestellung:

      Ahtan schrieb:

      Smeralda schrieb:

      Planet Eden 01
      (Und nach dem letzten Teil ärgere ich mich wieder das es nicht weitergeht...)
      Aber die Teile die erschienen sind, sind der Hammer und erfreuen immer wieder! Irgendwo hatte ich in einem Interview gelesen das die Serie bewusst ein ungutes Ende haben sollte.Dann sollte doch noch eine 2. Staffel produziert werden, wozu es dann aber nicht mehr kam.
      Planet Eden ist eine Hörspielserie, die ich bisher noch nicht kenne. Aber es scheint eine zu sein, die breiter angelegt war, aber dann nicht fortgesetzt wurde.

      Aktuell scheint es ja ein gewisser Trend auf dem kommerziellen Hörspielmarkt zu sein, Serien, die in der Vergangenheit unvollendet geblieben sind, oder Reihen, die einfach nicht fortgesetzt wurden, weil sie sich finanziell nicht trugen, nun verspätet fortzusetzen. (Vielleicht wird also auch Planet Eden dazu gehören?)

      Manchmal, in Fällen wie Die Schwarze Sonne oder (bisher nur angekündigt) Gabriel Burns, nehmen die alten Macher die Zügel wieder in die Hand, um ihr altes Rennpferd auf die Bahn zu schicken. In anderen Fällen (Danger, Die Schwarze Serie usw.) übernehmen neue Leute das Konzept und führen es weiter.

      Nun zu meinen Fragen: Was haltet Ihr von Fortsetzungen von Hörspielserien oder -reihen nach manchmal jahrelangem Stillstand? Begrüßt Ihr sie grundsätzlich? Oder seid Ihr da normalerweise zunächst eher kritisch?

      Welche Beispiele für besonders gelungene oder auch weniger gelungenere Fortführungen fallen Euch ein?

      Und zuletzt: Von welcher Serie oder Reihe (oder vielleicht auch von welchem Einzelhörspiel) würdet Ihr Euch eine Fortsetzung wünschen?

      Ich freue mich auf Eure Ausführungen. :)
    • Ich begrüße es immer, wenn eine Geschichte zuende erzählt wird. Es gibt wenig, was mich mehr ärgert, als vorzeitig abgebrochene Serien mit laufendem Handlungsbogen.
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    • Naja, eigentlich entstammt das alles ja der Übernahme des Maritim-Katalogs durch Highscore. Zum einen hat Maritim neu da einige Bücher geerbt und warum sollte man die nicht verhörspielen? Zum anderen hat man halt auch genug Autoren an der Angel, die man beschäftigen kann.

      Ich persönlich bin sehr skeptisch, wenn Masuth-Serien mit fortlaufender Handlung von anderen Autoren weitergeführt werden. Bei Reihen, die ja auch zu Maritim-Zeiten meist von unterschiedlichen Autoren und nicht nur Masuth mit unterschiedlichen Pseudonymen :D geschrieben wurden, ist das natürlich was anderes.

      Planet Eden nicht von Masuth, ein absolutes No Go für mich.
      "The period of the Daddschals dominion is generally set at forty days, the first day being like a year, the second like a month, the third like a week, and the remainder “like your days,” that is, days of normal duration (Kašmīrī, p. 112)"
    • Wenn das alte Team eine Serie fortsetzen würde, bin ich dafür absolut offen und kaufe ungehört. Wenn aber ein neues Team die Arbeit übernimmt, dann wird es schwierig. Fängt bei einem neuen Autor an, geht über die Regie, schlimm wird es mit gänzlich anderen Sprechern, bis hin zu einem neuen "Abmischer", der seine eigenen Geräusche und Musiken mit bringt. Da habe ich meist keine Freude dran.

      Bestes Beispiel für mich: LOCKE (auch als Tom & Locke bekannt). Die drei Hörspiele von Universal waren für mich eine Mega Enttäuschung. Für andere auch. Kein Wunder erschienen deswegen nur drei Folgen. Hätte man die Hörspiele, z.B. bei Fährhauston (Thomas Karallus) oder im Rabbit Studio (Hans-Joachim Herwald), oder in den Graceland Studios (Konrad Halver) mit den bekannten Sprechern aufgenommen, hätte das was werden können mit den unvertonten Geschichten.

      Hoerspielecho.de - Reden wir darüber.
    • @Audioromane

      Witzig! Das wusste ich ja gar nicht, dass es eine Fortsetzung von Tom & Locke gab. Wann ist die denn erschienen? Und wer hat da die beiden Hauptrollen gesprochen?

      Ich hatte diese Serie schon fast komplett verdrängt. Denke ich an die Hörspiele meiner Kindheit und frühen Jugend, denke ich immer an Drei ???, TKKG, Larry Brent, Neon-Grusel usw., aber nicht an diese. =)
    • Audioromane schrieb:

      Wenn das alte Team eine Serie fortsetzen würde, bin ich dafür absolut offen und kaufe ungehört. Wenn aber ein neues Team die Arbeit übernimmt, dann wird es schwierig.
      Das sehe ich eigentlich auch so.
      Ich bin jemand, der Fortsetzungen jetzt nicht unbedingt haben muss.
      Wenn sich einfach zu vieles ändert: Autor, Sprecher, Produktionsteam - dann bin ich erst mal sehr skeptisch.
      Bei "Planet Eden" sind mehrere der Stammsprecher mittlerweile leider verstorben, ich glaube nicht, dass ich da Folgen mit neuen Stimmen und u.U. auch von einem neuen Skriptautor noch um jeden Preis hören wollte. :schulter:
      Dass das aber nicht so sein muss und ich mich gern vom Gegenteil überzeugen lasse, dafür ist "Twilight Mysteries" der beste Beweis.
      Hier war ich zunächst total skeptisch, weil sich das Team und auch teilweise die Hauptsprecher geändert hatten, aber ich habe reingehört und dann festgestellt, dass, nach einer gewissen "Umgewöhnungsphase" , auch "anders" gut und unterhaltsam sein kann! :thumbup:
      "Sorge dafür, dass jeder Tag mit einem Abschlusslacher endet" (A.Fröhlich)
    • Ein Fall wo ich mich riesig über die Serienfortsetzung gefreut hatte, war Terra Mortis von Pandoras Play. Nach 3 Folgen war ja auf dem Höhepunkt der Handlung Schluss, und Pandoras Play hielt die Fans jahrelang mit wenigen salbungsvollen, oder zum Schluss tränendrüsendrückenden, Worten auf ihrer Facebookpräsenz hin. Das letzte Jahr war dann totale Totenstille von denen trotz zahlreicher Nachfragen.

      Terra Mortis hatte mich gedanklich immer sehr beschäftigt, von daher war ich so froh das Contendo die Serie mit den alten Sprechern zu Ende geführt hatte. Möglicherweise war das Skript schon fertig, und auch einige der Sprachaufnahmen im Kasten, vielleicht kann @Contendo ja etwas dazu sagen? Trotzdem merkt man einigen Sprechern an ihrer Stimme die vergangene Zeit an. Auch die "Abmischung" hatte zwischen Pandoras Play und Contendo einen minimal anderen Stil, aber das bemerkt man nur wenn man sehr genau aufpasst. Jedenfalls war Terra Mortis / Contamination Z für mich eine gelungene Fortsetzung die noch genau zur rechten Zeit kam!

      Ich würde dann in eine Serienfortsetzung nicht reinhören, wenn der Sprechercast gewechselt hat - das ist für mich das absolute Totschlagkriterium, das ist für mich dann einfach nicht mehr MEINE Serie.

      Mir fällt noch Jan Tenner ein, das 11 (Edit) Jahre später mit einer Abschlussfolge und mit allen Original-Sprechern (ausser dem verstorbenen Klaus Miedel) geehrt wurde. Die Sprecher waren merklich gealtert, und auch die Handlung war recht mau, trotzdem hatte es mich gefreut das die "Stars meiner Kindheit" sich nochmal die Ehre gegeben hatten. Für mich gehört diese Folge trotzdem irgendwie nur "halb" dazu... ich finde es irritierend wenn man den Sprechern ihr Alter anhört, ohne das es von der Zeitschiene her Sinn ergibt.
    • Oh, dazu fällt mir Jonas, der letzte Detektiv ein! Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, als die letzten 2 Folgen produziert worden sind. Das ist mal ein Positiv-Beispiel zu einer Serie, die sieben Jahre nach den letzten Produktionen des Bayerischen Rundfunks 2008 im Auftrag der Kanzlei Dr. Bahr mit den Folgen 41 und 42 einen gelungenen Abschluss gefunden hat. :hutheb:
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!


    • @GrimReaper

      Vieles mag bei Highscore gelandet sein, aber ja durchaus nicht alles, wenn man an Terra Mortis bzw. ContamiNation Z und Gabriel Burns oder so etwas wie Dreamland Grusel denkt.

      Aber selbst wenn - das macht ja hinsichtlich der Fragestellung keinen Unterschied. Ob man späten Fortsetzungen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen ist oder nicht, hat ja nichts mit der Produktionsstätte selbst zu tun.
      Eine ganz andere Frage ist dann natürlich, ob man die jeweilige Umsetzung im konkreten Fall gelungen findet und inwieweit diese Einschätzung mit den Machern zu tun hat.

      ********

      @all

      Ich selbst bin da eigentlich erst mal skeptisch. Da kann man einfach viel zu viel falsch machen. Es wird natürlich dramatischer, je größer die Fallhöhe ist. Wenn die Ursprungsserie so etwas wie ein Hörspiel-Meilenstein ist, dann ist der Anspruch, den man als Hörer an eine Fortsetzung stellt, natürlich immens hoch, und das Risiko, zu enttäuschen, sehr groß. Deswegen sollten sich auch wirklich nur die Besten (und möglichst die ursprünglichen Macher) an ein solches Projekt wagen. Finde ich.

      Für mich gibt es einige Beispiele, bei denen das mit der Fortsetzung für mein Empfinden nicht geklappt hat:

      Dreamland Grusel, die Folgen die ich kenne, mag sich als inoffizielle Fortsetzung der Francis-Serie verstehen, doch für mich ist der qualitative Unterschied einfach zu groß. Die Vorgeschichte zu Gräfin Dracula hatte interessante Ansätze, aber mich überzeugen diese Hörspiele nicht für sich allein, wie die Francis-Folgen, auf die sie sich beziehen, sondern sie sind eigentlich nur mit einem Übermaß an Nostalgie und heiß pochendem Fan-Herz erträglich. (Aber das ist nur meine Ansicht; das mögen andere anders bewerten.)

      Larry Brent, die EUROPA-Fortsetzung, war für mich ein Schlag ins Wasser auf ganzer Linie, und es ist mir kaum vorstellbar, dass die Skripte, wie kolportiert wurde, tatsächlich noch aus der Feder des Dreamteams von damals mit Welbat und Frau Brügger stammen sollen.
      Hier hat man sich einfach verhoben und vermutlich gedacht, man könnte mal eben so nebenbei auf der damals populären Sinclair-Welle mitschwimmen und im Vorbeigehen ein bisschen Kohle abgreifen. Aber so, wie es betrieben wurde, hat man die Marke ruiniert, anstatt sie spektakulär wieder auferstehen zu lassen und schillernd am Markt zu etablieren. Das alles war so halbgar aufbereitet, und für mich der größte Fehler war, die Federführung André Minninger zu überlassen, anstatt die Leute von damals, die ja theoretisch noch verfügbar gewesen wären, ranzulassen. Hach, was hätte das geben können!
      Stattdessen hat man mit der abschließenden Minninger-Folge ein völlig grottiges Trash-Hörspiel vorgelegt, das mit den Ursprüngen überhaupt nichts mehr zu tun hatte. Schade um die verschenkte Chance.

      Wünschen würde ich mir, wie ich ja schon oft geschrieben habe, eine Fortsetzung von Gabriel Burns. Aber natürlich unter anderen Bedingungen als in den letzten Jahren. Auch hier: Schade um das Potential!

      Eine Fortführung von EAP ist ja nun durch den Tod Pleitgens ausgeschlossen. Ich bedaure das für alle, die vielleicht darauf gehofft haben.

      Persönlich fänd ich auch eine Fortführung von Sigmund Freud aus dem Hause Stil wünschenswert. Aber das scheint ja auch nicht geplant zu sein.

      Interessant finde ich übrigens, dass es manche Fortführungen nicht gegeben hat. Denn gerade bei der Wiederauferstehung der Hörspiel-Leidenschaft im vergangenen Jahrzehnt hätte sich da doch so einiges angeboten, etwa die Wallace-Serien von EUROPA oder maritim. Oder die Gruselserie von Francis - mit Francis und bei EUROPA.

      Gerade EUROPA scheint sich da ganz auf die Zugkraft etablierter Serien wie Die drei ??? oder TKKG verlassen zu haben, anstatt zu versuchen, ihre erwachsenen Hörer mit Produktionen weiter zu locken, die mehr auf ihr Profil zugeschnitten sind. Sie scheinen genügsam gewesen zu sein. Oder zu träge, um sich dem Zeitgeist anzupassen - womit der Ausflug mit Larry Brent einzig blieb, weil man nicht die Energie aufbrachte, daraus zu lernen und solche Dinge anders, nämlich: besser und zeitgemäßer anzugehen.
    • Eine gewisse "Fortsetzung" ist ja auch die Allcore-Reihe "Professor van Dusen", deren erste Folge, "Professor van Dusen im Spukhaus", sogar in Ko-Autorenschaft von Michael Koser und Marc Freund entstanden ist.
      Apropos ... ich würde mich sehr freuen, wenn Michael Koser vielleicht nochmal mitmischen würde... :]

      Insgesamt finde ich die neue Reihe gelungen, auch die Sprecher (die ja in groooße Fußstapfen treten müssen) finde ich gut gewählt. Natürlich geht aber nix über den Meister himself. Michael Kosers Handschrift habe ich geliebt!
      Eins und eins ist zwei -- von London bis Shanghai!