Gruselkabinett - 134 - Das älteste Ding der Welt

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    • Gruselkabinett - 134 - Das älteste Ding der Welt



      Gruselkabinett - 134 - Das älteste Ding der Welt

      Zum Inhalt:
      Der junge Harald von Calmus verbringt seine Zeit lieber im nahegelegenen "Pfaffenwäldchen", statt beim Unterricht mit seinem Hauslehrer. Als er eines Nachmittags wieder unterwegs ist, wird er dreimal hintereinander Zeuge von Kämpfen zwischen unterschiedlichen Tieren, die jedesmal mit dem Tod des schwächeren Gegners enden. Das dritte und letzte Blutvergießen findet in der Nähe eines angeblichen "Hünengrabes" statt, welches Harald magisch anzieht. Was dann geschieht, wird sein Leben für immer verändern...

      Zur Produktion:
      Die literarische Vorlage zu diesem Hörspiel ist eine Novelle des deutschen Schriftstellers Willy Seidel (15.01.1887 - 29.12.1934), die erstmals 1923 in München veröffentlicht wurde. Seidel verfasste bereits während seiner Studienzeit den Abenteurroman "Der Sang der Sakije", der ihm 1914 den staatlichen Auftrag, nach Samoa zu reisen, einbrachte. Seine Aufgabe war es, Material für literarische Kolonialpropaganda zusammenzustellen, doch der Ausbruch des ersten Weltkrieges beendete das Projekt vorzeitig, und Seidel musste in die USA fliehen. Erst 1919 gelang ihm die Rückkehr nach Deutschland, wo er sich Anfang der 1920er Jahre mit dem Okkultismus zu beschäftigen begann. Aus dieser Zeit stammen auch seine phantastischen Romane und Erzählungen, die heutzutage jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Seidel war ein Kind seiner Zeit, und seine Werke strotzen dementsprechend nur so vor Patriotismus und Vorurteilen gegenüber anderen Völkern. Bei der Machtergreifung durch die Nazis gehörte er dann auch zu denjenigen Autoren, die "das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler" unterschrieben. Zehn Monate später starb Seidel mit nur 47 Jahren an einem Herzanfall.
      Um es direkt ganz klar zu sagen: Skriptautor Marc Gruppe hat selbstverständlich sämtliche rassistischen Bemerkungen, von denen die Behauptung, Chinesen würden statt einem "R" immer ein "L" verwenden, noch die harmloseste ist, ersatzlos gestrichen und die nationalistischen Äußerungen stark gekürzt.
      Um das Geschehen möglichst wenig ins Stocken geraten zu lassen, wurden auch die ausufernden Landschaftsbeschreibungen Seidels auf ein notwendiges Minimum reduziert. Von diesen vollkommen nachvollziehbaren und für die Handlung irrelevanten Änderungen abgesehen, folgt Gruppe dem Text fast wörtlich. Natürlich wurden einige veraltete Begrifflichkeiten gegen heute gängigere ausgetauscht. "Kanzelton" wird zu "Predigt" "wie weggeblasen" zu "spurlos verschwunden", und statt "Ausbeute" heißt es jetzt etwas neutraler "Abbau". Aber selbst diese sprachlichen Modernisierungen halten sich sehr in Grenzen. Puristen werden sich vielleicht daran stören, daß Marc Gruppe etliche Abläufe, die den Schluß betreffen, beschnitten hat, aber ich finde, daß dies der Atmosphäre zugute kommt und sein "gerafftes" Ende um einiges spannender und dramatischer ausfällt, als in Seidels Version.
      Bei aller Begeisterung gibt es aber doch zwei Momente im Hörspiel, die mich ein wenig aus der ansonsten faszinierenden Handlung gerissen haben.
      Da wäre zunächst die Szene, in der Dr. Sze Harald den Auftrag gibt, mit den Grabungen zu beginnen. Es folgen ein, zwei weitere kurze Sätze, und danach sagt Harald den Satz mit den Grabungen noch einmal. Das ließe sich zwar mit dem zuvor verabreichten Getränk und einer damit eventuell verbundenen Hypnose erklären, doch dann hätte Harald meiner Meinung nach den Satz sofort und nicht erst später wiederholen müssen. Die andere Sache, die mir nicht gefallen hat, ist der plötzliche und vollkommen unmotivierte Sinneswandel Dr. Szes, aber diese narrative "Schwäche" findet sich bereits in der Vorlage. Wer selbst einen Vergleich zwischen der Novelle und dem Hörspielskript ziehen will, findet sie im Internet, unter anderem hier:
      readersfriends.files.wordpress…4lteste-ding-der-welt.pdf.
      Mit der Inszenierung dieses Hörspiels übertreffen sich Stephan Bosenius und Marc Gruppe mal wieder selbst. Es ist äußerst fraglich, ob die Geschichte auch nur halb so gut funktioniert hätte, wenn sie atmosphärisch weniger dicht aufbereitet worden wäre. So aber gerät der Hörer schon während der Eröffnung in den Sog der Ereignisse, die ihn bis zm Ausklang des 88minütigen Hörspiels nicht mehr loslassen. Jede Szene ist erfüllt von Geräuschen und Tönen, die umgehend ein entsprechendes akustisches "Bild" der Handlungsorte vor dem inneren Auge entstehen lassen, und die grundsätzlich düster gehaltene Musik sorgt für ein zusätzliches Gefühl latenter Bedrohung. Interessanterweise greifen die beiden Produzenten und Regisseure dabei nicht auf die eher zu erwartenden Instrumente wie z.B. Geige und Klavier zurück, stattdessen überwiegen Gitarre, Harfe und "langgezogene" Choräle. Für zusätzliche Beklemmung sorgt ein immer wieder eingespieltes dumpfes Pochen, und spätestens, wenn die Tonhöhe abgesenkt wird, weiß der Hörer, daß sich nun Schreckliches ereignen wird.
      Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Art und Weise, wie Bosenius und Gruppe die räumliche und zeitliche Desorientierung Haralds dargestellt haben. Dies geschieht mit Hilfe von lauter und leiser werdenden Einspielungen der noch zusätzlich mit Hall verfremdeten Sprachaufnahmen.

      Zu den Sprechern:
      Dank seiner sorgfältigen Betonung und ausdrucksstarken Stimme, fügt sich Peter Weis(Erzähler) wunderbar in die Geschichte ein und wirkt wie eine zusätzliche Figur. Louis Friedemann Thiele(Harald von Calmus) gibt das überzeugende Portrait eines jungen Mannes, der bis zum Zeitpunkt der schlimmen Ereignisse sorglos in den Tag lebt. Es ist schon beeindruckend, seinem Wandel von verwundert und neugierig, hin zu wütend und verängstigt beizuwohnen. Lediglich gegen Ende dieser emotionalen "Tour de Force" hat er, meiner Meinung nach, ein paar nicht ganz so gelungen Momente. Horst Naumann(Reichsfreiherr) und Dagmar von Kurmin(Reichsfreifrau) agieren souverän in der Rolle der liebevollen, besorgten Eltern, aber ihre Stimmen empfinde ich als ein wenig zu alt für Vater und Mutter eines erst achtzehnjährigen Sprösslings. Sascha von Zambelly(Hauslehrer), Haralds geplagter Tutor, und Kathryn McMenemy(Magd Mechtild), die verschlafene Hausangestellte, haben zwar nur wenige Sätze, aber ihre kurzen Auftritte bleiben aufgrund der soliden Darstellung trotzdem im Gedächtnis. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir Bodo Primus(Hausarzt) als jovialer Landdoktor. Ich weiß nicht, ob es Primus' Einfall war oder eine Vorgabe der Regisseure, aber ich finde es eine schöne Idee, daß er die letzten Worte seiner Sätze immer wiederholt, da es der Figur eine ganz eigene, beinahe schon komische Note gibt. Matthias Lühn(Dr. Sze) vollbringt eine schauspielerische Glanzleistung mit seiner Gestaltung des geheimnisvollen Chinesen. Anstatt, wie manche seiner Kollegen, in die billige Klischeekiste zu greifen, verändert Lühn einfach nur seine Sprechweise ein wenig und imitiert dabei die Eigenart, mit der viele Asiaten ihre Sätze betonen. Da er seine Stimme, bis auf einen kurzen Moment gegen Ende, nur einmal hebt, ähnelt sein Spiel durchaus Sax Rohmers Schöpfung "Dr. Fu Manchu", und genau wie dieser, bleibt der Doktor das ganze Hörspiel über vollkommen nebulös und nicht einzuordnen. Auch den Kurzauftritt von Rolf Berg(Fabrik-Direktor) als zuvorkommender, ein wenig gierig wirkender Chef der Munitionsfabrik, möchte ich nicht unerwähnt lassen.

      Fazit:
      Kongeniale Vertonung der Geschichte, mit der Titania eindrucksvoll beweist, daß "Das älteste Ding der Welt" der Ursprung allen Blutvergießens ist.

      Das Hörspiel Gruselkabinett - 134 - Das älteste Ding der Welt
      gibt es bei
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      oder bei
      POP.de
    • Wow, weiter kann man ja gar nicht auseinander liegen, was die Bewertung dieses Hörspiels angeht, als Du und @TheBite... =)

      Ich muss gestehen, nach den Erfahrungen der letzten Jahre schrecken mich die 88 Minuten etwas.

      Andererseits ist Matthias Lühn bisher immer 'ne Wucht gewesen.
      Für mich eine der herausragenden Leistungen von Titania: ihn quasi fürs Hörspiel entdeckt zu haben.
      Mich wundert, dass man ihn nicht viel häufiger (auch in anderen Serien und Reihen) zu hören bekommt. Ein ganz Großer seiner Zunft!
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Ich muss gestehen, nach den Erfahrungen der letzten Jahre schrecken mich die 88 Minuten etwas.
      Ich glaube, mit 88 min haben die aber auch aus der Kapazität einer einzelnen CD rausgeholt, was derzeit nur geht! :pinch:

      Ich bin mal gespannt darauf, wie ich das Ganze finden werde.
      Aber mich macht die Länge so auf Anhieb auch eher etwas skeptisch...
      Allerdings möchte ich ja schon wissen, was nun "das älteste Ding der Welt" ist. ;)
    • Gehört. :) Vorab: Die 88 Minuten waren mir auch zu viel, zwischendurch ist mir das Weiterhören schwergefallen, Musik, Sprecher und Atmosphäre haben mich aber letztendlich bei der Stange gehalten.
      Das erste Drittel der Handlung hat richtig Laune gemacht, dazu die ruhige und doch verheißungsvolle Sci-Fi-New-Age-Musik - so hätte ich mir das Hörspiel bis zum Ende gewünscht. Die Grabungen empfand ich dann als sehr zäh, immerhin ging es zum Schluss dann mit Tempo & Spannung wieder bergauf.
      Die tolle Inszenierung und die ausschmückende, teils altmodische Erzählweise haben mir ein reichhaltiges Kopfkino beschert, sehr bunt und plastisch (z.B. der Hexenring), das hat mir sehr gefallen. :] Auch die Vorstellung, dass
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      außerhalb des Hauses Tag und Nacht rasen, alle Lieben schon lange tot sind
      das ist schön-schaurig.
      Die Darstellung des "ältesten Dings" fand ich gut, ebenso die Erklärung, wofür
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      das Un-Ding alles verantwortlich ist. :arg1: Da kann man ja fast Verständnis aufbringen für den kidnappenden Doktor, der sich Gedanken über das Wohl der Menschheit macht. Aber nur fast. ;)

      Alles in allem hatte ich Spaß beim Hören und die Bilder im Kopf wirken noch angenehm nach. :) :monster:


      Danke dir für die Rezi, insbesondere den interessanten Hintergrund der Story bzw. des Autors, MoAs. :)

      MonsterAsyl schrieb:

      Bei der Machtergreifung durch die Nazis gehörte er dann auch zu denjenigen Autoren, die "das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler" unterschrieben. Zehn Monate später starb Seidel mit nur 47 Jahren an einem Herzanfall.
      =) Das hatte er also davon... :hinterhaeltig:
    • Habe das Hörspiel auch vorgestern gehört. Das stimmmungsvolle Cover hat mir schon mal sehr gut gefallen (wie überhaupt, alles was mit umgebenden Aspekten des HSP zu tun hat)- macht enorm neugierig. Auch der Anfang war gut, das Hineingleiten in eine andere Wirklichkeit... Aber ich mochte den Doc überhaupt nicht. Die Ambivalenz der Figur war sehr gut herausgearbeitet, die Sprechweise und die Aktionen der Figur störten trotzdem.
      Auch die darauf folgende, ständige Fremdbestimmtheit Haralds (grüne Tropfen), haben mir Dramatik geraubt, der bereits am Anfang gefasste (vorausdeutende) Entschluss
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      notfalls sein eigenes Leben zu opfern
      , kam ja auch nicht aus ihm selbst, sondern 'aus einem tieferen inneren Wissen'.
      Das alles stammt allerdings aus der Vorlage und ist nicht dem Hörspiel anzulasten.
      Ich hätte mir, wie @Agatha bei den Grabungen eine straffere Erzählung gewünscht, dafür am Ende dann einen Tick mehr und längere Erklärungen der doch sehr esoterischen Geschehnisse.

      Schluss:
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      Eine Verständnisfrage - habe ich das richtig gedeutet, dass, nachdem der Vernichtungsversuch mit Harald fehlgeschlagen war, nun das Blutopfer in Form des 1. Weltkriegs stattfinden musste? Oder wieso ging der Metallbrocken an die Rüstungsfabrik? War Saturn nun auch noch dafür verantwortlich, oder der Doc, im Versuch, mit dem einen Krieg, der alle Kriege beenden sollte, der Welt Frieden zu geben?


      Zeitgenössisch und vor dem Hintergrund der Entstehungszeit finde ich das eine hochinteressante literarische Verarbeitung.
      : jo1 : :cop:
      1881 - Gaslicht-Krimi
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      Ab 10. August 2017 bei Bastei entertainment
    • MonsterAsyl schrieb:

      Spoiler anzeigen

      Linda schrieb:

      habe ich das richtig gedeutet, dass, nachdem der Vernichtungsversuch mit Harald fehlgeschlagen war, nun das Blutopfer in Form des 1. Weltkriegs stattfinden musste?
      Ja, so hab ich das jedenfalls auch verstanden. :zustimm:

      Krass, oder?
      : jo1 : :cop:
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    • Linda schrieb:

      MonsterAsyl schrieb:

      Spoiler anzeigen

      Linda schrieb:

      habe ich das richtig gedeutet, dass, nachdem der Vernichtungsversuch mit Harald fehlgeschlagen war, nun das Blutopfer in Form des 1. Weltkriegs stattfinden musste?
      Ja, so hab ich das jedenfalls auch verstanden. :zustimm:

      Krass, oder?
      Allerdings! Aber ein wirklich interessanter Bezug auf das tatsächlich Geschehene. :]

      Ich hatte mir das älteste Ding beim Hören zunächst
      Spoiler anzeigen
      viel größer vorgestellt - so etwa =) , dann wäre es kein Wunder gewesen, dass das Blut eines Jünglings nicht gereicht hat. ;) Aber so schnell wie sie das Dingen wieder zugeschaufelt hatten, war es wohl seehr viel kleiner. ^^
    • Linda schrieb:

      Ich hätte mir, wie @Agatha bei den Grabungen eine straffere Erzählung gewünscht, dafür am Ende dann einen Tick mehr und längere Erklärungen der doch sehr esoterischen Geschehnisse.
      Das war nicht ich. :nein: =)
      Ich habe das Hörspiel erst etwa halb durch und kann deswegen noch nicht viel dazu schreiben.
      Bisher stört mich nur die Ausdrucksweise ein bisschen, denn die erscheint mir für 1923 stellenweise doch arg altertümlich und verschroben.
      Aber das Ganze soll ja wohl auch etwas früher spielen.
    • Sylphida schrieb:


      Ich hatte mir das älteste Ding beim Hören zunächst
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      viel größer vorgestellt - so etwa =) , dann wäre es kein Wunder gewesen, dass das Blut eines Jünglings nicht gereicht hat. ;) Aber so schnell wie sie das Dingen wieder zugeschaufelt hatten, war es wohl seehr viel kleiner. ^^

      Spoiler anzeigen
      andererseits war das mit der Zeit ja auch ein sehr schwammiger Bereich und vielleicht sind in Wahrheit wieder Tage mit Zubuddeln vergangen... der Dr Sze und Harald lebten da ja quasi in einer eigenen Zeitzone. Und eine gewisse Größe (also übermenschengroß) muss der Götze ja gehabt haben, damit der Doc da auch draufklettern kann. Wenn ich mich auf einen Poller setze, klettere ich ja auch nicht drauf. :-)
      .
      : jo1 : :cop:
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    • Nach dem Hören dieser Geschichte kann ich sagen, dass sie für mich zu den ungewöhnlichsten, bizarrsten und verstörendsten der GK-Reihe gehört!
      Herausragend ist natürlich schon die Länge des Ein-CD-Hörspiels, aber ich empfand sie nicht als Belastung, denn es geschieht hier so vieles, dass Haralds erste Erlebnisse, so bemerkenswert diese bereits sind, im Verlaufe der Handlung regelrecht in den Hintergrund treten vor dem, was ihm danach noch alles widerfährt - und das ja praktisch ohne Atempause!
      Mit dem Doktor hat man hier einen äußerst ungewöhnlichen, schwer durchschaubaren Charakter, dazu den völlig unbedarften Jüngling, dessen Schicksal nach dem Schläfchen im Wald quasi feststeht - und nicht zu vergessen, ein dämonischer Feind, eine Urgefahr, wie sie übler schon kaum sein kann.
      Was Seidel aus diesen "Zutaten" gemacht hat, ist bemerkenswert und stellenweise ziemlich grausig. Sich stetig steigernde Gruselatmo, quasi mit "historischem Nachhall".
      Hat mich stärker beeindruckt als sehr viele andere Folgen!
      Die Sprecher tragen da natürlich auch ihren Teil zu bei, ich fand zumindest den Doktor und Harald sehr passend besetzt, Dagmar von Kurmin aber etwas zu alt klingend für einen erst 18jährigen Sohn.
      Gut, vielleicht wäre sie ja eine äußerst späte Mutter gewesen, soll es auch im 19. Jhd schon gegeben haben. ;)


      Was mich hier inhaltlich ein bisschen wunderte, war,...
      Spoiler anzeigen

      dass die Einwohner des Städtchens nicht im geringsten hinterfragen, wieso der Doktor dort scheinbar seit Jahr und Tag immer wieder auftaucht, dann monatelang verschwindet - und dabei nicht zu altern scheint.
      Vermutet man vielleicht chinesische Wundermittelchen als Erklärung, oder hat man möglicherweise Angst vor den wahren Gründen oder davor, den Doktor gar direkt zu fragen?

      Das Eingraben...
      Spoiler anzeigen

      ...des "Dämons vom Saturn" geht doch aber gar nicht schnell vonstatten (weil davon weiter oben ja in einem Spoiler die Rede war).
      Es wird doch ausdrücklich gesagt, nach nochmaliger "Stärkung" habe Harald Erde gefördert wie eine Maschine und sowohl er als auch der Doktor hätten unablässig eine lange Weile gearbeitet. Außerdem bleiben auch Teile des Kopfes frei, sie versuchen ja danach noch vergeblich, "Zazel" durch Würfe mit Erde auf seine Augen zu blenden.
      Und zudem hat doch im Haus bzw. Innenhof des Chinesen alles seine eigene Zeit, dadurch dass der Dämon Einfluss auf den Verlauf von Tag und Nacht nehmen kann.


      In diesem Zusammenhang:
      Spoiler anzeigen

      Wieso muss Harald die Figur überhaupt ausgraben, wenn der Doktor, kaum dass er damit fertig ist, bereits konstatiert, das bringe alles nichts, jetzt müsse sie wieder eingebuddelt werden? ?( Irgendwie ein bisschen komisch... Hat er bis dahin geglaubt, durch den Anblick des freigelegten Götzen neue Erkenntnisse über dessen Zerstörung zu gewinnen, was dann aber nicht der Fall war? :gruebel:
    • Agatha schrieb:

      Nach dem Hören dieser Geschichte kann ich sagen, dass sie für mich zu den ungewöhnlichsten, bizarrsten und v
      ich finde auch, die Folge hallt lange nach. :thumbup:

      zu deinem letzten Spoiler: genau das hatte ich mich auch gefragt. Am Ende in der Action ein bisschen viel Chaos ...
      : jo1 : :cop:
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    • Hardenberg schrieb:

      Grmbl, ich war schon fast so weit, diese Folge auszulassen, aber jetzt hat mich @Agatha doch neugierig gemacht - Menno! :aufstampf:

      =)
      :lach2: Da will man mal ne Folge auslassen und dann kommen @MonsterAsyl und @Agatha mit ner guten Rezi und Meinung daher. :roll:

      Danke @Agatha. Das "nachhallen" macht mich sehr neugierig. Ich mag "nachhallende" Hoerspiele. Ich habe gerade festgestellt, dass ich das Hoerspiel bei meiner Bestellung vergessen habe. Muss ich noch nachholen.