Hörspiele auf YouTube oder: die Gratismentalität

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    • Audioromane schrieb:

      Ich kann nur im Falle der Serie FAITH VAN HELSING und LARRY BRENT sprechen: Die illegalen Downloads und auch der offizielle Upload von Episode 1 auf Youtube hat folgende Neukundenanzahl im Labelshop generiert: 0. In Worten: Null.
      Ich denke, Audioromane hat recht, dass Youtube oder auch Spotify-Hörer zu einer CD oder einem Bezahl-Download greifen, da muss schon sehr, sehr viel passieren. Seh ich bei mir selbst, da kommt wirklich nur jedes 100. Hörspiel, das ich höre in Frage, bei der CD muss eine entsprechend hochwertige Ausstattung gegeben sein, die einen dramatischen Mehrwert bringt. Downloads sehe ich überhaupt nur als eine Möglichkeit an, einem Hörspielmacher, dessen Produkt mir sehr gefällt, das aber gewaltig nach Verlustgeschäft riecht, eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ein Kaufdownload hat für mich sonst den Wert einer Kinokarte, nachdem man im Kino war und den Film gesehen hat.

      Wohl glaube ich aber, dass ein Youtube-Kanal mit 15.000 Abonnenten wohl einen Wert hat, ebenso wie eine erfolgreiche Präsenz auf den Streamingkanälen.

      Deodato schrieb:

      Da würden sie bei Youtube mehr kriegen...
      Wirklich? Da braucht es ja das Zehnfache an Anrufen oder noch mehr bei Youtube um nur auf die Spotify-Vergütung zu kommen, von Apple und Napster ganz zu schweigen.

      Leopold schrieb:

      Eine eigene Streaming-Plattform wäre da mMn auch nicht die beste Lösung (wahrscheinlich).
      Das ist bestimmt nicht das, was die Branche will. Eher wollen die Musiklabel Wort rauskicken, was aber die Streaming-Anbieter Gott sei Dank nicht mitmachen werden.
      "Die Entscheidung ist gefallen, Herr Meier. Der Muslim bleibt!" - "Frau Riefenstahl meint damit, Herr Ringo Starr Hitler wird den Auftritt absolvieren"

      "Auf dem Weg nach Tuttifrutti traf ich eine ... " - Wer wissen will, wie es weitergeht, der muss "Die Ferienbande bricht in See" hören, denn Leute, die sich um die Kinder sorgen, haben sich über mich beschwert. ZURECHT!
    • Deodato schrieb:

      wieso gibts dann bei Spotify alles für lau?

      Da kriegen die doch auch nur ein paar Cent pro abspielung...
      Weil ein paar Cent immer noch mehr ist als nix. Und sie bekommen nun mal nix weil die Werke fast schneller auf den illegalen Downloadplattformen verfügbar sind, als im regulären Handel. Also lassen sie es lieber zu das sie fürs "beklauen" wenigsten noch ein kleines bisschen Geld bekommen.

      Hinzu kommt der Herdenzwang, denn inzwischen sind ja fast alle in den Ausbeuter-Streaming-Systemen vertreten. Selbst international erfolgreiche Künstler wie Adele konnten ihre Werke nicht lange diesem System entziehen.
      Wie sollen es da kleine Hörspiel-Label auf Dauer schaffen?

      Was mich eben nur wundert. Es wäre technisch ohne Probleme machbar zumindest 90% der illegalen Plattformen lahm zu legen, warum wird das nicht gemacht, bzw sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Aber vermutlich sind die Steuereinnahmen über illegale Plattformen sogar größer als über Goggle/YT, Apple etc. direkt. Daher wird sich da auch nichts tun.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Ben Kenobi schrieb:

      Ausbeuter-Streaming-Systemen
      :schock: :schock: :schock:

      Stimmt zwar, aber natürlich nur in dem Sinne, dass die erpresserischen Label die Streaminganbieter bis auf den letzten Blutstropfen ausbeuten. Und das kann auf Dauer nicht gutgehen, bin mir aber sicher, das Pendel wird auch mal in die andere Richtung ausschlagen. Da wird sich natürlich noch sehr viel tun, ich sehe als einzige Abwehrstrategie für die Streamer eigenen Content so wie bei Netflix.
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    • Ich möchte nochmal gerne diskussionsmäßig die Gegenseite vertreten, damit hier auch Argumente ausgetauscht werden, statt gemeinschaftlichem Einschlagen auf die bösen Raubmordkopierer, den Bodensatz der Gesellschaft, schlimmer als Neonazis, AFD'ler, Abgasskandalvertuscher, Migrantenbeleidiger, Einbrecher, Erpresser, Vandalen, etc.

      Auch die bösen Raubmordkopierer machen ein Produkt bekannter, was unter dem Strich sicherlich immer noch mehr Käufer beschert, als ein Produkt das ausser ein paar Fanboys niemand kennt.
    • Ahtan schrieb:

      (...)

      Auch die bösen Raubmordkopierer machen ein Produkt bekannter, was unter dem Strich sicherlich immer noch mehr Käufer beschert, als ein Produkt das ausser ein paar Fanboys niemand kennt.
      Wenn ich diesen Gedanken mal weiterführen darf:

      Wenn ich eine Kiste Bier klaue und diese dann bei einer Grillparty ausgebe oder die leeren Flaschen in die Landschaft werfe, legalisiert (zumindest moralisch) das den Diebstahl, weil ich das Bier schließlich bekannter gemacht habe?
      Sei mir bitte nicht böse, wenn ich dieses Argument nicht akzeptieren kann...
      Der frühe Vogel fängt den Wurm.
      Aber die zweite Maus bekommt den Käse.
      1. Das war ja Sinn der Sache das man Argumente austauscht. Warum sollte ich da böse sein? :zwinker:
      Zu dem Vergleich mit dem Bier. Eine Marke die keiner kennt, wird ausser ein paar Kennern niemand kaufen.

      Wenn man andere diese Marke trinken sieht (auch wenn die das Bier im Supermarkt geklaut haben) werden vielleicht ein paar andereauf die Idee kommen sich diese Sorte mal zu kaufen.
    • Das ist aber schon eine "Logik" mit sehr vielen Leerstellen, die da aufgezeigt wird, denn die User, die ich mittels illegalem Down- oder Upload auf ein Hörspiel aufmerksam mache, die haben sich ja bereits dieser Art des Konsums zugewandt. Es ist doch völlig absurd, anzunehmen, dass diese sich nun angefixt vom Illegalen abwenden und plötzlich kaufen werden.
      Viel wahrscheinlicher ist es doch, noch mehr Hörspiele über diesen illegalen Weg verfügbar haben zu wollen.

      Im Gegenteil, ich sehe eher das Problem, dass man Leute, die durchaus willens gewesen wären, ein Hörspiel zu KAUFEN, durch diese schleichende Desensibilisierung gegenüber dem, was illegal bzw. nicht legitim ist, sowie der generellen Wertschätzung der Arbeit des Künstlers und seines Werkes gegenüber, dazu bringt, sich irgendwann ebenfalls dazu eingeladen zu fühlen, sich auf diese Weise Hörspiele zu beschaffen - ganz einfach weil sie irgendwann glauben, es sei ja offensichtlich okay und es mache ja schließlich eh jeder so.

      Schon allein @Deodatos Hinweis bezüglich youtube mag dazu führen, dass wieder eine Handvoll Forumsuser mehr zukünftig, statt zu kaufen, via youtube hören werden, weil sie sich durch seine Worte dazu legitimiert fühlen.
      Dabei gab es bei seiner Darstellung ebenfalls noch unendlich viele Leerstellen und Einschränkungen...

      Wollen wir das?
      Diese Mentalität noch weiter befördern?

      Wir sägen uns den Ast ab, auf dem wir (was unsere Hörspielleidenschaft angeht) sitzen.

      Hier wird es so dargestellt, als wäre Bekanntheit allein ein wesentlicher Wert, der gut für die Macher sei. Wenn diese Bekanntheit sich jedoch nicht auch wirtschaftlich auszahlt, so dass ein künstlerisches Konzept trag- und überlebensfähig ist, dann ist es letztlich für den Künstler nicht zielführend. Denn er wird seine Kunst nicht fortsetzen können.

      Alles andere ist doch Augenwischerei, um sich eine Praxis, die einfach nicht in Ordnung ist, schönzureden.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Der Hörspielkonsum ist ein absolutes Nischenprodukt. Im Endeffekt ist die einzige wirkliche Zielgruppe die Kassettenkinder aus den 80ern.

      Ich weiss nicht wie es euch geht, ich persönlich habe in meinem Bekanntenkreis EINE ! einzige Person die ausser mir überhaupt Hörspiele hört.

      Zu glauben das durch das konsequente Unterbinden von kostenlosem Hörspielhören die Verkaufszahlen explodieren, und die Macher so viel verdienen das sie allein davon sehr gut leben können, halte ich ehrlich gesagt für naiv.

      Zieht doch mal Parallelen zum Thema Filme. Kauft ihr euch jeden unbekannten Film auf DVD? Oder eher nur die Filme wo ihr genau wisst das das ein Hammerfilm ist, ihr ihm liebt, und auch zig mal gucken wollt?

      Ich persönlich habe mir schon mehrere Hörspiele als Raubkopie angehört, und war von dem Produkt so angetan das ich es schliesslich gekauft habe.

      Und noch mehr Hörspiele gab es, wo ich froh war sie nur einmal als Raubkopie gehört zu haben, hätte ich für so ein Durchschnittswerk Geld ausgegeben - ich hätte mich schwarz geärgert!

      Das mag man jetzt moralisch für verwerflich halten, Alternative ist, das ich mir gar nichts auf blossen Verdacht kaufe, und stattdessen lieber nur das höre was ich bereits besitze.

      Und jetzt seht nochmal die Nischengruppe an, es gibt diejenigen die eh alles kaufen weil es eine Obsession für sie ist, und die grosse Masse die eh nix von Hörspielen wissen will. Und noch den ein oder anderen der sich ne Raubkopie zieht, und eventuell danach noch das Original - wenns ein tolles Werk war.

      Gute Künstler sollen auch belohnt werden, für was mittelmäßig dahingeschludertes auch noch dicke Kohle einstreichen? Auf der Arbeit kriegste auch nur Geld wenn du gut bist, wenn du schlecht bist, fliegst du und kannst dir nen neuen Job suchen.
    • Ahtan schrieb:

      Ich weiss nicht wie es euch geht, ich persönlich habe in meinem Bekanntenkreis EINE ! einzige Person die ausser mir überhaupt Hörspiele hört.
      Dein Bekanntenkreis ist aber nicht so relevant wie die 100.000e Hörer, die es nun mal gibt.

      Hardenberg schrieb:

      Wir sägen uns den Ast ab, auf dem wir (was unsere Hörspielleidenschaft angeht) sitzen.
      Das höre ich nun seit Jahren, trotzdem erscheinen immer noch mehr Hörspiele, kommen noch mehr Player auf diesen ach so todkranken Markt und die (kommerziellen) Hörspiele sind keineswegs schlechter geworden, sondern besser. Der Ast ist mittlerweile so dick, dass er nicht nur uns überleben wird, sondern auch noch ein paar Generationen mehr. Die Macher, die mir vor paar Jahren noch gesagt haben "Räbääh, Streaming, die paar Euro", sagen heute, "OK, die Leute hören wirklich so bingemäßig mittlerweile, das konnte ja keiner ahnen".
      "Die Entscheidung ist gefallen, Herr Meier. Der Muslim bleibt!" - "Frau Riefenstahl meint damit, Herr Ringo Starr Hitler wird den Auftritt absolvieren"

      "Auf dem Weg nach Tuttifrutti traf ich eine ... " - Wer wissen will, wie es weitergeht, der muss "Die Ferienbande bricht in See" hören, denn Leute, die sich um die Kinder sorgen, haben sich über mich beschwert. ZURECHT!
    • Hier mal eine Mail eines Youtube-Kanals, auf Basis einer Urheberrechtsverletzungsmeldung von Zauberstern (die Schreibfehler darin sind original belassen):


      YT-Kanal schrieb:

      Sehr geehrte Damen und Herren,
      hiermit beantrage ich die Rücknahme...

      Ich habe mich wohl überrumpeln lassen von meinen Abonnenten dieses tolle Hörspiel hoch zu laden, habe selber jede Folge und weil sich mansche Leute sich das nicht leisten können ein solch Mega Hörspiel zu leisten.....!!!??

      Ich bin mehr als untröstlich dies Bezüglich... Ich verstehe

      Sehr geehrte Urheberrechtsinhaber,
      die auf dem Kanal befindlichen Hörspiele dienen lediglich zur Information, um diese interessanten Produktionen somit (wieder) einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
      Sollten Sie nicht einverstanden sein, dass Ihre Produktionen auf diesem Wege verfügbar sind, bitte nehmen sie mit Kanal Betreiber *" YT Kanal "* Kontakt auf und die Dateien werden unverzüglich entfernt !!!

      Aber dennoch gelöscht zu werden, hier auf der Platform... Ich bin ein orginal und nicht einer der alles Kopiert... Lange rede... Bitte hiermit um Rücknahme Urheblichen Grenzen überzogen zu haben !!! Mfg , YT Kanal




      Bitte geben sie mir als Orginal ..Ich bin kein Copyrer....

      Mit freundlichen Grüssen, YT Kanal
      Was mich stört:

      1.) "Leute die sich das nicht leisten können". Das heißt, dass man das Urheberrecht verletzen darf um Leuten, die sich das Hörspiel nicht leisten können zugänglich zu machen?

      Und überhaupt:

      2.) "...um diese interessanten Produktionen somit (wieder) einem breiteren Publikum zugänglich zu machen." Erstens sind die Produktionen von Simeon nachwievor zugänglich, sogar im Stream bei Amazon Prime, itunes, uvm. Und Zweitens würden sich die Leute die bei Punkt 1 erwähnt wurden die Teile eh nicht kaufen, da kein Geld. Oder sind die R&B CDs mit 6,99 € (inkl. Versandkosten) und die Downloads mit 4,49 € im offiziellen Labelshop zu hochpreisig, sodass sich diese Leute mit wenig Geld andere Hörspiele anderer Label zuerst kaufen?

      Und was will er im letzten Satz? Dass er der originale Kanal für die Hörspiele sein möchte? Will er Rezi-CDs im Original, um diese dann ins MP3-Format zu konvertieren und hochzuladen? Oder lese ich die Schreibfehler falsch?

      Hoerspielecho.de - Reden wir darüber.
    • OK, der Text klingt jetzt aber nicht unbedingt so als wäre der Typ strafmündig =)
      "Die Entscheidung ist gefallen, Herr Meier. Der Muslim bleibt!" - "Frau Riefenstahl meint damit, Herr Ringo Starr Hitler wird den Auftritt absolvieren"

      "Auf dem Weg nach Tuttifrutti traf ich eine ... " - Wer wissen will, wie es weitergeht, der muss "Die Ferienbande bricht in See" hören, denn Leute, die sich um die Kinder sorgen, haben sich über mich beschwert. ZURECHT!
    • Ahtan schrieb:



      Und noch mehr Hörspiele gab es, wo ich froh war sie nur einmal als Raubkopie gehört zu haben, hätte ich für so ein Durchschnittswerk Geld ausgegeben - ich hätte mich schwarz geärgert!
      Für so etwas gibt es Hörproben. Und selbst wenn man mit dem Produkt nicht einverstanden ist, was man gekauft hat, dann kann man es immer noch weiterveräußern. Also alles definitiv kein Grund ein Krimineller zu werden, denn nicht anderes sind Leute die Urheberrechte verletzen.




      Ahtan schrieb:

      Auf der Arbeit kriegste auch nur Geld wenn du gut bist, wenn du schlecht bist, fliegst du und kannst dir nen neuen Job suchen.
      Das ist aber wohl eher eine Traumwelt, alleine unsere Politiker beweisen täglich das diese These wohl nicht stimmt.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • @BenKenobi

      Wenn du in der Machthierarchie weit genug oben angekommen bist, hast du leider Narrenfreiheit. Ist in Deutschland so, und in anderen Ländern auf der Welt noch viel schlimmer.


      Mit dem Wort "kriminell" sollte man nicht leichtfertig umgehen, das träfe nämlich auf fast jeden Bundesbürger zu.

      Es reicht schon 1 Bild aus dem Internet zu verwenden ohne den Eigentümer des Urheberrechts an dem Bild vorher um Erlaubnis gefragt zu haben.

      Wer also völlig frei von jedweder Schuld ist, der werfe den ersten Stein gegen andere!
    • Ahtan schrieb:

      Mit dem Wort "kriminell" sollte man nicht leichtfertig umgehen, das träfe nämlich auf fast jeden Bundesbürger zu.
      Warum leichtfertig? Es ist und bleibt nun mal eine Straftat.
      Ich sehe in Verstößen gegen das Urheberrecht nichts anders als in allen anderen Eigentumsdelikten auch. Ob nun jemand eine Auto klaut oder eine Urheberrechtsverletzung begeht. Zumal es gerade im Urheberrecht ja durch Möglichkeiten wie die Privatkopie auch legale Wege gibt.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Persönlich finde ich die "Privatkopie" ethisch genauso kriminell wie die normale "Raubkopie" - Wo ist der Unterschied ob mir ein Freund oder ein Unbekannter die Möglichkeit gibt geistige Schöpfungskraft eines anderen zu klauen? Geklaut ist geklaut, den Unterschied haben Juristen nur gemacht, damit nicht jeder Mensch ein Krimineller ist.
    • Ahtan schrieb:

      den Unterschied haben Juristen nur gemacht, damit nicht jeder Mensch ein Krimineller ist.
      Nicht ganz, der Unterschied existiert hauptsächlich um die Pauschalabgabe zu begründen. Ohne diese würde es auch keine Privatkopie geben.




      Ahtan schrieb:

      Persönlich finde ich die "Privatkopie" ethisch genauso kriminell wie die normale "Raubkopie"
      Sehe ich anders, denn alleine schon in der Familie würde es ohne das Recht der Privatkopie schon sehr problematisch werden. Zumal man die "Kopie" dann ja nur in "einmaliger Form" benutzen dürfte. Sprich kein Rippen einer CD oder kopieren einer Mp3 als Sicherheitskopie.
      Dann gäbe es nämlich in Deutschland nur noch Kriminelle.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Das mit der "Privatkopie" ist wohl eher dem Willem geschuldet, keine lebensfernen Gesetze machen zu wollen. Und das macht ja durchaus auch Sinn - innerhalb enger sozialer Grenzen. Die derzeitige Ausgestaltung finde ich auch sehr, um nicht zu sagen: zu großzügig, und sie hat Lücken, über die man trefflichst streiten kann, aber das hat ja mit dem Thema hier nun nichts zu tun.

      Man sollte immer auch aufpassen, bestimmte Punkte nicht immer so weit zu verwässern, bis das Problem dahinter gar nicht mehr sichtbar ist.

      Es ist natürlich ein Unterschied, ob ich eine Kopie für Bruder, Schwester, besten Freund erstelle und sie privat überreiche - oder ob ich ohne Berechtigung ein Hörspiel bei youtube oder auf anderen Plattformen uploade, das darüber dann unter Umständen zigtausendfach konsumiert wird.

      Zumal es ja auch spezielle Software gibt, die es erlaubt, von solchen Plattformen "aufzunehmen", Hörspiele also quasi zu downloaden.

      Wer das in einen Topf wirft, setzt sich dem Verdacht aus, vom Wesentlichen ablenken zu wollen.

      Ich bin übrigens durch die positiven Besprechungen in einem anderen Thread dazu verleitet worden, mir mal eine Folge der Reihe Danger anhören zu wollen: die Episode: "Gas". Und nach dem ganzen Weichspülen hier habe sogar ich einen kurzen Augenblick mit dem Gedanken gespielt, mal zu schauen, ob es das bei youtube gibt und ob ich es darüber höre - weil, wie hier ja suggeriert wird, das alles ja halb so wild ist - und weil es sich um eine Reihe handelt, bei der ich aufgrund des Ursprungs davon ausgehen darf, dass es gute Chancen gibt, dass es mir vielleicht nicht so gut gefällt.

      Das Werben für den Nicht-Kauf hat also schon Wirkung entfaltet - Gratulation. :zwinker:

      Ich habe es aber dennoch nicht gemacht.
      Ich finde es nach wie vor falsch und habe mir darum den Download gekauft. Punkt. :aufstampf:

      =)

      Für mich bleibt's dabei: Regulärer Konsum (im Sinne des Machers) oder Verzicht!

      Denn das scheint manchem ja als Option gar nicht mehr präsent zu sein: Man kann, man darf und manchmal: man muss auch mal verzichten. Es gibt kein Menschenrecht, dass einem jederzeit alles zur Verfügung stehen muss - und wenn man es sich gerade nicht leisten kann, dann darf man es halt stehlen.
      (Zumal es oft gar nicht wirklich am Geld liegt, sondern an der Art, wie bzw. wofür es ausgegeben wird - es ist dann ganz einfach nichts mehr übrig für weiteren Schnickschnack.)

      Bei dieser Folge (Danger: Gas) wäre für mich wohl Streaming eine Alternative gewesen, wenn ich dort aktiv wäre. Und bei aller Kritik am Streaming finde ich doch, dass man dies auf keinen Fall mit dem illegalen Up- oder Download in einen Topf werfen sollte. Ich bin zwar gegen das Streaming, weil ich darin die beschriebenen Gefahren sehe, von denen einige mit den Nachwirkungen des Illegalen identisch sind, aber der Ursprung ist eben ein völlig anderer, weil nun mal die Macher selbst entscheiden, ob sie streamen lassen oder nicht. Ich halte es zwar für fatal, wenn sie es tun, zumindest bei neuen und neueren Werken, aber es ist immerhin ihre Entscheidung.
      Dass sie aus meiner Sicht mit dieser Entscheidung der Sparte Hörspiel massiv schaden (langfristig betrachtet), steht dabei auf einem anderen Blatt.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Die derzeitige Ausgestaltung finde ich auch sehr, um nicht zu sagen: zu großzügig
      Ja, da kann es zwei Meinungen geben, diese Regelung ist viel zu größzügig für die Unterhaltungsindustrie, unglaublich, wie hier hunderte Millionen von den Verbrauchern zur Industrie "pauschal" zwangsverschoben werden.

      Dein obiger Beitrag ist aber auch sehr erhellend, Du hättest eher daran gedacht, einen illegalen Upload bei Youtube zu hören als ganz seriös und legal im Streaming.

      Das ist die Ausgangsfrage, das ist das, was ich einfach nicht kapiere. Und ich vermute, den Hörspielmachern geht es da genauso, deshalb kommt jetzt neuerdings so viel auf Youtube. Man hat sich damit abgefunden, dass eine gewisse und zahlenmäßig gewaltig große Klientel einfach nicht die legalen Kanäle nutzt, sondern den aus Nutzersicht zwar nicht illegalen, aber doch sehr fragwürdigen Kanal Youtube. Und vermutlich geht die Rechnung "Bei Youtube brauche ich zwar für das gleiche Geld Faktor 10 Hörer im Vergleich zu Spotify, aber die kriege ich da halt auch".
      "Die Entscheidung ist gefallen, Herr Meier. Der Muslim bleibt!" - "Frau Riefenstahl meint damit, Herr Ringo Starr Hitler wird den Auftritt absolvieren"

      "Auf dem Weg nach Tuttifrutti traf ich eine ... " - Wer wissen will, wie es weitergeht, der muss "Die Ferienbande bricht in See" hören, denn Leute, die sich um die Kinder sorgen, haben sich über mich beschwert. ZURECHT!
    • Ich hätte mir ja denken können, dass dieser Satz von Dir gleich dazu benutzt wird, ihn "misszuverstehen" und absichtsvoll umzudeuten. :augenroll:

      Ich schrieb davon, dass mich unter der Weichspül-Diskussion, vor allem Deodatos Plädoyer, beim Gedanken an Danger nun auch spontan der Gedanke daran befiel, ob ich nicht mal schauen soll, ob es das bei youtube gibt. Weil es ja angeblich alles gar nicht so schlimm ist und die Hörspielmacher darüber letztlich ebenso einen Obulus erhalten wie über Streaming - und sie die Hörspiele ja hätten sperren lassen, wenn sie gegen den Upload wären. Mit anderen Worten: Dass ein Hörspiel bei youtube zu finden sei, heiße, dass die Macher es okay finden - und überdies erhielten sie ja vielleicht sogar noch Geld für jeden Klick.

      Mir ging es um die Gehirnwäsche, um die Wirkung der Weichspül-Argumentation in diesem Thread.

      Nicht darum, ob ich es mir "eher" bei youtube angehört hätte als anderswo.

      Ich wollte verdeutlichen, dass ich solche Plädoyers aus den von mir hier bereits vielfach genannten Gründen fatal finde.

      Darüber hinaus lehne ich für mich Streaming ebenso ab wie youtube - aus den exakt selben Gründen, auch wenn ich beides unter dem rechtlichen Aspekt unterschiedlich bewerte.
      >> Kritik ist Liebe. <<