Von Äpfeln und Birnen - Die Grenzen guter Hörspiel-Kritik

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    • Von Äpfeln und Birnen - Die Grenzen guter Hörspiel-Kritik

      Eine gute Rezension unternimmt den Versuch, ein Hörspiel unvoreingenommen zu betrachten und einigermaßen objektive Kriterien herzuleiten, nach denen es dann nicht zuletzt im Kontext anderer Produktionen eingeordnet wird.
      Eine gute Rezension müht sich redlich, jeden Punkt für oder gegen eine Produktion nachvollziehbar zu erläutern und lässt wenigstens im Subtext erkennen, wie behauptete Schwachpunkte zu beheben gewesen wären.
      Eine gute Rezension bemüht sich, mehr zu sein als ein reines und persönliches Geschmacksurteil, indem sie sowohl nachvollziehbare als auch angreifbare Kriterien erkennen lässt, ist sich aber immer auch bewusst, dass jedes Streben nach Objektivität natürlichen (weil subjektiven) Beschränkungen unterliegt.
      Eine gute Rezension will fair sein und gleichzeitig ehrlich.
      Eine gute Rezension muss bereit sein, sich ihrerseits Kritik zu stellen.

      Wo aber liegen die Grenzen der Kritik?

      Entzieht sich etwas, das "nur" Trash oder Groschengrusel sein will, automatisch jeder Kritik, weil es ja keinerlei Anspruch zeigen möchte?

      Kann SciFi/Horror/Krimi/Grusel nur beurteilen, wer diese Genres auch mag?

      Sind Geschichten für Kinder und Jugendliche redlicherweise nur rezensierbar durch Menschen, die dem Sprektrum der tatsächlichen Zielgruppe angehören?

      Wo sind die Grenzen der (redlichen) Hörspiel-Kritik?
      Oder gibt es diese gar nicht?

      Und welche Haltung müssen Rezension/Rezensent zeigen bei Genres, die selbst keinen Anspruch formulieren, oder bei Produktionen, die sich an eine Zielgruppe richten, zu der sie selbst nicht gehören?

      Ich wäre sehr interessiert an Euren Meinungen...
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension unternimmt den Versuch, ein Hörspiel unvoreingenommen zu betrachten und einigermaßen objektive Kriterien herzuleiten
      Schon hier hätte ich das Problem was denn überhaupt objektive Kriterien sind, die man auch nur so beurteilen kann.

      Selbst die ganzen technischen Dinge, Sprecherwahl, Länge, etc. sind Dinge die jeder anders bewertet.
      Es gibt ja nicht mal ein "Norm-Hörspiel" was quasi den Gold-Standard setzt.

      Die Grenzen der Kritik liegen da wo man absichtlich Kritik übt um jemanden zu Schaden oder zu Beleidigen.



      Hardenberg schrieb:

      Entzieht sich etwas, das "nur" Trash oder Groschengrusel sein will, automatisch jeder Kritik, weil es ja keinerlei Anspruch zeigen möchte?
      Nein warum sollte es sich da der Kritik entziehen, denn da hätte man z.B. bei Hörspielen, die auf einem Groschen-Roman beruhen, einen der wenigen Punkte die man objektiv Beurteilen kann. Nämlich wie getreu das Werk der Vorlage folgt.

      Alleine schon, das man sich etwas NUR antut um darüber später eine Kritik bringen zu können, enthält für mich eine Gewisse Grundkomik. Mir sagte mal ein Spieletester, das dieses in den Augen für viele Kids ein geiler Job sei, weil man alle Spiele testen muss. Es empfand das gar nicht so geil, weil man eben ALLE Spiele testen muss. Also nicht nur die neusten Ballerspiele, sondern auch "Barbie auf dem Reiterhof".




      Hardenberg schrieb:

      Und welche Haltung müssen Rezension/Rezensent zeigen bei Genres, die selbst keinen Anspruch formulieren, oder bei Produktionen, die sich an eine Zielgruppe richten, zu der sie selbst nicht gehören?
      Hier liegt doch die Krux. Im Prinzip sollte doch nicht der Konsument ein Produkt von sich aus bewerten, sondern der Hersteller sollte gezielt die vorgesehene Zielgruppe befragen. Nur das kann eigentlich wirklich realistische Resultate bringen.
      Nur kostet das sicher mehr als die paar Promos die man verteilt.


      Was ich schon sehr bedenklich finde das es inzwischen wirklich jedem möglich ist Kritiken zu Produkten oder Dienstleistungen zu schreiben. Und das obwohl man die nicht mal genutzt oder gekauft haben muss. So sieht man bei Amazon z.B. oftmals Kritiken zu einem Werk, welche alleine terminlich völlig falsch sind und so gar nicht ein können.

      Als Beispiel: Radio Orchid (Live & Acoustic) Erscheinungstermin 1. September 2017 hat eine verifizierte Bewertung vom 23. April 2013 und die Aufnahme stammt erst von 2017. So etwas darf Amazon nicht passieren. Früher konnte man bei Amazon nur Kritiken abgeben wenn man das Produkt auch bei Amazon gekauft hatte. Heute darf es jeder.

      Was dabei dann rum kommen kann hat man ja jetzt bei SchlezHaz aka Hörspielkammer des Schreckens aka Hörplanet gesehen. Vermutlich hat @Hardenberg auch genau aus dem Grund dieses Thema aufgeworfen.

      Mir sind bis jetzt eigentlich nur eine Handvoll gute Kritikseiten für Hörspiele untergekommen, nach deren Urteil ich mir was für mein Hörvergnügen kaufen würde und bei denen ich ab und zu vor einem Kauf nach sehe.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Die Frage, die sich mir in @Hardenberg s Eingangstext stellt, lautet wer bestimmt, dass eine gute Rezension so sein muss. Wie @Ben Kenobi schon schrieb, scheitert es bereits an der Objektivität. Wie man ja lesen kann, hat jeder Leser so seine Vorlieben. Und entsprechend wählt er seinen Rezensenten. Und auf wenn manche genau das Gegenteil von dem was im Eingangstext beschrieben wird, machen, wollen es einige so lesen. Alles Geschmacksache.
    • Markus G. schrieb:

      Die Frage, die sich mir in @Hardenberg s Eingangstext stellt, lautet wer bestimmt, dass eine gute Rezension so sein muss.

      Niemand. Denn das Eingangsposting soll ja eine Einladung zur Diskussion sein. Wenn Du es in einzelnen Punkten oder insgesamt anders siehst, ist eine argumentativ fundierte Gegenrede durchaus willkommen.

      Der Hinweis: "Alles Geschmackssache" greift mir da allerdings definitiv zu kurz und wird auch so manchem Rezensenten, der sich wirklich abmüht, nicht gerecht. Ich sehe durchaus einen qualitativen Unterschied zu Statements wie "Unter aller Sau" oder den sehr ausführlichen und sachlichen Erörterungen, wie sie etwa @MonsterAsyl oder @SciFi Watchman regelmäßig vorweisen.

      Die eigentliche Frage war allerdings, wie man mit Sonderfällen wie Trash oder Kinderhörspielen verfahren sollte, um adäquat zu rezensieren.

      Denn einen allgemeinen Thread zu Sinn und Unsinn von Rezis haben wir nämlich bereits. :zwinker:


      @Ben Kenobi
      Die Motivation hinter diesem Thread deutest Du leider falsch. :) Es ging mir nicht um den Hörplaneten, sondern die Idee dazu kam mir beim Thema Trash-Hörspiel.
      Hardenbergs Hörspiel-Tipp: Die juten Sitten
    • Wäre es nicht interessanter wenn es nicht um Rezensenten ginge sondern um Menschen wie Du und ich, die einfach ihre Meinung zu einem Hörspiel posten? Und in letzter Konsequenz sind Rezensenten ja auch Hörspielfans. Und selbstverständlich kann jeder, auch derjenige der kein Trash-Fachmann oder kein Kinderhörspielfachmann ist, seine Meinung schreiben. Jeder hat seine Vorlieben, seine Stärken und Schwächen und all dies fließt bewusst oder unbewusst immer in die gepostete Meinung mit ein. Und wenn ein SF-Fan mit einem Trash-Hörspiel nix anfangen kann, dann ist das nachvollziehbar. Trotzdem schön wenn er sich über die Geschmacksgrenze traut und wenn er seine Meinung, die natürlich entsprechend seinen Vorlieben/Geschmack negativ sein kann, postet. Und wie geschrieben, sind Rezensenten auch nur Menschen, die Vorlieben/Geschmack natürlich versuchen zu verstecken/verbergen bzw. dies kenntlich machen, aber im Grunde ist es eine Meinung wie von jedem User auch, die man teilen kann oder nicht. Je extremer die Meinung um so weniger wird diese Meinung den Geschmack der Mehrheit finden, aber auch diese wird von dem einen oder anderen übernommen werden.

      Mit Grenzen ganz allgemein und hier im Speziellen kann ich mich nur in Ausnahmefällen anfreunden.
    • Hardenberg schrieb:

      Die eigentliche Frage war allerdings, wie man mit Sonderfällen wie Trash oder Kinderhörspielen verfahren sollte, um adäquat zu rezensieren.
      Da stellt sich mir aber zumindest bei den Kinderhörspielen die Frage, was für einen Sinn macht ein solche Kritik?
      Soll es die Eltern unterstützen Hörspiele für die Kinder auszuwählen oder soll es eine Info für das Kind sein?

      Zweiteres halte ich persönlich für Recht Sinnfrei denn Kinder lesen in der Regel keine Kritiken, sondern reden oder chatten über ihre Interessengebiete.

      Im Falle das es Eltern unterstützen soll kindgerechte Hörspiele zu finden, sehe ich es wieder wie ich oben geschrieben habe. Denn fast alle Eltern haben andere Erwartungen an den Sachen die sie für ihre Kinder kaufen.
      Bildung, Unterhaltung, Spannung, Einschlafhilfe etc.



      Hardenberg schrieb:

      wird auch so manchem Rezensenten, der sich wirklich abmüht, nicht gerecht.
      Stellt sich auch hier die Frage, warum macht er es? Information, Hobby, Interesse am Thema, etc.

      Ich weiß z.B. aus dem Musik-Bereich das es einige sogar nur machen um an Promos zu kommen, an die man sonst nicht kommt.
      Daher sind viele Musikkritiker auch abgesprungen, als es dann teils die Alben nur noch in digitaler Form gab.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Hardenberg schrieb:

      Wo aber liegen die Grenzen der Kritik?
      Die Grenzen der Kritik beginnen für mich da, wo es persönlich wird. Beleidigungen oder Herabsetzungen sind Tabu, aber wenn jemand seine Rolle (für mich) schlecht spricht, dann sage ich das auch.

      Hardenberg schrieb:

      Entzieht sich etwas, das "nur" Trash oder Groschengrusel sein will, automatisch jeder Kritik, weil es ja keinerlei Anspruch zeigen möchte?
      Wie @Ben Kenobi schon schrieb: auf gar keinen Fall! :nein: Nur weil etwas als Trash (ein eh sehr unglücklch gewähltes Wort) bezeichnet wird, heisst das noch lange nicht, daß es kritiklos hingenommen werden muss. Nicht nur die Dichte zur (möglichen) Vorlage ist hier bestimmend, sondern auch alle anderen Masstäbe, die man bei einem Hörspiel sonst zu Grunde legt, also Sprecher, Produktion etc.

      Hardenberg schrieb:

      Kann SciFi/Horror/Krimi/Grusel nur beurteilen, wer diese Genres auch mag?
      Ganz gewiss nicht. natürlich kann man auch als "Nichtfan" dieser Genres ein Hörspiel beurteilen. Allerdings wird man dann wohl vermutlich mit einer (eingeschränkt) ablehnenden Grundhaltung an die Sache herangehen, was die "Objektivität" bereits im Vorfeld negativ beeinflussen könnte. @Agatha zB kann eigentlich mit SF Themen wenig anfangen, was aber nicht heisst, daß sie dem keine Chance geben würde. Und sie sagt dann hinterher auch was ihr gefallen hat und was nicht.

      Hardenberg schrieb:

      Sind Geschichten für Kinder und Jugendliche redlicherweise nur rezensierbar durch Menschen, die dem Sprektrum der tatsächlichen Zielgruppe angehören?
      Tja, DAS ist eine wirklich gute Frage. Wenn man auf Rezensionen der tatsächlichen Zielgruppe warten würde, käme da wohl nicht viel. =) Mehr als ein Satz wird ja eh schon als anstrengend empfunden und eine Äusserung wie: Unsere Kinder / wir fanden es schön reicht da einfach nicht. Wenn ich Kinderhörspiele rezensiere, dann versuche ich mich geistig immer in meine Kindheit und vor allem mein Empfinden zurück zu versetzen, ohne dabei aus dem Auge zu verlieren, daß sich die Zeiten und auch die Kinder geändert haben. Das klappt natürlich nicht immer und so manches mal erwische ich mich dabei, daß ich Sätze viel zu harsch formuliere und meinen "erwachsenen" Anspruch zu Grunde lege. Grundsätzlich frage ich mich immer: Hätte mich das als Kind interessiert bzw. gefallen. Gleichzeitig weiß ich aber auch, daß meine Rezensionen eher selten von der Zielgruppe gelesen werden (viel zuviel Text :lach2: ), sondern eher von den Eltern bzw. Großeltern, die sich informieren möchten, ob das HSP für ihr Kind/Enkelkind geeignet erscheint.

      Hardenberg schrieb:

      Und welche Haltung müssen Rezension/Rezensent zeigen bei Genres, die selbst keinen Anspruch formulieren, oder bei Produktionen, die sich an eine Zielgruppe richten, zu der sie selbst nicht gehören?
      Wie gesagt, ich finde man sollte möglichst Vorurteilsfrei an jede Produktion herangehen und dann versuchen die Stärken und Schwächen herauszustellen.
    • MonsterAsyl schrieb:

      Ganz gewiss nicht. natürlich kann man auch als "Nichtfan" dieser Genres ein Hörspiel beurteilen.
      Da stellt sich mir die Frage, wenn ich mit einem Thema nichts anfangen kann, warum höre ich es mir dann mehrere Produktionen zu dem Thema überhaupt an?

      Nur um Kritiken schreiben zu können, dann sehe ich nicht mehr das Hörspiel als Hobby, sondern das Rezensieren. Und dann ist es quasi Pflicht sich an ein selbstauferlegtes "objektives" Schema zu halten.

      Anders sehe ich es wenn man z.B. gerne Krimis hört und dann seine Meinung dazu für andere Krimi-Fans kund tun möchte oder halt darüber diskutieren möchte.

      Daher sehe ich schon einen Unterschied zwischen diesen beiden Typen von Kritikern. Leider ist es bei Rezensionen im "Verkaufsbereich" der Onlinshops oft kaum zu unterscheiden welcher Typus Kritiker da am Werk war.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Ben Kenobi schrieb:

      Da stellt sich mir die Frage, wenn ich mit einem Thema nichts anfangen kann, warum höre ich es mir dann mehrere Produktionen zu dem Thema überhaupt an?
      Gegenfrage: Warum nicht? Es kann doch gut sein, daß einen das Genre eigentlich nicht so interessiert, aber man aufgrund der Besetzung oder anderen Faktoren dann doch gerne reinhört oder im günstigsten Fall auch bei der Serie bleibt.
    • Also anhören würde ich mir persönlich fast alles, auch wenn es mich im ersten Moment nicht anspricht. Aber wirklich eine Rezension schreiben, wenn es mir nicht gefallen hat, würde ich dann nicht machen, es sei denn ich habe es dem Label versprochen eine Rezension zu schreiben. Einen so genannten Veriss zu schreiben und mich intensiv mit einem Hörspiel zu befassen, dass mir nicht gefällt, macht mir keine Freude. Ich schreibe wirklich nur dann Rezensionen wenn ich Freude am Hörspiel hatte. Aber ich bin auch nur Fan und kein Rezensent, obwohl ich schon für Magazine schreiben durfte. Von daher kann ich Ben Kenobi schon verstehen.
    • MonsterAsyl schrieb:

      Gegenfrage: Warum nicht?
      Nehmen wir als extremes Beispiel "Kuru-der Lachende Tod" mit dem Thema kann ich überhaupt nichts anfangen, warum sollte ich also weitere Hörspiele dieser Machart kaufen? Die würde ich nicht mal hören wenn ich sie umsonst bekommen würde. Oder ein weiteres Beispiel "Sex in Serie", erste Folge gehört, ist nicht mein Ding, also hat es sich erledigt.

      Warum also sollte ich gegen meine Intention etwas hören oder machen? Nur um eine Kritik darüber verfassen zu können. Da wäre ich dann das Rezensieren mein Hobby, ist es aber nicht. Und da ein Hobby Spaß machen sollte, wären wir wieder dabei, warum soll ich etwas hören, was ich nicht mag.

      Ist genau wie mit dem Essen, ich probiere eigentlich fast alles, aber wenn es mir dann nicht schmeckt, dann lasse ich es sein.
      Darum bedauere ich manchmal diese ganzen "Fernsehköche" die sich da weil es ihr Beruf verlangt wirklich jeden Mist reinquälen müssen. ABER sie werden halt dafür bezahlt.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Ben Kenobi schrieb:

      Nehmen wir als extremes Beispiel "Kuru-der Lachende Tod" mit dem Thema kann ich überhaupt nichts anfangen, warum sollte ich also weitere Hörspiele dieser Machart kaufen?
      Da bin ich eben anders. Ich fands auch nicht so doll, hab mir aber auch die Folgeproduktionen noch gekauft, einfach weil ich neugierig war.

      Ben Kenobi schrieb:

      Warum also sollte ich gegen meine Intention etwas hören oder machen? Nur um eine Kritik darüber verfassen zu können.
      Einfach, um auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen? Nur um eine Kritik verfassen zu können, wäre mir allerdings ebenfalls zu blöd. ABER ich höre auch gern mal etwas ausserhalb meiner sonstigen Gewohnheiten. "Sex in Serie" zB interessiert mich zwar, aber ich befürchte die sind mir nicht "explizit" genug. =)

      Ben Kenobi schrieb:

      Ist genau wie mit dem Essen, ich probiere eigentlich fast alles, aber wenn es mir dann nicht schmeckt, dann lasse ich es sein.
      Ich nicht. :nein: Im Gegenteil! Wenn es mir mal nicht schmeckt, könnte das ja auch durchaus am Koch liegen und nicht am Essen selbst. Deshalb bin ich der Meinung, man sollte erstmal etwas 2 bis 3 mal (von unterschiedlichen Köchen) probiert haben, bevor man für sich entscheiden kann: ja, das ist was für mich oder nee, mag ich nicht.
    • MonsterAsyl schrieb:

      Deshalb bin ich der Meinung, man sollte erstmal etwas 2 bis 3 mal (von unterschiedlichen Köchen) probiert haben,
      Da widerspreche ich nicht, nur kommt es dann auch auf den "Kopf" an.
      z.B. Frösche, Schnecken, Schlangen etc. hab ich nur einmal probiert. Das spielt dann mehr als nur der Geschmack ein Rolle.



      MonsterAsyl schrieb:

      ABER ich höre auch gern mal etwas ausserhalb meiner sonstigen Gewohnheiten.
      Antesten ja, aber das MUSS ja nicht zu einem Dauerzustand führen, das meinte ich damit.
      Darum warte ich meist auch bis zur 3-4ten Folge einer Serie bevor ich reinhöre.
      "Great men are forged in fire. It is the privilege of lesser men to light the flame"
    • Oha. Dann mal los..

      Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension unternimmt den Versuch, ein Hörspiel unvoreingenommen zu betrachten und einigermaßen objektive Kriterien herzuleiten, nach denen es dann nicht zuletzt im Kontext anderer Produktionen eingeordnet wird.
      Zuerst einmal beurteile ich niemals etwas objektiv, da es für mich so etwas wie Objektivität bei einem Geschmacksmedium wie Hörspiel, Film, Buch usw. nicht geben kann. Meine eigenen Vorlieben stehen immer mit auf dem Tablet und somit kann ich gar nicht objektiv sein.

      Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension müht sich redlich, jeden Punkt für oder gegen eine Produktion nachvollziehbar zu erläutern und lässt wenigstens im Subtext erkennen, wie behauptete Schwachpunkte zu beheben gewesen wären.
      Ich schreibe weder Bücher, noch produziere ich Hörspiele oder drehe Filme - ich kann also nur für mich persönlich anmerken wie ich es besser gemacht hätte, was aber ausschließt das dem dann Gottes Geschenk an die Menschheit wäre, würde man diese Punkte so umsetzen wie ich es für richtig finden würde.

      Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension bemüht sich, mehr zu sein als ein reines und persönliches Geschmacksurteil, indem sie sowohl nachvollziehbare als auch angreifbare Kriterien erkennen lässt, ist sich aber immer auch bewusst, dass jedes Streben nach Objektivität natürlichen (weil subjektiven) Beschränkungen unterliegt.
      Irgendwie führst du ja mit diesem Punkt den ersten Punkt schon wieder ad absurdum. Wie kann eine subjektive Meinung mehr sein, als ein rein persönliches Empfinden? Ich denke nach wie vor das Objektivität nur ein feuchter Traum ist!

      Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension will fair sein und gleichzeitig ehrlich.
      Da bin ich zu 100% bei dir...

      Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension muss bereit sein, sich ihrerseits Kritik zu stellen.
      Eine Kritik kritisieren? Das macht nur in dem Moment Sinn, wenn die abgegebe Kritik als Schmähung oder das unflätige Ausleben persönlicher Animositäten klar zu erkennen ist.

      Hardenberg schrieb:

      Wo aber liegen die Grenzen der Kritik?
      In den Parametern, das es sich von selbst verbietet Bashing bei diversen Menschen zu betreiben, welche man persönlich nicht leiden kann. Mir selbst fällt es schwer das Produkt vom Produzenten zu trennen und wenn ich den Produzenten megapoweroberporno Sch***** finde, so schreibe ich auch keine Kritik zu seinen/ihren Produktionen. Erstens weil ich ja gar nicht hören/lesen/sehen will, was subjektiv empfundene A********** so herstellen und zum anderen, damit ich nicht in die unterste Schublade abrutsche und eben Bashing betreibe. Wer dennoch solche Kritiken verfasst, kann von mir nicht ernst genommen werden, denn Hasspamphlete sind keine Kritik, sondern einfach nur ein Beweis geistiger Unreife.

      Hardenberg schrieb:

      Entzieht sich etwas, das "nur" Trash oder Groschengrusel sein will, automatisch jeder Kritik, weil es ja keinerlei Anspruch zeigen möchte?
      Nö, denn auch Trash hat ja einen gewissen Ansprch, eben genau den: Trash zu sein. Da gibt es auch feine Unterschiede, denn nicht jeder kann Trash herstellen. :D Und meistens unterhält mich Trash mehr, als zwanghaft auf edukative Ansrprüche gebürstetes Zeugs oder Hörspiele die sich anhören als wären sie mental bereits verstorben.

      Hardenberg schrieb:

      Kann SciFi/Horror/Krimi/Grusel nur beurteilen, wer diese Genres auch mag?
      Nochmal nö. Jeder, aber wirklich jeder, Sherlock Holmes zwingt mich automatisch in ein neurales Koma, doch kann ich ein Holmes Hörspiel dennoch kritisieren, wenn ich es versuche zu hören, wie ein Holmes Fan es hören würde/könnte. Da kann ich selbst die für mich extrem gekünstelte Namensbetonung eines Christian Rode hinnehmen, denn die Holmes Fans scheinen es ja so zu lieben und zu wollen. Aber meistens ist es für mich Folter, weshalb ich mir so etwas auch nur ganz selten zu Gemüte führe. Nur fannisch zu hören beschränkt allerdings extrem den Horizont, wie ich finde, und man sollte schon den Hals weit genug recken, um den Produktionen außerhalb des eigenen Tellerrands eine Chance zu geben. Mann weiß ja nie was da kommen könnte... :D

      Hardenberg schrieb:

      Sind Geschichten für Kinder und Jugendliche redlicherweise nur rezensierbar durch Menschen, die dem Sprektrum der tatsächlichen Zielgruppe angehören?
      Wees ik nich, hör ik nich! ;)

      Hardenberg schrieb:

      Wo sind die Grenzen der (redlichen) Hörspiel-Kritik?
      Bitte was? Das ist mir gerade ein wenig zu hoch. Erkläre mir den Zusammenhang von Kritik und "redlich", bitte!

      Hardenberg schrieb:

      Oder gibt es diese gar nicht?
      ...siehe oben..

      Hardenberg schrieb:

      Und welche Haltung müssen Rezension/Rezensent zeigen bei Genres, die selbst keinen Anspruch formulieren, oder bei Produktionen, die sich an eine Zielgruppe richten, zu der sie selbst nicht gehören?
      Sollten... nicht MÜSSEN! Akzeptanz, denn es ist ein Unterhaltungsmedium und keine Gehirnchirurgie. Wem etwas nicht passt, der muss es nicht kaufen oder hören. Wer es dennoch tut, ist entweder mit viel Freizeit gesegnet, oder versucht seine persönlichen Animositäten gegenüber dem Macher auszuleben... aber das hatten wir doch auch weiter oben schon, oder?

      Hardenberg schrieb:

      Ich wäre sehr interessiert an Euren Meinungen...
      Das wäre dann jetzt Lukes Meinung zu all dem... :D


    • Hardenberg schrieb:

      Eine gute Rezension muss bereit sein, sich ihrerseits Kritik zu stellen.

      Lukes Meinung schrieb:

      Eine Kritik kritisieren? Das macht nur in dem Moment Sinn, wenn die abgegebe Kritik als Schmähung oder das unflätige Ausleben persönlicher Animositäten klar zu erkennen ist.
      Ja, also das sehe ich ganz genau wie Luke.
      Wieso müssen sich Rezensenten für ihre ehrliche Meinung (und davon gehe ich jetzt mal aus, denn als solche klar erkennbare "Abwatscher" eines Hörspiels/ seiner Macher sind für mich keine :kotz: ) der Kritik anderer stellen.
      Eine Rezi ist, ob man es nun will oder nicht ;) , immer zum allergrößten Teil subjektiv, man kann sich noch so bemühen, objektiv zu sein.
      Das bleibt wohl eine Illusion.
      Und es ist sinnfrei, einen anderen wegen seiner Ansichten zu einem Thema angreifen zu wollen.
      Seit wann bringt es denn etwas, über Geschmack zu streiten? :biggrin:
      Kritik an der Kritik ist für mich Besserwisserei um jeden Preis, so nach dem Motto: "Na, also Dein Geschreibsel is ja schon ganz nett, aber du musst das mehr wie ICH sehen, DANN wird was draus!" :hrhr2:

      Ansonsten ist hier eigentlich alles schon gesagt.
      Bewusst mit Trash-Thematik befasste Hörspiele unterliegen natürlich ebenfalls gewissen Maßstäben, die man bewerten kann.
      Sind die von der Produktion und den Sprechern her nämlich auch Müll :pinch: , dann würde ich das jederzeit anprangern!
      Denn gerade Trash soll ja gut und originell unterhalten, damit man ihn trotz der inhaltlichen "Mängel" mag.
      Eine Rechnung, die bei mir auch oft aufgeht. ^^
      Bezüglich Genres, die mich eigentlich eher weniger interessieren, kann ich trotzdem immer sagen, wie mir das Hörspiel insgesamt gefallen hat. Wie waren die Sounds, die Sprecher, die Abmischung usw.?
      Dazu sollte ich in jedem Fall eine Meinung haben. ;)
      Den Inhalt aber so einschätzen zu können, wie ein Kenner/ Liebhaber des jeweiligen Themas, würde ich persönlich mir dann aber eher weniger zutrauen.
      Nur darf man das ja in einer Rezension auch ruhig mal sagen, oder?
      Und es gibt schließlich Rezensenten, die sich gern jeder thematischen Herausforderung stellen - warum auch nicht. :)


      Hardenberg schrieb:

      Sind Geschichten für Kinder und Jugendliche redlicherweise nur rezensierbar durch Menschen, die dem Sprektrum der tatsächlichen Zielgruppe angehören?
      Weiß nicht mehr den genauen Wortlaut, aber Enid Blyton soll mal so was gesagt haben wie: "Ich interessiere mich bei meinen Büchern für keinen Kritiker, der älter als 12 Jahre ist."
      Auch eine Einstellung. ;)
      Ich glaube (oder vielmehr ich hoffe! ), die meisten Rezensenten oder "Ich gebe nur mal kurz meinen Eindruck ab"-Schreibern ;) haben noch genug "Kind" bzw. Kindheitserinnerung in sich, um auch mal ein diesbezügliches Hörspiel bewerten zu können.
      Ich sehe das nicht so eng.
    • Lukes Meinung schrieb:

      Mich würde aber auch einmal interessieren ob Produzenten sachlich abgefasste Kritik - welche sich ausschließlich auf das Produkt bezieht und nicht auf die produzierende Person - aushalten müssen/sollten, ohne gleich dem Rezensenten zu versuchen mit Mails und Telefonaten übers Maul zu fahren, so wie mir das ein paar Mal widerfahren ist?
      Hier beginnt mE die Grenze zum Professionellen. Über die Kritik zu diskutieren halte ich für sehr positiv, allerdings sollte - und da trennt sich für mich das Kölsch vom Weizen - die Fähigkeit zur Selbstreflexion vorhanden sein (auf beiden Seiten natürlich). Sowohl der Macher muss hinnehmen können, dass sein Produkt bei diesem Hörer nicht zwingend auf Gegenliebe stößt, der Kritiker sollte aber auch bewusst sein, dass seine Meinung auch nur eben seine (Einzel)Meinung ist.

      Zur Ausgangsfrage:

      Ich halte es für möglich und auch legitim, Hörspiele auch jenseits des eigenen Geschmacks und Zielgruppe zu hören und zu bewerten. Man muss es halt auch unter dem betreffenden Gesichtspunkt auch sehen. Ich kann eben nicht eine Schablone auf jedes Hörspiel legen und bspw. an Bibi Blocksberg die gleichen Kriterien anlegen, wie an Foster. Auch beim Geister-Schocker gibt's andere Kriterien als Foster oder Jack Slaughter. Wenn klar wird, aus welcher Sicht man das Hörspiel gehört hat, sollte sich die Kritik auch einordnen lassen.
    • Lukes Meinung schrieb:

      ohne gleich dem Rezensenten zu versuchen mit Mails und Telefonaten übers Maul zu fahren, so wie mir das ein paar Mal widerfahren ist?
      Das ist mir schon ein paar Mal in abgeschwächter Form passiert. Einmal hatte ich einen längeren Schriftbverkehr mit einem Autoren, mit dem ich über Logikfehler in seiner Geschichte diskutiert habe. Nach der Diskusssion habe ich mene Rezension aber nur leicht abgeändert. Dann hatte ich mal Stress mit einem Verlag, dem es gestunken hat, daß ich auf einen Produktionsfehler hingewiesen habe (mindestens ein halber Satz war aus Versehen weggeschnitten worden) und ich hab mich auch schon mal nach der Rezension dazu äussern müssen, warum ich nicht die vollen 5 Sterne bei Amazon vergeben habe. Aber nachdem ich erklärt habe, warum ich nur 4 statt 5 Sterne gebe, war das auch ok. Ansonsten hatte ich noch nie Probleme. :schulter:
    • Lukes Meinung schrieb:

      Mich würde aber auch einmal interessieren ob Produzenten sachlich abgefasste Kritik - welche sich ausschließlich auf das Produkt bezieht und nicht auf die produzierende Person - aushalten müssen/sollten, ohne gleich dem Rezensenten zu versuchen mit Mails und Telefonaten übers Maul zu fahren, so wie mir das ein paar Mal widerfahren ist?
      Ein klares "JA"! Das hat einserseits mit Souveränität und Reife zu tun, ist mir persönlich aber andererseits sehr wichtig, um dazu zu lernen und meine Produktionen weiter zu entwickeln. Warum funktioniert etwas für den Hörer nicht? War die Handlung auch für den Hörer, der den Entwicklungsprozess natürlich nicht verfolgt hat, nachvollziehbar? Bin ich bei der Führung des Sprechers XY übers Ziel hinausgeschossen? Das sind Fragen, die mir eine gut geäußerte Kritik (das Wort Rezension mag ich so überhaupt nicht! :) ) beantworten kann.

      Zwei Beispiele:

      Bei LULA gibt es eine Nebenrolle, die ich sehr gerne etwas komödiantischer anlegen wollte, um die düstere Stimmung des Hörspiels ein bisschen aufzulockern. Dazu wies ich den Sprecher an, schön breit Norddeutsch und bräsig zu sprechen. Bei den Aufnahmen haben wir uns dann immer wieder darüber beömmelt, sodass ich das dann kritiklos bis ins fertige Hörspiel durchgewunken habe. Die Reaktionen auf LULA waren durchweg positiv, außer:

      Einzig das Verhalten dieses - was war er noch gleich ... Architekt, Markler ... ??? - nunja, der dem seine Zigarre wichtiger ist als schnell
      seinen Fettarsch hoch zubekommen und nachzuschauen was los ist
      ... dieser Typ ging mir sowas von auf den Senkel, dass es mir, wenn
      nicht die Story und das HSP insgesamt so gut gefallen hätte, ich ihn
      ohrfeigen und die CD an die Wand befördern hätte können
      Gut, dass Zitat ist jetzt nicht besonders gut geschrieben oder fundiert begründet. Aber es ist eine Meinung/Kritik. Und in diesem speziellen Punkt eine von Vielen, die genau diesen Punkt angesprochen haben! Da wurde mir dann klar, dass man solche "Spielereien" besser dosieren muss.

      Das andere Beispiel, was mir bei deinem Post, @Lukes Meinung eingefallen ist, betrifft dich. :zwinker: Wir hatten vor der Veröffentlichung von SCHNEETREIBEN einen regen Email-Austausch, der dazu führte, dass ich dich "gedrängt" habe, eine Kritik zu dem Hörspiel zu schreiben. Ich erinnere mich, dass du der Produktion zwar zugewandt warst, sie dich aber fast komplett nicht überzeugen konnte. Dementsprechend fiel auch deine Kritik aus, und du wolltest sie zuerst nicht veröffentlichen. Dass du es dann aber doch gemacht hast, fand ich super und auch daraus konnte ich für mich einiges rausziehen!

      (Nebenbei: Besagte Kritik zu SCHNEETREIBEN ist ja nicht mehr online und ich hatte sie mir leider nicht abgespeichert. Meinst du, du könntest sie mir schicken? Das wäre toll! :) )