Logikfehler in Hörspielen - darf nicht sein, kann passieren oder sogar Kult?

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    • Logikfehler in Hörspielen - darf nicht sein, kann passieren oder sogar Kult?

      Wie haltet ihr es eigentlich mit Logikfehlern in Hörspielen?

      Darf nicht sein und darf nicht passieren?

      oder

      Kann passieren und gehört zu einigen Serien (wie H.G.Francis Gruselserie) einfach dazu?
      Schönes neues Hörspieljahr 2019 :winke:
    • Was für eine Frage! :zwinker: =)

      Natürlich darf es Logikfehler in meinen Augen niemals geben. Kommen sie doch vor, ist es ärgerlich.
      In ganz seltenen Fällen bietet ein Hörspiel noch weitere Qualitäten, die es so herausragend machen, dass dieser Malus am Ende nicht zu dominant ins Gewicht fällt, aber gewöhnlich sind Logikpatzer für mich ein Grund, ein Hörspiel auszusortieren und als schlecht zu bewerten.

      Denn für mich gehen Logikfehler einfach gar nicht!
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Sie sollten nicht sein, es sei denn, das Hörspiel möchte bewusst "trashig" rüberkommen und ein gewisses "Huddeln" ist sogar erwünscht.
      Ansonsten sind solche Schnitzer ärgerlich und unschön, für mich allerdings im Normalfall kein Grund, die CD für alle Zeiten in der Versenkung verschwinden zu lassen, wenn mir die Geschichte ansonsten gefällt. Nur ist sie dann einfach nicht "rund" und würde nie in meinen "Top 10" landen.
      Aber es kommt natürlich immer auch auf die Schwere des Fehlers an.
      Ich kann sehr pingelig sein - aber ich bin andererseit auch nicht päpstlicher als der Papst. ;)
    • Ich für mich muss hier wohl Unterschiede zwischen Hörspielen machen, die ich als Kind lieben gelernt habe und Hörspiele, die ich als Erwachsener erst kennen gelernt habe. Als Kind haben mich Logikfehler zumeist nicht gestört oder ich habe sie gar nicht bemerkt. So habe ich beim Hören der H.G.Francis Grusel-Folgen, die man wohl als "Mutter der Logikfehler" bezeichnen kann, auch Jahre später immer noch kein Problem damit. Sie nachher aufzuspüren, macht sogar Spass.

      Dann gibt es Logikfehler oder auch Dinge, die mir persönlich unlogisch vorkommen, die jedoch mein Hörspielerlebnis nicht sonderlich trüben. Bei Mord in Serie kommt mir das eine oder andere Mal etwas "spanisch" vor, trotzdem kann mich das Hörspiel an sich meistens gut unterhalten oder auch wenn es mich nicht so gut unterhält, spielt die Logik, die dahinter steht, keine so große Rolle. Ich versuche auch der Logik dahinter nicht zu viel Bedeutung zu schenken, weil es mir in der Regel andere Bereiche auch oder noch wichtiger sind. Die Atmosphäre oder die Vermittlung und der Transport von Gefühlen sind zumeist für mich wesentlich wichtiger. Ein vollkommen logisches aber steriles Hörspiel, dass es nicht schafft mir Gefühle und Emotionen glaubwürdig zu vermitteln, hat bei mir schlechtere Karten. Logikfehler, sofern sie nicht zuhauf auftreten und mich nicht komplett aus dem Hörfluss rausreißen, hake ich im nach hinein als Irrtum und als menschlichen Fehler ab. So ein kleiner Irrtum mag durchaus einem Hörspiel eine liebenswerte Note geben. Mein Fokus liegt nicht allein auf die Geschichte und wie logisch oder unlogisch sie sich mir erschließt.

      Aber ja, es gibt dann immer wieder Dinge, die mich so aus dem Hörspiel raus reißen, dass ich während dem Hören daran denke und mich dann, obwohl sonst alles ganz gut ist, mich am Ende unbefriedigend zurück lässt.

      Vor vielen Jahren gab es mal ein Hörspiel mit Namen "Das Mal", das aus vielen Gründen in Foren heftig diskutiert wurde. Mir hätte es im Grunde gut gefallen, weil das Genre Mystery und die Geschichte durchaus Potential hat und mir Spass gemacht hat. Die Geschichte hat rund 1 1/2 Autostunden von mir entfernt im tiefen Waldviertel in einem kleinen Dorf gespielt. Leider hat man dahingehend sehr schlecht recherchiert, weil man in diesem so urtypischen niederösterreichischen Provinzdorf den Kindern Namen wie Josephine, Jenny, Kim oder Jost gegeben hat, man verlangte nach Brötchen und ließ einem Kommissar ermitteln. Das gibts bzw. gabs in ganz Österreich nicht und schon gar nicht in einem kleinen Ort im Waldviertel. Das fällt für mich dann unter falsch recherchiert. Ich denk auch jeder Hamburger würde sich beschweren, wenn in seiner Heimatstadt ein Gendarm mit Namen Josef in einen Greisler Semmeln kaufen geht. Und dass hat mich dann sehr gestört, obwohl wahrscheinlich kein Deutscher sich daran stören würde. In diesem Zusammenhang würde ich mich sogar als überkritisch bezeichnen. Obwohl ich im Grunde sicherlich kein auf gut Wienerisch "Idipflreiter" bin und es auch gar nicht sein möchte.

      Es liegt also sehr vieles im Hörer selbst. Von daher bin ich eher der "kann schon passieren"-Typ, aber es muss in einen Bereich fallen, der mich nicht stört oder noch besser der mir gar nicht auffällt. Als Kind habe ich vieles einfach so hingenommen. Als Erwachsener ist dass nicht mehr so einfach. Da ist man gewöhnt alles zu hinterfragen, auch auf die Gefahr hin, dass man sich damit die Hörfreude verdirbt. Und leider bin ich in Sachen Hörspielen auch immer kritischer, vor allem bei Serien, denen ich nicht ganz so positiv gegenüber gestellt bin.
      Schönes neues Hörspieljahr 2019 :winke:
    • Gibt es eigentlich einen Threat, in dem man Fehler in Hoerspielen listen kann? Ich dachte das hatten wir schon. Mir ist noch einer aufgefallen. In "Der Angstmann" sagt eine Frau im Dezember 1944, dass ihr Mann an der Front ist. In Afrika und sie seit 2 Jahren von ihm nichts mehr gehoert hat. Fuer mich hoerte sich das so an, als wenn Deutschland noch in Afrika kaempfen wuerde. Aber das Afrika-Korps hat bereits im Mai 1943 kapituliert. Deswegen kann man wohl im Dezember 1944 davon ausgehen, dass Soldaten, die in Afrika gekaempft haben, wohl entweder gefallen oder in Gefangenschaft sind. Das hoerte sich aber nicht so an. Oder vielleicht ist das auch eine Art Verdraengung der Befuerchtung, dass ihr Mann gefallen ist. Weiss nicht. Hoerte sich aber komisch an.
    • Cherusker schrieb:

      Gibt es eigentlich einen Threat, in dem man Fehler in Hoerspielen listen kann? Ich dachte das hatten wir schon. Mir ist noch einer aufgefallen. In "Der Angstmann" sagt eine Frau im Dezember 1944, dass ihr Mann an der Front ist. In Afrika und sie seit 2 Jahren von ihm nichts mehr gehoert hat. Fuer mich hoerte sich das so an, als wenn Deutschland noch in Afrika kaempfen wuerde. Aber das Afrika-Korps hat bereits im Mai 1943 kapituliert. Deswegen kann man wohl im Dezember 1944 davon ausgehen, dass Soldaten, die in Afrika gekaempft haben, wohl entweder gefallen oder in Gefangenschaft sind. Das hoerte sich aber nicht so an. Oder vielleicht ist das auch eine Art Verdraengung der Befuerchtung, dass ihr Mann gefallen ist. Weiss nicht. Hoerte sich aber komisch an.
      ich hatte hier mal angefangen damit: Achtung - Autsch-Alarm :buerowinke:
      ' EINS UND EINS IST ZWEI - VON LONDON BIS SHANGHAI ! '
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