Info Gruselkabinett - eine Bilanz!

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    • Gruselkabinett - eine Bilanz!

      Hallo liebe Hörgruslerinnen und Hörgrusler,

      wie ich sehe, gibt es hier fleißig Ankündigungen für die neuen Folgen des Gruselkabinetts, aber tiefergehende Diskussionen finden seit einiger Zeit offenbar nicht mehr statt.

      Mich würde nun interessieren, wie Ihr aktuell zu dieser Reihe steht.

      Wie seht Ihr die Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart? Sind die neuen Folgen noch auf altem Niveau? Oder sind sie sogar besser?

      Welche Folgen sind für Euch die Highlights, an denen sich auch zukünftige Produktionen gern orientieren dürfen?
      Und welche sollten eher Beispiel dafür sein, was Ihr nicht mehr hören wollt?

      Wie bewertet Ihr den Trend, sich auch vermehrt Stoffen zuzuwenden, die auf den ersten Blick nichts mit klassischem Grusel zu tun haben - wie z.B. den Geschichten von Jules Verne?

      Ich würde mich über reichlich Feedback freuen. :D
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Wie seht Ihr die Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart? Sind die neuen Folgen noch auf altem Niveau? Oder sind sie sogar besser?
      Für mich, als sozusagen "Fan der ersten Stunde" ;) , hat die Serie eigentlich nichts von ihrem Reiz verloren.
      Im Gegenteil - das Label hat sich ja auch weiterentwickelt, also ist die Umsetzung keinesfalls qualitativ schlechter geworden.
      Natürlich sind nicht alle 100 Folgen mein Geschmack und ich persönlich hätte längst nicht jede davon überhaupt in der Reihe erscheinen lassen, aber das ist schon von Beginn an so gewesen und absolute Geschmackssache.
      Von daher gibt es für mich auch keine merkbaren Niveaueinbrüche.


      Hardenberg schrieb:

      Welche Folgen sind für Euch die Highlights, an denen sich auch zukünftige Produktionen gern orientieren dürfen?
      Ich bin mir sehr sicher, dass wir vor nicht allzu langer Zeit einen Thread hier hatten, in dem genau nach diesen Lieblings-GK-Folgen gefragt wurde, finde ihn aber dummerweise nicht mehr. :gruebel:
      Meine Favoriten kann ich aber gern auch hier nochmal nennen, denn die haben sich seitdem nicht nennenswert geändert ;) :

      Die Bilder der Ahnen (23)
      Carmilla, der Vampir (1)
      Der Freischütz (15)
      Der Werwolf (20)
      Der Leichendieb (27)
      Tauben aus der Hölle (52)
      Madame Mandilip und ihre Puppen (96/97)


      Hardenberg schrieb:

      Und welche sollten eher Beispiel dafür sein, was Ihr nicht mehr hören wollt?
      Mein persönliches Negativ-Beispiel ist nach wie vor Northanger Abbey (40/41), da fand ich das Thema komplett verfehlt, wie man es auch dreht und wendet. :schulter:
      Solche Stoffe brauche ich definitiv nicht mehr.

      Es gab schon häufiger Stories, die ich lediglich einmal gehört habe, und das hat mir dann schon genügt ;) , so z.B. Verhext (47), Die Squaw (48), oder Heimgekehrt (89), um jetzt mal nur drei zu nennen, aber die mochte ich einfach inhaltlich nicht, "Grusel-Elemente" hatten die schon.

      Hardenberg schrieb:

      Wie bewertet Ihr den Trend, sich auch vermehrt Stoffen zuzuwenden, die auf den ersten Blick nichts mit klassischem Grusel zu tun haben - wie z.B. den Geschichten von Jules Verne?
      Das sehe ich ein bisschen zwiegespalten.
      Einerseits bin ich mir relativ sicher, dass Titania die Umsetzungen schön atmosphärisch hinbekommen wird, aber andererseits sind das für mich nicht gerade Geschichten mit sehr viel Grusel- oder Schauer(romantik)-Potential. ;)
      Okay, die Riesenkrake bei 20.000 Meilen unter dem Meer ist natürlich schon ziemlich erschreckend. =)
      Aber man sollte nicht zu viel unter den Oberbegriff "Gruselkabinett" packen, finde ich.
      Darüber haben wir auch im Thread zu dem Hörspiel schon mal kurz gesprochen.
      Naja, abwarten. :)
    • @Agatha

      Interessant. Von Deinen sieben Favoriten stammen fünf aus dem ersten Folgendrittel der Reihe, nur einer aus dem zweiten und einer aus dem letzten. Lässt sich daraus etwas ableiten?

      Ich bin auch ein "Fan" der ersten Stunde. (Eigentlich bin ich kein Freund dieses Wortes, aber in Bezug auf das Gruselkabinett benutze ich es gern.) Allerdings muss ich gestehen, dass mich seit einiger Zeit die Folgen nicht mehr so mitreißen wie früher. Das geht schon eine ganze Weile so, aber seit den 90'er-Folgen ist es besonders arg für mich. Da konnte mich keine Folge mehr so richtig mitreißen oder gar umhauen. Ich finde auch, dass es den Skripten oft an Dynamik und Pointiertheit fehlt, die Handlung ist übermäßig dialog- oder sogar smalltalklastig und alles schleppt sich mühsam voran.
      Besonders ist mir das vor kurzem bei Der Mönch aufgefallen, einem Hörspiel, mit dem ich mich schon bei seinem Erscheinen schwer tat. Schon der Anfang ist entsetzlich schwerfällig. Über endlos lange Minuten wird in einem nicht enden wollenden Schwall der Hintergrund aller relevanten Personen heruntergebetet, anstatt all dies in einer echten Spielhandlung zu transportieren. Das Ergebnis ist dann leider sehr zäh.

      Aber was liebe ich die echten Highlights dieser Serie! Für mich gehören dazu unter anderem Die Familie des Vampirs, Der Freischütz, Der Ring des Thot, Rappaccinis Tochter und vor allem auch Der Glöckner von Notre-Dame.

      Richtig mau und dröge finde ich vor allem Markheim und, wie auch Du, Verhext und Heimgekehrt, was nicht nur mit der Handlung, sondern auch mit der zu dialoglastigen und handlungsarmen Inszenierung zusammenhängt. Auch mit dem Gespenst von Canterville konnte ich mich nie anfreunden.

      Ich freue mich allerdings schon sehr auf die kommende Saison. Gerade Der Kapitän der Pole Star hat es mir irgendwie angetan. Ich hoffe, die Reihe findet mit den neuen Folgen zu alter Stärke zurück.

      Dass das Spektrum der Schauerroman- und Gruselvorlagen um weitere Klassiker aus der Spannungsliteratur ergänzt wird, finde ich übrigens zunächst einmal sehr gut. So wird es nicht langweilig. Und Der Glöckner von Notre-Dame ist für mich zum Beispiel ein echtes Highlight.

      Bei Vorlagen wie diesen lässt sich natürlich auch aus dem Vollen schöpfen. Ich finde es sowieso besser, wenn als Vorlage nicht Kurzgeschichten, sondern echte Romane dienen. Da ist das Risiko geringer, dass die Geschichten mühsam mit überflüssigem Smalltalk gestreckt werden müssen. Auf Jules Verne freue ich mich auch schon sehr. Auch wenn ich heute schon weiß, ich werde mich wohl nicht großartig gruseln. Aber wenn es mich zu fesseln weiß, soll mir das genügen.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Allerdings muss ich gestehen, dass mich seit einiger Zeit die Folgen nicht mehr so mitreißen wie früher. Das geht schon eine ganze Weile so, aber seit den 90'er-Folgen ist es besonders arg für mich. Da konnte mich keine Folge mehr so richtig mitreißen oder gar umhauen. Ich finde auch, dass es den Skripten oft an Dynamik und Pointiertheit fehlt, die Handlung ist übermäßig dialog- oder sogar smalltalklastig und alles schleppt sich mühsam voran.
      Hm, bei über hundert Folgen kann halt nun mal auch nicht jede ganz nach dem eigenen Geschmack sein und einen vom Hocker reißen. Finde ich zumindest. =)
      Zweimal eine weiße Wölfin hätte ich z.B. absolut nicht gebraucht. :pfeifen:
      Vielleicht sind auch einfach viele der richtig guten Stories mittlerweile verhörspielt, und es bleiben nur noch die mäßigeren. :schulter:
      Oder es werden halt vermehrt die ausgesucht, die Dir (und des öfteren auch mir) nicht so zusagen.
      Ich kann für mich nicht feststellen, dass es ausgerechnet seit den 90ern mit der Dynamik abwärts geht oder mehr Dialoge als vorher zu finden sind.
      Solche Folgen gab es schon immer, ich sage halt nur Northanger Abbey. :pinch:
      Und die "Puppen" liegen bei 96/97, gehören aber zu meinen besonderen Lieblingen.
      Smalltalk haben die Titania-Produktionen doch fast generell recht viel, da gibt es auch unter den Holmes-Folgen etliche Beispiele für.
      Man muss das mögen, Crashboom und zackzack, hopphopp durch die Handlung ist da nicht.
      Mir wird es manchmal auch ein bisschen viel, und ja, der "Mönch" ist ziemlich furchtbar. :panic: =)
      Aber der hat auch seine Fans ;) - und in diesem Fall ist schon das Buch eine arge Laberschwarte, die haben Gruppe und Bosenius schon enorm "entkernt" ;)

      Hardenberg schrieb:

      Interessant. Von Deinen sieben Favoriten stammen fünf aus dem ersten Folgendrittel der Reihe, nur einer aus dem zweiten und einer aus dem letzten. Lässt sich daraus etwas ableiten?
      Nein, das ist wohl eher deshalb, weil ich die Älteren länger kenne, mir gerade diese Stoffe sehr gut gefallen bzw, ich mit dem Hören vielfach auch schöne Erinnerungen verbinde.
      Für mich gibt es da eigentlich keine Tendenz hinsichtlich neuer = generell weniger gut.
      Denn ich mochte auch nicht alle unter den ersten.
    • Ich bin auch schon sehr lange ein großer Anhänger des Gruselkabinetts, habe aber zugegebenermaßen immer noch nicht alle Folgen. Die früheren Folgen fand ich größtenteils sehr, sehr stark. Zwischendrin verortete ich für mich einen kleinen Qualitätsabfall, wo die Folgen dann nur noch "gut" oder sogar nur "okay" waren, aber aus diesem kleinen Tief haben sich die Herren Bosenius und Gruppe meiner Meinung nach wieder herausgearbeitet.

      Alles steht und fällt natürlich mit der Vorlage. Einige Geschichten hätte ich jetzt auch nicht unbedingt ins Gruselkabinett gepackt, da sie wenig schauerlich sind. Was natürlich alle Hörspiele gemeinsam haben, ist, dass sie sehr gut gemacht sind. Alleine aus diesem Grund fällt es mir schwer, ein wirklich schlechten Eintrag in der Reihe zu nennen (Na gut, eins habe ich da wohl doch ;) ). Allerdings gibt es einige für mich schwächere Hörspiele, die ich auch gleich noch mitlisten werde.

      Um zu meinem Anfang und zu 'Hardenberg's These zurückzukommen: Die Hörspiele ab 90 finde ich auf keinen Fall schlecht oder schlechter als die vorhergehenden Titel, denn auch dort gibt es einige sehr schöne Einträge. Auch hier verweise ich mal auf meine folgende Auflistung ;) .

      Was den Smalltalk angeht: Bei Holmes ist das etwas arger, wenn man es denn so nennen will. Denn die Titania-Macher halten sich da sehr an die Vorlagen und machen eben größtenteils Wohnzimmerfälle daraus. Im Gruselkabinett gibt es zwar auch Beiträge, die fast nur über das Erzählen kommen (Die 64 - Der schreiende Schädel kommt mir da in den Sinn.), aber diese sind für meine Begriffe in der Minderheit, obwohl hier und da natürlich auch recht viel monologisiert wird. Teilweise auf Grund der Vorlage, teilweise um Dinge der Vorlage zusammenzufassen, teilweise weil es sich halt einfach nicht großartig anders umsetzen lässt.

      Jetzt starte ich mal mein "Listical". Bitte beachtet, dass mir eben noch die eine oder andere Folge fehlt, die es dann möglicherweise doch nach oben oder unten geschafft hätte.

      Meine Lieblingsfolgen (chronologisch, nicht von der Wertigkeit; außerdem können durchaus Wechsel zwischen dieser und der nächsten Kategorie stattfinden):

      ~ 1 - Carmilla, der Vampir (Hier mag ich die Vorlage einfach gern. Die überaus gute, gruselige Vertonung tut da ihr übriges. Ein Hörspiel, dass ich jedes Jahr gerne im Herbst höre.)

      ~ 3 - Die Familie des Vampirs (Hier gilt fast das gleiche wie für die 1. Zumal ich hier jedes Mal die teils wirklich schauerlichen Bilder des grandiosen Bava-Films im Kopf habe *brrr* :sinclair: .)

      ~ 6 - Das verfluchte Haus (Mein erstes GK-Hörspiel. Hammergut umgesetzt und immer noch für den einen oder anderen Schauer gut. Der Vorteil ist, dass sich Gruppe etwas von der Vorlage gelöst hat und die Angelegenheit ernster angeht.)

      ~ 23 - Die Bilder der Ahnen (Ich mag das Gespensterbuch von Apel und Laun sehr. DBdA ist einer meiner GK-Lieblinge, weil mich die Geschichte wirklich in eine längst vergessene [bessere?] Zeit entführen kann. Zudem tief schwarzromantisch.]

      ~ 44/45 - Berge des Wahnsinns (Auch, wenn die Vorlage abgeändert wurde: Für mich eine der besten GK-Lovecraft-Vertonungen. Super Schauspieler und gerade der zweite Teil liefert eine Menge Unheimliches.)

      ~ 78 - Das Ding auf der Schwelle (Für mich die Nr. 1 der GK-Lovecrafts. Helmut Winkelmann spielt super und die Geschichte ist von Anfang bis Ende schleichend gruselig, wobei sich dieser Faktor im Verlauf steigert. Übrigens DAS GK-Hörspiel, dass Frau und Tochter gleichermaßen gepackt hat.)

      ~ 96/97 - Madame Mandilips Puppen (Puppen sind merkwürdig. Eigentlich mag ich sie ja, hatte aber in jungen Jahren immer mal etwas Hosenflattern dabei. Dieses Hörspiel ist etwas anders als das Gros der GKs und hat vor allem eine tolle, teuflische Doris Gallart.)

      ~ 98 - Der Schimmelreiter (Nicht gerade GK-Stoff, aber diese Tragik über die gesamte Geschichte ist ganz groß. Für mich "die wahre" Nr. 100.)

      ~ 102 - Mrs. Amworth (Nicht ganz alltägliche Vampirgeschichte mit einem tollen Rentnerduo, bei dem Duxi heraussticht. Zudem mindestens ein sehr unheimlicher Moment, als Emmet Foster von Mrs. Amworths nächtlichem Besuch berichtet. Find' ich echt schnuffig, das Ding!)


      Dann gibt es noch einige Folgen, die ich knapp darunter anordnen würde. Also nicht ganz oben bei den Glanzlichtern, aber trotzdem habe ich sie sehr gern:


      ~ 7 - Die Totenbraut (Die Rahmenhandlung gefiel mir etwas besser als die Erzählung des Marchese. Vor allem Janina Sachau sticht hier wieder heraus. Ganz tolle Momente sind das Muttermal und die Exhumierung!)

      ~ 11 - Der Untergang des Hauses Usher (Eine der besten Poe-Geschichten wird hier wirklich toll und dicht, der Vorlage angemessen dezent, umgesetzt. Ich würde das Hörspiel z. B. dem Corman-Film vorziehen.)

      ~ 16-19 - Dracula (Muss man nicht viel zu sagen. Das Buch habe ich zum ersten Mal als Jugendlicher gelesen und das Hörspiel ist eine sehr überzeugende Umsetzung - viel besser als die Verfilmungen.)

      ~ 27 - Der Leichendieb (Tolle Umsetzung mit einem grandiosen Höhepunkt [Grays Lachen :arg3: !].)

      ~ 35 - Das Schloss des weißen Lindwurms (Eine der besten weiteren Stoker-Geschichten. Auch, wenn ich die ganze Zeit an den Russel-Film denken muss: Toll aufgelegte Leute und überaus unterhaltsam.)

      ~ 58 - Pickmans Modell (Nanu - wieder ein Lovecraft. Zwar ist die Pointe schon früh vorhersehbar, aber die Atmosphäre ist wirklich gelungen.)

      ~ 79 - Lodoiska (Eine etwas andere, mir bis dato unbekannte Vampirgeschichte, in der besonders Märchenbraut Jana Nagyova überzeugen kann.)

      ~ 87 - Alraune (Auch Skandalautor H.H. Ewers darf noch einmal ran. Das Hörspiel spaltete die Hörerschaft ja sehr, aber ich fand's toll! Die Welt ist hier echt total verkommen...)

      ~ 94 - Tobias Guanerius (Auch hier mag ich die Geschichte sehr. Die Umsetzung entspricht fast 1:1 der Vorlage und ist sehr überzeugend. Vor allem die Beerdigung und Guanerius' Aufspielen bleibt mir in Erinnerung.)


      Einige Folgen, die mir nicht so gefielen, gibt's natürlich auch. Hier habe ich die aufgeführt, die für mich knapp überhalb von ganz unten (im GK-Sinne, siehe Erläuterungen oben) sind:


      ~ 20 - Der Werwolf (Leider erschreckend unoriginell. Manchmal musste ich mich schon ein wenig über die Laufzeit zwingen.)

      ~ 28/29 - Der Glöckner von Notre Dame (Ist natürlich großes Drama und hat auch seine Momente. Allerdings fand ich's auch technisch teilweise erschreckend, weil als Menge ständig (!) dieselben Stimmen zu hören sind, aus der Gisela Fritsch natürlich heraussticht. Hat mich sogar beim Hören etwas geärgert. Schade.)

      ~ 84/85 - Die Katze und der Kanarienvogel (Die filmischen Umsetzungen sind spritziger. Den Auftakt bis zum ersten Höhepunkt des Stücks [Anwalt Crosby *hüstel*] mag ich sogar ganz gern, aber irgendwie zieht sich das schon mächtig bis zum Ende, auch wenn Jürgen Thormanns Auftritt mir gefällt.)

      ~ 99 - Die Toten sind unersättlich (Hat gute Momente, aber irgendwie war's am Ende eher mhm. Antje von der Ahe ist aber toll :domina: .)

      ~ 100 - Träume im Hexenhaus (Hm. Ich hatte mir viel, viel mehr vom Hörspiel erhofft. Die Hexe und die Ratte nerven ziemlich. Da ziehe ich die moderne Masters of Horror-Episode von Gordon vor.)


      Und hier die, die für mich wirklich die Schlusslichter bilden:


      ~ 53 - Die Herrenlose (Eine Belanglosigkeit, bei der auch der Höhepunkt einigermaßen misslungen ist. Nee. Muss ich nicht unbedingt noch einmal hören. Für mich wohl der schlechteste GK-Eintrag, obwohl mich Almut Eggers kurzer Auftritt erfreute.)

      ~ 72 - Markheim (Aus einer viel zu kurzen Geschichte ein viel zu langes Hörspiel gemacht. Vor allem weiß man ja schon nach wenigen Sekunden, wie die Geschichte enden wird.)

      ~ 73 - Das Grauen im Blue-John-Stollen (Dr. Hardcastle läuft die ganze Zeit in einem Bergwerk umher und redet. Ende.)

      ~ 76 - Das Teufelsloch (Nicht alle Stoker-Geschichten sind gut [Die 43 ist hier allerdings besser als bei Maritim.]. Das hier ist ein [Beziehungs-]Drama, mehr nicht. Möglicherweise der für mich unverständlichste GK-Eintrag, noch vor Northanger Abbey.)

      ~ 82 - Der Zombie (Der Auftakt ist noch recht gelungen, die zweite Geschichte läuft allerdings erschreckend uninspiriert vor sich hin.)

      Generell sind die Gruselkabinett-Hörspiele mindestens gut anzuhören. Das gilt auch für die Schwächephase, die ich persönlich im 60er-/ 70er-Folgenbereich einordnen würde. Die häufig genannten "Problemfolgen" wie z. B. Das Gespenst von Canterville (Mag ich echt gern. Wer die Vorlage kennt, weiß ja, was einen erwartet.) oder Northanger Abbey (Klar, Jane Austen. Wer da Grusel erwartet, weiß nicht, was die Autorin so schreibt. Die Szenen in Tilneys alter Abtei finde ich dabei auch recht atmosphärisch.) finde ich gar nicht verkehrt.

      Es ist immer noch so, dass ich mich über jede neue Folge freue und in der Regel nicht enttäuscht werde. Natürlich kann man über die Vorlagenauswahl streiten, aber die Reihe wird bestimmt noch länger laufen - wer weiß, was da noch so passiert? Eine meiner Lieblingsgeschichten, die auch total reinpassen würde, machen wir ja selbst - passt schon :biggrin: .
    • @Agatha
      Mir ging es jetzt weniger um eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern um eine Betrachtung des Handwerklichen, wenn man so will. Die überlangen Expositionen gehen oft zulasten der Dynamik der Geschichten, wie ich finde. Die manchmal viel zu breit ausgewalzten Dialoge hemmen den Lauf der Handlung und gehen so auf Kosten eines echten und kontinuierlichen Spannungsaufbaus. Das geht für mich über das reine Geschmacksempfinden hinaus. Es ist ein handwerklicher Fehler, so weit würde ich gehen. Aber das ist meine Sichtweise.

      Natürlich hat Marc Gruppe die Neigung zu ausufernden Dialogen schon immer gezeigt. Ich unterstelle da eine Leidenschaft fürs gesprochene Wort, doch manchmal täte es den Skripten, meiner Meinung nach, gut, wenn noch mal eine unabhängiger Fachmann, vielleicht ein Lektor drüberschauen würde.

      Nehmen wir Berge des Wahnsinns. Da ist der ganze erste Teil im Grunde Exposition. Das hätte man radikal zusammenkürzen können, vielleicht sogar müssen. Dass dieser erste Teil überhaupt funktioniert, hängt damit zusammen, dass ein Gegensatz zwischen den beiden Protagonisten geschaffen wurde, den es so, meiner Erinnerung nach, in der Vorlage nicht gab: die beständige Konfrontation zwischen Leni Lake und Professor Dyer, die wirklich amüsant und hörbar ist, weil Reiner Schöne und Bettina Weiß einen so guten Job machen.

      In anderen Folgen wird auf die gleiche Weise verfahren. Allerdings nicht immer mit ebenso glücklichem Händchen.

      Auch die Verschränkung von Handlungsebenen finde ich nicht immer gut umgesetzt. Oft werden Elemente nicht in Szene gesetzt, sondern lang und breit erzählt, was manchen Folgen beinahe den Charakter vor Hörbüchern gibt oder halbgar inszenierten Lesungen.

      Dass manche Geschichten mich inhaltlich kalt lassen, steht auf einem anderen Blatt. Das ist so, würde ich aber nie als echte Kritik äußern. Das Gruselkabinett ist halt eine Wundertüte, in der mehr drin ist, als der erste Anschein denken lässt. Dass da manchmal auch etwas dabei ist, was einen kalt lässt - geschenkt. Ich habe es zum Beispiel nicht so mit diesen Geistergeschichten, die finde ich (inhaltlich) fast durchweg langweilig.
      Aber die Frage, ob etwas langweilt, weil es nicht dem persönlichen Geschmacksempfinden entspricht, und die Frage, ob etwas langweilt, weil es handwerklich suboptimal umgesetzt wurde, sind ja zwei unterschiedliche Paar Schuhe. (Bei denen aber dennoch auch die Ansichten auseinandergehen können.)

      Das Buch Das Haus mit den sieben Giebeln habe ich übrigens mit großem Genuss gelesen. Die Hörspielumsetzung finde ich dagegen eher misslungen. (Ähnliches gilt für den Schimmelreiter.)
      Dagegen finde ich die Umsetzung der Kurzgeschichte Rappaccinis Tochter, vom selben Autoren, äußerst gelungen, auch wenn die Figuren in der Vorlage abgründiger dargestellt sind, was auch für das Hörspiel ein interessanter Ansatz gewesen wäre.

      Aber mal etwas anderes, an Dich als Kennerin dieser Reihe: Was hältst Du eigentlich von Alraune?
      Für mich hat dieses Hörspiel eine absolute Sonderstellung in der Reihe, vor allem natürlich inhaltlich. Ich bin selten mit einer so abgründig-schrägen Geschichte voll widerwärtiger, ja perverser Gestalten konfrontiert worden. (Und das sage ich als durchaus abgeklärter American Psycho-Leser.)
      Handwerklich krankt das Hörspiel an gar nichts, die Sprecher sind hervorragend - und dennoch scheue ich mich, es ein im klassischen Sinne großartiges Hörspiel zu nennen. Ein Grausen ob der Handlung hält mich davon ab... vielleicht hängt es damit zusammen, dass mich vieles an der Geschichte an meine Lektüre eines Buches vom Marquis des Sade erinnerte, das ich mir mal vornahm, um meine Allgemeinbildung zu bereichern - und das ich dann recht schnell abbrechen musste, weil es selbst mir recht hartgesottenem Leser sehr schnell viel zu viel wurde. :arg4:
      >> Kritik ist Liebe. <<

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hardenberg ()

    • Hardenberg schrieb:

      Wie seht Ihr die Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart? Sind die neuen Folgen noch auf altem Niveau? Oder sind sie sogar besser?
      Also ich bin ebenfalls "Fan" ;) der ersten Stunde und von Anfang an dabei. :zustimm: Anfangs hatten die ersten Folgen ja noch diese schwarzen Cover, die ich dann aber später gegen die "neuen" ausgetauscht habe. Allein hier ist eine Steigerung zu erkennen. Was die Produktionen an sich betrifft, so sehe ich da durchaus eine Entwicklung. Die Geräuschkulisse wurde nach und nach immer opulenter und auch die musikalische Untermalung fällt inzwischen deutlich üppiger aus. Das inzwischen erreichte Niveau wird eigentlich konstant beibehalten.


      Hardenberg schrieb:

      Welche Folgen sind für Euch die Highlights, an denen sich auch zukünftige Produktionen gern orientieren dürfen?
      Naja, gerade diese und die nächste Frage sind natürlich eine rein subjektive Geschmackssache. Es fällt mir auch entsprechend schwer, diese zu beantworten. :gruebel:
      Im Moment sind es (ohne Rangreiehenfolge):
      03 - Die Familie des Vampirs
      20 - Der Werwolf
      34 - Die obere Koje
      39 - Der Tempel
      48 - Die Squaw
      52 - Die Tauben aus der Hölle
      69 - Stimme in der Nacht
      98 - Der Schimmelreiter
      104 - Allerseelen
      Ich muss aber gesthen, das diese Highlights für mich untrennbar mit der Geschichte selbst verbunden sind. Will heissen: Mit der Nennung will ich sie, was die Produktion angeht, nicht unbedingt als Vorbild verstanden wissen.


      Hardenberg schrieb:

      Und welche sollten eher Beispiel dafür sein, was Ihr nicht mehr hören wollt?
      Tja, also echt "Ausfälle" gibt es in der Serie für mich eigentlich nicht. :schulter: Handwerklich finde ich die alle in Ordnung und wenn mir eine Folge mal nicht gefällt, dann liegt das eher an der literarischen Vorlage, oder an deren inhaltliche Bearbeitung, wie zB. Pickmanns Modell.


      Hardenberg schrieb:

      Wie bewertet Ihr den Trend, sich auch vermehrt Stoffen zuzuwenden, die auf den ersten Blick nichts mit klassischem Grusel zu tun haben - wie z.B. den Geschichten von Jules Verne?
      So sehr ich mich auch schon auf die Adaptionen von Titania freue, so unglücklich finde ich es, diese innerhalb der Reihe Gruselkabinett zu vermarkten. Ich fände es sehr viel schöner, wenn Titania analag zu ihrer Titanta Special Reihe eine neue Reihe "Klassische SF Geschichten" oder so ähnlich starten würde. Denn Verne & Wells haben meiner Meinung nach mehr mit Science Fiction zu tun als mit Grusel.
    • Hardenberg schrieb:

      Was hältst Du eigentlich von Alraune?
      Hm, fand ich nicht schlecht, eine ziemlich krasse, ungewöhnliche Handlung halt, aber ich bin, was Perversionen dieser eher weit hergeholten, übertriebenen Art angeht, nicht leicht zu erschüttern.
      Man "züchtet" auf sehr unappetitliche Art und Weise ein neues Lebewesen, das besonders verderbt sein soll, die Zeugung klappt auch problemlos (sicher doch :lach2: ), das Kind entwickelt sich noch programmgemäßer als erwartet und zieht alle anderen, ob sie nun gut oder böse waren, mit ins Verderben. Tja. :schulter:

      Hardenberg schrieb:

      Handwerklich krankt das Hörspiel an gar nichts, die Sprecher sind hervorragend - und dennoch scheue ich mich, es ein im klassischen Sinne großartiges Hörspiel zu nennen. Ein Grausen ob der Handlung hält mich davon ab...
      Grausen?
      Nein, mich hat es da nicht gegraust.
      Wie gesagt, es ist mir alles zu weit hergeholt und zu unglaubwürdig, eine ziemlich heftige Geschichte, zugegeben, aber grausen tut mich da vor ganz anderen Dingen.
      Hier konnte ich mich mit keinem der Charaktere identifizieren, es blieb ein reines "Betrachten" von außen.
      Lediglich "Wölfchen" tat mir leid, er hat sein übles Schicksal absolut nicht verdient.
      Alraune selbst ist für mich ein Zwischen-Wesen, das ich nicht mit normalen "menschlichen" Maßstäben messen kann, deshalb empfand ich auch ihr Schicksal als wenig erschütternd.
      Das habe ich damals aber, glaube ich, auch nach dem Hören des HSPs schon im dazugehörigen Thread geschrieben.
    • @Agatha

      Wenn ich es jetzt so nüchtern beschrieben von Dir lese, finde ich eigentlich auch nichts mehr dabei, aber ich glaube, vor allem die Szene mit dem Geheimrat, der sich an das kleine Mädchen ranmachte, hat in mir ziemlichen Ekel ausgelöst. Mutig, das auch so ins Hörspiel zu übernehmen. Aber wie gesagt: Das alles weckt bei mir Assoziationen zum Marquis. Ich bin da wohl damals zu blauäugig rangegangen und wusste nicht, was mich da erwartet. Bei bestimmten Unarten, vor allem wenn sie Kinder miteinschließen, bin ich offenbar nur begrenzt belastbar...

      Aber davon abgesehen: Ich habe heute bei der abendlichen Kochlöffel-Jonglage mal wieder Das Ding auf der Schwelle gehört, und mir ist aufgefallen, dass es ein sehr schönes Beispiel dafür ist, was ich meine, wenn ich schreibe, dass mich das Handwerkliche mitunter enttäuscht oder stört.
      Ohne Frage hat diese Folge einen sehr starken Auftakt. Danach jedoch verflacht die Inszenierung zusehends. Weil nichts geschieht? Mitnichten. Sondern weil alles, was geschieht, in Endlos-Dialogen mühsam erzählt wird. Aber keine der aufregenden, mysteriösen oder gruseligen Dinge wird mit den Mitteln des Hörspiels, also in allererster Linie auch szenisch, umgesetzt, sondern eher nach Art einer Lesung mit mehreren Sprechern. Die erste Begegnung mit der seltsamen Frau, ihre hypnotische Ausstrahlung, die nach und nach erfolgende Kaperung ihres Mannes, dazu die Ereignisse in Innsmouth, der grauenhaft Plan des alten Mannes, dem eigenen Tod zu entgehen, die Untat, die er an dem Kind begeht - all das hätte so viel Potential für spannende, gruselige, für mitreißende Szenen gegeben. Tatsächlich aber wird alles nur, vermutlich der Vorlage folgend, durch den Erzähler berichtet. Was jedoch in einem Buch funktioniert, muss im Hörspiel nicht funktionieren. Für mich funktioniert es hier nicht. Klar, die grundsätzlich interessante Handlung blitzt auch unter der etwas zähen Darbietung auf, am Ende bleibe ich aber doch eher enttäuscht zurück. Schade. Da wäre mehr drin gewesen. Vielleicht hätte da sogar sehr viel mehr drin sein müssen.

      Ich sehe das aber auch so eng, weil für mich das Wort "Hörspiel" ein Versprechen ist, von dem ich ein Stückweit erwarte, dass es auch gehalten wird. Szenische Lesungen mag ich in den seltensten Fällen, Hörbücher gar nicht. Es ist das Hörspiel, dem meine Liebe gilt.

      Ich habe schon mal darüber nachgedacht, ob der hohe Folgenausstoß nicht am Ende mehr Fluch als Segen ist bei dieser Reihe. Bei dem, was Titania im Jahr hervorbringt, dürfte klar sein, dass der Zeitrahmen, der für jede einzelne Umsetzung zur Verfügung steht, äußerst begrenzt ist. Das lädt vermutlich dazu ein, sehr nah an der Vorlage zu bleiben. Und wenn die halt nicht viel Szenisches zu bieten hat, ist das beim Hörspiel auch nicht der Fall.
      Ich würde mir da jedoch eine stärkere Umsetzung im Wortsinne wünschen, einen Transfer des Geists der Geschichte vom Medium Buch aufs Medium Hörspiel mit einem dynamischen Wechsel zwischen mitreißender Spielhandlung und pointierten Dialogen. Da stimmt mir bei mancher Folge die Gewichtung einfach nicht (mehr), und ich habe auch den Eindruck, dass sich das über die Jahre ein wenig verschärft hat.

      Ansonsten freue ich mich über die Beteiligung in diesem Thread. Ich werde sicher zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas aus den anderen Beiträgen aufgreifen. Für den Moment habe ich jedoch genügend Zeilen für diesen Thread fabriziert, denke ich. :zwinker:
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Bei bestimmten Unarten, vor allem wenn sie Kinder miteinschließen, bin ich offenbar nur begrenzt belastbar...
      Ja, so etwas kann ich auch nicht gut ab. :motz2:
      Allerdings hat man Gewalt gegen Kinder ja in mehreren Titania-Folgen, ich sagen nur "Das verfluchte Haus", "Verlorene Herzen" oder "Träume im Hexenhaus" - und da überleben die armen Dinger dann nicht mal. :heul:

      Hardenberg schrieb:

      Ich würde mir da jedoch eine stärkere Umsetzung im Wortsinne wünschen, einen Transfer des Geists der Geschichte vom Medium Buch aufs Medium Hörspiel mit einem dynamischen Wechsel zwischen mitreißender Spielhandlung und pointierten Dialogen.
      Das wäre natürlich immer der Idealfall, so die Vorlage es hergibt.
      Aber wenn die schon keine mitreißende Handlung oder pointierte Dialoge enthält...tja, dann wird es schwierig.
      Möglicherweise ist der doch recht hohe Output/ Jahr die Ursache dafür, eben auch Stoffe zu nehmen, die weniger geeignet sind.
      Zu Anfang konnte man richtig aus dem Vollen schöpfen, das wird zunehmend schwieriger.
      Obwohl immer noch so einiges da sein dürfte. =)
      Also wohl doch nur reine Auswahl-Geschmackssache der Produzenten, die sich nicht immer so ganz mit den Hörerwünschen deckt. :schulter:
    • Hallo zusammen,

      ich bin auch ein ganz großer Fan der Grukas. Allerdings muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Serie mit zunehmender Folgenzahl an Stärke abgenommen haben und immer häufiger der Name nicht mehr Programm ist und/oder einfach nur langweilig vor sich hinplätschern.
      Das sollte man auch an meinen absoluten Favoriten sehen, die mit zwei, drei Ausnahmen aus der ersten Erscheinungshälfte stammen:

      01. Gruselkabinett - 001 - Carmilla, der Vampir
      02. Gruselkabinett - 003 - Die Familie des Vampirs
      03. Gruselkabinett - 006 - Das verfluchte Haus
      04. Gruselkabinett - 027 - Der Leichendieb
      05. Gruselkabinett - 039 - Der Tempel
      06. Gruselkabinett - 042 - Der Sandmann
      07. Gruselkabinett - 044/045 - Berge des Wahnsinns
      09. Gruselkabinett - 061 - Der Ring des Thot
      10. Gruselkabinett - 062 - Rappaccinis Tochter
      11. Gruselkabinett - 064 - Der schreiende Schädel
      12. Gruselkabinett - 066/067 - Der Schatten über Innsmouth

      Sprichwörtlich die Ko... kommt mir hoch wenn ich so Folgen wie...

      1. Dorian
      2. Northanger Abbey
      3. Mönch

      ...hören muss.

      Aber alles in allem, bin ich zufrieden mit der Serie und freue mich, dass konstant und ausgeworfen wird und man dies scheinbar noch eine Weile machen wird.
    • @Agatha

      Klar, wenn's die Handlung gar nicht hergibt, kann auch der beste Bearbeiter nichts machen - es sei denn, er schreibt was ganz Neues. Aber oft (wie beim Ding auf der Schwelle) ist in der Handlung viel Spannendes angelegt, aber es wird nichts draus gemacht. Ich vermute, aus Zeitmangel: anstatt die Geschichte hörspielgerecht umzuarbeiten und die einzelnen Elemente szenisch aufzubereiten, folgt man dem rein erzählerischen Duktus der Vorlagen. Das mag als Buch funktionieren, ist als Hörspiel aber oft, wenigstens für mich, unbefriedigend.

      @Securitate

      Willkommen im Club der Gruselkabinett-Liebhaber. :winke:

      Du scheinst es ja ganz ähnlich zu sehen wie ich. Das Dahinplätschern ist genau das, was ich auch mit dem mitunter viel zu ausufernden Smalltalk meine. Ich habe da manches Mal den Eindruck gehabt, dass die Vorlage eine Kurzgeschichte war, die nicht genug Stoff für sechzig Minuten bot, weshalb man dann die Handlung hin und wieder mit fünf Minuten Smalltalk streckt, damit es nicht so auffällt.

      - Geben Sie mir doch den Mantel.
      - Danke, sehr freundlich.
      - Nehmen Sie Platz.
      - Hier?
      - Nein, vielleicht besser dort drüben am Fenster.
      - O ja, sehr behaglich, der Sessel.
      - Möchten Sie vielleicht einen Cognac?
      - Danke, es noch ein wenig zu früh für mich.
      - Dann Tee vielleicht?
      - Mit zwei Stück Zucker.
      usw.

      Früher hatte man auch mal den Mut, ein Hörspiel nach vierzig Minuten enden zu lassen. Heute müssen es immer sechzig, siebzig Minuten sein, sonst hat so mancher Käufer das Gefühl, zu wenig für sein Geld bekommen zu haben. Masse statt Klasse. Ich halte das für fatal.

      Aber das alles sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gruselkabinett die große und famose Konstante am kommerziellen Erwachsenen-Hörspiel-Himmel ist. Meine Vorfreude ist vielleicht nicht mehr so ungetrübt und grenzenlos wie vor ein paar Jahren, aber dennoch ungebrochen.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Hardenberg schrieb:

      Früher hatte man auch mal den Mut, ein Hörspiel nach vierzig Minuten enden zu lassen. Heute müssen es immer sechzig, siebzig Minuten sein, sonst hat so mancher Käufer das Gefühl, zu wenig für sein Geld bekommen zu haben. Masse statt Klasse. Ich halte das für fatal.
      Ja, das ist ein hier auch schon häufiger diskutiertes Problem. :zustimm:
      So nach dem Motto: Wir bieten "richtig viel" fürs Geld, weil sonst womöglich der eine oder andere Hörer mäkelt. :pinch:
      Ich gehöre definitiv zu denen, die es lieber kürzer, aber dafür mit schönem Spannungsbogen haben, der nicht alle 5 Minuten durchhängt. :wart:
      Aber dieses Ausstopfen ist halt, wie schon gesagt, bei den "Sherlock Holmes"-Geschichten von Titania noch stärker der Fall.
      Da werden viele Worte um Nichtigkeiten gemacht, auch kleine Aktionen ausführlich beschrieben, man streitet mit Mrs. Hudson, deren Figur überproportional viel Raum bekommt :augenroll: herum etc.pp..
      Allerdings war das auch bereits bei den Holmes-Geschichten von Maritim z.T. stark der Fall, wo kurze Fälle auf über eine h Handlungszeit aufgeblasen wurden.
      Liegt halt sehr viel daran, wie gern der Autor herumfabuliert. ;)
      Noch negativere Beispiele gibt es da ja z.B. bei Emile Poiret, Mimi Rutherfurt oder auch Pater Brown.
      Gut, aber die sind hier off topic.
      Wollte nur nochmal erinnern, dass das Phänomen mittlerweile recht verbreitet ist.
    • Ich möchte hier "Northanger Abbey" verteidigen, und erklären, wieso dieses Hörspiel in meinen Augen rein formal durchaus seinen Platz in der GK-Reihe hat, wenn auch eher randständig. Natürlich muss es einem nicht gefallen.
      Es ist eine Parodie (wie auch der Canterville-Geist) auf die damals ausufernden Gothic Novels mit ihrem stereotypen Personal, den Settings und Elementen. Da es immer noch ein Austen ist, arbeitet der Text eher mit feiner Ironie, als mit Klatscher-Humor a la "...movie". Die Gruselelemente lösen sich hinterher alle in Luft auf, sind bloß im Kopf der Schauerroman(tik)süchtigen Protagonistin entstanden.
      Meiner bescheidenen Meinung nach ist das Hörspiel (mit diesen Abstrichen) aber passender für die Reihe als z.B. das Teufelsloch (Original: The coming of Abel Behenna), das durch den neu erfundenen, trügerischen Titel vorgibt, etwas zu sein, das es nicht ist. Man kann natürlich immer noch mit psychologischem Horror argumentieren und Poe zitieren: "Horror is not of Germany, but of the soul", aber das "Teufelsloch" grenzt in diesem Falle schon fast an Etikettenschwindel.

      Ich betrachte die ausschweifenden Dialoge und die gestiegene Laufzeit beim GK generell auch zunehmend kritisch. Wenn man keine steile Spannungskurve hat, kann man durch Kontrast von ruhigen, atmosphärischen und actionreichen Szenen eine andere Art von Spannung erzeugen. Nicht aber durch reines Tee-Geplauder, nur weil man da die knarrenden Dielen und das Klingeln vom Löffel in der Tasse schön vorführen kann.
      Für mich punktet ein Hörspiel durchaus mit schaurigen oder atmosphärischen Schauplätzen, daher ist auch das Teufelsloch bei den Szenen in der Höhle gelungen. Das alleine genügt allerdings nicht.

      Kurzgeschichten/Novellen als Grundlage finde ich zumeist passend, da man storytechnisch nicht so viel kürzen muss. Man hat ja nur 60 - 70 Manuskriptseiten Platz bei einem Hörspiel. Kürzer (und gut) schreiben ist in der Regel auch schwieriger (und dauert paradoxerweise länger), erst recht, wenn man 400 Seiten Handlung Roman eindampfen muss.
      :wegweiser: Neuer Roman:
      "Fluch der Ewigkeit"
      Mystery-E-Book (dp DigitalPublishers)
    • Im Grunde ist es doch müßig, darüber zu diskutieren, was in die Reihe gehört und was nicht. Ich denke, die Vorgabe Schauerromantik, verbunden mit dem Schlagwort Grusel im Reihentitel, soll bloß die grobe Richtung anzeigen, innerhalb derer die Einzelfolgen zu verorten sind. Als feste Schublade, an der nicht zu rühren ist, sollten sie aber wohl nicht zu verstehen sein. Gerade der Reihentitel dürfte sicherlich auch eher der größeren Außenwirkung geschuldet sein.


      Für mich gibt es bisher kein Hörspiel der Reihe, das ich völlig deplaziert gefunden hätte. Die Richtung stimmte immer grundsätzlich mit dem überein, was der Begriff Schauerromantik in seinen weitestmöglich gefassten Grenzen umreißt. Für mich fällt Das Gespenst von Canterville allein deshalb als einziges Hörspiel aus der Reihe, nicht weil die Story nicht in den Kanon passte, sondern weil es inszeniert ist wie ein reines Kinderhörspiel. Das hätte man vielleicht auch ein bisschen dezenter umsetzen können.

      Das Teufelsloch finde ich dagegen überhaupt nicht fehl am Platz. Atmosphärisch passt es sich meiner Meinung nach sehr gut in die Reihe ein, auch wenn die vielleicht als typisch empfundenen Elemente hier nicht oberste Priorität haben und es nicht einmal den Anschein des Übernatürlichen gibt wie bei Northanger Abbey.


      Dass man sich thematisch breit aufstellt, empfinde ich überhaupt nicht als Nachteil, sondern, im Gegenteil, als großen Vorteil. So kann man stark variieren und wiederholt sich nicht ständig. Gerade das ist einer der Vorzüge des Gruselkabinetts. Dass es dann immer mal wieder Geschichten gibt, die mich nicht so sehr in ihren Bann zu schlagen wissen, kann ich unter der Prämisse gut verschmerzen. Gerade bei diesem hohen Folgenausstoß.


      Eine andere Sache sind natürlich handwerkliche "Mängel", wenn man es denn so nennen möchte. Und ich weiß nicht, ob es tatsächlich so naheliegend ist, für ein Hörspiel von 60-70 Minuten eine Kurzgeschichte oder Novelle zu wählen. Ich denke, das dürfte von der Fülle dessen abhängen, was die Vorlage zu bieten hat. Und natürlich von dem Willen, dies dann auch szenisch umzusetzen und mit echtem Hörspielleben zu erfüllen. Wie oben erwähnt, ist Das Ding auf der Schwelle in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel, wie man viel Potential unnötigerweise vergibt.


      Aber wie ich sehe, scheine ich ja mit meiner vorsichtigen Kritik bei gleichzeitigem Liebesbekenntnis an die Reihe nicht allein zu stehen. Schön, mal einen Ort gefunden zu haben, an dem über diese außergewöhnliche Konstante am Hörspiel-Himmel ausführlich diskutiert werden kann.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Also vor weg .....erstmals sollte man die Informationspolitik loben ..... man bekommt seine Info´s.
      Vom Prinzip sind alle Hörspiele auf ein sehr gutes Level mit wechselnden Sprecher...... was ich persönlich sehr gut finde.
      Dadurch gewinnen die Hörspiele auch an Abwechslung wenn man nicht immer die gleiche Stimme in zig Rollen hört.

      Bei manchen Hörspielen z.B. Der Mönch .....war gar nicht mein Fall........muss man sagen das sie trotzdem gut gemacht sind.
      Bei anderen Hörspielen ....z.B Lovecraft sind mir die Geschichten teilweise zu kurz umgestrickt worden.

      Ich glaube mich zu erinnern...... das in einem Interview von den Machern auch erwähnt wurde das der Name: "Gruselkabinett" nicht nur für Grusel stehen sollte.
      Finde ich zwar etwas unlogisch aber was mir nicht gefällt muss ich ja nicht kaufen .....dafür gefällt es vielleicht jemand anders.
      Und da die Rücken wie z.B. bei Geister Schocker oder Twillight Mysteries kein Schriftzug ergeben ist doch alles okay.
    • Michael Doe schrieb:

      Bei manchen Hörspielen z.B. Der Mönch .....war gar nicht mein Fall........muss man sagen das sie trotzdem gut gemacht sind.
      Was Auswahl der Sprecher, Musikuntermalung, Geräuschkulisse, Abmischung etc, angeht, da sind, zumindest für mein Empfinden, alle GKs sehr gut gemacht. :thumbup:
      Und ich denke nicht, dass das einer der Vorschreiber hier bestritten hat.
      Aber es besteht immer noch ein Unterschied, ob man technisch mit einem Hörspiel zufrieden ist - inhaltlich aber nicht, weil man da nun mal die Vorlagenauswahl und deren (langatmige) Umsetzung ein bisschen ungeschickt findet.
      Einfach sagen:"Och, dafür gefällt es dann einem anderen." - ja, schön und gut. =) Das ist schließlich bei fast allen Dingen des Lebens so, klingt aber auch ein bisschen sehr anspruchslos-abgedroschen. ;)
      Denn wenn man sich ein Hörspiel bereits gekauft, also Geld dafür gezahlt hat, sollte es jedem unbenommen bleiben, auch mal berechtigten Unmut zu äußern.
      Dass das bei Gk auf einem sehr hohen Niveau passiert, ist auch klar, denn davon ist eigentlich jede Folge unterhaltsam. Die eine mal mehr, die andere weniger.
    • Naja, die Crux mag oft die falsche Einordnung von Kritik sein. Das habe ich auch im Umgang mit Gabriel Burns oft festgestellt. Oft wird Kritik mit Verriss oder Abwertung gleichgesetzt, dabei ist ja schon die Tatsache, dass ich mich kritisch mit einer Serie auseinandersetze, (wenigstens für mich) ein Ausdruck von Relevanz und Wertschätzung, die man ihr beimisst.

      Über echten Rotz denke ich nicht mal nach. Und schon gar nicht schreibe ich darüber in Foren.

      Und entscheidend ist nicht zuletzt auch der Maßstab. Sowie der persönliche Anspruch. Manche erwarten und verlangen nicht viel, sind verhältnismäßig leicht zufrieden zu stellen. Was absolut in Ordnung ist.

      Aber andere erwarten vielleicht mehr, sind perfektionistischer, lehnen Mittelmaß als Maß aller Dinge ab. Bei denen sieht eine Beurteilung logischerweise anders aus.

      Es ist jedoch immer heikel, wenn man allein sich selbst und seine Sicht zum Maßstab auch für anderer Leute Einschätzung macht. Hier ist - in gewissen Grenzen, versteht sich - echte Toleranz gefragt. Widerspruch muss man aushalten können. Das kann nicht jeder.
      >> Kritik ist Liebe. <<
    • Ein faires bewerten ist wohl kaum ..... anspruchslos-abgedroschen!

      Nur weil es meinen persönlichen Vorstellungen nicht entspricht muss ich es nicht durch den Reißwolf schicken ......
      Kommt auch immer darauf an wie ich die Beschreibung auslege!

      War doch in einem anderen Forum auch so ....mit Holmes & Wilde .......schön durch den Reißwolf schicken ........und manche sprangen mal wieder mit in den Bus.

      Da kann ich es wiederum verstehen das sich manche "Macher" sehr bedeckt halten.
    • Michael Doe schrieb:

      War doch in einem anderen Forum auch so ....mit Holmes & Wilde .......schön durch den Reißwolf schicken ........und manche sprangen mal wieder mit in den Bus.
      Das mag in einem anderen Forum so gewesen sein, aber wo, bitte, wurde hier - und nur darum geht es - etwas "durch den Reißwolf geschickt", wie Du Dich ausdrückst? ?( ?(
      Da sehe ich nix von - im Gegenteil! Jeder, der bisher hier etwas geschrieben hat, ist ein Fan der Serie, wie Du auch gelesen haben dürftest.
      Aber trotzdem macht das doch nicht vollkommen blind für Dinge, die man an der einen oder anderen Folge nicht mochte!
      Wäre ja schlimm, wenn das passieren würde. :pfeifen:
      Und vielleicht hat denjenigen im anderen Forum ja tatsächlich "Holmes und Wilde" nicht gefallen, wäre doch möglich. :schulter:
      Da kann ich mich nicht zu äußern, kenne die Serie (noch) nicht.
      Und klar gilt immer: ""Wenn ich etwas nicht gut fand, ein anderer mag es sicher." Denn das stimmt ja auch, die Geschmäcker sind verschieden. Bei allem.
      Wie gesagt, mir ist das aber zu anspruchslos, einfach nur hinzunehmen und "durchzuwinken".
      Ich persönlich bin es gewöhnt, zu sagen, ob ein Hörspiel wirklich in allen Dingen meinen Geschmack getroffen hat.
      Wobei ich das grundsätzlich überlegt tue und nicht vorsätzlich stänkere.
      Soll ja tatsächlich auch Produzenten geben, die sich über eine sachliche Kritik freuen. ;)
      Hier im Forum gibt es niemanden, der grundlos abwatscht, wenn ja, dann habe ich diesen User noch nicht entdeckt.
      Sollte sich also wegen etwas, das in letzter Zeit im Grusel geschrieben wurde, ein Label nicht mehr äußern - tja, dann kann kann ich demjenigen auch nicht helfen. =)
      Und nebenbei bemerkt, Titania tut das ja ohnehin nicht in den Foren.