Cornelia Funke - Geisterritter

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    • Cornelia Funke - Geisterritter

      Cornelia Funke - Geisterritter

      Das Hörspiel


      ab 10 Jahren
      Oetinger Audio
      ca. 135 Minuten
      2 CDs; EUR 16,95; ISBN-13: 978-3-8373-0559-3


      Musik: Jan-Peter Pflug
      Produktion: Kay Poppe
      Bearbeitung und Regie: Frank Gustavus


      Sprecher:
      Martin Baltscheit, Leon Alexander Rathje, Carla Sachse, Hedi Kriegeskotte, Rudolf Danielewicz, Wolf Frass, Volker Hanisch, Tammo Kaulbarsch, Julius Körner, Marion Martienzen, Christine Pappert, Michael Prelle, Erik Schäffler, Flemming Stein, Rainer Strecker, Brita Subklew


      Inhalt:
      Jon Whitcroft ist in ein gruseliges englisches Internat gesteckt worden. Schon in der sechsten Nacht starren drei Geister in sein Fenster. Doch zum Glück findet er jemanden, der sich mit sowas auskennt!
      Eine sehr spannende Geschichte, die Historie und Gegenwart miteinander verbindet.


      Kritik:

      Der 11-jährige Jon Whitcroft hat es nicht leicht: Seit seine Mutter einen Freund hat (Jon nennt ihn heimlich nur den "Vollbart"), ist nichts mehr wie zuvor. Alle Pläne Jons, den Vollbart wiederloszuwerden, führen zu nichts... Stattdessen ist es Jon, der ausgebootet wird: kurzerhand wird er in ein Internat in Salisbury gesteckt - nur zu seinem Besten natürlich! Doch gleich in seiner ersten Woche im noch fremden Internatbetrieb geschehen unglaubliche Dinge: Jon erscheinen nachts drei Geisterritter, die ihm drohen ihn unzubringen! Seine Zimmergenossen können die Geistererscheinungen anscheinend nicht sehen - nur ihm selbst ist das möglich. Jon ist ziemlich verzweifelt, doch glücklicherweise erfährt er durch eine Mitschülerin, Ella, dass weitere Geister in Salisbury ihr (Un-)Wesen treiben, und dass ihm der Geist eines gewissen Ritters namens William Longspee eventuell beistehen könnte im Kampf gegen die übel gesinnten Geister. Da Longspee in der berühmten Kathedrale zu Salisbury begraben liegt, planen die beiden Kids, nachts in der Kathedrale den guten Ritter zu beschwören und um Hilfe zu bitten...

      Cornelia Funke vermischt in dieser spannenden Geschichte um Geister, Ritter und Freundschaft geschickt Fantasie und Historie zu einem fesselnden Abenteuer, das jüngere Kids ganz schnell in seinen Bann schlägt. Dabei nutzt sie die Tatsache, dass William Longspee eine reale Gestalt ist, die tatsächlich gelebt hat: er war ein unehelicher Sohn des Königs Heinrichs des Zweiten und somit der Bruder von Richard Löwenherz und liegt tatsächlich in der Kathedrale von Salisbury begraben.

      Oetinger Audio konnte - neben der wunderbaren Hörbuchfassung - nun auch als kompetenter Partner für die Produktion des gleichnamigen Hörspiels gewonnen werden - ein Glückfall! Denn Oetinger Audio verpflichtete mit dem Musiker Jan-Peter Pflug, dem Produzenten Kay Poppe und dem Regisseur und Hörspielbearbeiter Frank Gustavus ein bewährtes Trio, das schon seit Längerem für hochklassige Produkionen im Hörspielsektor bürgt. Und das hat sich ausgezahlt.

      Mit Martin Baltscheit hat man einen großartigen Erzähler gewählt, der die jugendlichen Hörer feinfühlig an die Hand nimmt. Und zusammen mit weiteren Sprechergrößen wie Wolf Frass, Heidi Kriegeskotte und einigen (noch) unbekannten jugendlichen Sprechern rund um die beiden Hauptrolleninterpreten Leon Alexander Rathje und Carla Sachse wurde die Geschichte rundum gut besetzt. Mit dem Engagement von Rathje und Sachse hat man ein besonders gutes Händchen bewiesen: die beiden agieren frisch und stimmig und sorgen mit ihrer unbefangenen Art dafür, dass das Hörspiel sehr lebendig wirkt.

      Die stimmungsvolle Musik von Vollblutmusiker Jan-Peter Pflug und eine harmonische Geräuschkulisse sorgen zudem für mächtig gruselige Atmosphäre - auch hier wurde exzellente Arbeit geleistet.

      Für ein Hörspiel ist der Erzähleranteil allerdings sehr mächtig, und so hat man sich bemüht, die langen Parts von Martin Baltscheit ins eigentliche Geschehen zu integrieren: das ist mal sehr gut, mal etwas weniger gut gelungen. Öfters wurde der Erzählertext einfach über die Musik und gleichzeitig auch über die echten Spielszenen gelegt - an diesen Stellen wirkt das Ganze etwas überladen und strapaziert die Konzentration. Von diesem Punkt einmal abgesehen hat das Produktionstrio aber ein tolles Hörspiel hingelegt, das der Vorlage von Cornelia Funke mehr als gerecht wird.

      Das Hörspiel ist trotz vieler gruseliger Momente auch für jüngere Hörer geeignet - was nicht zuletzt an der harmonischen und ruhigen Erzählweise von Martin Baltscheit liegt, der dafür sorgt, dass es niemals zu heftig zugeht inmitten all der - teilweise recht rauen - Geisterbegegnungen.


      Fazit:

      Atmosphärisch starkes, fantastisches und spannendes Geisterabenteuer - Spuk-Empfehlung!



      Weitere Infos: oetinger-audio.de
      Dateien
      Das Leben ist zu kurz für schlechte Hörspiele.
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      Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen
    • Erst einmal den Staub hier entfernen ... :staubwisch:


      Kann mich der tollen Rezi von @gruenspatz nur anschließen: Schönes Hörspiel, hat Spaß gemacht und die 135 Minuten vergingen wie im Flug. :]

      Die Geschichte ist zwar ein wenig vorhersehbar, aber immerhin sorgt der Vollbart dann ja noch für eine Überraschung.
      Und das Hörspiel richtet sich ja auch eher an ein jüngeres Publikum.

      Ansonsten aber: Absolut top. :daumenhoch:

      Gruß, Frank
      Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.