Beiträge von Fader

    Es zeichnen sich zwei Grundperspektiven ab, die anscheinend keine Berührung zulassen.

    Hier geht es um eine Adaption, die genauso ihren Wert hat wie alle anderen auch.

    Dass ab dem Moment, wo das Werk rechtefrei ist, es in jede Richtung umadaptiert werden kann, ist *juristisch* richtig. Aber welche Grenzen gibt es im Inhaltlichen, bzw. wenn man es machen *kann*, *sollte* man es auch?

    Da ist für mich halt ein Unterschied zwischen einer Literaturvertonung oder -adaption und der Frage, ob mir Fünf Freunde 123 als Buch oder Hörspiel besser gefallen hat.

    Aber da sehen sich die Seiten offensichtlich gegenseitig als "farbenblind". Da kann man nichts machen.

    Wer ein Hörspiel nicht gehört hat, kann sich auch nicht darüber austauschen und auch nicht drüber urteilen.

    Was eine Buchvertonung angeht, so denke ich, dass eine Vertonung sich auch vom Buch inhaltlich entfernen kann, solange sie die Aussage, den Ton oder den Kern nicht verletzt. Das fand ich hier aber gegeben. Just my 2c.

    Ich sehe eine Diskussion darüber, warum man ein Hörspiel NICHT hört, genauso wertvoll wie die, warum man es gehört hat oder wie man es findet. Und das gehört für mich genauso in einen Thread zur Serie, solange man bereit ist, die eigene Position zu begründen. Hutchinson hatte sich vor mir ähnlich über den eigenen Unwillen geäußert, und die Reaktion war auch nur gewesen "vielleicht magst du es dir ja doch anhören".

    Also dreht sich das Ganze auf zwei Umlaufbahnen, die sich nicht überschneiden, und dann lasse ich es wohl besser.

    Markus G. Ehrlich gesagt, habe ich das nicht so verstanden. Ich lese daraus, dass Securitate sich wundert, dass

    ... scheinbar sonst Niemand hier die tolle Erfahrung gemacht hat, dass "Der kleine Prinz" nicht nur großartig unterhält und einfach nur Spaß macht, sondern mit jeder Folge ...

    Darauf kann man auch mit dem Grund antworten, warum das so ist. Für einen selbst. Ich war durchaus neugierig, was das für eine Serie ist. Habe mich dann aber dagegen entschieden, sie zu hören. Und ich habe den Grund ausführlich erklärt.

    Klar, ist natürlich anstrengender, als mit Leuten zu reden, die es auch toll finden. Aber sind wir nicht hier zum diskutieren, statt zum sich gegenseitig auf die Schulter klopfen?

    Securitate Aber du hattest dich darüber beklagt, dass "Niemand hier die tolle Erfahrung gemacht hat, dass "Der kleine Prinz" nicht nur großartig unterhält und einfach nur Spaß macht, sondern mit jeder Folge behutsam auf unterschiedliche menschliche Werte eingeht, die es näher zu betrachten, bewerten und zu achten gilt."

    Wolltest du nur von Leuten hören, die es auch toll finden?

    Für den Junior: die 2025er HC-Neuauflage von Harry Potter 1 zum Vorlesen ...

    Für mich: "Das Versagen" (das verkauft sich gerade wie geschnitten Brot):

    Zitat von Leseprobe des Verlags

    Da tritt um 15:15 Uhr ein Gast aus Moskau an das Rednerpult des Deutschen Bundestages; für seinen ersten Staatsbesuch hat der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin Berlin gewählt. Er bringt: Hoffnung, ein bisschen Zuversicht. Denn er verspricht eine neue Zeit, die geprägt sein soll von Frieden und Kooperation: »Der stabile Frieden auf dem Kontinent ist das Hauptziel«, sagt er. Und: »Russland ist ein freundlich gesinntes europäisches Land.«

    Aber es ist nicht nur, was dieser Mann an diesem Nachmittag sagt. Wichtig ist auch, wie er es sagt. »Heute erlaube ich mir die Kühnheit, einen großen Teil meiner Ansprache in der Sprache von Goethe, Schiller und Kant, in der deutschen Sprache, zu halten«, sagt der russische Präsident und wechselt ins Deutsche. Leise spricht er, zurückhaltend, höflich, das verstärkt die Botschaft.

    Im Parlament laufen die Abgeordneten an jedem Sitzungstag an jenen von einer deutsch-russischen Kommission ausgewählten und sorgsam konservierten Inschriften vorbei, die Soldaten der Roten Armee im Siegesmonat Mai 1945 in Hitlers Reichstag hinterlassen hatten, Graffiti ihrer Zeit, mit einem verkohlten Stück Holz oder farbiger Fettkreide gekritzelt. Die Namen ihrer Heimatstädte, auch in der Ukraine, Freude über den Triumph des Sieges. Die Wände und Säulen mit kyrillischen Botschaften stehen als mahnende Erinnerung an den Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die Völker der Sowjetunion. Mitten im deutschen Parlament. »Na Berlin!«, hieß es in den letzten Kriegsmonaten, nach Berlin!

    Im Kriegsjahr 2025 kursieren ähnliche Propagandabotschaften in russischen Städten, Schüler malen sie auf Plakate, manche kleben sie als Sticker auf ihr Auto: »Moschem powtorit!« – Wir können es wiederholen! Gemeint ist: Wir werden siegen. Koste es, was es wolle. Wir werden Euch besiegen.

    Liest sich auch sehr gut und beleuchtet die Hintergründe der katastrophalen Fehleinschätzung Putins durch Europa, aber speziell der Deutschen, sehr genau und mit viel Infos, von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Sicher spielt das schlechte Gewissen der Deutschen wg 1941 eine Rolle -- und Wunschdenken, "wie schön es doch wär ...".

    Und wenn man sich die naiven Sprüche sowohl von links wie rechts anhört, steht zu befürchten, dass die Lernkurve noch nicht steil genug war.

    Oh ja! :]
    Daher habe ich mir eine Zwitscherbox bestellt. ^^

    Schreib mal, wie das so funktionierte ... mir ging nach 4 Wochen das Ding fürchterlich auf die Nerven und als meine Frau das Ding unbedingt trotzdem behalten und betreiben wollte, habe ich seitdem diese Toilette im haus weitgehend boykottiert (zum Glück gibt es zwei im Haus). :kopffass:

    Nachdem ich immer und immer wieder die Serie von vorne beginnend komplett gehört habe und mir damit mein Einschlafen versüßte, wie ich es noch nie erlebt habe, stelle ich mit Entsetzen fest, dass scheinbar sonst Niemand hier die tolle Erfahrung gemacht hat, dass "Der kleine Prinz" nicht nur großartig unterhält und einfach nur Spaß macht, sondern mit jeder Folge behutsam auf unterschiedliche menschliche Werte eingeht, die es näher zu betrachten, bewerten und zu achten gilt. - Schade!

    Was soll ich zu meiner Verteidigung sagen? Ich bin Purist. :schulter:

    Die Erzählung "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry habe ich mehrfach und mit größtem Vergnügen gelesen. Die Hörspiel-Änderungen wie auch die animehaften Coverbilder lassen in mir allerdings überhaupt keinen Drang aufkommen, mich den Hörspielen zu stellen. Sie stoßen mich sogar ab. Vielleicht tue ich der Serie Unrecht, aber ich habe meinen "Prinzen" lieber so, wie ich ihn in literarischer Form kennen gelernt habe.

    Ich kann Hutchinson verstehen. Ich habe das Buch nicht nur als Kind und als Erwachsener gelesen, sondern auch die für mich wohl definitive Adaption, als Theaterstück des Schwarzen Theaters in Wiesbaden, sehen dürfen, in dem nur eine menschliche Figur auf der Bühne steht und sonst nur Marionetten. Das Stück steht seit 40 Jahren auf dem Programm -- aus gutem Grund: die Poesie des Buches kommt rüber.

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    Das Buch ist zutiefst metaphysisch, an der Nahtoderfahrung eines abgestürzten Piloten entlang erzählt. Am Ende überlebt der Pilot, während der Kleine Prinz durch einen Schlangenbiss stirbt, um nach Hause kommen zu können. Die Geschichte wirkt, weil sie aus der Erinnerung des Piloten erzählt wird. Und deswegen ist jede Um- oder Weitererzählung der Geschichte für mich so, als würde man "Romeo und Julia -- sie haben doch überlebt" schreiben. Irgendwie am Sinn der Sache vorbei.

    Dass es juristisch/copyrighttechnisch 70 Jahre nach dem Tod St-Exupérys erlaubt ist, macht es trotzdem nicht zu einer guten Idee. Egal, wie gut es geschrieben sein mag (ich kenne die Adaption nicht und habe aus beschriebenen Gründen auch keine Lust, sie zu hören).

    Ja, aber wenn der Streit um den Kuchen trotzdem noch bedeutet:

    • Mordwind Rügen: 29.399

    ... während Kuchen für mich alleine bedeutet:

    • Delete: 1.215

    Geht's mir dann besser?

    Bitte nicht falsch verstehen -- ich finde es gut, dass nicht nur Krimis und Grusel produziert werden. Ich finde es frustrierend, dass der Hauptteil der Hörer gefixt auf diesen Genres festsitzt.

    Die Frage ist für mich: reicht die Hoffnung auf ein Wunder denen, die das Andere produzieren?

    Sieht man sich die Streamingserien von Europa Next an und klickt auf die Namen der Serien, bekommt man einen schnellen Überblick, wie viele Streams jede Serie so aufweist:

    • Dark Maine: 853 (ok, die ist noch sehr neu)
    • Mordwind Rügen: 29.399
    • Delete: 1.215
    • Gnadenlos: 2.398
    • Lost Minds: 1.010
    • Vidan: 2.410
    • Hurricane: 2.895
    • Gruselserie: 45.068
    • Hyde Away: 610
    • Sherlock Holmes: 249.720
    • Larry Brent: 33.685
    • Point Whitmark: 9.049

    Warum überhaupt neue Sachen produzieren, wenn die alten Sachen wie Larry Brent und die Gruselserie die um den Faktor 10-20 abziehen? Warum versucht man es denn überhaupt mit Thrillern, wenn doch klassische Krimis wie "Mordwind Rügen" oder "Holmes" so viel besser laufen?

    Zitat

    Aber das, was an tatsächlicher kreativer Arbeit aus LA in unsere Postfächer gespült wurde, war bestenfalls mau. Die Zusammenarbeit mit fast ausschließlich amerikanischer Crew führt dazu, dass es kein Verständnis für die genuin deutschen Elemente der ORION gab – oder dass solche schlicht nicht gewünscht waren. Man wusste an jeder Stelle besser als die "silly Germans", wir man eine echte Weltraumoper aufziehen musste.

    Ach ja ... könnte man viel drüber schreiben, aber mit am besten beschrieben stekt alles hier:

    https://wortvogel.de/2021/02/die-vo…emmerich-orion/

    Ich war vorgewarnt worden, war aber trotzdem positiv überrascht. Der hat nämlich tatsächlich neben der Action und den wirklich guten Special Effects INHALT!

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    • Das Kamikaze-Thema vom 2. Weltkrieg nicht nur als Gimmick, sondern als Trauma für die Hauptfigur und seine Umgebung.
    • Eine nicht klischeeüberzogene Liebesgeschichte, die fast keine ist
    • Und es spielt ausschließlich aus japanischer Perspektive -- mit logischen Erklärungen, warum bei Godzillas Auftauchen keine Amis eingreifen

    Wow. Hatte das nicht erwartet und wäre soweit, alle, die irgendeinen US-Godzilla kennen und mögen, aufzufordern, sich hier mal echt aus dem Wasser pusten zu lassen.