Beiträge von Fader

    Warum müssen Aliens eigentlich immer insektenartig aussehen? Klar, weil das an menschliche Ängste andockt und es so schön einfach macht.
    Aber was ist dann daran noch SF?

    Gegenfrage: warum müssen "Aliens" wie Menschen aussehen?

    Wer redet denn von "wie Menschen"?

    Wie wäre es mit einer Gaswolke? Oder einem Magnetfeld? Oder, um es besonders hörspielig zu machen, einem Äquivalent zur "Stimme der Stille" aus Endes "Unendlicher Geschichte"?

    Es ist halt oft so einfallslos (und ja, daran ist auch Herr Giger mitschuldig).

    Im TV gibt es in der Tat die lahme Kostenerklärung für die immergleichen aufgeklebten Nasenrücken. Aber das Hörspiel hat weder die Notwendigkeit noch die Entschuldigung.

    Ich würde gerne mal sehen, dass irgendeine der ungewöhnlicheren Ideen, die es in den letzten 20 Jahren gab, tatsächlich zum Hit wird. So wie es im TV ja immer wieder passiert, weswegen zumindest im Pay-TV-Sektor auch hochwertig produziert und ausprobiert wird.

    Aber wenn das, was zum Erfolg wird, eigentlich sich immer nach den gleichen Eckpfeilern richtet … warum was teuer riskieren und sehen, dass es sich doch nur lohnt, nach Schema F zu arbeiten?

    Ideen gäb es sicher viele. Nur die werden nicht gehört, nicht empfohlen und bald begraben. DAS Problem steht den „Hörspielen der Zukunft“ im Weg.

    Sehr gut zu Faders 2. Punkt aus dem 1. Beitrag passt auch mindestens eine drei ??? Folge: "Das Erbe des Meisterdiebs" von dem deutschen Autor André Marx. "Worum geht es in der Geschichte und worum geht es wirklich erlauben eine zweiteilige Antwort." Es geht nicht nur um die Suche nach Gemälden sondern auch um moralische Fragen. Das Hauptmotiv für Hugenay sind ja nicht die Bilder sondern das Spiel gegen Justus zu gewinnen und ihn dazu zu bewegen, die "Seiten" zu wechseln - also zum Verbrecher zu werden.

    Aber das trifft es nicht, denn das hier erwähnte Hauptmotiv für Hugenay ist Teil der Primärhandlung, und zwar als verdecktes Motiv des Schurken. Das ist nicht das Gleiche wie das "worum geht es wirklich?".

    Diese Ebene ist komplett meta. Ich schrieb oben etwas davon, worum es im Film Shakespeare in love geht, und worum es wirklich geht. Man kann dieses "darum geht es wirklich" auch identifizieren mit der Frage "ist dieses den handelnden Figuren bewusst?" und sollte dabei eig. immer mit "nein" antworten. Die "wirklich"-Ebene ist für das Publikum bestimmt.

    Hat vielleicht auch damit zu tun, dass es schnell hochtrabend und auftrumpfend bei einigen ankommt, wenn man sich Hörspiele mit mehr Tiefgang oder auf höherem intellektuellen Niveau wünscht.

    Ja, weil das als elitär wahrgenommen werden könnte. Dabei hat Tiefgang nichts mit Intellektualität zu tun. Oft hat es was damit zu tun, wie ernsthaft und real Gefühle und die Konsequenzen von Ereignissen auf menschliche Leben dargestellt werden. Für deren Wahrnehmung man wirklich keinen Hochschulabschluss braucht. Was es bedeutet, im Krieg den Vater zu verlieren. Was es bedeutet, eine narzisstische Mutter zu haben. Was es heißt, wenn die einzige Möglichkeit, so etwas wie Zuneigung zu erhalten, Leistungsbeweise sind.

    Welche Folge ist das denn bitte?
    Dann kann ich mich im voraus darauf einstellen. :zwinker:

    Ich meine es war Takimo 5 – Esito :green:
    Viele Hörer fanden die etwas anstrengend (oder albern :gruebel:), aber bei mir ist es auch schon eine ganze, ganze Weile her das ich sie gehört habe.
    Aber das empfindet natürlich auch jeder anders.

    Ich bin gespannt wie sie dir gefallen wird, wenn du dort angelangt bist. :)

    Ich hatte mit Takimo wegen der Dialogqualität meine Probleme Und bei besagter Folge 5 bin ich dann ausgestiegen, das war mir tatsächlichzu albern, ein besseres Wort habe ich nicht dafür.

    Vielleicht ist meine Erwartungshaltung auch inkompatibel. Mit der „Krone der Sterne“ von Kai Meyer konnte ich wegen der Fantasyelemente in der Weltraumumgebug wegen auch nicht.

    Das mit dem sehr begrenzten bzw. nicht vorhandenen Hard-SF-Anteil — sprich: Aliens, Tech-Dystopie oder -Fortschritt — hat mich wg. anderer Erwartungshaltung nicht gestört. Das liegt an Autor Sturgeon, den immer „nur“ das Menschliche interessierte. „A saucer of loneliness“ geht zwar wie im Titel angedeutet auch um ein UFO, aber es ist für den Autor (anders als für die Antagonisten der Story) nur in Bezug auf eine einzige menschliche Sache wichtig. Bei „Was du brauchst“ ist das ähnlich.

    Wer die o.g. Hard-SF-Bausteine für den Genuss einer SF-Story bzw. -Hörspiels braucht, für den ist alles mit „Sturgeon“ drauf wohl nix.
    Aber dafür könnten sich andere mal dran versuchen, die aus genau diesen Gründen der SF sonst ausweichen.

    Und ich muss schon wieder einen nachreichen:

    Am oder vor dem 2. Juli ist der Sportjournalist Manfred Vorderwülbecke im Alter von 86 Jahren verstorben. Im BR und bei der ARD war er jahr(zehnt)elang vor allem für die Berichterstattung über Wintersport zuständig.

    Tele-Skigymnastik!! 2x die Woche im Dritten! Mit Fuzzy Garhammer und Rosi Mittermaier und der Eiformhocke, während man die Streif runterbrettert!

    Kommt dieses WE auf die Ohren.

    Viel Spaß und schreib hier doch kurz deine Meinung als Erster bitte :]
    Sci Fi interessiert mich auch immer eigentlich, aber Holy ist nicht so recht meine Spielweise bisher.

    Bei den ganzen Themenserien wie den Klassikern, den Märchen oder hier der SF kommt es mMn entscheidend auf den Namen an, der unter der Rubrik „Manuskript“ steht. Anders als bei einer klassischen Serie kann man hier nämlich nicht von einer Folge auf die nächste schließen. Autor A schreibt für die eine Person brilliante Stories und ist für die zweite Person dröge oder zu sehr on-the-nose. Gerade wenn Du bisher noch nicht den Zugang zu dieser Sparte gefunden hast, suche nach dem Kriterium Autor aus.

    Hier ist es zusätzlich schwierig, weil es eine Vertonung einer Vorlage ist. Was hiervon vom Autor der Vorlage stammt und was Manuskriptautoridee war, kann man ohne Kenntnis der Vorlage eben nicht gut sagen.
    Es klingt aber nicht unpassend: wer Brandis oder Stille oder Nibelungen gehört hat, wird zumindest sagen können, dass der Manuskriptautor da was vertont hat, was irgendwie „passt”. Die Geschichte ist nicht plakativ und drängt sich nicht auf. Gorwing ist wirklich eine einzigartige Figur, dessen Dilemma mir noch nie begegnet war, und ich fragte mich sofort „warum denn zum Henker nicht?“

    Und allein das schon machte es wert, es gehört zu haben. Ich werde bestimmt noch darüber nachdenken.

    Ernst gemeinte Frage, und vielleicht ist es weniger aufwirbelnd, als es klingt.

    Die Erzählmuster von "Cosy Crime" sprechen eine Versicherung aus: die Spannung eines Kriminalfalls ohne großes menschliches Leiden, also ohne Giallo-Gekreische und Horror. Am Ende der Geschichte ist alles aufgeklärt, der Gerechtigkeit ist Recht widerfahren, und man kann beruhigt einschlafen.

    Das ist doch ehrlicherweise bei den Gruselserien auch nicht anders: auch hier ist von Vornherein klar, dass, egal welches "Wesen der Hölle" aber diesmal also wirklich den Helden übern Jordan bringt, am Schluss keinen Deut relevanter für irgendwas außer den Plot der Episode war als die 473 Wesen der Hölle vorher. Was auch immer an Gruselthrill da ist, er droht nie zu groß zu werden. Weder (z.B.) Sinclair-Hörspiele noch Cozy Crime zielen auf maximalen Schrecken oder psychologische Verstörung.

    Aber ist es dann wirklich einfach nur der von vornherein sichere "bisschen Thrill ohne Angst", der die Menschen zum Hören bringt und der sie davon abhält, in anderen Genres zu suchen, die diese Garantie nicht geben?

    Mir ist der Austausch zu bestimmten Hörspielen sehr wichtig, ich komme ja ursprünglich auch vom Experiment Stille ;) .

    Es gibt gerade im Bereich Mystery/Sci-Fi/Horror so viel Spekulationsraum, so viele Theorien... mir macht das einfach Spaß und ich finde es spannend, was andere Menschen sich dazu gedacht haben. Oder wie einige Besetzungen etc. interpretiert werden.

    Auf "Find ich blöd" oder "Find ich gut" ohne jegliche Begründung gebe ich nichts.

    Und es wäre doch schade, wenn wir uns alle hier nicht austauschen würden.

    Es hat aber doch sehr nachgelassen. Wenn es um Inhaltliches geht, nicht über Sprecherleistungen etc.

    Und ich frage mich, ob das auch daran liegt, dass es seit Jahrzehnten zum guten Ton gehört, inhaltlich sich zu distanzieren und zu sagen "whatever floats your boat, mate".

    So entsteht natürlich nie eine Diskussion, weil es ja in der Öffentlichkeit keinen Dissens gibt, ob etwas "richtig" oder "falsch" ist.

    Das Instrumental "Desolation Path" erinnert mich an die Monate, in denen 2008 meine Ehe zerbrach. Da war gerade der BR-Soundtrack in der Special Edition rausgekommen.

    "Klingt ja toll", wird jetzt jeder sagen. "Biste Maso, dasste dir das noch antust?"

    Aber manchmal müssen Erinnerungen nicht glücklich sein, um intensive Reaktionen wieder spürbar zu machen. Heute bin ich froh, dass es vorbei ist und ich es überstanden habe.

    Es zeichnen sich zwei Grundperspektiven ab, die anscheinend keine Berührung zulassen.

    Hier geht es um eine Adaption, die genauso ihren Wert hat wie alle anderen auch.

    Dass ab dem Moment, wo das Werk rechtefrei ist, es in jede Richtung umadaptiert werden kann, ist *juristisch* richtig. Aber welche Grenzen gibt es im Inhaltlichen, bzw. wenn man es machen *kann*, *sollte* man es auch?

    Da ist für mich halt ein Unterschied zwischen einer Literaturvertonung oder -adaption und der Frage, ob mir Fünf Freunde 123 als Buch oder Hörspiel besser gefallen hat.

    Aber da sehen sich die Seiten offensichtlich gegenseitig als "farbenblind". Da kann man nichts machen.