Auch hier stört mich massiv das Hochjubeln von irgendwie jedem Aspekt, den ein Hörspiel haben kann. Liest sich für mich wie ein Werbetext, nicht aber wie eine echte Rezension. Gespickt mit Adjektiven, die teils einfach fehl am Platz oder zumindest völlig unnötig sind. Auch das Wort "Allgemeinplätze" drängt sich mir unweigerlich auf.
Kommen wir zu den Ungereimtheiten, die ich hier sehe:
berichtet Journalistin Ruby Delgado von einem erschütternden Vorfall in der Familie Carlin: Eine Cousine soll einst von einer nächtlichen Besucherin heimgesucht und in den Wahnsinn getrieben worden sein.
Häh? IN der Familie Carlin ist dieser Vorfall nicht aufgetreten, da hier keine Verwandtschaft zu Frau Delgado existiert. Oder meintest du BEI der Familie Carlin? Auch das irgendwie falsch, denn die anwesenden Personen Vater und Sohn Carlin sind ja nicht "die Familie".
Zeitgleich fangen drei Fischer vor der Küste eine Kreatur, wie sie niemand zuvor gesehen hat. Ihre bloße Anwesenheit flößt Schrecken ein – und ein einziger Biss genügt, um binnen Sekunden den Tod zu bringen.
Also ich habe da keinerlei "Schrecken" bei den Fischern herausgehört! Im Gegenteil waren sie eine ganze Weile geradezu tiefenentspannt, was ich schon etwas skurril fand, wenn man bedenkt, was für ein merkwürdiges Ding sie da eingefangen hatten. Von "Schrecken durch bloße Anwesenheit" kann also nicht die Rede sein. Das ging genau so lange, bis es den einen gebissen hat. Und der starb auch nicht nach Sekunden, sondern Minuten. Also wieder unnötig dick aufgetragen und auch noch inhaltlich falsch.
Engelbert von Nordhausen gibt Professor Steinberg jene unterschwellige Tiefe, die Raum für Andeutungen lässt.
Häh? Was bitte willst du damit sagen? Was ich gehört habe, war eine gewisse Überheblichkeit und auch leichte Feindseligkeit, eben typisch für Standard-Sychronstimme von Samuel L. Jackson. "Raum für Andeutungen" kann ich da nicht entnehmen, aber es ist natürlich offensichtlich, dass der gute Mann mehr weiß, als er zugibt. Das aber "in the face", nix mit Andeutungen.
Anke Reitzenstein als Ruby Delgado bringt journalistische Schärfe und emotionale Entschlossenheit ein.
Welche Schärfe denn bitte?!? Im Gegenteil muss sie die Carlins ja erstmal sehr lange ganz ruhig überzeugen, sie anzuhören. Bei "Schärfe" wäre sie umgehend achtkantig rausgeflogen!
Katy Karrenbauer, Robin Brosch, Svantje Wascher, Konrad Bösherz, David Turba, Dirk Petrick, Andreas Fröhlich und viele weitere verleihen der wachsenden Bedrohung stimmlich Kontur und Gewicht.
Nochmal: dies soll ausweislich Titel eine Rezension von Folge 2 sein, nicht der Serie! Ich bin ziemlich sicher, dass von den Sprechern oben längst nicht alle in diese Folge auftraten, lasse mich aber gerne korrigieren, falls ich mich irre. Dieser Text ist scheinbar eher aus den Werbetexten der Serie abgeschrieben.
Das Cover greift das visuelle Konzept des ersten Teils auf und führt es konsequent fort: Eine junge Frau steht auf einem Steg, allein, dem unheimlich grünlich leuchtenden Meer entgegen.
Und jetzt wird es einfach nur skurril (um nicht lächerlich zu sagen): was soll denn hier bitte "fortgeführt" werden?!? Das Cover ist - abgesehen vom Folgentitel - immer exakt dasselbe!
Ich habe so langsam den starken Verdacht, dass hier eine KI im Spiel ist... das würde die diversen kleinen Ungereimtheiten ebenso erklären wie die Tatsache, dass konkrete Details abseits vom Klappentext fehlen und der Text sich in Allgemeinplätzen ergeht!
Zur Folge selbst:
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Es ist in den USA total unglaubwürdig, dass ein komplettes Gerichtsverfahren inkl. Schuldspruch in wenigen Tagen (oder Wochen?) erfolgen könnte! Soviel Einfluss - den es hier andeutungsweise von "oben" gegeben hat - kann es kaum geben, das fiele obendrein auf. Das hätte man ggf. anders lösen können. Ist jetzt aber nicht tragisch. Und dass das Urteil angesichts der Beweise inkl. Fingerabdrücken genau so ausgehen musste, war natürlich klar.
Nachdem Deputy Satriani in Folge 1 noch der Ansicht war, der Behälter sei weder aus Holz noch aus Metall, hat man sich hier offenbar auf eine Art Bambusmaterial (was ja auch irgendwie Holz ist) geeinigt. Man wird sehen, ob das irgendeine Rolle spielt. Wirkt auf mich etwas deplaziert, solange es keine Bedeutung hat.
Ansonsten fand ich die Folge 2 sogar besser als Folge 1. Dass jetzt immer mehr ähnlich gelagerte Vermisstenfälle auftauchen, macht die Sache spannender. Die hinzutretenden Figuren wie der seltsame Professor mit Gehilfen und die Journalistin bringen die Geschichte voran, werfen aber natürlich auch neue Fragen auf. Bin gespannt, wie es weitergeht.