Mutig und deutlich formuliert ... auch Ausnahmeunternehmungen wie Tykwer, von Borries und Handloegten und ihre Serie "Babylon Berlin" können das Argument rund um die Misere nicht entkräften. Auch nicht, dass es gelegentlich fast wie ein Versehen einmal etwas Bahnbrechendes es in die internationalen Festivals und zu großen Preisen schafft (vgl. "In die Sonne schauen").
Das TV ist die eine Seite des Problems, das Fehlen jeder Risikobereitschaft deutscher Kinoproduzenten aufgrund der konkurrenzverzerrenden Wirkung der Filmförderungen die zweite. Warum sollte man auch was riskieren, wenn man doch nur den eigenen Mut auf dem Weg zu einer Förderungszusage abgeben muss, und man kann gleich den nächsten Film planen, ohne Finanzsorgen?
Und wie *dot* schreibt, die Phantastik hat es ohnehin extra schwer, weil sie teuer in der Herstellung ist, es keine garantierten Abspielstationen gibt und die allermeisten Fans ohnehin sagen "bääh, aus Deutschland".
Der Tatort ist das perfekte Symptom der Krankheit:
Aber was will der deutsche Zuschauer denn haben? Feiert er denn ungewöhnliche Stoffe mit komplexen Charakteren? Man kann einerseits sagen, dass er ja gar keine Chance dazu hat, weil man ihm nichts bietet. Andererseits haben natürlich die Unkenrufer nicht unrecht, wenn sie auf die Einspielergebnisse von Filmen verweisen, die größeres, auch Weltniveau anboten, aber kein Publikum bekamen? "Im Winter ein Jahr" / "Die Tür" / "Wir sind die Nacht"
Die Franzosen bekommen Thriller hin, aber auch Komödien, die ihre Hauptfiguren eben nicht lächerlich machen oder in Standards versumpfen. Wie selten das bei uns gelingt, belegt, dass man sich noch Jahrzehnte später dran erinnert, wenn es dann mal ein Talent schafft, so einen Film ins Kino zu bringen. Und der sein Publikum dann sogar gefunden hat. Oder wenn "Lola rennt" auch Jahrzehnte später noch als Beispiel herhalten muss.