Beiträge von Edward Van Helsing

    Mit Folge 170 'Ein Grab aus der Vergangenheit' hat nun also der Handlungsstrang um die Templer und Baphomet begonnen, dem sich in der nächsten Zeit wohl einige Hörspielfolgen widmen werden.
    Als Einstieg in den Zyklus finde ich die Folge insgesamt gelungen, da sie noch nicht allzu tief in die Templer-Thematik eintaucht und man sich stattdessen erstmal langsam herantastet.

    Positiv empfand ich den Bezug zur historischen Bestie des Gévaudan, der hier in Zusammenhang mit Manon Medoque hergestellt wird.
    Insgesamt spielt die Historie eine große Rolle in dieser Folge, auch der Merowinger Chlodwig I. wird etwa kurz erwähnt.
    Weiterhin wird, wie zu erwarten war, auf die Ursprungsgeschichte der Templer eingegangen. Historisch korrekt wird berichtet, dass der Templerorden 1312 aufgelöst wurde und sein Vermögen damals den Johannitern zugeschlagen wurde. Es gäbe aber Gerüchte, denen zufolge Abspaltungen der Templer bis heute im Geheimen weiterexistierten. Diese Erzählungen bewahrheiten sich am Ende der Folge, als Abbé Bloch mit zwei Tempelrittern erscheint, welche auf Befehl des Abtes die Werwölfe vernichten.

    Die große Besonderheit dieser Folge ist, dass erstmals der Name Baphomet fällt und damit auf die unheilige Dreifaltigkeit der Hölle angespielt wird. In den Romanen bilden Asmodis, Beelzebub und Baphomet bekanntlich als Teilgestalten Luzifers die teuflische Dreifaltigkeit. Im Hörspiel wird das allerdings noch nicht wirklich thematisiert. Manon Medoque behauptet jedoch, dass Asmodis angeblich der falsche Teufel sei, da sie selbst Baphomet als wahren Satan und Herrscher über die höllischen Heerscharen verehrt. Genauere Informationen über die Hierarchie der Hölle finden sich im Sinclair-Taschenbuch 100 'Luzifer', das vermutlich irgendwann vertont wird.

    Große Bedeutung hat in Folge 170 die Szene auf dem geheimnisvollen Friedhof, auf welchem sich das Grab des Hector de Valois befindet. Seine Grabplatte schmückt nämlich eine Abbildung von Johns Kreuz!
    Ärgerlich ist allerdings der Kontinuitätsfehler, der in diesem Zusammenhang begangen wird: John behauptet nämlich fälschlicherweise, er habe den Namen Hector de Valois noch nie gehört, obwohl er spätestens seit Sonderedition 2 'Der Pfähler' genauer über ihn Bescheid wissen müsste (siehe Unterpunkt "Kontinuitätsfehler" für weitere Details).

    Am Ende der Folge bleiben viele Fragen über die Templer, Baphomet und Hector de Valois ungeklärt. John hat jedoch das sonderbare Gefühl, die Antworten insgeheim zu kennen, als ob sie tief in ihm verborgen wären. Romanleser wissen natürlich genau, welche Bedeutung Hector de Valois hat und warum John diese seltsame Verbindung spürt...


    Besonderheiten:

    • Es handelt sich um die letzte Folge mit Detlef Bierstedt als Bill Conolly. Seit Folge 3 'Achterbahn ins Jenseits' (Oktober 2000) sprach Bierstedt die Rolle in den Hörspielen der Edition 2000. Lübbe gab bereits im Mai bekannt, dass Bill Conolly ab Sonderedition 17 'Das Horror-Restaurant' von David Nathan gesprochen wird. ( https://www.john-sinclair.de/extras/verabsc…lef_bierstedt-1 )
    • Nadine Bergers Geist löst sich in dieser Folge kurzzeitig als feinstofflicher Körper von ihrem Wolfsleib. Nach langer Zeit ist so für einige Momente Elisabeth Günther wieder in ihrer Rolle als Nadine Berger zu hören.
    • Abbé Bloch hat seinen ersten Auftritt in den Hörspielen und wird von Holger Umbreit gesprochen.
    • Baphomet wird erstmals erwähnt. Physisch taucht er jedoch nur in Form einer Statue auf, wobei explizit erwähnt wird, dass die Augen der Statue offenbar Karfunkelsteine sind. In der Romanserie ist Baphomet als der Dämon mit den Karfunkelaugen bekannt.
    • Manon Medoque behauptet, dass Baphomet die Zukunft gehöre. Fenris werde laut ihr dafür büßen, dass er sich mit Asmodis eingelassen hat. Weitere Details über die Hierarchie der Hölle und die unheilige Dreifaltigkeit erfährt John jedoch noch nicht.
    • Das silberne Skelett von Hector de Valois taucht zum ersten Mal auf. In den Romanen wurde es im Heft 431 in die Kathedrale der Angst bei Alet-les-Bains überführt. Das Heft 431 'Kathedrale der Angst' soll schon bald als Folge 179 vertont werden.
    • Am Ende der Folge 170 wird die Kreuzformel von Abbé Bloch ausgerufen. Die magische Eruption gestaltet sich dabei anders als üblich und hat ihr Epizentrum im Grab von Hector de Valois.

    Bezüge zu anderen Folgen:

    • Die Ereignisse der Folge 167 'Teufelsspuk und Killer-Strigen' um Jane und den noch immer andauernden Fluch des Hexenmeisters Abandur werden wieder angesprochen.
    • Die Folge 170 spielt vier Wochen nach den Geschehnissen der Folgen 168 und 169. Lupinas Tod am Bala Lake, Morgana Layton und Fenris werden auch wiederholt thematisiert. 'Ein Grab aus der Vergangenheit' wirkt so fast wie eine Art Epilog zum Zweiteiler 'Der grausame Wald' / 'Lupina gegen Mandragoro'.
    • Manon Medoque erwähnt das Serum, das Mondo einst John injizierte, um ihn in einen Werwolf zu verwandeln (Folge 34 'Mr. Mondos Monster' / Folge 35 'Königin der Wölfe').

    Kontinuitätsfehler:

    John behauptet in dieser Folge, er habe den Namen Hector de Valois noch nie gehört. Dies ist jedoch falsch, in der Sonderedition 2 'Der Pfähler' wusste John bereits, dass Hector de Valois ein historischer Templerführer war. Außerdem hat John damals schon von Marek erfahren, dass de Valois einst das Kreuz besessen haben soll. Dass all dies in Folge 170 augenscheinlich vergessen wurde, ist äußerst ärgerlich.

    Die Inhaltsangaben für die Folgen 173 'Im Namen der Hölle', 174 'Das Richtschwert der Templer' (Teil 1) und 175 'Der Grusel-Star' (Teil 2) wurden inzwischen auf luebbe.de veröffentlicht.

    'Im Namen der Hölle' war in den Romanen ja eigentlich eine Einzelgeschichte, die für die Hörspieladaption aber vermutlich in die ganze Templer-Thematik um Hector de Valois eingebunden wird. Jedenfalls liest sich die Inhaltsangabe so, als handle es sich um den Auftakt zum nachfolgenden Zweiteiler der Folgen 174 und 175.

    Anscheinend soll dann in Folge 174 das Richtschwert der Templer auf Zypern gefunden werden, um Jane zu retten. Hier wird augenscheinlich auch einiges hinzugedichtet, das so nicht Teil der Romanvorlage war.

    Bemerkenswert ist auch die Inhaltsangabe zur Folge 175 'Der Grusel-Star', in der von einer Reise in die Zeit von Hector de Valois die Rede ist. Außerdem spielt Akim Samaran offenbar noch in Folge 175 mit, während er in den Romanen ja schon kurz zuvor in 'Das Richtschwert der Templer' starb. Komisch allerdings, dass der titelgebende "Grusel-Star" Vincent van Akkeren, der in Folge 175 eigentlich seinen ersten Auftritt haben müsste, in der Inhaltsangabe keine Erwähnung findet.

    Insgesamt sieht es ganz offensichtlich danach aus, als würde man hier wieder einige unterschiedliche Handlungsstränge miteinander vermischen. Bin gespannt auf das Resultat.

    @Marco
    Diese neue Tendenz zu komischen Kooperationen wie mit SchleFaZ und Henssler sehe ich ebenfalls skeptisch.

    Die Sonderedition 16 'Totenkopf-TV' hätte ich als einmalige non-canon Sonderfolge ja noch tolerieren können, aber scheinbar will man solche Promi-Hörspiele jetzt regelmäßig machen. Ein weiteres Ergebnis dieses Trends ist die neue Hörbuchreihe 'Promis lesen Sinclair'.

    Da hätte ich statt 'Totenkopf-TV' lieber 'Der goldene Buddha' als Sonderedition 16 gehabt, wie ja offenbar ursprünglich geplant war.

    [...]
    Somit wir das einsortieren der restlichen SE etwas komplizierter und ich hoffe sehr das neue Team wird auf die Kontinuität achten!

    Es würde mich übrigens auch nicht wundern, wenn Ehrhardt auf Nachfrage die Sonderedition 7 'Brandmal' und ähnliche Kandidaten ebenfalls als non-canon einordnen würde, wie auch schon Folge 2000 'Das Höllenkreuz'.
    Das würde zumindest erklären, warum er sich bisher offenbar nicht bemüht hat, die Sonderedition 7 irgendwie in die Serienchronologie einzubinden. Und das war mit dem Auftritt von Mark Benecke damals ja auch eine dieser ungewöhnlichen "Kooperationsfolgen", die vermutlich der Verlag umsetzen wollte.

    Geplant wars definitiv nicht, da DE ja noch in einem Interview über die Zukunft der Serie gesagt, dass er da Ideen hat wie er die Templer-Romane vertonen möchte.

    @Marco
    Somit wir das einsortieren der restlichen SE etwas komplizierter und ich hoffe sehr das neue Team wird auf die Kontinuität achten!

    Richtig, das Interview war ja erst vor wenigen Monaten, im Sinclair-Podcast vom September 2023. Damals wirkte es auch noch so, als würde er in Hinblick auf die kommenden Folgen recht enthusiastisch in die Zukunft blicken.
    Umso unerwarteter kommt nun der angekündigte Regisseurwechsel.

    [...]

    Ich denke auch nicht, dass das geplant war, mit der 179 aufzuhören.
    Warum ich das denke?

    3 Taschenbücher hintereinander, ich glaube da hat Dennis noch mal seine für die Zukunft geplanten TB Vertonungen zusammengekratzt.

    Aibon war safe schon geplant/geschrieben.
    [...]

    Auf mich wirkt diese Entscheidung auch vollkommen plötzlich, es lief doch alles so gut. Nichts hatte in den vergangenen Monaten darauf hingedeutet, dass ein solcher Schritt kurz bevorsteht.

    Im Booklet zur Folge 150 'Eisherz' schrieben Ehrhardt und Breidbach noch: "Freuen wir uns alle gemeinsam auf weitere 150 Folgen JOHN SINCLAIR-Hörspiele – mindestens!"

    Und der Zeitpunkt dieses unerwarteten Wechsels macht mich eben (wie gesagt) auch stutzig. Gerade jetzt, wo man mit dem Templer-Zyklus beginnt und in die Aibon-Thematik eintauchen will...

    [...]

    Die Wahl der letzten beiden Titelbilder, die ja nicht die besseren Romancover sind und auch die Auswahl der Romane sind seltsam.

    [...]

    Das wirkte auf mich auch sehr merkwürdig. Die originalen Titelbilder der beiden Hefte 428 'Jiri, der Flammenteufel' und 431 'Kathedrale der Angst' müssten dem Verlag ja noch in guter Qualität vorliegen, immerhin wurden sie erst vor ein paar Jahren noch für die entsprechenden E-Book-Ausgaben auf Amazon verwendet. Warum verwendet man sie nun also nicht für die Hörspielcover?

    Und dann wählt man als Ersatz noch nicht mal Cover aus, die auch wirklich den Inhalt der Romanvorlagen wiedergeben.

    Komischerweise war bei Dörings letzten Folgen damals aber ein ähnliches Phänomen zu beobachten.
    Für Folge 65 'Das Vampirnest' wählte man das Titelbild von Heft 245 'Verdammt und begraben', für Folge 66 'Hexenwahn' das von Heft 1679 'Mandragoros Geisterfrau' und für Folge 67 'Die Gruft mit dem Höllenauge' das von Heft 474 'Der Hexenstein'. Damals passten die verwendeten Alternativcover aber zumindest noch einigermaßen zu den vertonten Geschichten! Das alles ist wirklich äußerst seltsam...

    Finde ich persönlich sehr schade. Folge 179 'Kathedrale der Angst' wird dann also laut HörNews.de Ehrhardts letztes Sinclair-Hörspiel.

    Ehrhardt und Breidbach waren ein eingespieltes Duo und der Zeitpunkt für ihren Weggang ist äußerst ungünstig, da gerade jetzt mit den Templern, Vincent van Akkeren und Aibon mehrere neue Themenkomplexe beginnen, die dann mittendrin von einem anderen Team weitergeführt werden müssen.

    Wie damals bei Döring werden wir wahrscheinlich auch hier nie den genauen Grund für die Abgabe der Regiegeschicke erfahren.
    Jedenfalls hoffe ich, dass man würdige Nachfolger finden wird. Wenn Döring mit seinem Team zurückkehren würde, fände ich das definitiv begrüßenswert, aber damit rechne ich ehrlich gesagt nicht.

    Ich habe große Sorge, dass sich ein neuer Regisseur erst einmal in die ganze Materie einarbeiten muss. Wenn ein neues Team mit den Details der vorherigen 179 Edition-2000-Folgen, 50 Classics und 17 Sondereditionen nicht genau vertraut ist, wäre die Gefahr für Kontinuitätsfehler in Zukunft sehr groß. Hoffentlich wählt der Verlag einen Regisseur aus, der sich mit dem Sinclair-Kosmos schon gut auskennt.

    Bin mal gespannt, ob Folge 175 'Der Grusel-Star' auch wirklich der erste Auftritt von Vincent van Akkeren sein wird, oder ob man ihn in den Hörspielen vielleicht schon in Folge 174 'Das Richtschwert der Templer' einführt.
    Eigentlich war 'Das Richtschwert der Templer' ja der letzte Roman mit Akim Samaran, welcher in der Edition 2000 aber offenbar (?) schon in Folge 165 'Mit Blut geschrieben' abserviert wurde. Hoffe jedenfalls, dass wir noch einmal von Samaran hören werden, sein scheinbarer Abgang in Folge 165 wäre nämlich äußerst unwürdig für einen Erzgegner.

    In Folge 176 'Aibon - Land der Druiden' wird John vermutlich zum ersten Mal nach Aibon gelangen und dort auf den Druidenfürsten Guywano treffen. In der Romanvorlage waren auch Mandra Korab, Myxin, Kara und der Eiserne Engel dabei. Möglicherweise werden wir hier also einen Nachfolger von Peter Matić in der Rolle des Myxin zu hören bekommen. Es wäre Myxins erster Auftritt seit Folge 128 'Hemators tödliche Welt' (Januar 2019).

    Die Folge 177 'Verliebt, verlobt und eingesargt' ist ein kurzweiliger Einzelfall, der teilweise in Dortmund spielt.

    Anschließend wird in Folge 178 'Jiri, der Flammenteufel' wohl der Templer-Zyklus um Baphomet und van Akkeren fortgesetzt. Die Romanvorlage spielt in Mostar in der Herzegowina. Das für das Hörspiel verwendete Vulkan-Titelbild von Heft 99 'Die Lava-Falle' passt aber bis auf das Thema Feuer überhaupt nicht zu diesem Roman.

    Auch Folge 179 'Kathedrale der Angst' basiert auf einem Templer-Roman, in dem Baphomet wieder eine Rolle spielt. In dieser Geschichte wird das silberne Skelett von Hector de Valois in die Kathedrale der Angst bei Alet-les-Bains überführt. Das Cover von Heft 122 'Der Knochenthron' ist hier ebenfalls fehl am Platz, denn der Spuk und der Knochenthron hatten in der Romanvorlage (Heft 431) meiner Erinnerung nach keinen Auftritt. Möglicherweise baut man in die Folge 179 aber Elemente aus dem Zweiteiler der Hefte 432 'Magico' und 433 'Zeitbombe London' ein, in dem der Spuk durchaus auftrat und Kara bei den Flammenden Steinen erschien.
    Interessant ist außerdem, dass der auf dem Cover abgebildete Knochenthron dem Knochensessel der Templer ähnelt, der aber eigentlich erst viel später in Heft 771 'Der Knochen-Sessel' eingeführt wird. Ich glaube aber nicht, dass das als Hinweis auf eine vorgezogene Einführung des Knochensessels zu verstehen ist. Jacques de Molay spielte bisher auch noch gar keine Rolle in den Hörspielen.

    Jedenfalls hoffe ich, dass Ehrhardt die beiden geänderten Titelbilder auch irgendwie in die Hörspiele einbaut. Ich mag es nicht, wenn das Cover nicht zum Inhalt passt.

    Für die Sonderedition 17 'Das Horror-Restaurant' gibt es jetzt auch ein Cover und eine Inhaltsangabe. Steffen Henssler spricht sich in diesem Hörspiel offenbar selbst als Gastronom des fiktiven Londoner Restaurants ANGEL & HENSSLER.

    Sonderedition 17: Das Horror-Restaurant [25.10.2024] [Cover]

    Die Sonderedition wurde am Freitag ja schon im Sinclair-Podcast angekündigt und basiert auf Taschenbuch 97 'Das Horror-Restaurant' [11.04.1989].

    Ebenfalls bekannt sind nun auch:

    Folge 178: Jiri, der Flammenteufel [31.01.2025] [Cover]

    Folge 179: Kathedrale der Angst [28.02.2025] [Cover]


    Die Romanvorlagen für diese beiden Folgen sind:

    Heft 428: Jiri, der Flammenteufel [15.09.1986]

    Heft 431: Kathedrale der Angst [06.10.1986]


    Seltsamerweise wurden für die Hörspielcover allerdings die Titelbilder der deutlich älteren Romanhefte 99 'Die Lava-Falle' und 122 'Der Knochenthron' verwendet. Die originalen Romancover der Hefte 428 und 431 stammten damals auch nicht von Ballestar, sondern von Gerber.

    Nun, es gibt ja noch einige Fälle, die John und Will gemeinsam lösen, bevor dieser den "Teufel im Leib" hat.Da werden bestimmt noch ein, zwei oder drei vertont. :D

    Acht Romane mit Will Mallmann sind im aktuellen Romanbereich noch unvertont: Das sind die Hefte 417 'Die Straße der Gräber', 424 'Das lebende Bild', 425 'Der Kampf mit dem Höllendrachen', 439 'Das Folterbett', 506 'Das unheimliche Grab', 523 'Julies schöne Zombie-Schwester' und 534 'Die Hexen des Spuks' sowie das Taschenbuch 93 'Dekan Diavolo'.

    Davon werden bestimmt noch einige Fälle vertont, um sich gebührend von Will zu "verabschieden". Wenn sich in naher Zukunft die Anzahl der Mallmann-Folgen innerhalb kurzer Zeit verdichten sollte, wird man denke ich merken, dass es langsam auf Dracula II zugeht...

    Die Folge 169 'Lupina gegen Mandragoro' ist ein würdiges Finale des Zweiteilers und man merkt beim Hören auch, dass es in gewisser Weise das Ende einer Ära ist.

    Lupina soll im Auftrag von Fenris das Waldgebiet um den Bala Lake in Wales erobern und mit ihren Werwölfen den Pflanzendämon Mandragoro vernichten oder zumindest nach Aibon zurückdrängen.
    John ist sich immer noch nicht sicher, was er von Mandragoro halten soll und fragt sich, ob der Herr des Waldes vielleicht nur bewahren und beschützen will. Wenn nötig schreckt er aber offensichtlich auch nicht davor zurück, John seine Kreaturen auf den Hals zu hetzen. Die ambivalente Haltung Mandragoros kommt in dieser Folge gut zur Geltung und man bekommt auch einen Eindruck von seiner Macht, als er in der entscheidenden Schlacht diverse Wurzeln, Baumstämme und Lianen in Bewegung setzt, um seine Geschöpfe im Kampf gegen Lupinas Armee zu unterstützen. Gut gefallen hat mir auch, dass John sich im Wald (wohl zu Recht) ständig beobachtet gefühlt hat, da Mandragoro als Naturdämon theoretisch von sämtlichen Pflanzen Besitz ergreifen kann.

    Suko setzt derweil seine Ermittlungen im Orlock-Fall fort und erkundet zusammen mit Alexandra van Dyke eine unheimliche Krypta in den Gewölben unterhalb der Festung von Trevose. Die Nebenhandlung um den Orlock fügt sich gut in die Handlung ein und die Para-Projektionen sind mal eine gelungene Abwechslung von den gewöhnlichen Gegnern. Gefallen hat mir hier außerdem der Auftritt von Asmodis. Er offenbart sich spöttisch als eigentlicher Strippenzieher im Hintergrund, der Lupina und Mandragoro gegeneinander ausspielt und darauf hofft, dass John vielleicht auch noch zwischen den Fronten zerrieben wird.

    In der Zwischenzeit wird Bill noch immer von Edna Seymour im Keller festgehalten und dort mit einem der wiedergekehrten Säureopfer konfrontiert. Von den drei Handlungssträngen dürfte der um Bill wohl der am wenigsten interessante sein. Vielleicht hätte man diese Nebenhandlung streichen sollen und Bill stattdessen mit John und Morgana auf den Wolfsfelsen geschickt. Dann wäre vermutlich auch etwas mehr Zeit für Dialoge mit Lupina gewesen, die hier in ihrer letzten Folge fast ein bisschen zu kurz kommt.

    :kuerbis_laugh:

    Kurz vor der alles entscheidenden Schlacht treffen John und Lupina noch einmal aufeinander. Die Szene wirkte durch die Anspielungen auf die Mordliga-Zeiten sehr nostalgisch, man erinnert sich an Ereignisse aus weit zurückliegenden Hörspielen wie Folge 35 'Königin der Wölfe' oder Folge 74 'Lupinas Sohn'.

    Der große Kampf zwischen Lupinas Werwölfen und Mandragoros Kreaturen ist episch inszeniert und der Herr des Waldes greift durch seine Macht über die Pflanzenwelt auch tatkräftig in das Geschehen ein. Wer die Romanvorlage kennt, wird wenig überrascht sein, dass das Unvermeidliche passiert und Lupina von Mandragoro tödlich verwundet wird. Ehrhardt gibt Lupinas Ende aber wie erwartet noch einen besonderen Twist. Während sie im Roman nach der Vergiftung durch Mandragoro direkt stirbt und zu einem kopflosen Gerippe zerfällt, erhält sie im Hörspiel den Gnadenstoß von John und wird durch die Magie des Kreuzes zu einem Häufchen Staub.

    Das ist einer von mehreren Punkten, in denen sich Lupinas Ende von der Romanvorlage unterscheidet. Im Hörspiel bittet sie John darum, ihr mit dem Silberkreuz den Todesstoß zu geben, da sie nicht durch die Hand eines anderen Dämons sterben will. Dagegen macht sie im Roman die gänzlich gegenteilige Aussage und sieht es als persönlichen Triumph an, dass John sie eben bis zuletzt nicht töten konnte, sondern dass sie am Ende von Mandragoro vergiftet wurde.

    Während John im Hörspiel noch einen einigermaßen versöhnlichen Ton anschlägt und Lupina zusammen mit Morgana vorgaukelt, dass die Werwölfe gewonnen hätten, reibt John der sterbenden Lupina in der Romanvorlage noch knallhart unter die Nase, dass er sich über ihr Ende freut. Mit ihrem letzten Atem wünscht Lupina John daraufhin im Roman, dass er zur Hölle fahren möge. Im Hörspiel wirken ihre letzten Worte dagegen fast schon wie ein Liebesgeständnis, auch wenn sie den Satz nicht mehr komplett über die Lippen bringt und John anschließend etwas ratlos zurückbleibt.

    :kuerbis_laugh:

    Mit Lupinas Vernichtung ist das Kapitel Mordliga nun also endgültig abgeschlossen. 18 Jahre lang war Lupina in der Edition 2000 dabei, von ihrem ersten Auftritt in Folge 35 'Königin der Wölfe' (Juni 2006) bis zu ihrem Ende in Folge 169 'Lupina gegen Mandragoro' (März 2024). Wie von Fenris bestimmt wird Morgana Layton nun also Lupinas Nachfolgerin als Herrin der Werwölfe. Es wirkt wie das Ende einer Ära, denn schon in wenigen Wochen wird mit Hector de Valois und der Einführung der Templer in Folge 170 'Ein Grab aus der Vergangenheit' ein komplett neues Kapitel aufgeschlagen, das die Serie in den nächsten Jahren wohl in Atem halten wird. Später im Jahr 2024 können wir dann wohl auch mit dem ersten Auftritt des Grusel-Stars Vincent van Akkeren rechnen. Und wer weiß, vielleicht taucht auch Akim Samaran in Folge 174 'Das Richtschwert der Templer' noch einmal auf, sein scheinbarer Abgang in Folge 165 'Mit Blut geschrieben' wäre nämlich etwas würdelos für so einen wichtigen Gegner...


    Alles in allem sind die Folgen 168 'Der grausame Wald' und 169 'Lupina gegen Mandragoro' ein erstes Highlight im noch jungen Sinclair-Jahr 2024, in dem voraussichtlich noch einige weitere Meilensteine folgen werden. Es lohnt sich auch wieder einmal, beide Folgen direkt nacheinander zu hören, ansonsten ist der Cliffhanger am Ende der Folge 168 wohl recht frustrierend. Ich habe mit dem Hören auch gewartet, um den Zweiteiler dann nach dem Release der Folge 169 Ende März in einem Durchlauf zu genießen.

    Bei den Sprecherleistungen sind diesmal natürlich Claudia Urbschat-Mingues als Lupina und Maria Koschny als Morgana Layton besonders hervorzuheben. Erik Schäffler als Asmodis ist ebenfalls jedes Mal ein Hörvergnügen, er hat eine ähnlich dröhnende Stimme wie einst Bernd Rumpf in dieser Rolle.


    Besonderheiten:

    • Laut Johns Angaben in Folge 168 'Der grausame Wald' spielt dieser Fall im September, vermutlich des Jahres 2023.
    • Ehrhardt hat für den Zweiteiler der Folgen 168 und 169 die Handlung von insgesamt vier Romanheften gebündelt. Neben den titelgebenden Heften 460 'Der grausame Wald' und 461 'Lupina gegen Mandragoro' wurde auch der Handlungsstrang um den Orlock aus den Heften 462 'Wo der Orlock haust' und 463 'In den Fängen eines Teufels' in die beiden Hörspiele eingebaut. Wie in der Hörspieladaption war auch der Orlock-Fall der Hefte 462/463 inhaltlich mit der Handlung aus den Heften 460/461 verwoben.
    • Asmodis tritt wieder persönlich in Erscheinung und offenbart sich Suko in Trevose als eigentlicher Drahtzieher hinter den Ereignissen in Wales. Sein Ziel war es, Lupina und Mandragoro auf diese Weise gleichzeitig loszuwerden.
    • John Silberkugeln und sein Kreuz erweisen sich (wie in der vorherigen Folge auch der Silberdolch) als nutzlos im Kampf gegen Mandragoros Kreaturen. Durch den Kontakt mit der Aibon-Magie entsteht stattdessen nur wieder der seltsame, grüne Schimmer.

    Bezüge zu anderen Folgen:

    • In dieser Folge gibt es zahlreiche Anspielungen auf zurückliegende Fälle.
    • Es wird mehrfach über die alten Mordliga-Zeiten gesprochen, als Mondo John einst sein Serum injizierte und der Geisterjäger daraufhin in einen Werwolf verwandelt um Lupinas Gunst kämpfte (Folge 34 'Mr. Mondos Monster' / Folge 35 'Königin der Wölfe').
    • Sinclairs Aibon-Vision aus Folge 108 'Satans Knochenuhr' wird erneut kurz angesprochen.
    • John erinnert sich an Mandragoros Bündnis mit Belphégor damals in Paris (Classics 50 'Die Katakomben von Paris') und an den Kampf gegen Judith Kellermann in Wien (Folge 161 'Jenseits-Melodie').
    • Der Vampir Traian Bogdanovich aus Folge 139 'Werwolf-Omen' wird erwähnt. Vermutlich angestiftet von Asmodis hatte er Lupina damals angeboten, sie mit Mandragoro zusammenzubringen. Man erfährt nun, dass dies eine List war und Bogdanovich dafür "gebüßt" hat.
    • Lupina erklärt, dass sie Luparo damals nicht getötet hatte, sondern dass sie stattdessen in einer Art Symbiose eins geworden sind (siehe Folge 74 'Lupinas Sohn' und Folge 80 'Sieben Siegel der Magie').

    Die Folge 168 'Der grausame Wald' ist ein spannender Auftakt zum Zweiteiler um den Machtkampf zwischen Lupina und Mandragoro.
    Bereits die Anfangsszene ist sehr schaurig inszeniert und erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre: Ein unheimliches Propellerflugzeug mit schwarzen Bewässerungstanks versprüht eine merkwürdige, rotbraune Wolke über einem Waldgebiet am Bala Lake und verursacht dadurch einen grässlichen Säureregen, dem eine am See campierende Pfadfinder-Gruppe zum Opfer fällt.

    Neun Tage nach der Naturkatastrophe beginnen die Ermittlungen des Sinclair-Teams, nachdem Bill Conolly von einem alten Schulkameraden ein schockierendes Foto der Toten vom Bala Lake erhalten hat. Bei seinen anschließenden Recherchen ist Bill auf die Pressemeldung eines Chemiekonzerns gestoßen, derzufolge in dem Waldgebiet kürzlich ein neuartiges Pestizid getestet wurde. Ein gewisser Professor van Dyke, der offenbar in die Angelegenheit verwickelt war, wird von John, Suko und Bill wenig später in London tot aufgefunden.
    John und Bill fahren daraufhin für weitere Ermittlungen nach Wales, während Suko der Tochter des Professors und einem gewissen Kenneth Dalton einen Besuch in Cornwall abstattet. Bereits kurz nach der Ankunft im vergessenen Dorf am Bala Lake werden John und Bill jedoch getrennt und müssen sich alleine durchschlagen, sodass sich die Handlung der Folge letztlich in drei Ebenen aufspaltet.

    :kuerbis_laugh:

    Meine Lieblingsszene in der Folge dürfte wohl Sukos Ankunft in Trevose sein. Die Beschreibungen der dortigen Szenerie sind sehr atmosphärisch: Eine Straße, die einen Hügel hinauf zu einer Festung direkt an den Steilklippen führt, eine Gruppe Kinder, die auf einer Wiese um ein Feuer tanzt und dabei ein unheimliches Lied über den Orlock singt und eine Vogelscheuche mit schwarzer Maske auf dem Gesicht, die an einen Zaunpfahl gebunden ist. Dazu noch die stimmungsvolle Hintergrundmusik, als Suko mit seiner Harley die Straße zum Anwesen hinauffährt. Mag zwar alles ein bisschen klischeehaft sein, doch solche subtileren Szenen darf es meiner Meinung nach gerne häufiger geben.

    Ein weiteres Highlight der Folge ist Johns erste direkte Begegnung mit Mandragoro in der unterirdischen Höhle aus Wurzeln. Mir gefällt, dass Mandragoros Ambivalenz als Naturdämon hier wieder durchscheint. Er teilt John mit, dass er nicht sein Feind ist, ihn aber auch nicht retten wird. Der anschließende Auftritt von Morgana Layton am Ende der Folge ist dann noch ein toller Cliffhanger, der Lust auf den zweiten Teil macht.

    Die Sprecherleistungen sind wie immer auf dem gewohnt hohen Niveau. Gerlinde Dillge spricht hier wieder einmal eine unheimliche ältere Dame, diesmal Edna Seymour. Sehr ähnliche Figuren hatte sie ja auch schon in der Classics 48 und der Sonderedition 15 gesprochen.


    Besonderheiten:

    • Der Fall spielt im September, vermutlich des Jahres 2023.
    • Ehrhardt hat für den Zweiteiler der Folgen 168 und 169 die Handlung von insgesamt vier Romanheften gebündelt. Neben den titelgebenden Heften 460 'Der grausame Wald' und 461 'Lupina gegen Mandragoro' wurde auch der Handlungsstrang um den Orlock aus den Heften 462 'Wo der Orlock haust' und 463 'In den Fängen eines Teufels' in die beiden Hörspiele eingebaut. Wie in der Hörspieladaption war auch der Orlock-Fall der Hefte 462/463 mit der Handlung aus den Heften 460/461 verwoben.
    • Mandragoro tritt zum ersten Mal persönlich in Erscheinung. Bisher hatte John immer nur mit seinen Pflanzenkreaturen zu tun gehabt (Classics 50, Folge 161).
    • John setzt seinen Silberdolch ein, der sich seit Folge 165 'Mit Blut geschrieben' endlich wieder in seinem Besitz befindet. Der Dolch erweist sich jedoch gegen Mandragoros Geschöpfe als wirkungslos. Auf der Klinge des Dolchs erscheint durch den Kontakt mit der Aibon-Magie für kurze Zeit derselbe grüne Schimmer, der sich in Folge 161 'Jenseits-Melodie' auch schon auf dem Silberkreuz gezeigt hatte.

    Bezüge zu anderen Folgen:

    • Die Folge schließt an die Ereignisse um die Strigen und den Hexenmeister Abandur aus Folge 167 'Teufelsspuk und Killer-Strigen' an. John erwähnt, dass zwei Wochen seit diesem letzten Fall vergangen sind und dass er immer noch keinen Weg gefunden hat, den Fluch zu brechen, durch den Jane Collins tagsüber stets das Gesicht einer alten Frau erhält.
    • Bei seiner ersten direkten Begegnung mit Mandragoro ermöglicht der Pflanzendämon John einen kurzen Blick in das Druidenland Aibon, das zuletzt in Folge 161 'Jenseits-Melodie' eine Rolle gespielt hatte. John realisiert nun, dass er schon einmal eine Vision von Aibon hatte, als Jane ihn damals in Folge 108 'Satans Knochenuhr' an die Knochenuhr gefesselt hatte.

    Der Zweiteiler der Folgen 168 'Der grausame Wald' und 169 'Lupina gegen Mandragoro' wird bestimmt ein Highlight im Jahr 2024.
    Die Inhaltsangaben für die beiden Folgen hören sich auf jeden Fall schon mal super an und der Bala Lake eignet sich perfekt als Schauplatz für eine Gruselgeschichte.
    Auch schön, dass John und Bill offenbar mal wieder alleine ermitteln, das erinnert mich ein bisschen an die Classics-Zeit.

    Inzwischen ist ja allgemein bekannt, dass es in diesem Zweiteiler zu einem einschneidenden Ereignis kommen wird.
    Es wird das Ende einer Ära sein, denn direkt danach beginnt dann schon mit Folge 170 'Ein Grab aus der Vergangenheit' das Kapitel Templer, welches die Serie wohl für immer verändern wird.
    Das kommende Jahr dürfte jedenfalls spannend werden.