Holy-Horror 48: Der Menschensauger
Als Fan der großen (deutschen) Stummfilm-Klassiker war das ein besonders schönes Schmankerl von Marc Freund. Es ist (ungefähr) 1928, Murnau dreht „Nosferatu II“, und am Set (und nicht nur da) geht ein Vampir um und holt sich seine Opfer. Der Kommissar hat den Durch- und genügend Weitblick, der Assistent schnackt sich durch den Fall, die Damen kreischen schön entsetzt, und Dietmar Wunder kann als Max Schreck („Heißt der wirklich so?“) wunderbar theatralisches Pathos von Stapel lassen. Dazu ein herrlich unkonventionelles Ende, und ich war eine Stunde bestens unterhalten. 
Das ganze erinnerte mich an zwei Filme: Zum einen natürlich Elias Merhiges „Shadow of the Vampire“ (2000), der die Frage, ob Schreck wohl wirklich ein Vampir war, schon einmal aufgeworfen hat. Und zum anderen Tod Brownings „Mark of the Vampire“ (1935) mit „diesem Ungarn“ Bela Lugosi, der die gleiche Auflösung (oder doch zumindest eine sehr ähnliche) der Ereignisse schon einmal gebracht hat.
Bleibt die Frage, ob der Autor wohl mit seinem (hier) ersten Opfer verwandt ist. Der echte Karl Freund [
-Modus ein] endete übrigens nicht 1928 kopfüber und ausgeblutet in einem Hamburger Filmstudio, sondern ging 1929 nach Hollywood, arbeitete u.a. an den Universal-Horrorklassikern „Dracula“ (1931, als Kameramann) mit Lugosi und „Die Mumie“ (1932, als Regisseur) mit Boris Karloff sowie später (1951-56) für’s Fernsehen an der erfolgreichen Sitcom „I Love Lucy“ und starb nach einem (vermutlich) erfüllten und mit zwei Oscars ausgezeichnetem Leben erst 1969 mit 79 Jahren in Santa Monica, Kalifornien. [
-Modus aus]