Beiträge von Interplanar

    Gestatten, Piefke - Folge 2 - Die Katze von Köpenick

    Oliver Stritzel als Walter Piefke, hm, ich finde, er spielt manchmal, er liest manchmal, total wechselhaft, kann sein, dass ich das alleine so empfinde.

    Oliver Stritzel ist selbst dann nicht immer für eine Rolle zu begeistern, wenn die Rolle viel "Fleisch" hat. Also nicht ein Sprecher, der seine eigene Regieleistung mitbringt (im Gegensatz zu Manja Doering, die nach meiner Erfahrung eig. immer wirklich gut vorbereitet kommt und viele konstruktiv-kreative Ideen mitbringt).

    Das moderne Erzählen ist aber im Hörspiel des Jahres 2022 größtenteils noch nicht angekommen, wie mir scheint. Da sehe ich auch nur ganz wenige Kreative, die das überhaupt versuchen.

    Das wird sicherlich mit dem Entspannungsbedürfnis zu tun haben. Die Welt ist so fordernd und überflutend, wer will sich da abends oder auf dem Weg zum Job noch was anhören, das nicht durch das Vertraute entspannt?

    Es gab so vor 15 Jahren mal einen Versuch (inkl. einer gedrehten Szene), Buck Rogers neu zu beleben, und für diese Szene hatte man Gil Gerard und Erin Gray als Buck Rogers' Eltern besetzt, die absolut nicht wollen, dass ihr Sohn in den Krieg zieht

    Ich hätte gerne mehr aus der Buck Rogers Welt erlebt, aber der Ausschnitt ist irgendwie komisch.
    Col. Wilma Deering sitzt zu Hause und schält Kartoffeln?
    Passt für mich nirgendwie nicht. Und die Kleidung, Einrichtung, Klamotten sehen so alt aus, als wenn es bei den Waltons spielen würde. :gruebel:

    Dieser Neuverfilmungsversuch hatte die ganze Geschichte Retro-SF-mäßig in die Zeit des 1. Weltkrieges verlegen wollen, wie man am Dialog hört. Gerard und Gray spielen da halt auch nicht ihre Rollen aus der 1979er Serie, sondern Bucks Eltern, als Cameo für die Fans.

    Es gab so vor 15 Jahren mal einen Versuch (inkl. einer gedrehten Szene), Buck Rogers neu zu beleben, und für diese Szene hatte man Gil Gerard und Erin Gray als Buck Rogers' Eltern besetzt, die absolut nicht wollen, dass ihr Sohn in den Krieg zieht ... leider wurde nichts draus.

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    RIP Gil Gerard -- mit meinem damaligen Lieblings-Weltraumheld teiltest Du sogar die Synchronstimme ...

    Und wieder mal, typisch für Audible, muss man in Schauspielerinterviews nachlesen, wer Regie geführt und/oder produziert hat.

    Reiner Glücksfall, wenn man es dann erfährt (hier: wieder Tommi Schneefuß und sein Studio). Denn weder in PM noch in einem Promoclip ein Hinweis darauf.

    Das schürt den Verdacht, diese Info werde audibleseits proaktiv ausgeschlossen.

    Man entnimmt meinem Ton wohl gut, wie ich dazu stehe.

    Sehr gut gesammelt ... und eigentlich alle dieser Punkte (bis auf das Sprechercasting) sind Skriptfehler -- und die zeigen auf die Autoren und hier mangelnde Sorgfalt, Talent oder Einfühlungsvermögen in die Handlung, die man da gerade verfasst.

    Torsten Dewi hat gerade zwei sehr lesenswerte Artikel zum Thema "männlicher" und "weiblicher" Grusel geschrieben (hier und hier). In ersterem weist er auf einen Fehler hin, der seiner Einsicht zufolge gerade im deutschen Film den Durchbruch von Gruselstoffen immer wieder verhindert, obwohl eine Akzeptanz des Publikums durchaus da wäre:

    Zitat

    Das ist übrigens auch der Punkt, an dem so viele deutsche Versuche im Genre scheitern: Sie verstehen nicht, dass das Monster nicht für sich allein steht, sondern nur einen tieferen psychologischen Konflikt repräsentiert. Es ist ein Katalysator, ein Auslöser, ein Werkzeug, ein Platzhalter. Ceci n’est pas une pipe.

    Das sehe ich in den meisten der von Isaak angesprochenen Punkten auch als Ursache: in der Einschätzung, dass die meisten Hörer "ohnehin nur das hören wollen, was sie kennen", scheinen einige Autor(inn)en die Symptome für die Ursache zu halten, und dann werden Lösungswege eben "hingestellt", statt motiviert aus der Geschichte oder den Charakteren entwickelt zu werden. Nicht nur draufzuschauen auf die Geschichte und dass sie Anfang, Mitte und Schluss haben sollte, sondern tiefer einzutauchen. Das steht aber natürlich im Konflikt mit dem üblichen Zeitdruck, unter dem Autoren adaptieren oder verfassen, der entweder aus postulierten Deadlines ("in drei Wochen sind die Sprecher im Studio!") oder aus der Einsicht entsteht, dass man "für dieses Honorar doch ernsthaft nicht mehr als XX Tage an dem Stoff arbeiten" solle.

    Von daher: ich könnte jetzt sagen "was hast du denn erwartet?", aber das wäre falsch. Es ist nämlich richtig, das zu erwarten. Aber ist es dann nicht vielleicht das falsche Biotop, in dem Du nach Hörstoff suchst?