Professor van Dusen: In neuen Fällen - 46 - riecht den Braten

  • Professor van Dusen: In neuen Fällen - 46. riecht den Braten

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    Eigentlich wollte Professor van Dusen seinen Aufenthalt in Nizza genießen, doch ehe er sich versieht, findet er sich als Teilnehmer eines Kochwettbewerbs wieder. Dank seiner außergewöhnlichen Kenntnisse der Chemie traut man ihm durchaus zu, mit erfahrenen Köchen mitzuhalten. Noch bevor die Jury jedoch die ersten Gerichte verkosten kann, stirbt einer der Teilnehmer unter mysteriösen Umständen. Schnell wird klar, dass sich ein Giftmischer unter den Köchen befinden muss. Gemeinsam mit seinem treuen Begleiter macht sich Professor van Dusen daran, den Täter zu entlarven.

    Mit „Riecht den Braten“ beweist Mark Freund einmal mehr, dass sich die neue Professor van Dusen-Reihe immer wieder an ungewöhnliche Schauplätze und Themen heranwagt. Ein Kochwettbewerb hätte man wohl kaum mit dem berühmten Amateurdetektiv in Verbindung gebracht, doch genau dieser ungewöhnliche Ansatz macht den besonderen Reiz der Folge aus. Statt auf bekannte Muster zu setzen, eröffnet die Geschichte der Serie erneut eine ganz neue Facette.

    Der Einstieg gelingt ausgesprochen flüssig. Van Dusens Teilnahme am Wettbewerb wird mit seinen umfangreichen chemischen Kenntnissen schlüssig erklärt, sodass die Geschichte ohne große Umwege beginnen kann. Gleichzeitig lernt man die übrigen Teilnehmer und Juroren schnell kennen. Wie so oft bei Mark Freund besitzen die Figuren markante Eigenheiten und werden mit einem leichten Augenzwinkern gezeichnet, ohne dabei zur Karikatur zu werden. Der eigentliche Kriminalfall nimmt schon früh Fahrt auf, als einer der Teilnehmer plötzlich ums Leben kommt. Von diesem Moment an entwickelt sich eine klassische Van-Dusen-Ermittlung, die mit zahlreichen falschen Fährten und immer neuen Verdachtsmomenten arbeitet. Besonders gefallen hat mir, dass sich die Lösung nicht sofort abzeichnet. Stattdessen führen immer wieder neue Hinweise in unterschiedliche Richtungen und machen den Fall angenehm unberechenbar. Auch das ungewöhnliche Umfeld trägt viel zur Atmosphäre bei. Der Kochwettbewerb bildet weit mehr als nur eine Kulisse, sondern wird geschickt in die Handlung eingebunden. Dadurch entsteht eine Geschichte, die sich angenehm von den bisherigen Fällen abhebt und der Reihe frische Impulse verleiht. Die Auflösung fügt sich schließlich nahtlos in das Gesamtbild ein und überzeugt mit der für Professor van Dusen typischen Mischung aus Cleverness und logischer Nachvollziehbarkeit.

    Franziska Endres verleiht Hortense Dubois eine wunderbar temperamentvolle und markante Persönlichkeit. Mit viel Energie bringt sie die exzentrische Köchin überzeugend zur Geltung und sorgt dafür, dass ihre Figur schnell im Gedächtnis bleibt. Jacob Weigert überzeugt als Henri Matisse mit einer sehr natürlichen und sympathischen Darstellung. Er fügt sich hervorragend in das Ensemble ein und behauptet sich mühelos zwischen den zahlreichen markanten Figuren, ohne sich dabei unnötig in den Vordergrund zu drängen. Auch Johannes Berenz hinterlässt als Armand Borel einen starken Eindruck. Er verleiht seiner ungewöhnlichen Figur viel Charakter und sorgt dafür, dass sie über die gesamte Handlung hinweg glaubwürdig wirkt. Insgesamt präsentiert sich das Sprecherensemble erneut auf einem hohen Niveau und trägt entscheidend zum Charme der Geschichte bei.

    Die akustische Umsetzung überzeugt erneut auf ganzer Linie. Gerade die Szenen rund um den Kochwettbewerb profitieren von zahlreichen passenden Geräuschen, die den Trubel in der Küche lebendig einfangen. Klapperndes Geschirr, geschäftiges Arbeiten und die vielen kleinen Details lassen die Schauplätze authentisch wirken. In ruhigeren Momenten nimmt sich die Inszenierung bewusst zurück und verzichtet auf übermäßige Geräuschkulissen oder Musik. Dadurch erhalten die Dialoge genügend Raum und die Atmosphäre wirkt jederzeit stimmig. Insgesamt entsteht ein ausgewogenes Klangbild, das hervorragend zur klassischen Erzählweise der Reihe passt.

    Das Cover zeigt eine der frühen Szenen der Geschichte und stellt die wichtigsten Figuren gelungen in den Mittelpunkt. Der charakteristische Bleistiftstil sorgt erneut für einen hohen Wiedererkennungswert und zeigt eindrucksvoll, wie viel Ausdruckskraft auch eine Schwarz-Weiß-Illustration besitzen kann. Zusammen mit dem markanten roten Rahmen entsteht ein elegantes und sehr stimmiges Gesamtbild, das sich nahtlos in die bisherige Coverreihe einfügt.

    Mit „Riecht den Braten“ gelingt Mark Freund erneut eine ebenso originelle wie unterhaltsame Folge. Das ungewöhnliche Setting rund um einen Kochwettbewerb bringt frischen Wind in die Reihe, ohne dabei die klassischen Stärken von Professor van Dusen aus den Augen zu verlieren. Ein raffinierter Kriminalfall, skurrile Figuren und eine logisch aufgebaute Auflösung sorgen für beste Unterhaltung. Besonders gefallen hat mir, wie selbstverständlich sich das neue Thema in die Welt von Professor van Dusen einfügt. Dadurch wirkt die Folge gleichzeitig vertraut und erfrischend anders. Zusammen mit den überzeugenden Sprecherleistungen und der stimmungsvollen Inszenierung gehört „Riecht den Braten“ für mich zu den gelungenen neueren Fällen der Reihe.

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