Rezension: Sherlock Holmes - Band 3 - Der verschwundene Grafensohn

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 190 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. Februar 2026 um 19:45) ist von MonsterAsyl.

  • Sherlock Holmes - Band 3 - Der verschwundene Grafensohn

    Erscheinungstermin: 31.10.2025
    Autor: Arthur Conan Doyle & Amy Onn
    Buchbearbeitung: Stephan Bosenius
    Lektorat: Dr. Daniela Stöger / Marc Gruppe
    Illustration: Bastien Ephonsus
    Satz und Layout: Lars Auhage
    Sherlock Holmes Logo und Rahmen: Firuz Askin
    Maße: Länge 19cm, Breite 12cm, Höhe 0,8cm
    ISBN 978-3-69027-014-4

    Erhältlich unter anderem bei:
    Hugendubel
    zum Preis von 9,99 € oder als eBook für 5,99 €
    oder bei
    Amazon
    zum Preis von 9,99 € oder als Kindle für 5,99 €

    In dieser Pastiche-Geschichte verschlägt es Sir Arthur Conan Doyles weltbekannte Charaktere nach Wien. Graf Schönberg, den sie bereits im Fall "Mayerling" kennengelernt haben, bittet sie um ihre Hilfe. Sein kleiner Sohn ist am hellichten Tag entführt worden. Selbstverständlich machen sich Sherlock Holmes und Doktor Watson umgehend auf den Weg, um dem verzweifelten Vater beizustehen. In Wien angekommen, richtet sich der Verdacht schnell gegen die Verwandtschaft Schönbergs, zu der dieser seit langem keinen Kontakt mehr hat. Doch ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht, und der Meisterdetektiv hat einige Rätsel zu lösen, bis er den Jungen schließlich retten kann.
    Die Geschichte nimmt dabei kontinuierlich an Spannung zu und ist clever konstruiert. Insbesondere die Einbindung der griechischen Sage um die Entführung der "Europa" hat mir gut gefallen, nicht nur, weil sie an sich schon interessant ist, sondern auch sehr geschickt in die Handlung eingebunden wurde. Nicht ganz so gelungen fand ich hingegen die Zugfahrt, bei der "Kommissar Zufall" den beiden Detektiven für meinen Geschmack zu offensichtlich in die Hände spielt.
    Davon abgesehen habe ich an dem Roman jedoch nichts auszusetzen. Das Wien zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jhd. und dessen Bevölkerung, beginnend beim Adel bis hin zur absoluten Unterschicht, wird anschaulich und akkurat beschrieben, so daß man als Leser schnell dem Wiener Charme erliegt.
    Vielleicht geht es ja nur mir so, aber als Kenner der Hörspielserie (dieser Band basiert auf dem Hörspielskript der gleichnamigen Folge 64) habe ich während der Lektüre jedesmal umgehend die Stimmen der Hörspielsprecher im Ohr. Ausgelöst wird dieses Phänomen unter anderem durch den immer gleichen Introtext, welcher bei Roman und Hörspielserie identisch ist. Für mich bedeutet das einen besonderen Bonus, und ich kann nur jedem empfehlen, nach oder vor der Lektüre ergänzend auch das Hörspiel zu hören.
    Inklusive Umschlag umfasst der in sieben Kapitel unterteilte Roman 106 Seiten, von denen die letzten beiden einerseits für die Vorschau auf den nächsten Band, "Der Fall Harry Houdini", andererseits für vier Coverabbildungen der Hörspielserie reserviert sind. Das Romancover hat das gleiche Motiv wie das des Hörspiels, ist nur, entsprechend dem Buchformat, ein wenig größer. Auf der Rückseite finden sich neben der Inhaltsangabe noch ein Verweis auf die Hörspiele, sowie zwei Kurzkritiken und ein kleines von Firuz Askin gemaltes Bild des Meisterdetektivs und seines Freundes.

    Fazit: Atmosphärisch dichte Krimiunterhaltung, die zusätzlich mit Wiener Lokalkolorit punkten kann.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich kostenlos und werden Sie Teil der Hörgrusel-Community! Wir freuen uns auf Sie!