Das Rätsel der sechs Detektive (Die drei ???/Die drei !!!)

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 812 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. Januar 2026 um 14:49) ist von Smeralda.

  • Dieses Exposé beschreibt ein Crossover-Event zwischen den

    Die drei ??? (Justus, Peter, Bob) und den Die drei !!! (Kim, Franzi, Marie).

    Titel-Arbeitstitel: Das Rätsel der sechs Detektive

    Genre: Kinderkrimi / Abenteuer
    Zielgruppe: 9-99 Jahre
    Setting: Rocky Beach (Kalifornien) und ein fiktives Filmset in den Hollywood Hills.

    1. Die Ausgangslage

    Ein großer deutsch-amerikanischer Freundschafts-Wettbewerb führt die drei Ausrufezeichen nach Kalifornien. Kim hat einen Krimi-Kurzgeschichtenwettbewerb gewonnen, dessen Preis eine Statistenrolle in einem neuen Hollywood-Blockbuster in der Nähe von Rocky Beach ist. Zur gleichen Zeit werden die drei Fragezeichen von Onkel Titus beauftragt, Requisiten von genau diesem Filmset abzuholen, die für den Schrottplatz aussortiert wurden.

    2. Der Konflikt

    Am Set geschehen seltsame Dinge: Teure Kostüme verschwinden, Lichtanlagen fallen scheinbar grundlos aus und die Hauptdarstellerin erhält Drohbriefe. Die Regie droht mit dem Abbruch der Dreharbeiten.

    Beim ersten Aufeinandertreffen am Set geraten die beiden Detektiv-Clubs zunächst aneinander. Justus ist skeptisch gegenüber den „Amateuren“ aus Deutschland, während Kim die Jungs für überheblich hält. Beide Teams versuchen, den Fall unabhängig voneinander zu lösen, was zu komischen Verwechslungen und gegenseitiger Behinderung führt.

    3. Die Wendung

    Als Franzi und Peter bei einer nächtlichen Verfolgung im Wald beinahe in eine Falle tappen, erkennen sie, dass der Täter gefährlicher ist als gedacht. Die Hinweise deuten darauf hin, dass jemand versucht, den Film zu sabotieren, um den Wert der Filmproduktionsfirma zu senken und sie feindlich zu übernehmen.

    Justus und Kim erkennen bei einer (erzwungenen) gemeinsamen Lagebesprechung im Kaffeewagen, dass ihre kombinierten Hinweise das vollständige Bild ergeben:

    • Die ??? haben technische Manipulationen an den Kameras entdeckt.
    • Die !!! haben durch Maries Mode-Expertise herausgefunden, dass die gestohlenen Kostüme gegen billige Fälschungen ausgetauscht wurden.

    4. Das Finale

    Die sechs Detektive bündeln ihre Stärken:

    • Justus und Kim entwerfen einen brillanten Masterplan.
    • Bob und Marie recherchieren im Archiv der Filmgesellschaft nach dem Motiv.
    • Peter und Franzi übernehmen den sportlichen Teil und stellen den Täter in einem spektakulären Showdown in den Kulissen einer Western-Stadt.

    5. Das Ende

    Der Fall wird gelöst, der Film gerettet. Justus muss zähneknirschend zugeben, dass die „Drei !!!“ erstklassige Arbeit geleistet haben. Kim schenkt Justus ein Notizbuch für seine Recherchen, und man verspricht sich, in Kontakt zu bleiben – vielleicht für einen Gegenbesuch in Deutschland.


    Testkapitel

    Kapitel 3: Detektive, Donuts und dicke Luft

    „Justus, ich sage es ungern, aber dieser ‚Schrott‘ wiegt mindestens eine Tonne“, keuchte Peter, während er versuchte, eine lebensgroße, goldene Ritterstatue aus Pappmaschee auf den Pick-up von Onkel Titus zu hieven.

    „Muskelkraft ist eine Frage der Hebelwirkung, Peter“, erwiderte Justus Jonas, der mit einem Klemmbrett danebenstand und die Inventarliste prüfte. „Außerdem ist das kein Schrott. Das ist die Original-Requisite aus ‚Der Fluch von Schloss Gruselstein‘. Onkel Titus wird sie für mindestens fünfzig Dollar an einen Sammler verkaufen.“

    Bob kam schnaufend mit einer Kiste voller Perücken um die Ecke. „Leute, wir sind hier nicht allein. Da drüben am Catering-Zelt stehen drei Mädchen, die uns beobachten, als wären wir seltene Käfer im Biologieunterricht.“

    Die drei Fragezeichen blickten zum Set-Eingang. Dort standen Kim, Franzi und Marie. Kim hielt ein Notizbuch fest umklammert, Franzi trug ihre Skates um den Hals, und Marie sah aus, als hätte sie gerade ein Mode-Shooting für die Vogue beendet – selbst bei 30 Grad im kalifornischen Staub.

    „Das müssen die deutschen Austausch-Statistinnen sein“, flüsterte Justus. „Kim Jülich, die Gewinnerin des Krimi-Preises. Logische Schlussfolgerung: Sie halten sich für Detektive.“

    „Können wir jetzt einfach mal Hallo sagen?“, fragte Peter, doch die Mädchen kamen bereits auf sie zu. Kim marschierte voran.

    „Entschuldigung“, sagte Kim auf Englisch, mit einem sehr korrekten Akzent. „Gehört dieser Wagen euch? Er blockiert die Sichtachse für die nächste Szene. Laut Regieplan müsste hier jetzt freie Fahrt sein.“

    Justus warf einen kurzen Blick auf sein Klemmbrett, ohne die Unterbrechung wirklich zu quittieren. Erst nach einer kleinen, dramatischen Pause wechselte er in akzentfreies Deutsch, was die Mädchen sichtlich verblüffte. „Eigentlich blockieren wir nicht, wir laden. Und laut der Sondergenehmigung von Produktionsleiter Miller haben wir noch genau sieben Minuten, bevor der Set-Runner uns wegschickt.“ Er tippte auf seine Armbanduhr. „Ich bin übrigens Justus Jonas. Und das sind meine Kollegen.“

    Marie hob eine Augenbraue und musterte Justus’ leicht staubiges T-Shirt. „Kollegen? Seid ihr die Junior-Müllabfuhr von Rocky Beach?“

    Franzi kicherte, aber Kim warf ihr einen strengen Blick zu. „Marie, sei nicht unhöflich. Ich bin Kim. Und das ist Franzi. Wir sind hier, um… nun ja, wir haben ein Auge auf die Dreharbeiten.“

    „Ein Auge?“, Bob schaltete sich ein und lächelte charmant. „Ihr meint, weil die Beleuchtung gestern Nacht manipuliert wurde und die Hauptdarstellerin hysterisch ist? Ich bin Bob Andrews, zuständig für Recherchen und Archiv.“

    Jetzt war Kim an der Reihe, verblüfft zu sein. „Woher wisst ihr von der Beleuchtung? Das stand in keinem Blog.“

    „Kombinationsgabe“, sagte Justus und nahm sich einen Donut vom nahen Buffet-Tisch. „Die Kabelreste am Boden dort hinten weisen saubere Schnittkanten auf. Das war kein Verschleiß, das war ein Seitenschneider. Markenprodukt, vermutlich 15 Millimeter.“

    Franzi verschränkte die Arme. „Nicht schlecht, Sherlock. Aber hast du auch gesehen, dass der Saboteur Schuhgröße 44 trägt und leicht mit dem linken Bein humpelt? Die Abdrücke im feuchten Zement hinter der Kulisse sind da ziemlich eindeutig.“

    Peter pfiff durch die Zähne. „Humpeln? Das war kein Humpeln, das war das Gewicht einer schweren Kabeltrommel, die er geschleppt hat.“

    Justus und Kim starrten sich an. Es war wie bei zwei Westernhelden vor dem Duell – nur dass der eine einen Donut hielt und die andere einen pinkfarbenen Glitzerkugelschreiber.

    „Hört mal“, sagte Kim schließlich und klappte ihr Notizbuch zu. „Wir lösen diesen Fall. Wir brauchen keine Hilfe von Jungs, die alte Ritterstatuen sammeln.“

    „Und wir“, erwiderte Justus mit einem gefährlich ruhigen Lächeln, „lösen Fälle normalerweise, bevor die Statisten überhaupt ihr Make-up aufgetragen haben. Wir übernehmen das ab hier.“

    „Das werden wir ja sehen“, sagte Marie und rückte ihre Sonnenbrille zurecht. „Kommt, Mädels. Wir haben eine Spur. Und die führt garantiert nicht zum Schrottplatz.“

    Die drei Mädchen drehten sich synchron um und marschierten davon.

    „Justus?“, fragte Peter nach einer kurzen Stille.
    „Ja, Peter?“
    „Ich glaube, die sind verdammt gut.“
    „Mag sein“, brummte Justus und biss wütend in seinen Donut. „Aber sie haben keine Visitenkarte. Wir haben eine. Und wir werden sie zuerst einem Auftraggeber überreichen!“

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    4 Mal editiert, zuletzt von Rudolf Platte (8. Januar 2026 um 00:48)

  • Eigenwerbung kennt man vom Kosmos-Verlag ja schon (siehe Kammer der Rätsel), aber das ist jetzt schon ein bisschen dreist.

    Ich vermute ja, dass der Verlag (wenn die Hörspielserie eingestellt wird, wofür es ja auch viele Hinweise gibt), auch die Buchreihe einstelle. Warum sollten die sonst versuchen, ihre Leser für ihre anderen Serien zu begeistern.

  • [...] Ich vermute ja, dass der Verlag (wenn die Hörspielserie eingestellt wird, wofür es ja auch viele Hinweise gibt), auch die Buchreihe einstelle. [...]

    Ich glaube nicht, dass der Kosmos-Verlag freiwillig darauf verzichtet, gutes Geld einzunehmen. Auch wenn die Qualität der zuletzt erschienenen Bände in meinen Augen nicht mehr an die seiner Vorgänger heranreicht, kann die Buchserie auch dann noch erfolgreich sein, wenn die Hörspiele schon nicht mehr produziert werden.

  • Die Frage, die ich aufwerfen wollte, war eigentlich eher warum es nicht längst ein Crossover dieser beiden erfolgreichen Jugendserien gibt, da es ja bereits von den Reihentiteln ??? und !!! her naheliegt. Und sie stammen ja wirklich auch noch aus ein und demselben Verlag und kommen schon jetzt mit einem recht ähnlichen Coverdesign daher. Mich wundert das total! Nun kenne ich die Rechtelage nicht, aber was Kosmos in Bezug auf die drei Fragezeichen in den letzten Jahren veröffentlicht und herausgebracht hat, wirkt wie ich finde nicht so, als ob da irgendein Erbe von Robert Arthur oder wer auch immer wäre, der Interesse hätte, auch noch bei der letzten Schnapsidee mit seinem/ihrem Veto einzugreifen… :hut:

    Ich fände so ein Crossover allerdings absolut reizvoll und wichtig. Es ist schon seit jeher ein Problem der Autoren, in die Jungsdynamik von DDF gleichberechtigt agierende weibliche Protagonistinnen einzubauen. Leser empfinden das dann oft als Störfaktor oder Alibifunktion und tatsächlich sind die Mädchenrollen dann manchmal ja auch bloß als Anhängsel oder für Nebenplots konzipiert. Mit Kim, Franzi und Marie als bereits etablierte Charaktere könnte dieser Fehler im Universum endlich mal behoben werden und es eine Begegnung zwischen Jungs und Mädels schon allein zahlenmäßig auf Augenhöhe geben.

    Ich erkenne ja an, dass die Autorinnen der letzten Jahre mehr und mehr um Diversität bemüht sind, aber es scheint schwer, den von Robert Arthur in den 1960ern erschaffenen ikonischen Jungs-Kosmos in diese Richtung zu modernisieren. Ein Crossover mit den drei !!! wäre dementsprechend in meinen Augen kein Marketing-Gag sondern tatsächlich eine tolle Möglichkeit zur Erneuerung der Reihe, mit der dem strukturellen Problem der absoluten Jungslastigkeit bei DDF einmal ernsthaft und mit echter Mädchenpower der Kampf angesagt wird!

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    24 Mal editiert, zuletzt von Rudolf Platte (7. Januar 2026 um 08:33)

  • Die Frage, die ich aufwerfen wollte, war eigentlich eher warum es nicht längst ein Crossover dieser beiden erfolgreichen Jugendserien gibt, da es ja bereits von den Reihentiteln ??? und !!! her naheliegt. Und sie stammen ja wirklich auch noch aus ein und demselben Verlag und kommen schon jetzt mit einem recht ähnlichen Coverdesign daher. Mich wundert das total! Nun kenne ich die Rechtelage nicht, aber was Kosmos in Bezug auf die drei Fragezeichen in den letzten Jahren veröffentlicht und herausgebracht hat, wirkt wie ich finde nicht so, als ob da irgendein Erbe von Robert Arthur oder wer auch immer wäre, der Interesse hätte, auch noch bei der letzten Schnapsidee mit seinem/ihrem Veto einzugreifen… :hut:

    Ich fände so ein Crossover allerdings absolut reizvoll und wichtig. Es ist schon seit jeher ein Problem der Autoren, in die Jungsdynamik von DDF gleichberechtigt agierende weibliche Protagonistinnen einzubauen. Leser empfinden das dann oft als Störfaktor oder Alibifunktion und tatsächlich sind die Mädchenrollen dann manchmal ja auch bloß als Anhängsel oder für Nebenplots konzipiert. Mit Kim, Franzi und Marie als bereits etablierte Charaktere könnte dieser Fehler im Universum endlich mal behoben werden und es eine Begegnung zwischen Jungs und Mädels schon allein zahlenmäßig auf Augenhöhe geben.

    Ich erkenne ja an, dass die Autorinnen der letzten Jahre mehr und mehr um Diversität bemüht sind, aber es scheint schwer, den von Robert Arthur in den 1960ern erschaffenen ikonischen Jungs-Kosmos in diese Richtung zu modernisieren. Ein Crossover mit den drei !!! wäre dementsprechend in meinen Augen kein Marketing-Gag sondern tatsächlich eine tolle Möglichkeit zur Erneuerung der Reihe, mit der dem strukturellen Problem der absoluten Jungslastigkeit bei DDF einmal ernsthaft und mit echter Mädchenpower der Kampf angesagt wird!

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Zielgruppen der beiden Serien so unterschiedlich sind, dass beide Fanlager an so einem Crossover irgendetwas auszusetzen hätten.

    Außerdem wäre es glaub ich so gut wie unmöglich, so etwas zu machen, ohne dass es wie ein Marketing-Gag wirkt.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass die Zielgruppen der beiden Serien so unterschiedlich sind, dass beide Fanlager an so einem Crossover irgendetwas auszusetzen hätten.

    Außerdem wäre es glaub ich so gut wie unmöglich, so etwas zu machen, ohne dass es wie ein Marketing-Gag wirkt.

    Das mag sein - habe ich gar nicht drüber nachgedacht. Aber eigentlich würde das die Vorstellung eines solchen Werkes für mich nur noch reizvoller machen.

    Wenn es wirklich richtigen Aufruhr in und zwischen den Fanlagern gäbe, wie geil wäre das denn?:starwars2:

    Natürlich wäre das dann eher ein geplanter oder zumindest mit einkalkulierter Werbe-Gag des Verlags - da würde Kosmos ja ganz sicher vorher Kosten und Nutzen genau abwägen. Ich würde aber vermuten, dass die positiven Effekte klar überwiegen müssten. Da die drei !!! räumlich auch viel zu weit entfernt von den drei ??? leben und ermitteln, muss ja niemand Angst haben, dass dieses Gipfeltreffen zur Dauereinrichtung wird…

    Für mich zählt bei der Idee in erster Linie, dass vor allem die künstlerischen Gründe für ein solches Crossover (zumindest mir) fast zwingend erscheinen:

    1. Komplementäre Konzepte: Die !!! wurden als weibliches Pendant zu den ??? geschaffen. Ein Treffen ist die logische Konsequenz, um die gegensätzlichen Ermittlungsstile (kühle Logik vs. soziale Intuition) und Zielgruppen zu vereinen.
    2. US-Tradition: Da die ??? aus den USA stammen (The Three Investigators), liegt ihnen die US-Crossover-Kultur im Blut. Dort sind „Shared Universes“ (wie bei Marvel oder klassischen TV-Ermittlern) Standard, um Welten zu vergrößern.
    3. Marktlogik: Beide Serien erscheinen im selben Verlag (Kosmos). Ein Crossover ist das ultimative Fan-Event, das Generationen und Geschlechter zusammenführt und das kommerzielle Potenzial beider Marken maximiert.
    4. Korrektur veralteter Rollenbilder: Die Drei ??? sind in der Jungs-Dynamik der 1960er gefangen, in der Mädchen oft nur Nebenrollen spielen. Das Crossover löst dieses Strukturproblem, indem es den Jungs erstmals drei weibliche Figuren auf echter Augenhöhe gegenüberstellt.
    5. Emanzipatorische Reibung: Da die Drei !!! bereits etablierte, „aufgeladene“ Charaktere sind, müssen sie sich nicht unterordnen. Sie können Justus’ Arroganz und die patriarchale Struktur von Rocky Beach direkt herausfordern, was die Serie ohne großen Aufwand modernisiert.

    Allerbesten Gewissens empfehle ich:
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    5 Mal editiert, zuletzt von Rudolf Platte (7. Januar 2026 um 10:46)

  • Gibt es eigentlich Überschneidungen bei den Autor:innen von DDF und DDA?

    Kari Erlhoff schreibt für beide Serien.

    Ich bin zwar nicht wirklich in der Materie drin, aber ich glaube mich zu erinnern, dass die drei ??? in der Welt der drei !!! auch als Jugendbuchserie existieren und diese sogar als Inspiration und Anlehnung für ihren eigenen Namen herhalten. Aber das ist wirklich nur eine sehr dunkle Erinnerung.

  • Ein Crossover wäre bestimmt spannend.
    Dann am besteb im Rahmen einer Sonderfolge mit mehr Laufzeit, um allen Charakteren einigermaßen gerecht zu werden.

    Allerdings bestehen die Die drei !!! in der drei ???- Welt aus Lys de Kerk, Liz und Kelly :green::zwinker:

    Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten

  • Allerdings bestehen die Die drei !!! in der drei ???- Welt aus Lys de Kerk, Liz und Kelly :green:

    Kapitel 4: Punkt, Strich, Fragezeichen

    Das Büro des Produktionsleiters Mr. Miller war ein vollgestopfter Container am Rande von Halle 4. Es roch nach abgestandenem Kaffee, Überstunden und purer Panik. Noch bevor Justus, Bob und Peter den engen Raum betraten, schienen ihnen Gewitterwolken entgegenzuhängen.

    Der erste Detektiv erstarrte auf der Türschwelle. Augenblicklich wurde ihm klar: die Sabotage war ab sofort ihr geringeres Problem. Die eigentliche Katastrophe thronte unübersehbar hier am Schreibtisch – in Gestalt von Kim, Franzi und Marie. Die drei waren ihnen zuvorgekommen.

    Mr. Miller, ein hagerer Mann mit einem nervös zuckenden Augenlid, starrte fassungslos auf Kim, die gerade ihr Notizbuch zuklappte. „... und wie meine Kollegin Marie bereits ausführte“, begann die junge Ermittlerin ihr Schlussresümee, „handelt es sich nicht um Schwund, sondern um einen gezielten Austausch der Kostüme gegen minderwertige Replikate. Wir bieten Ihnen unsere professionelle Hilfe an, um den Täter zu identifizieren, bevor die Versicherung die Zahlung verweigert.“

    „Nur einen Augenblick bitte“, rief Justus dazwischen. Ein Geistesblitz gab ihm die Gewissheit: Er konnte das Blatt gegen die Konkurrenz noch wenden. Er löste sich aus seiner Schockstarre und setzte seinen Weg entschlossen fort, an Kim vorbei direkt vor Millers Schreibtisch. „Mr. Miller, mein Name ist Justus Jonas. Wir sind hier, um die Requisiten abzuholen, aber unsere vorläufige Analyse der technischen Defekte an der Lichtanlage deutet auf eine weitaus komplexere Sabotage hin. Ein technisches Verständnis, das über das bloße Erkennen von Stoffqualitäten weit hinausgeht...“

    Noch während er sprach, griff er in seine Tasche und förderte mit einer flüssigen, über die Jahre hinweg perfektionierten Bewegung die Visitenkarte der drei Fragezeichen zutage, welche er Mr. Miller punktgenau auf dessen Terminplaner platzierte.

    DIE DREI DETEKTIVE
    Wir übernehmen jeden Fall
    Erster Detektiv: Justus Jonas
    Zweiter Detektiv: Peter Shaw
    Recherchen und Archiv: Bob Andrews

    Marie schnaubte leise. „Ein gedrucktes Kärtchen? Wie retro ist das denn? Wir haben längst ein digitales Dossier über die ersten Spuren angelegt.“

    Mr. Miller starrte die Karte an, dann Justus, dann Kim. Er sah aus, als würde sein Kopf gleich explodieren. „Hört mal zu, Kids. Ich habe einen Regisseur, der kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht, eine Hauptdarstellerin, die sich in ihrem Trailer eingeschlossen hat, und das Studio sitzt mir im Nacken. Ich habe keine Zeit für Pfadfinder-Spiele.“

    „Das sind keine Spiele“, sagte Kim hartnäckig. „Wir haben Erfahrung mit Wirtschaftskriminalität.“
    „Und wir blicken auf eine langjährige, höchst einschlägige Praxiserfahrung in Bezug auf Sabotage und Erpressung zurück“, fügte Justus prompt hinzu.

    Miller hob die Karte zwischen zwei Fingern hoch und betrachtete sie mit einem spöttischen Lächeln. „Sabotage und Erpressung, soso. Wahrscheinlich sabotiert ihr regelmäßig eure Erziehungsberechtigten an der Supermarktkasse, um Quengelware zu erpressen, was? Und die drei Fragezeichen sollen dann wohl bedeuten, dass ihr euch noch nicht ganz einig seid, ob ihr vom Honorar lieber einen Kaugummi, einen Lutscher oder einen Schokoriegel wollt?“

    Justus’ Gesicht lief dunkelrot an und seine Finger schlossen sich so fest um sein Klemmbrett, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Während Peter im Hintergrund ein gequältes Husten von sich gab, um ein Lachen zu unterdrücken, rang der Erste Detektiv sichtlich um Fassung, allerdings nur für einen Sekundenbruchteil. Dann straffte er wie auf Knopfdruck die Schultern, hob das Kinn und zwang seine Stimme in eine Tonlage von eisiger, akademischer Distanz.

    „Ihre polemische Herabsetzung unserer Expertise ist zwar bedauerlich, Sir, zeugt jedoch lediglich von einer unzureichenden Informationsgrundlage“, entgegnete Justus mit einer Präzision, die jedes Wort wie ein Skalpell setzte. „Das Fragezeichen ist ein bewusst gewähltes Symbol für das Unbekannte, für komplexe Rätsel und für jene verborgenen Kausalzusammenhänge, die wir ans Licht bringen. Wir...“

    „Und das Ausrufezeichen“, unterbrach Kim ihn mit einem kühlen Lächeln, „steht für die Lösung. Für das Ergebnis, das am Ende jeder Ermittlung steht. Wir sind nämlich die drei Ausrufezeichen.“

    Justus hielt mitten im Wort inne. Sein Mund war noch immer leicht geöffnet, als er begann, nervös seine Unterlippe zu kneten. „Wie war das?“, fragte er mit einer ungewohnt unsicheren Stimme. „Die drei... was?“

    „Ausrufezeichen“, wiederholte Kim selbstbewusst und deutete auf das Logo auf ihrem Notizbuch. „Drei Punkte, drei Striche.“

    Justus starrte sie an, als hätte sie gerade behauptet, die Erde sei eine Scheibe. „Das ist... höchst merkwürdig. Ein statistisch gesehen fast unmöglicher Namens-Zufall.“

    Peter, der hinter Justus stand, grinste plötzlich breit und stupste Bob an. „Hörst du das, Bob? Das klingt verdammt nach einem Rücksturz in die Vergangenheit.“

    „In der Tat“, murmelte Bob und konnte ein Kichern kaum unterdrücken. „Ich erinnere mich an eine gewisse Kelly, eine Liz und eine Lys, die uns mal zeigen wollten, wo der Hammer hängt. Die nannten sich auch so.“

    Justus räusperte sich laut, und seine Ohren nahmen eine leicht rötliche Färbung an. „Das war eine völlig andere Konstellation, Bob! Das war eine... temporäre, rein lokale Erscheinung in Rocky Beach. Ein Hobby-Projekt von Personen, die uns nahestanden, aber wenig mit professioneller Kriminalistik zu tun hatten.“

    Marie hob eine Augenbraue und musterte die drei Jungs mit kühlem Blick. „Kelly, Liz und Lys? Das klingt wie eine drittklassige Cheerleader-Truppe. Ich kann euch versichern, wir sind keine lokale Erscheinung. Wir sind die Antwort auf eure Fragezeichen.“

    „Und wir haben keine Zeit für nostalgische Rückblicke“, fügte Franzi hinzu und verschränkte die Arme. „Nur weil eure Ex-Freundinnen den Namen mal benutzt haben, heißt das nicht, dass ihr ein Patent darauf habt.“

    Justus schüttelte den Kopf, als wolle er ein lästiges Insekt verscheuchen. „Völlig irrelevant für den aktuellen Fall. Ein bloßer Namens-Zufall, nichts weiter. Ein logischer Geist lässt sich von so etwas nicht ablenken.“

    „Natürlich nicht, Just“, flüsterte Peter ihm ins Ohr. „Aber gib es zu: Als sie den Namen gesagt hat, hast du kurz so geguckt, als hätte Onkel Titus gerade verkündet, dass er unser gesamtes Archiv als Altpapier verkauft hat.“

    Miller rieb sich die Schläfen. „Wisst ihr was? Mir ist es völlig egal, ob ihr Punkte, Striche oder Hieroglyphen als Namen habt. Wenn ich die Polizei rufe, sperrt das Studio den Dreh für Wochen. Wenn ihr wirklich so gut seid, wie ihr tut... bitte. Wer mir bis morgen früh den ersten handfesten Beweis für die Identität des Saboteurs liefert, bekommt den offiziellen Auftrag und eine saftige Belohnung aus dem Notfall-Budget. Aber wehe, ihr lauft den Schauspielern ins Bild!“

    „Abgemacht“, sagten Justus und Kim gleichzeitig. Sie warfen sich einen vernichtenden Blick zu.

    „Viel Glück beim Suchen, Jungs“, sagte Marie und rückte ihre Sonnenbrille zurecht. „Wir sind schon einen Schritt weiter.“

    Die drei Mädchen verließen den Container mit wehenden Haaren.

    „Justus?“, fragte Bob vorsichtig. „Sie haben bereits die Kostüm-Spur.“

    Justus’ Gesicht nahm den Ausdruck eines Generals vor der entscheidenden Schlacht an. „Dann werden wir uns auf das konzentrieren, was sie übersehen haben. Peter, wir brauchen die genauen Dienstpläne der Security. Bob, du recherchierst alles über die Produktionsfirma. Jemand will den Wert dieser Firma senken. Und wir werden herausfinden, wer davon profitiert, bevor Kim Jülich auch nur den nächsten Satz in ihr pinkfarbenes Notizbuch schreiben kann!“

    Allerbesten Gewissens empfehle ich:
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    69 Mal editiert, zuletzt von Rudolf Platte (8. Januar 2026 um 21:09)

  • Kari Erlhoff schreibt für beide Serien.

    Das ist ja super! Falls Kosmos oder Frau Erlhoff etwas mit dem Exposé und den Probekapiteln anfangen wollen – alle Ideen sind geschenkt! =). Ich würde wirklich gern mal etwas in der Art lesen und später auch als Hörspiel erleben.:schock: Hat man wahrscheinlich gemerkt.:kopffass:

    Allerbesten Gewissens empfehle ich:
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    Einmal editiert, zuletzt von Rudolf Platte (9. Januar 2026 um 13:07)

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