Murder Tales - 13 - Die Maske des Roten Todes

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 427 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. Dezember 2025 um 23:06) ist von Hutchinson.

  • Murder Tales - 13 - Die Maske des Roten Todes

    Packende Hör-Thriller mit Starbesetzung, mörderisch gut.
    MURDER TALES - Spannung, die man hören kann.

    Klappentext:
    Das unheimliche Zeichen einer blutroten Totenkopfmaske taucht überall in der Stadt auf. Kurz darauf sterben einflussreiche Männer auf grausam inszenierte Weise. Der „Rote Tod“ fordert Reue für ihre Sünden. Die Journalistin Calliope Shaw gerät zwischen die Fronten von Polizei, Politik und einer geheimnisvollen Terrororganisation. Zugleich versinkt die Metropole in Angst, denn der „Rote Tod“ richtet und vernichtet.

    Spieldauer: 66 Min.
    ISBN 978-3-96762-644-5
    VÖ: 21. November 2025

    Mit Uve Teschner, Uta Dänekamp, Markus Pfeiffer, Kim Hasper, Gordon Piedesack, Ann Vielhaben, Ingo Abel, Peter Weis, Christoph Piasecki, Magdalena Montasser, Thomas Balou Martin, Regine Lamster, Walter von Hauff, Henrike Tönnes, Jürgen Thormann, René Oltmanns, Florian Hoffmann, Julian Tennstedt, Cathlen Gawlich, Daniela Bette-Koch, Yvonne Greitzke, Anja Taborsky, Jan Abraham, André Polis, Christina Ann Zalamea, Simone Görke, Jeannine Hörle, Tatjana Auster, Michael Auster, Jan Uplegger und Patrick Emons

    Dramaturgie: Christoph Piasecki
    Buch: Anton Serkalow, nach der Erzählung „Die Maske des Roten Todes“ von Edgar Allan Poe
    Regisseur & Produzent: Christoph Piasecki
    Sprachschnitt: Benedict Matysik
    Sounddesign & Mastering: Erik Albrodt
    Musik: Michael Donner, Konrad Dornfels
    Design & Illustration: Alexander von Wieding
    Produktion & Vertrieb: Contendo Media GmbH

  • Mit Stimmwunder Uve Teschner kann man auf jeden Fall nichts falsch machen. Eine gigantisch-gute Riege, auch wenn ich die Folge nominell eher in Horror Tales gesehen habe. Ach Leutchen: Gönnt Uve doch mal NOCH MEHR Hauptrollen. :herz4:

  • Mit Stimmwunder Uve Teschner kann man auf jeden Fall nichts falsch machen. Eine gigantisch-gute Riege, auch wenn ich die Folge nominell eher in Horror Tales gesehen habe. Ach Leutchen: Gönnt Uve doch mal NOCH MEHR Hauptrollen. :herz4:

    Hat er doch bei uns, der Uve. Wir können halt nicht alles auf einmal rausbringen.

  • Thriller-Freitag mit "Murder Tales 13: Die Maske des Roten Todes". Am 21. November 2025 gibt es die neue Folge als Download und im Streaming, nicht verpassen.
    https://murdertales.lnk.to/Folge13DieMaskeDesRotenTodes

    MURDER TALES - Spannung, die man hören kann.

    Mit Uve Teschner, Uta Dänekamp, Markus Pfeiffer, Kim Hasper, Gordon Piedesack, Ann Vielhaben, Ingo Abel, Peter Weis, Christoph Piasecki, Magdalena Montasser, Thomas Balou Martin, Regine Lamster, Walter von Hauff, Henrike Tönnes, Jürgen Thormann, René Oltmanns, Florian Hoffmann, Julian Tennstedt, Cathlen Gawlich, Daniela Bette-Koch, Yvonne Greitzke, Anja Taborsky, Jan Abraham, André Polis, Christina Ann Zalamea, Simone Görke, Jeannine Hörle, Tatjana Auster, Michael Auster, Jan Uplegger und Patrick Emons

  • Das morgige Highlight: "Murder Tales 13: Die Maske des Roten Todes". Moderner Thriller frei nach Edgar Allan Poe.
    https://murdertales.lnk.to/Folge13DieMaskeDesRotenTodes

    Nicht verpassen. Als Download und im Streaming.

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  • Heute neu erschienen: "Murder Tales 13: Die Maske des Roten Todes". Brandneu und überall als Download und im Streaming, z.B. hier:
    https://murdertales.lnk.to/Folge13DieMaskeDesRotenTodes

    Mit Uve Teschner, Uta Dänekamp, Markus Pfeiffer, Kim Hasper, Gordon Piedesack, Ann Vielhaben, Ingo Abel, Peter Weis, Christoph Piasecki, Magdalena Montasser, Thomas Balou Martin, Regine Lamster, Walter von Hauff, Henrike Tönnes, Jürgen Thormann, René Oltmanns, Florian Hoffmann, Julian Tennstedt, Cathlen Gawlich, Daniela Bette-Koch, Yvonne Greitzke, Anja Taborsky, Jan Abraham, André Polis, Christina Ann Zalamea, Simone Görke, Jeannine Hörle, Tatjana Auster, Michael Auster, Jan Uplegger und Patrick Emons

    Viel Spaß beim Hören.

  • Ich habe mir das HÖrspiel gerade angehört und bin begeistert. Ohne den Hinweis in den Credits und den Namen Prospero wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass hier eine alte Geschichte adaptiert wird.

    Die Sprecher sind großartig, die Stor ist herrlich düster und die Musik passt sehr gut dazu.

  • Wer meine Facebookseite kennt, für den ist der folgende Post nichts Neues. Für alle anderen, ein - vielleicht - spannender Blick hinter die Kulissen.

    "MAKING OF - DIE MASKE DES ROTEN TODES"

    Meine Version von Edgar Alan Poes „Die Maske des roten Todes“ hat eine lange Geschichte. Vor vielen Jahren – ich befürchte, dass es mittlerweile sogar Jahrzehnte sind – publizierte ich noch unter meinem bürgerlichen Namen. Ganz andere Sachen, als das, was ich heute veröffentliche. Florian Hilleberg kannte mich damals und einige meiner Arbeiten. Florian, der mittlerweile – wie es neudeutsch so schön heißt – als Ian Rolf Hill Headauthor bei „John Sinclair“ ist, betrieb damals zusammen mit Alisha Bionda und Michael Beyeler das Literaturportal „Literra“. Und zu irgendeinem Jubiläum von Edgar Alan Poe – Geburtstag, Todestag ich hab es vergessen – bat er Autor:innen einen kleinen Beitrag zu leisten. Eben auch mich.

    Ich entschied mich relativ schnell dafür, eine Version von „Die Maske des roten Todes“ zu schreiben. Eine Art „Coverversion“, wie es in der Musik heißen würde. Coverversion in der Art, dass das Original nicht einfach nur nachgemacht wird. Sondern durchaus geändert wird, so klingt, als wäre es ein Song der nun neu interpretierenden Künstlerin, ohne den ursprünglichen Geist zu verleugnen. (Eines meiner Lieblingscoversongalben aller Zeiten, das dies perfekt tut, ist „Through The Looking Glas“ von Siouxie and The Banshees. Aber das ist eine andere Geschichte.) Um mich dem Stoff zu nähern, stellte ich mir einige Fragen. Was würde z.B. in der heutigen Zeit, eine ähnliche (Aus)wirkung auf unser Leben haben, wie der „rote Tod“ in der Originalgeschichte? Eine Art moderne Krankheit war mir zu banal. Corona existierte damals noch nicht und soweit ich mich erinnere, gab es bereits eine Version, die in der homosexuellen Subkultur spielte und Aids zum „roten Tod“ machte.

    Ich beschäftigte mich zu der Zeit für einige Story-Ideen mit der Vergangenheit der Bundesrepublik, besonders dem Kapitel um die „RAF“. So war also schnell meine Interpretation des „roten Todes“ gefunden. Um die Kernaussage von Poe – dass niemand, dem roten Tod entkommen kann – diesem Szenario anzupassen, war es notwendig, einen etwas weniger mystischen Twist am Ende hinzubekommen.

    Sprachlich behielt ich den Originaltext bei und passte nur bestimmte inhaltliche Aussagen an. So erschien damals bei „Literra“ meine Version von „Die Maske des roten Todes“, mit dem Untertitel „Version deutscher Herbst“. Florian gefiel sie. Mir auch und so dachte ich noch über ein, zwei andere Geschichten nach. Ich erarbeitete eine Version von „Hoppfrosch“ die sich sprachlich von Poe deutlich abhob und die Story in die Welt der Castingshows, wie „DSDS“ verlegte. Und eine SF-Variante von „Der Untergang des Hauses Usher“. Beide wurden aber nie realisiert.

    Vor knapp zweieinhalb Jahren erhielt ich, unabhängig voneinander, von zwei Hörspielproduktionsfirmen, die Anfrage, ob ich nicht Hörspiele schreiben wollen würde. Eines dieser Labels war Contendo. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nie darüber nachgedacht, Hörspiele zu schreiben, aber seit einiger Zeit das Medium als Konsument wieder für mich entdeckt. (Ich bin mit den ganzen Hörspielen im Westberliner Radio, Anfang der Achtziger, aufgewachsen, die ich auch östlich der Mauer hören konnte.) Meine Favoriten – zu der Zeit, als die Anfragen kamen – waren die Arbeiten von Oliver Döring, Markus Göllner und natürlich Ivar Leon Menger.

    Um mich dem Medium und der doch deutlich anderen Herangehensweise an das Storytelling zu nähern, griff ich bei der Anfrage an mich, zunächst einmal auf existierende Geschichten zurück. Unter anderem auch jene Version von „Die Maske des Roten Todes“, die ich für Literra geschrieben hatte. Contendo hatte Interesse an ihr. Das andere Label hatte schlichtweg schon eine eigene Version der Story und „Hoppfrosch“ wollte keiner haben.

    Für die Hörspielfassung musste ich „Die Maske des Roten Todes“ noch einmal erheblich überarbeiten. Denn die Originalgeschichte von Poe ist nun wirklich das absolute Gegenteil von „show don’t tell“, weshalb ich diesmal nicht nur die Sprache sondern jetzt auch den Inhalt ändern musste. Zunächst probierte ich es mit einer Variante, in der eine Live-Style-Influencerin die Ereignisse beim Maskenball schildert, was aber eher als Videoclip, nur nicht als Hörspiel funktionieren würde. Zumal ich absolut kein Freund von Erzählstimmen bin, wie an meinen drei o.g. Vorbildern vielleicht zu erahnen ist. Christoph Piasecki fragte dann, warum ich den Aspekt des Terrors in meiner Version nicht deutlicher in den Vordergrund brachte, was mehr Möglichkeiten spannend zu erzählen bieten würde. Die Idee fand ich gut, also verlegte ich die Handlung in ein „Near Future“ Szenario und so entwickelte sich fast von alleine, die jetzt vorliegende Interpretation. Eine, die deutlich mehr in Richtung Krimi, Thriller geht, als das mystische Original. Ein Grund, warum die Story jetzt auch in den „Murder Tales“ und nicht – wie vielleicht erwartet – in den „Midnight Tales“ veröffentlicht wird.

    Da ich ja noch weitere „Poe-Bearbeitungen“ im Kopf hatte, schickte ich Contendo irgendwann auch mal den Pitch zu meiner Version von „Usher“ als SF-Hörspiel. Christophs Kommentar war: „Nehm ich. Du hattest mich eh schon mit dem Titel.“

    Jetzt stellt sich vielleicht die Frage, wird es noch mehr "Poe-Bearbeitungen" von mir geben? Ich denke, ja! Nicht nur Poe, sondern auch andere. Denn irgenwie habe ich grad das Gefühl, dass mir das "Covern" von Klassikern liegt.

  • Danke für die Einblicke Anton Serkalow. Auf die "Hoppfrosch"-Interpretation im Castingshow-Umfeld wäre ich auch gespannt.

    Ich hätte nur eine Frage: Wenn du kein Fan von Erzählstimmen bist, wie kommt es dann, dass es im Hörspiel kurze Erzählsequenzen gibt? Ich meine nicht die Nachrichteneinblendungen sondern die Passagen mit der Standuhr.

  • Wenn du kein Fan von Erzählstimmen bist, wie kommt es dann, dass es im Hörspiel kurze Erzählsequenzen gibt? Ich meine nicht die Nachrichteneinblendungen sondern die Passagen mit der Standuhr.

    Hmmm ... kann ich tatsächlich gar nicht mehr so sagen, da es ja wirklich bald zwei Jahre her ist, wo ich das geschrieben habe und dann war es ja mein erstes Hörspielskript. Was ich aus heutiger Sicht sagen kann, ist, dass ich mit Erzählstimmen - die ich nicht mag - diese Takes meine, die mir als Hörer "die Welt erklären". Also: Wer ist wo und was macht er da gerade. Ich möchte das als Hörer selbst durch die Atmosphäre, den Sound erleben. Das macht für mich den Reiz des Hörspiels aus. Ganz schlimm finde ich, wenn mir noch erzählt wird, wie die Figuren und das Setting aussehen oder so was. Dann denke ich immer: Hey, wenn das Aussehen so wichtig für die Geschichte ist, warum wurde dann ein Hörspiel geschrieben? Warum kein Filmdrehbuch oder ein Comicskript? Ich versuche die Geschichten immer so zu schreiben, dass sie mit den Möglichkeiten des Mediums arbeiten, in dem sie erzählt werden. Als ich noch Theater gespielt habe, war ich auch kein Fan davon, wenn auf der Bühne versucht wurde, ein Hollywoodblockbuster zu inszenieren.

    Die Erzählerpassagen in "Die Maske des Roten Todes" sind ja eher auch Atmosphäre und ich glaube ... ja, ich habe das damals gemacht, um die Hörer:innen ein wenig an der Nase herumzuführen, da sie so ziemlich das einzige Originalzitat aus der Geschichte von Poe sind.:zwinker2:

  • Wenn du kein Fan von Erzählstimmen bist, wie kommt es dann, dass es im Hörspiel kurze Erzählsequenzen gibt? Ich meine nicht die Nachrichteneinblendungen sondern die Passagen mit der Standuhr.

    Hmmm ... kann ich tatsächlich gar nicht mehr so sagen, da es ja wirklich bald zwei Jahre her ist, wo ich das geschrieben habe und dann war es ja mein erstes Hörspielskript. Was ich aus heutiger Sicht sagen kann, ist, dass ich mit Erzählstimmen - die ich nicht mag - diese Takes meine, die mir als Hörer "die Welt erklären". Also: Wer ist wo und was macht er da gerade. Ich möchte das als Hörer selbst durch die Atmosphäre, den Sound erleben. Das macht für mich den Reiz des Hörspiels aus. Ganz schlimm finde ich, wenn mir noch erzählt wird, wie die Figuren und das Setting aussehen oder so was. Dann denke ich immer: Hey, wenn das Aussehen so wichtig für die Geschichte ist, warum wurde dann ein Hörspiel geschrieben? Warum kein Filmdrehbuch oder ein Comicskript? Ich versuche die Geschichten immer so zu schreiben, dass sie mit den Möglichkeiten des Mediums arbeiten, in dem sie erzählt werden. Als ich noch Theater gespielt habe, war ich auch kein Fan davon, wenn auf der Bühne versucht wurde, ein Hollywoodblockbuster zu inszenieren.

    Die Erzählerpassagen in "Die Maske des Roten Todes" sind ja eher auch Atmosphäre und ich glaube ... ja, ich habe das damals gemacht, um die Hörer:innen ein wenig an der Nase herumzuführen, da sie so ziemlich das einzige Originalzitat aus der Geschichte von Poe sind.:zwinker2:

    Ich verstehe, danke für die Erklärung.

  • "Die Maske des roten Todes" hat mich leidlich unterhalten. Bei den äußeren Faktoren (Sprecher (ich habe mich sehr gefreut Peter Weis und Jürgen Thormann noch einmal zu hören), Geräusche/Effekte, Musik) kann ich dem Hörspiel eine gute Performance bescheinigen. Alles andere hätte mich bei Contendo aber auch gewundert. :zwinker:

    Die Handlung selbst hat mich aber nicht abholen können. Zwar kann ich den Verzicht auf einen Erzähler absolut nachvollziehen, doch dann sollte es keine Szenen geben, die von der investigativen Journalistin viel zu detailreich beschrieben werden, wodurch das Hörspiel an der Grenze zur Lächerlichkeit wandelt. Die Art und Weise wie sie zu sich beziehungsweise in ihr Aufnahmegerät spricht - ob beim fertig machen für den Maskenball oder vor und während ihrer Entführung ("Ich kann nichts sehen. Sack über dem Kopf. Aber nicht gefesselt.") - finde ich im höchsten Maße befremdlich. Darüber hinaus hadere ich mit dem Täter. Er wirkt auf mich unglaubwürdig. In den Szenen, in denen über ihn berichtet wird oder er selbst auftritt, lässt den Zuhörer diese von ihm vollführte, radikale Wende zu keiner Zeit plausibel erscheinen. Es gibt einfach keinerlei Anzeichen. Man hätte

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    beispielsweise in dem Fernsehbericht zum Schluss darüber informieren können, dass sich Prosperos Tochter an der Universität radikalisiert hätte. Es wäre aber auch keine ideale Lösung gewesen.

    Leider konnte ich für mich keinen Sympathieträger in dieser Geschichte ausmachen. Das ist ein Umstand, den ich bei einem Hörspiel aber meistens benötige. Am ehesten taugen dazu die Polizisten, welche jedoch im weiteren Verlauf keine Rolle spielen. Sie dienen lediglich dazu, dem Zuhörer die "Mordsituationen" zu schildern. Die Journalistin Calliope Shaw soll wohl am ehesten diese Rolle einnehmen, was aber bei mir nicht funktioniert hat. Ich fand sie nur nervtötend.

    Die skizzierte Gesellschaft - eine Nuance, die noch am ehesten mit der Poe-Geschichte korrespondiert - ist für mich schwer ins "Hier und Jetzt" zu verpflanzen. Das bei Poe beschriebene Fürstentum (?) passt nicht mehr in die heutige Zeit. Keine deutsche Stadt würde durch den Tod des Bürgermeisters (und wahrscheinlich einiger Stadträte, etc.) im Chaos versinken, wie der Nachrichtensprecher am Ende suggeriert. So wichtig und "unaustauschbar" sind sie nun wirklich nicht. Gerade durch die Charakterisierung der ersten Opfer des roten Todes wird eine Verbindung zu unserer jetzigen Gesellschaft klar. Ein Bankier, der Teil eines Finanzskandals war (Ockermann), ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender eines Automobilherstellers (der Dieselskandal lässt grüßen) und ein unter des Verdachts des sexuellen Missbrauchs stehender Kardinal (Welke). Man hätte daher einen Kleinstaat erfinden sollen, in dem sich diese Geschehnisse ereignen ... meiner unwesentlichen Meinung nach.

    Die kurzen Einspieler, in denen Uve Teschner Auszüge aus dem Original vorträgt, sind mein Highlight in dieser Folge, fühlen sich allerdings auch fehl am Platz an. Es gibt einfach keinen Bezug zu dem dargebotenen Hörspiel - wenigstens für meine Begriffe. Tatsächlich hätte ich an einer inszenierten Lesung mit Uve Teschner mehr Freude gehabt.

    Wie gesagt: Unterhalten wurde ich - zumindest leidlich. Aber da ist kein Nachhall. Es besteht kein Interesse das Hörspiel nochmal zu hören. Eine Geschichte, die man "weghören" kann. Mehr ist es nicht.

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