[Deutschlandfunk Kultur] Professor Van Dusen - 55 - Professor Van Dusen und der Mord im Club

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 5.960 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (14. Mai 2025 um 19:47) ist von Andy-C.

  • Jetzt hat’s also auch der DLFK gemerkt und die Folge 55 nachgereicht.


    Die Denkmaschine 55
    Professor Van Dusen und der Mord im Club

    Kriminalhörspiel von Michael Koser
    unter Verwendung der Charaktere von Jacques Futrelle


    Inhalt:
    London, September 1903: Im West End treffen Professor Van Dusen und Hutchinson Hatch im altehrwürdigen Globetrotter Club auf einige Herren, die sich zum Mittagsschlaf in den Lesesaal zurückgezogen haben. Während Hatch noch über die „Mumien“ spottet, die in dieser „Leichenhalle“ schnarchen, fällt ihm buchstäblich eine Leiche vor die Füße: Afrika-Forscher Sir Roderick Spargo. Bei den Ermittlungen ist der berühmte Amateurkriminologe auf die Zeugenaussagen der anderen Clubmitglieder angewiesen, deren Wahrnehmungsfähigkeit altersbedingt leicht eingeschränkt ist. Eine geheimnisvolle Holzschnitzerei führt auf die Spur einer jungen Schwarzen. Die Tatsache, daß sie in einer Völkerschau als Kannibalin auftritt, verstärkt den Verdacht – zumindest aus der nicht ganz vorurteilsfreien Sicht der noblen Altherrengemeinschaft. Doch die Denkmaschine trüge nicht ihren Namen, wenn es ihr nicht auch in ihrem 55. Fall gelänge, mit Hilfe ebenso schlichter wie bestechender Logik den Tathergang zu rekonstruieren.


    Mit
    Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen – Friedrich W. Bauschulte
    Hutchinson Hatch – Klaus Herm
    Inspektor Smiley - Rolf Marnitz
    Kabora Bassa – Ursula Heyer
    Anthony Pomeroy - Wolfgang Condrus
    Toddles - Heinz Spitzner
    Mandrake - Herbert Weißbach
    Pimpernel – Otto Czarski
    King Cole Boloski - Hans Werner Bussinger
    Wallace - Helmut Heyne

    Ton und Schnitt: Ingeborg Goergner und Georg Fett
    Regieassistenz: Ulrike Brinkmann
    Regie: Rainer Clute
    Produktion: RIAS Berlin 1989


    Quellen: ARD-Hörspieldatenbank, DLRK, PVD-Seite

    :download:

    Na, da hat sich der DLFK ja mal wieder so gar nicht mit Ruhm bekleckert:
    Dass das Hörspiel angesichts der Thematik und damals halt noch üblichen Wortwahl nicht unkommentiert online gestellt werden konnte, war ja klar, aber die Verantwortlichen haben sich diesmal den teilweise schon üblichen Disclaimer gespart und stattdessen einfach das Hörspiel selbst verstümmelt. Sämtliche N-Wörter plump und kunstlos rausgeschnitten, was selbstverständlich zu extrem unschönen Löchern führt (und bei jemandem, der/die das Hörspiel nicht schon kennt, wahrscheinlich sogar zu Verständnisproblemen).
    Tja, jetzt wo Koser sich nicht mehr wehren kann, kann man’s ja machen.

    Zuständiger Redakteur: In die Ecke und in Grund und Boden schämen!

  • Danke fürs Nachtragen! :hutheb:

    Sämtliche N-Wörter plump und kunstlos rausgeschnitten, was selbstverständlich zu extrem unschönen Löchern führt (und bei jemandem, der/die das Hörspiel nicht schon kennt, wahrscheinlich sogar zu Verständnisproblemen).
    Tja, jetzt wo Koser sich nicht mehr wehren kann, kann man’s ja machen.

    Geht ja wohl gar nicht!!!! :schetter:
    Na, da bin ich ja mal auf die CD VÖ gespannt...

  • Aber naja, den Fall fand ich jetzt eh nicht so doll. :schulter:

    Ja, ganz sicher kein Meilenstein, obwohl alle Beteiligten (v.a. die „Mumien“ Spitzner, Weißbach, Czarski und „Imperator“ Heyne) eine tolle, höchst vergnügliche Show abliefern. Aber wir kommen jetzt leider in den Bereich, wo Koser nach über 50 Fällen halt auch nix Bahnbrechendes mehr eingefallen ist…
    Die Methode ist ungewöhnlich genug, dass man nicht drauf kommt, aber wer der/die/das Täter/in ist, ist – mangels anderer ernstzunehmender Verdächtiger – wieder einmal ziemlich schnell klar. Zumal der/die Darsteller/in diese Type in der Reihe schon öfter gespielt hat (und wieder spielen wird). Mir ist diesmal zum ersten Mal aufgefallen, dass der/die Täter/in am Schluss entkommt und man nicht erfährt (und es Van Dusen und Hatch anscheinend auch herzlich egal ist), was aus ihm/ihr wird!
    Klugschei…ender Nachtrag (da Koser und Clute auf den CDs das ja nicht mehr liefern können): Mit Alfred Russel Wallace (Helmut Heyne) hat Koser mal wieder eine historische Persönlichkeit ins Hörspiel geschmuggelt. Sir Roderick Spargo ist zwar erfunden, aber ekelhafte, skrupellose Typen wie ihn, gab’s in der Kolonialzeit reichlich.

  • Ja, die Sprecher waren alle klasse. :]

    Mir ist diesmal zum ersten Mal aufgefallen, dass der/die Täter/in am Schluss entkommt und man nicht erfährt (und es Van Dusen und Hatch anscheinend auch herzlich egal ist), was aus ihm/ihr wird!

    Jetzt, wo Du es sagst. :]

  • Och so schlecht fand ich den Fall eigentlich gar nicht. Vielleicht trügt mich da aber auch meine Erinnerung.

    Geht halt ruhig los 😁

    Muss ich mir wohl noch mal anhören aber wenn ich das so lese greife ich da wohl besser auf meine Archivdatei zurück und melde den Download hier

  • Was ich diesen Verbrechern wünsche, das ist nicht zitierfähig.

    "The period of the Daddschals dominion is generally set at forty days, the first day being like a year, the second like a month, the third like a week, and the remainder “like your days,” that is, days of normal duration (Kašmīrī, p. 112)"

  • So, als hoffentlich letzter Kommentar (zumindest von mir) in dieser Sache:

    Auf eine Art Beschwerde an den DLF meinerseits kam heute folgende Antwort:

    Zitat

    Sehr geehrter Herr ...,

    danke für Ihre Nachricht. Ich kann ihre Irritation verstehen - die Folge 55 hätte in dieser bearbeiteten Form und ohne Disclaimer nicht online gehen dürfen - das war ein interner Kommunikationsfehler, das Audio war nicht für eine Veröffentlichung freigegeben.

    Wir haben uns dazu entschlossen, die Folge 55 nicht zu veröffentlichen, da sie besonders drastische rassistische Sprache und Handlung enthält, u.a. viele N-Wörter und diese Inhalte über längere Zeit nicht kritisch kommentiert oder aufgelöst werden.

    mit freundlichen Grüßen,

    Jakob Schumann
    Redaktion Kriminalhörspiel
    Ressort Hörspiel
    Abteilung Hörspiel Feature Radiokunst
    Deutschlandfunk Kultur

    Und das alles wegen ein paar N-Wörtern (die übrigens nur von nachgewiesenen Rassisten (Spargo) und Mördern benutzt und von unseren Helden (Van Dusen) "nur" wiederholt werden).
    Da hat Koser an anderer Stelle aber schon ganz andere Klischees bedient...

  • Vollkommen lächerlich! :vogel: Aber danke für die Info :hutheb:

    Interessant, das der Deutschlandfunk offensichtlich der Meinung ist, nur unmündige Hörer zu haben, die ständig bei der Hand genommen werden müssen.

    Wenn ich das schon lese: "Wir haben uns dazu entschlossen, die Folge 55 nicht zu veröffentlichen, da sie besonders drastische rassistische Sprache und Handlung enthält, u.a. viele N-Wörter und diese Inhalte über längere Zeit nicht kritisch kommentiert oder aufgelöst werden."

    Klar, ich bin zu blöd das richtig einzuordnen, wenn man mir nicht ständig erklärt, was richtig und falsch ist und wie ich das zu verstehen habe. :augenroll:

  • Nun ja, ähnlich wie bei den Rauchverboten, bei denen es ja auch nicht darum geht, die Raucher sondern die Nichtraucher zu schützen, sollen nicht wir Weißbrote und Kartoffeln, sondern die Betroffenen, die man früher mal als N~ oder Z~ oder ähnliches bezeichnet hat, vor der verletzenden Sprache geschützt werden. Das wird etwas sein, das wir nie vollständig werden nachvollziehen können, weswegen der Versuch an sich, mal ein bisschen genauer auf die Sprache zu achten, durchaus ehrenwert ist. Da muss man schon auch mal ein bisschen Empathie für Andere mitbringen, auch wenn’s schwerfällt. Aber in typisch deutscher Manier (wo wir gerade bei Klischees und Vorurteilen sind :zwinker:) schießen da einige wieder weit übers Ziel hinaus, und ob Dunkelhäutige sich tatsächlich von einem unbestreitbar älteren, fiktiven, sich selbst nicht allzu ernst nehmenden Hörspiel (dessen Handlung sich auch noch 1903 zuträgt, und bei dem die Baluba in Person Kabora Bassas doch insgesamt gar nicht schlecht wegkommen) wirklich verletzt fühlen, darf sicherlich bezweifelt werden. Aber wie gesagt: Das können wir nicht wirklich nachvollziehen.
    Aber ohne Frage hätte der DLF das alles wesentlich eleganter lösen können.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto? Registrieren Sie sich kostenlos und werden Sie Teil der Hörgrusel-Community! Wir freuen uns auf Sie!