Für alle Fälle Murphy - 1 - Leichen leben länger

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema, welches 1.658 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. Mai 2025 um 13:18) ist von Sylphida.

  • Zitat

    Stellenweise war mir das fast schon zu sehr "drüber" (z.B. das Schafs-Tanzen oder auch das Schafe-Umschubsen)

    Das mit den umgeschubsten Schafen hat ja leider einen ernsten Hintergrund. Viele Schafrassen können wirklich aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen, wenn sie auf dem Rücken sind. Ein negativer Effekt von unseren Züchtungen.
    Was ich etwas drüber fand war der Polizist, der sich permenant beschwert, durch die nötigen Ermittlungen vom Genuss seines Films der Kategorie "Erwachsenenunterhaltung" abgebracht zu werden.

    Ich finde aber, in so einer Geschichte darf auch mal was "drüber" sein, denn da kann ja eine Autorin oder ein Autor nie die richtige Grenze für alle Hörer/-innen finden. Und dann besser hier und da mal drüber als immer zu vorsichtig.

    Technisch gesehen waren mir die Musikteile zu lang und zu laut. Und in der Teerunde bei Muttern war es so, dass ich die älteren Damen stimmlich nicht so richtig auseinanderhalten konnte. War halt viel ältere Damen auf einen Schlag. War aber auch nicht schlimm, weil es in dieser Szene ja auch nicht auf die Details ankam.

    Ja, aber das war es dann auch schon, was ich zu meckern habe. Ansonsten für mich ein riesiger Spaß.

    Und eines will ich auch noch rausstellen: Früher habe ich häufig lieber Männerstimmen gehört. Vor allem, weil man die oft besser auseinander halten konnte. Das hat sich für mich geändert. Es gibt im Moment soo viele tolle Frauenstimmen, die auch zusammen sein können, ohne alle gleich zu klingen. Man siehe z.B. Katja Brügger und Yvonne Greitzke zusammen. Oder Gabrielle Pietermann oder Derya Akyol oder Maja Doering, Luise Helm oder Cathleen Gawlich und natüüüürlich die wundervolle Luisa Witzorek. Oder wie hier Christin Marquitan (die ja in Sieben Siegel auch schon so wunderbar mit Luisa Wietzorek zusammen funktionierte).
    Und da finde ich es wirklich schön, dass im kommerziellen Bereich mal wieder eine Serie mit einer weiblichen Hauptfigur kommt und vielen weiblichen Rollen.
    Das kommt bei den anderen in meinen Augen immer viel zu kurz. Ich bin da immer Fan einer schönen Mischung von Stimmen und dann eben auch von Männern und Frauen. Da haben wir mit Who and What und Murphy jetzt gleich zwei echt vielversprechende neue Serien im Angebot, die neben Holmes und Brown und Fogg usw. ein weiblicher Farbtupfer sind.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Das mit den umgeschubsten Schafen hat ja leider einen ernsten Hintergrund. Viele Schafrassen können wirklich aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen, wenn sie auf dem Rücken sind. Ein negativer Effekt von unseren Züchtungen.

    Ja, das ist noch ein sehr unschöner Nebeneffekt solcher "Spielchen" :thumbdown: , mein "drüber" bezog sich in dem Fall auch eher auf die Gruppe, die das macht und die es ja nun wirklich besser wissen sollte. ;)

    Aber ich will da auch gar nicht groß weiter drauf rumreiten, es war halt in dem Moment mein Eindruck, wohl auch, weil es vorher schon diesen Tanz während des Festes gab.

  • In der Tat ist das Verhalten der meisten Dorfbewohner etwas schräg bis skurril, was ja auch Ohrganon obendrüber angedeutet hat.

    Nur zur Klarstellung: ich persönlich fand das nicht "drüber", sondern auf unterhaltsame Weise skurril. Normal wäre ja auch langweilig :zwinker:. Ich wünsche mir nur ein bisschen mehr Krimi und ein bisschen weniger Kaffeeklatsch.

  • Ich fand das es angenehme harmlose Unterhaltung war.

    Könnte von mir aus ruhig noch etwas mehr drüber sein. Die Mutter lästiger aber liebenswürdig und die Nebencharaktere noch etwas schräger, und dazwischen ein absolut normaler Mensch, der versucht damit klar zu kommen. Also im Grunde wünsch ich mir gerade Stars Hollow für das Hörspiel.

    Und das mit dem Schafstanz... nun ja, das ist schon schräg, aber wir dürfen nicht vergessen, dass die Geschichte in England spielt, dem Land in dem jedes Jahr das Käserennen stattfindet, Leute mit einem Kühlschrank auf dem Rücken Marathons laufen und es Schienbeitretwettbewerbe gibt. Da ist ein Schafstanzwettbewerb dann doch nicht so seltsam wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

    Das Einzige was mich stört, sind

    Spoiler anzeigen

    "die düsteren Wolken am Horizont", die sich durch die anonymen Nachrichten am Ende der Folgen ankündigen. Hoffe mal, das sie sich damit Zeit lassen und auch nicht in jede Folge eine Drohung einbauen,

    das stört den Flow etwas (also zumindest bei mir).

  • Nur zur Klarstellung: ich persönlich fand das nicht "drüber", sondern auf unterhaltsame Weise skurril.

    Klar, mein Satz bezog sich ja nur darauf, dass auch Du schon den Ausdruck "skurril" benutzt hattest, ansonsten war das völlig wertefrei gemeint. :zustimm:
    Ich schreibe doch schon immer überall "meiner Meinung nach " o.ä. dazu, eben um kenntlich zu machen, dass es nur um die gehen kann. :)

    Das Einzige was mich stört, sind

    Nein, also das unter deinem Spoiler stört mich jetzt gerade nicht.
    Ich bin mir sicher, dass der Vorfall in der Londoner Schule, nur deshalb so vage zwischen Angela und dem Direktor angesprochen wurde, weil der Autor genau daraus eine weitere Story machen wollte.
    So "fehlt" da ja bisher etwas, und das wird sicher irgendwie Gegenstand von Teil 2 werden.
    Was ich auch passend finde, denn ansonsten würde sich sicher nicht so schnell wieder irgendetwas in Robin Hoods Bay selbst ereignen. ;)
    Gehe nicht davon aus, dass es danach immer solche Cliffhanger geben wird, aber zum Auftakt macht das durchaus Sinn!

  • Es ist ja kein Geheimnis, daher kann ich hier glaube ich ganz offen sagen, dass ich mit Chris‘ Beiträgen zu den 3 Senioren überwiegend alles andere als glücklich bin. Über die zuletzt veröffentlichte Folge 26 war ich so sauer, dass ich nicht mal mehr Lust auf eine Rezension hatte.

    Nun wollte ich mal wissen, ob ich einfach grundsätzlich nichts mit seinem Stil anfangen kann oder ob es schlichtweg an der Serie liegt und die Messlatte bei D3S durch Ur-Autor Erik Albrodt zu hoch hängt. Matthias von Bornstädt zB funktioniert bei Kira Kolumna wunderbar, bei Bibi Blocksberg nicht wirklich. Und wie überprüft man das am besten? Genau: Bei einer Serie, die der Autor selbst gestartet hat.

    Folge 1: Leichen leben länger

    Die Titelmelodie ist ganz nett, aber ich muss ehrlich sagen, bisher hat sie sich nicht eingebrannt, ich kann sie schon jetzt nicht mehr aus dem Kopf mitsummen, aber das gibt sich ja vielleicht noch. Man hört auf jeden Fall raus, dass da dieselben Leute wie bei D3S am Werk sind.

    Ich kam anfangs etwas schwer rein, weil der Beginn unglaublich geschwollen und künstlich geschrieben ist. Mehrfach habe ich mich im ersten Drittel der Folge gefragt, ob die Serie vielleicht in den 50er oder 60er Jahren angesiedelt ist, es hätte ja zum Setting irgendwie gepasst. Später wurde dann aber klar, dass dem nicht so ist.

    Mit zunehmender Laufzeit kam ich immer besser rein. Am Anfang wurden ein paar viele Charaktere auf einmal vorgestellt und mir war das auch ein, zwei Mal zu oft „Ach, was hat sich alles in sieben Jahren verändert“, aber mit der Zeit konnte ich die Charaktere ganz gut voneinander abgrenzen und wusste dann so langsam, wer mit wem wie verbunden war. Die Serie hat keinen Erzähler und braucht diesen im Grunde auch nicht, in der Regel weiß man auch so sehr schnell, wo man gerade ist, ohne dass es extrem künstlich rüberkommt. Es werden noch nicht alle Charaktere von A bis Z durchcharakterisiert, aber das muss in Folge 1 ja auch noch nicht sein. Viel größer sollte der relevante Personenkreis aber nach Möglichkeit nicht mehr werden. Es hilft dann natürlich auch, wenn eine so prägnante Stimme wie Elga Schütz dabei ist, die man sofort raushört.

    Am besten haben mir die Wortwechsel zwischen Murphy und ihrer Mutter gefallen, die wirklich top geschrieben sind. Anzeichen von Demenz sind erahnbar, aber es wird sich nicht darüber lustig gemacht und trotzdem kann man schmunzeln. Mit der Zeit lassen auch die geschwollen wirkenden Dialoge nach, nach dem ersten Drittel fallen sie quasi nicht mehr ins Gewicht und deshalb hab ich das Gefühl, dass es hier einfach schwierig war, einen Anfang zu finden und der dann am Ende leider nicht mehr überarbeitet worden ist. Vielleicht hilft es, wenn man die einzelnen Szenen selbst im Kopf spricht, dann merkt man häufig, dass das stellenweise zu aufgesetzt klingt. Dieses Drumherum reden um das, was bei der alten Schule von Murphy passiert ist, war nicht gut gemacht.

    Der Fall war recht unspektakulär, er kommt auch erst recht spät ins Rollen und mir war - der Titel spoilert hier auch etwas - recht schnell klar, wie der Hase läuft und worum es so ungefähr wohl ging, da hat mich das Ende jetzt nicht mehr so wirklich überrascht, einen Twist bietet die Handlung dann nicht mehr.

    Spoiler anzeigen

    Ich hab mir schon gedacht, dass in Folge 1 nicht gleich eine der prägnantesten Figuren abgesägt wird.

    Unterhaltsam war es dennoch, wie Murphy mit Colin zusammenarbeitet. Das Duo ist in Ordnung, wird aber in der ersten Folge noch ein wenig von der Masse an auftretenden Nebencharakteren erdrückt, die Team-Dynamik entwickelt sich dadurch in der ersten Folge noch nicht ganz so weit, es fehlt noch der Moment, wo man sagt „Die gehören zusammen und da könnte man auch keinen einfach ohne Weiteres austauschen“. Das erste Aufeinandertreffen der beiden ist natürlich wenig innovativ, dieses „Ich kann dich erstmal nicht leiden“-Konzept kennt man ja schon aus zig anderen Serien.
    Die Charakterisierungen der übrigen Charaktere wirken auf den ersten Blick etwas zu extrem und drüber, aber auch das pendelt sich mit der Zeit immer besser ein. In der ersten Hälfte denkt man noch „Oh je, ein Dorf voller verrückter, schrulliger Gestalten“, aber die zweite Hälfte zeigt dann ganz gut, dass man sich auch zivilisiert miteinander unterhalten kann. Man erkennt Chris‘ Handschrift natürlich auch an der Einbringung der LGBTQ-Szene, hier wirkt es aber relativ natürlich und nicht zu aufgedrückt. Dieses „Irgendwas mit Honig und einem Rasenmäher“ fand ich auch ganz cool.

    Generell bin ich sehr gespannt, wie Crime und Comedy in den nächsten Folgen ausbalanciert werden, es darf gerne noch etwas mehr Fall und etwas weniger Dorfleben sein, auch wenn ich die Gewichtung in der Einführungsfolge verstehen kann. Sehr gut gefällt mir der kleine Cliffhanger am Ende, der zeigt, dass ein roter Faden vorhanden ist.

    Bei den Sprechern ist kein Ausfall zu verzeichnen, die Dialoge werden gespielt, manchmal, in den hölzernen Dialogpassagen, etwas zu aufgesetzt, aber insgesamt relativ gut und die Regie leistet überwiegend gute Arbeit.

    Die Atmosphäre ist top, da wirkt nichts total steril, das Sounddesign und die musikalische Untermalung überzeugen von Beginn an. Contendo hat das wirklich gut drauf.

    Das Einzige, was mir wirklich durch die Bank weg überhaupt nicht gefallen hat, war der sexgeile Polizist, so was hat mein Humorzentrum schon bei D3S nicht getroffen und muss echt nicht sein. Weiß auch ehrlich gesagt nicht, was daran so lustig ist. Wenn man mal nen erotisch angehauchten Spruch zur richtigen Zeit bringt, okay (Die Ferienbande ist da meistens ganz gut drin), aber so finde ich es völlig übertrieben und sehe den Mehrwert darin nicht. Solche Figuren schmälern das Hörvergnügen für mich leider, damit kann ich nichts anfangen.

    Fazit: Ein solider Start, auf dem sich aufbauen lässt, geflasht bin ich noch nicht, aber ich werde mir Folge 2 definitiv noch anhören und bin gespannt, was sich hinter Murphys Backstory verbirgt. Die Hauptfigur ist sympathisch, hat gleichzeitig Ecken und Kanten und ich freu mich drauf, zu hören, wie sich die Beziehung zwischen ihr und Colin entwickelt.

    6/10

    P. S.: Klingt hart, aber: Auf diese kurzen, knappen Rezensionsauszüge von irgendwelchen selbsternannten Kritikern gebe ich ehrlich gesagt überhaupt nichts. Kein Label ist so blöd, da etwas Negatives abzudrucken und leider ist auch kein Label so ehrlich, der Authentizität halber mal ne Rezi zu veröffentlichen, bei der nur eine 8/10 gegeben wird (ganz ehrlich, mich spricht so was eher an als eine 11/10-Lobeshymne). Ich habe mir auch die 3 Senioren damals nicht wegen dieser Rezensionstexte, die nach über 20 Folgen immer noch in den Threads auftauchen, angehört, sondern einzig und allein, weil mich das Konzept angesprochen hat. Zu positives Marketing ist nicht glaubhaft. Das aber nur am Rande und nicht explizit auf diese Reihe bezogen, sondern generell.

  • Unterhaltsame Einführung, hat mir gut gefallen. :] Die skurrilen Charaktere finde ich prima, ja, okay, der Polizist muss jetzt nicht sein, aber ansonsten alles launig. Ich hoffe bei den nächsten Folgen auch auf mehr Crime, für den Auftakt ist das "mehr cosy" völlig in Ordnung. :)

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