Spätherbst und Winter sind meine Horrorfilmzeit. In diesen Monaten hole ich viele Grusel/Horrorfilme nach, die ich bislang noch nicht kannte. Kürzlich habe ich dabei auch die dänische Produktion „Speak No Evil“ („Gaestern“ = Die Gäste) von 2022 geschaut. Wahrlich ein harter Brocken.
Bei einem Urlaub in der Toskana lernt ein dänisches Ehepaar mit seiner kleinen Tochter Agnes ein holländisches Ehepaar kennen, das einen Sohn namens Abel hat, der etwa im selben Alter ist wie Agnes. Nur ist er äußerst still und verschüchtert und kann sich wegen einer zu kurzen Zunge kaum artikulieren.
Die Paare freunden sich an, und bald nach dem Urlaub erhalten die Dänen einen Brief von den Holländern: Ob sie sie nicht einmal in ihrem schönen Haus in Holland besuchen wollen? Nach einigem Zögern (denn eigentlich kennt man sich ja kaum) sagen die Dänen zu und machen sich auf den Weg.
Dort angekommen, scheint auf den ersten Blick alles okay zu sein. Doch schon bald gibt es unangenehme Vorfälle. Die Holländer scheinen austesten zu wollen, was ihre Gäste sich alles gefallen lassen und mitmachen, um die Harmonie zu wahren. Louise (die Dänin) ist die Einzige, die sich manchmal traut, den Mund aufzumachen – was dann aber von dem holländischen Paar mit einer Mischung aus Betroffenheit und Spott aufgenommen wird. Schließlich spitzt sich die Situation immer mehr zu …
Mehr zu verraten (obwohl ich es gern täte), hieße zu spoilern.
Dieser dänische Film ist ein „Slowburner“, der seinen Horror nur ganz langsam und gemächlich entfaltet, dann aber seine Story hart und konsequent bis zum bitteren Ende erzählt, und die Zuschauer dann wirklich mit einem üblen Gefühl zurücklässt.
Daher muss ich wirklich eine Warnung aussprechen. Der Film ist unangenehm!
Das gleichnamige US-Remake von 2024, das im September 2024 startete, ist da deutlich harmloser und bietet ein vollkommen anderes „hollywood-likes“ Ende.