Es gibt 14 Antworten in diesem Thema, welches 2.795 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. März 2026 um 21:11) ist von Sylphida.

  • Das nasse Herz

    Manage frei


    Von: Anna Basener

    Gesprochen von: Leslie Malton, Ludwig Trepte, Mala Emde, Benito Bause, Luise Helm

    Spieldauer: 6 Std. und 58 Min.


    Nach dem Bestseller Die juten Sitten kommt nun endlich ein neues Audible Original Hörspiel aus der Feder der preisgekrönten Autorin Anna Basener. Mit Das nasse Herz entführt sie die Hörer:innen in die bunte, magische, lustige und manchmal auch tragische Welt eines kleinen Wanderzirkus, der Ende des 19. Jahrhunderts durch die Dörfer zieht. Inszeniert mit viel Liebe zum Detail und besetzt mit hochrangigen Schauspieler:innen wie Leslie Malton (Der große Bellheim), Ludwig Trepte (Deutschland 83) und Mala Emde (Charité), steckt die Geschichte voller faszinierender Charaktere, Liebe und Verrat. Und da es sich um Anna Basener handelt, dürfen dabei auch etwas Sex und Verbrechen natürlich nicht fehlen.

    Der Zirkus Fratanelli ist kein gewöhnlicher Zirkus. Nicht, weil er heruntergekommen ist und fast auseinanderfällt, sondern weil er eine Wasserartistin mit echten Schwimmhäuten hat. Ursel braucht scheinbar gar keine Atemluft und kann unter Wasser ewig tanzen. Sie könnte der ganze Stolz des Zirkus' sein, aber sie sehnt sich nach einem zurückgezogenen Leben, in dem niemand sie mehr anstarrt und ihre Schwimmhäute eklig findet. Eine Hochzeit mit einem braven Bürger scheint ihr hierfür die beste Lösung zu sein. Das denkt auch die Wahrsagerin und unterstützt Ursel bei der Suche nach einem Bräutigam. Nur, dass die alte Frau ganz eigene Motive hat, Ursel zu helfen. Und dass sie gar keine Wahrsagerin ist. Oder überhaupt ein Mensch. Sie ist von sehr weit her gekommen, um ihre Ziele zu erreichen, und sie wird dafür über Leichen gehen ...

    Das Hörspiel ist schon erschienen und somit gibt es auch eine Hörprobe.


    Gruß, Frank

    Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.

  • Danke Dir für die Vorstellung.
    "Die juten Sitten" und "Kaiserwetter in der Gosse" von Anna Basener fand ich ja beide richtig stark!
    Hier scheint sie mal vom schonungslosen Realismus abgekommen zu sein und sich eher in eine Fantasy-Märchenwelt begeben bzw solche Elemente eingebaut zu haben.
    Erinnert mich irgendwie spontan an Kai Meyer. ;)
    Wobei das Titelbild auch ein bisschen viel verrät.
    Denn während sich der Inhaltstext noch darüber bedeckt hält, um was für ein Wesen es sich bei der "Wahrsagerin" tatsächlich handelt, scheint man sie ja bereits in ihrer tatsächlichen Gestalt auf dem Zirkuszelt zu sehen. :hex3:

  • Die bisherigen Meinungen dazu sind eher gespalten. Hat das jemand hier aus dem Hörgrusel gehört? Möchte mein Abo kündigen und überlege, wofür ich meine letzten Guthaben einsetzen kann.

  • Ich wollte es eigentlich hören, aber nun habe ich ja kürzlich mein Konto bei Amazon und damit auch bei Audible aufgelöst.
    Also geht das nicht mehr.

    Gruß, Frank

    Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.

  • Also ich habe es gehört und ich mochte es. Es war nicht ganz der Kracher wie die juten Sitten. Aber es hat irgendwie von der Erzählweise her den typischen Anna Basener-Stil und den mag ich. Auch hier wird für mich der besondere Mikrokosmos so lebendig. Was einst die Ritze war ist jetzt der Zirkus. Wer aber atemlose Spannung erwartet ist hier falsch. Aber spannende Charaktere und eine lebendige Umgebung machen mir auch hier viel Spaß.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Wer aber atemlose Spannung erwartet ist hier falsch. Aber spannende Charaktere und eine lebendige Umgebung machen mir auch hier viel Spaß.

    Wobei ich, ohne das Hörspiel bisher zu kennen, davon ausgehe, dass der größte Unterschied zu den "Juten Sitten" oder "Kaiserwetter in der Gosse" wohl im "Fantasy-Aspekt" des Ganzen liegt.
    Und der ist es, was mich von diesem Hörspiel eher Abstand nehmen lässt.
    Ich mochte gerade die stellenweise ja wirklich sehr schonungslosen realistischen Schilderungen der ersten beiden Produktionen.
    Dass Anna Basener hier jetzt auf ein ganz anderes Genre umzuschwenken scheint, gefällt mir irgendwie nicht.
    Eine Story mit solchen Figuren erwarte ich eher bei Kai Meyer oder ähnlichen Autor/Innen.

  • Ach, so Fantasy-Anleihen stören mich gar nicht, wenn die Geschichte gut ist. Ich mag auch so Filme wie „Big Fish“ sehr. Danke Sascha für deinen Eindruck, die meisten negativen Kritiken die ich gesehen habe bezogen sich eher darauf, dass man nicht richtig wusste, worauf die Geschichte eigentlich hinaus will.

  • Agatha Ja, das ist immer so ein Problem für Autor/-innen, wenn sie was Neues machen wollen und wir aber von Ihnen etwas erwarten, was dem Bisherigen ähnelt. Ivar Leon Menger ging es mit Ghost Box genauso. Da erwarteten alle ein neues Monster und waren irritiert, dass es plötzlich in Deutschland spielt und der Twin Peak-Charme nicht mehr da war. Mich haben solche Veränderungen noch nie gestört.

    PS: Hatte ich schon Mal erwähnt, dass Monster 1983 für mich immer noch das beste Hörspiel aller Zeiten ist?

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Ja, damit hast Du sicher Recht, einfach weil man davon ausgeht, dass sie nicht automatisch auch ein anderes Genre gleichermaßen gut bedienen können.

    PS: Hatte ich schon Mal erwähnt, dass Monster 1983 für mich immer noch das beste Hörspiel aller Zeiten ist?

    +1 :kumpel: , wobei ich das aber auch schon erwähnt habe.
    Gibt hier ja auch einen Thread von Jonny mit dem Titel: Euer Lieblingshörspiel - eure Nummer 1 , in dem er uns halt gebeten hatte, das zu nennen.
    Und rate, was da bei mir steht, obwohl ich schon ein bisschen gebraucht habe, um mich wirklich für eins zu entscheiden.

    Gibt noch das eine oder andere Kurzhörspiel, das auch oben mit auf dem Treppchen steht, aber bei den langen ist es definitiv nach wie vor "Monster1983". :thumbup:

  • Agatha Ja, das ist immer so ein Problem für Autor/-innen, wenn sie was Neues machen wollen und wir aber von Ihnen etwas erwarten, was dem Bisherigen ähnelt. Ivar Leon Menger ging es mit Ghost Box genauso. Da erwarteten alle ein neues Monster und waren irritiert, dass es plötzlich in Deutschland spielt und der Twin Peak-Charme nicht mehr da war. Mich haben solche Veränderungen noch nie gestört.

    PS: Hatte ich schon Mal erwähnt, dass Monster 1983 für mich immer noch das beste Hörspiel aller Zeiten ist?

    Monster1983 war mein Einstieg in die "Langhörspiele". Ich habe damals bestimmt 2 Jahre mit mir gehadert ob ich mir das zutraue und dann nie bereut :D


    Es ist auch vielleicht nicht ganz geschickt gewesen, bei der Autorin immer wieder auf "Die juten Sitten" hinzuweisen. Dann dürften einige die Erwartung gehabt habe, dass das Hörspiel inhaltlich und stilistisch etwas vergleichbares ist.

  • Mir hat das Hörspiel ausgezeichnet gefallen. Es ist ein toller und kurzweiliger Mix aus Fantasy, Liebesgeschichte, Drama, Tragödie, Magie und Gesellschaftsstudie.
    Ganz nach meinem Geschmack war auch die reichliche Gesellschaftskritik (Kritik am Spießbürgertum, Intoleranz, Ausgrenzung von Personen, Homofeindlichkeit...), die geäußert wird.
    Das bunte und vielfältige Zirkusleben wird sehr lebendig dargestellt, unterstützt wird das durch die prächtige Musikuntermalung (oft schwungvoll und dynamisch, immer wieder auch ziemlich melancholisch) und die grandiose Geräuschkulisse. Es gibt viele, sehr interessante und vielschichtige Charaktere, das fand ich sehr faszinierend und reizvoll.
    Insgesamt ist die Handlung sehr berührend, sehr intensiv, humorvoll, aber auch ziemlich traurig.
    Seit langem habe ich in einem Hörspiel mal wieder Liebesszenen/erotische Momente gehört, die nicht zum Fremdschämen waren, sondern stattdessen behutsam und gefühlvoll.
    Der eingesetzte Sprechercast ist vorzüglich.
    Leslie Malton ist als Meerhexe und Erzählerin in Doppelfunktion grandios. Sie spricht ihre Rolle(n) mit viel Augenzwinkern, viel trockenem Humor, bittersüßer Ironie, aber auch Verschlagenheit und Grausamkeit.
    Herausragend ist auch Mala Emde als Wassernixe Ursel. Sie darf reichlich Emotionen zeigen und das macht sie ausgezeichnet. Sie überzeugt in ruhigen Momenten genauso wie in Szenen, in denen sie aus sich rausgehen darf. Sie überzeugt als richtig starke Frauenfigur, das hat mir sehr gut gefallen.
    Auch Luwig Trepte ist als Hugo eine sehr gute Wahl gewesen. Auch er darf die ganzen Facetten seines Könnens darlegen.
    Sehr gut haben mir auch noch einige andere Sprecher/Sprecherinnen gefallen. Leider werden im Abspann nicht alle Sprecher und ihre Rollen genannt, so dass meine Aufzählung nicht ganz vollständig ist.
    Toll fand ich u.a. Sascha Nathan als Zirkusdirektor Alberto, Luna Jordan als Bella und auch Effi Rabsilber als Dawina.

  • Ich habe mich auch animieren lassen, zuzuschlagen. :]

    Aber...bin bereits vor der Hälfte steckengeblieben.

    Zitat von Zdeev78

    die meisten negativen Kritiken die ich gesehen habe bezogen sich eher darauf, dass man nicht richtig wusste, worauf die Geschichte eigentlich hinaus will.

    Das war auch mein Problem bzw. das hat mich die Lust verlieren lassen...wo geht es hin, was will es mir sagen? :schulterzuck2: Also, es ist schon unterhaltsam, die Sprecher sind toll...ich muss mich nur erst mal wieder aufraffen. Mein Drang, zu erfahren, wie es weiter/zu Ende geht, ist nicht sehr ausgeprägt. Aber ich gebe nicht auf, es wird die Zeit kommen. ;)

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