[NDR] Abgrund - Du weißt, sie ist nicht gesprungen

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 479 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. September 2025 um 16:30) ist von Purzel.

  • Inhalt:
    Clementines kleine Schwester ist von den Klippen gestürzt. Für die Polizei ist der Fall klar. Aber Clementine glaubt nicht, dass Poppy sich umgebracht hat - und will es beweisen.

    Sprecher:
    Jenny König, Sebastian Urzendowsky, Matti Krause, Julian Greis, Alina Stiegler u.a.


    Produktion:
    Von Lucy Goacher

    Bearbeitung und Regie: Irene Schuck
    Übersetzung: Katharina Naumann
    NDR 2024 / 114 Minuten


    Das zweiteilige Hörspiel ist Bestandteil des Podcasts "Knallhart - Die ARD Thriller-Hörspiele" und befindet sich entsprechend in der ARD Audiothek.

    Es steht dort auch zum
    Teil 1
    Teil 2
    bereit.

  • Da bin ich auch gespannt drauf!
    Ist doch nach dem Debütroman von Lucy Goacher, und die Story scheint sehr heftig und spannend zu sein!
    Hier beim NDR gibt es noch einige Infos zu der Produktion.

  • Dieser Zweiteiler hat mir wirklich sehr gut gefallen. :thumbup:
    Clementine, die mit dem kürzlich passierten Selbstmord ihrer Schwester nicht zurechtkommt, außerdem von ihren Eltern bis zu einem gewissen Grad dafür mit verantwortlich gemacht wird, da sie einen (verzweifelten?) Anruf von Poppy kurz vor der Tat nicht angenommen hatte, unterbricht ihr Studium in den USA, kehrt nach GB zurück und arbeitet nebenher bei einer Telefonseelsorge-Helpline.
    Dort lernt die Daniel kennen, der seit mehreren Jahren vergeblich zu beweisen versucht, dass seine Schwester sich nicht selbst getötet hat, sondern vor einen Zug gestoßen wurde.
    Durch das Gespräch mit ihm, kommt auch Clementine mehr und mehr zu der Überzeugung, dass Poppy ebenfalls nicht freiwillig von einer Klippe gesprungen ist.
    Doch je mehr sie nachforscht, je klarer wird, dass sie auf der richtigen Spur ist, desto näher kommt sie aber auch dem Mörder, der bereits mehrere junge Frauen getötet hat und der in der Lage ist, sich perfekt zu verstellen...
    Perfekt gemachte, sich stetig steigernde Spannung, denn scheinbar gibt es niemanden, der Daniel und "Clemmy" glaubt, obwohl sie Beweis um Beweis zusammentragen.
    Dazu beginnen die Männer, mit denen letztere Kontakt hat, wie etwa Cliff, ihr Kollege bei der Hotline, Liam, ihr Mitbewohner, oder auch ein junger Mann aus der Wohnung gegenüber, sich merkwürdig zu verhalten.
    Jeden umgibt plötzlich irgendeine Seltsamkeit, ein Geheimnis, das darauf hindeutet, er könne der Mörder sein.
    Clementine - und mit ihr auch der Hörer - ist ständig neu verwirrt, verunsichert, weiß nicht mehr, wem man hier noch trauen kann...
    Toll aufgebauter, fesselnder Plot mit einem heftigen Schlusstwist!
    Auch die "Rückblicke", die es hier immer wieder kurz gibt und in denen man miterlebt, wie die früheren Opfer kurz vor ihrem jeweiligen Tod mit dem Täter agieren, sind geschickt eingefügt und machen das Ganze noch dramatischer und emotionaler.
    Den Cast fand ich toll, vor allem Jenny König, die als "Clementine" natürlich auch den größten Part hat, ihn aber souverän meistert!

    Bei aller Begeisetrung gab es für mich hier aber einen inhaltlichen Punkt, den ich nicht wirklich klar nachvollziehbar fand.

    [expander]Auf der einen Seite wird "Incel" Daniel von seiner Schwester als nerdig bezeichnet, zwar nicht hässlich, aber doch auch keine Schönheit, ungepflegt, keine Frau würde je freiwillig mit ihm schlafen usw.usw.
    Andererseits macht er dann aber nach dem Mord an ihr die totale Metamorphose durch, kann sich perfekt verstellen, lockt ständig Frauen in ganz neuen Rollen und Masken an, unternimmt viel mit ihnen, hat diverse Hobbies, mit denen er sie beeindrucken kann.
    Irgendwie hat das für mich nicht wirklich gepasst, auch wenn so natürlich der beste Schlusstwist erzeugt werden konnte.

    [/expander]Möglicherweise wird das aber im Buch besser verständlich.

  • Sehr spannend, sehr intensiv, aber auch sehr verzwickt und bis zum Schluss auch ein ziemliches Verwirrspiel.
    Mir waren es insgesamt dann ein paar Wendungen zu viel, da wäre etwas weniger meiner Meinung nach besser gewesen.
    Hervorragend ist der Sprechercast, da kann ich nur allergrößtes Lob aussprechen.
    Alleine Jenny König als "Clementine" ist schon das Hören wert, sie agiert in ihrer Rolle 1A, zeigt sich verletzlich, aber auch stark, darf auch viele Gefühle und Emotionen zeigen und meistert das großartig.
    Auch die anderen Hauptsprecher (Sebastian Urzendowsky, Matti Krause...) konnten mich alle voll und ganz überzeugen.
    Sehr gut und für die heftige Handlung absolut passend ist die melancholische und düstere Grundstimmung, die vorherrscht, auch damit konnte bei mir gepunktet werden.
    Auch bei der Musikuntermalung hat man sich Gedanken gemacht und auch hier alles richtig gemacht.

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