Künstliche Intelligenz und das Hörspiel

Es gibt 183 Antworten in diesem Thema, welches 10.339 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Februar 2026 um 20:41) ist von Smeralda.

  • Hi Markus, ich finde nicht, dass es sich hierbei um eine negative Weltsicht handelt, lässt dein Beispiel doch einen ganz wichtigen Aspekt aus; bei deinem Beispiel geht es um die Wechsel eines Mediums hin zu einem neuen. Das Medium selbst bleibt ja bei KI-Nutzung quasi unberührt, man trennt sich aber von menschlichen Künstlern und lässt deren bisherige Arbeit von einer Maschine erledigen, um Geld einzusparen (nicht etwa, weil es dem Medium einen künstlerischen Mehrwert brächte!) - ich finde, dass dies schon 2 sehr unterschiedliche Aspekte sind und durchaus einer gewissen Skepsis - wenn nicht klarer Ablehnung - bedürfen.

    Für mich ist es eine negative Weltsicht, weil Rudolf Platte sinngemäß schrieb, dass ja bereits die Jahre und Jahrzehnte vorher eine „leblose“ Kunst von Seiten der Hörspielmacher produziert wurde und die KI quasi nur eine Fortsetzung dessen ist bzw. die Hörer die KI als Kunstschaffenden Part nur deshalb akzeptieren, weil ihre Ohren durch die mangelhafte Qualität die die Labels in den Jahren zuvor geschaffen haben, verlernt haben wirkliche Kunst zu hören. Rudolf hat dies in seinem späteren Posting als „überspitzt dargestellt“ relativiert, mir ist die Provokanz ohnehin nicht verborgen geblieben, aber für mich ist diese Aussage doch zu stark negativ behaftet, weil auch die „nur in Einzelaufnahmen“ produzierten Hörspiele für mich oftmals großartige Produktionen waren und nicht jede Ensemble-Aufnahme der Vergangenheit ein Kunstgenuss. Darüber hinaus möchte ich schon erwähnen, dass früher vieles noch mit der Handarbeit gemacht wurde, Geräusche live, Musik, etc., was später dann auch von einer Maschine vollführt wurde, an einem Computer, aus der „Konserve“ etc, ebenfalls um Geld einzusparen, Arbeit zu beringen etc.! So liefern Hörspiele aus den letzten Jahren oftmals keine Musik mehr von Orchestern, haben keinen Geräuschemacher, der live einspielt, sondern alles aus einer Maschine. Da ist der Weg vom Computergeräusch, von der Computermusik nicht mehr weit zu einer KI. Auch diesen Umstand wollte Rudolf Platte mit seinem gewollt überspitzten Posting ausdrücken. Deshalb schrieb ich auch, da steckt viel Wahrheit drinnen.

    Aber ich bin zu 100% bei Dir man sollte dieser Entwicklung absolut skeptisch gegenüberstehen. Und man sollte auf jeden Fall, wie hier auch zu Recht von Sascha gefordert, kennzeichnen, wie, wo und was eine KI innerhalb des Produktionsprozesses gemacht hat.

  • Also bei Sherlock Holmes-Die neuen Fälle von Romantruhe Audio schreibt man mittlerweile im Booklet das die Stimmen von Christian Rode und Peter Groeger "mit technischer Unterstützung" generiert werden. Da ich der Serie immer noch treu geblieben bin habe ich die Fortschritte der KI-Stimmen von Folge 57 bis zur aktuellen Folge 59 mitbekommen. Während Folge 57 einfach grauenhaft klingt haben die Folgen 58 und 59 hörbare Fortschritte gemacht, wenn ich das schon mit meinem 08/15 Konsumenten-Ohr hören kann. Klar jemand mit einem geschulten Ohr wird auch die Folge 59 stimmlich furchtbar finden.

  • Couchsurfer so lange es noch Menschen mit Empathie gibt, gebe ich die Hoffnung nicht auf. Auch wenn viele wie Marionetten umfallen. Gerade in Unternehmen so zu handeln wie in dem verlinkten Bericht berichtet gruselt es mich. Das gleiche gilt dafür, wenn Emotionen von KI vorgetäuscht werden sollen. Ich verteufele KI nicht, aber wenn Menschen dadurch schaden entsteht und das verstehen scheinbar einige nicht und oder es ist ihnen egal, dann boykottiere ich so etwas. Arbeitserleichterungen oder Fortschritt ist nichts schlechtes, aber wie gesagt, nicht an diesen Stellen.

  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Zumindest bei meinen Skripten kann ich dir versichern, daß da nicht das geringste Fitzelchen von KI drin steckt. Böse Zungen behaupten, das Kürzel steht für keine Intelligenz. :besserwisser:

  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Zumindest bei meinen Skripten kann ich dir versichern, daß da nicht das geringste Fitzelchen von KI drin steckt. Böse Zungen behaupten, das Kürzel steht für keine Intelligenz. :besserwisser:

    Richtig. Ich würde sogar sagen, statt KI (keine Intelligenz, vorgeblich künstliche Intelligenz) sollte das Ganze KD (künstliche Dummheit) heißen. Und wenn wir schon bei Namen sind, sollte Anthropic (eine KI_Firma) passenderweise Misanthropic heißen, passt besser.

  • In dem aktuellen Podcast von Patrick ( Heldenchaos ) hat er tolle Sprecherin Lisa Cardinale als Gast in der Sendung.
    Sie spricht in der neuen Masters Serie der Retrofabrik die Teela.

    Sie hat erzählt das sie eine Rolle (ich glaube es war in einem PC,- Konsolenspiel) nicht mehr sprechen wird, weil dort auch Klauseln eingebaut sind, dass ihre Stimme zur KI-Fütterung verwendet werden darf. Das tat ihr weh, weil sie die Rolle seit Jahren spricht.
    Und je größer der Konzern hinter den Anfragen ist, umso genauer muss man sich das Kleingedruckte anschauen.

    Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten

    Einmal editiert, zuletzt von Smeralda (10. Februar 2026 um 16:38)

  • Ich habe es erst jetzt mitbekommen, aber für die,die meinen, den Leuten wären die Synchronstimmen in Filmen und Serien nicht so wichtig: Schaut euch einmal ein paar Kommentare zum Trailer für die fünfte stranger-things-Staffel an, da wurden ja ein paar Sprecher ausgetauscht. Da werdet ihr schnell etwas wie (Hopper ohne Peter Flechtner geht gar nicht" finden

  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Zumindest bei meinen Skripten kann ich dir versichern, daß da nicht das geringste Fitzelchen von KI drin steckt. Böse Zungen behaupten, das Kürzel steht für keine Intelligenz. :besserwisser:

    Toll, dass Du dich da so positionierst. Ich habe nichts gegen Skripte mit KI-Hilfe, ich würde es aber immer gerne wissen, wenn eine KI mit genutzt wurde.

    Übrigens: Ich habe mir selbst zum Einsatz von KI-Stimmen im Hörspiel noch keine abschließende Meinung gebildet. Im Moment kenne ich keine KI-Stimme, die ähnlich gut ist wie die von guten Sprecher/-innen. Deshalb hätte ich da keinen Bock drauf. Aber die Entwicklung schreitet super schnell voran und wenn die irgendwann genauso gut klingen sollten, dann weiß ich noch nicht, ob ich da reinhören würde, wenn mich das Thema reizt. KI ersetzt nunmal Menschen, überall.

    Im Streit mit Netflix bin ich aber total auf Seiten der Sprecher/-innen. Es ist eine Sache, dass KI überhaupt genutzt wird. Aber es ist eine ganz andere Sache, wenn die Stimmen von Menschen ohne deren Wissen oder gegen deren Willen zum Trainieren der KIs genutzt wird, nur um die gleichen Menschen dann zu ersetzen. Dann muss man die Sprecher/-innen für die Möglichkeit zum Trainieren der KI auch bezahlen.


    Übrigens: Wer noch nicht wirklich weiß, wie die KI eigentlich "kreativ" wird, also z.B. eine Geschichte verfasst: Das erklärt die Maus sehr gut hier. Das ist sinnvoll um zu wissen: KI denkt sich im Moment noch nichts selbst aus.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

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