Künstliche Intelligenz und das Hörspiel

Es gibt 183 Antworten in diesem Thema, welches 10.340 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. Februar 2026 um 20:41) ist von Smeralda.

  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Bei welchen?

  • Vielen Dank! Sehr interessant. Man sieht wie schwierig die Rechtssituation ist. Der Gesetzgeber ist gefordert. Es gibt leider noch keine passenden Gesetze für diese Situation. Hinzu kommt, dass die europäischen Gesetzesmühlen sehr langsam mahlen. Außerdem schreitet die Technik so schnell voran, dass die Rechtssprechung stets hinterher hechelt.

  • Ich bleibe dabei: im Projekte zu beenden bin ich voll dafür. Oder zB die nie bei uns synchronisierten Dallas Folgen mit unseren Sprechern zu bringen.

    Für anderes wie sagen wir Sinclair 200 bis 500 als reine KI Sprechersache... wenn alle Sprecher voll bezahlt werden... wäre das vielleicht... ok. Doch daran hapert es. Kommen wird es so, dass KI alles in dieser Art macht. Leider.

  • Was ich leider nicht verstehe, dass Du als Verfechter der Empathie, der Menschlichkeit und des füreinander einstehens mir gegenüber zum wiederholten Maße einen so aggressiven Ton anschlägst und einen sachlichen Meinungsaustausch auf eine persönliche Ebene führst, in dem Du mich als Mensch diskreditierst.

    Lieber Markus, weil du überall mitreden willst, ob du Ahnung hast oder nicht, weil du seit Jahren nicht nur bei mir extrem aneckst. Sprich du hast viel dafür getan, ähnlich übrigens wie Florian, dass sich meine und nicht nur meine Ansicht auf euch sehr ins negativ verschoben hat. Reflektion scheint leider nicht euer Ding zu sein. Du lässt ja auch hier keine Argumente gelten, sondern sagst: "Egal was ich weiß und was tatsächlich der Stand der Dinge ist, man sollte das so machen, weil ich das so mache." Egal ob es überhaupt eine Möglichkeit des Gesprächs mit Netflix gibt oder nicht.

  • Du lässt ja auch hier keine Argumente gelten

    Ich habe den Eindruck, aber der könnte natürlich auch täuschen, dass Du meine Beiträge

    Vielleicht braucht es hier auch einen Mediator mit viel Fingerspitzengefühl? Ich weiß es nicht, dazu fehlt uns allen der Einblick und die tatsächliche Situation und Beweggründe beider Seiten. Aktuell habe ich das Gefühl das alles „emotionalisiert“ wird. Das schadet oftmals mehr und schlägt Türen zu. Möglicherweise ist es aber schon so verfahren, wie Du schreibst, dass der Streik und Boykott nur mehr als letzter Schritt möglich ist?!

    Aber dies ist nur meine persönliche Meinung. Ich kann damit durchaus auch falsch liegen.

    nicht gelesen hast, wo ich ganz klar darlege, dass ich falsch liegen könnte und der Schritt des Boykotts als der letzte mögliche Weg richtig sein könnte. Liest sich das wirklich so wie wenn ich keine Argumente einer anderen Meinung gelten lasse? Warum sollte ich das machen? Wir tauschen uns hier unter Hörspielfans aus und schildern unsere Sicht der Dinge. Gerade das „über den eigenen Tellerrand blicken“ ist interessant für mich. Ich finde es bewundernswert, dass Du Dich für Deine Freunde aus der Synchronbranche einsetzt, wollte nur zu bedenken geben, dass es hier auch andere Möglichkeiten der Problemlösung gäbe und es möglicherweise durch einen Boykott die Gefahr entstünde sich selbst ein Grab zu schaufeln. Das ist aus Deiner Sicht nicht gegeben und für Dich machen die Jungs und Mädels mit dem Boykott alles richtig. Akzeptiert. Voll und ganz. Was ich nicht akzeptieren kann und möchte, ist Dein aggressiver Tonfall mir gegenüber und dass Du eine Diskussion und Meinungsaustausch, die von mir auf einer sachlichen Ebene geführt wird, auf eine persönliche Ebene runterholst um mich als Mensch zu diskreditieren. Da steige ich aus. Das tut mir nicht gut.

  • Ich bleibe dabei: im Projekte zu beenden bin ich voll dafür. Oder zB die nie bei uns synchronisierten Dallas Folgen mit unseren Sprechern zu bringen.

    Für anderes wie sagen wir Sinclair 200 bis 500 als reine KI Sprechersache... wenn alle Sprecher voll bezahlt werden... wäre das vielleicht... ok. Doch daran hapert es. Kommen wird es so, dass KI alles in dieser Art macht. Leider.

    Du bedauerst also, dass KI in diesen Bereichen (deiner Meinung nach) großflächig eingesetzt werden wird, aber sagst gleichzeitig, dass der Einsatz von KI für Bereich x okay wäre. Und genau mit solchen Aussagen à la "Naja, für den Bereich wärs schon okay, wenn man das mit KImacht" befeuerst du den großflächigen KI-Einsatz, den du (angeblich) so bedauern würdest.

  • Ja, wenns für kleine Sachen passiert. Aber das sollte es bleiben.

    Nur sobald eine Firma merkt, dass sie bei "Kleinigkeiten" mit der Verwendung von KI durchkommt, werden sie schauen, womit sie noch durchkommen. Und so verschiebt sich das dann immer weiter, bis KI wirklich überall ist in dem Bereich.

  • Egal wie man dazu steht, aber die KI wird bzw. ist ja schon ein fester Bestandteil unseres Lebens. So wie das Internet, Smartphone oder das Streaming uns alle überrollt hat. Und wir waren alle skeptisch und haben es zu Beginn abgelehnt. Wir haben im Laufe der Zeit damit leben gelernt. So wird es auch mit KI ablaufen. Vieles ist wirklich bedenklich, vieles ist sehr erfreulich. Gesetze müssen angepasst, Regeln müssen gemacht und Persönlichkeitsrechte müssen bewahrt und geschützt werden. Deshalb wird man sich in allen Bereichen, nicht nur beim Thema NETFLIX und Synchronsprecher/innen intensiv damit auseinander und sich zusammen setzen müssen. Sonst wird es unschön. Aber wie der obige verlinkte Experte richtig sagt, die europäische Gesetzgebung arbeitet leider viel zu langsam, der Apparat ist zu behäbig und die amerikanische KI überrollt uns in der Zwischenzeit. Das bedeutet die Politik muss aufs Gas steigen.

  • Wer heute in die Synchronbranche einsteigt, kennt es doch wahrscheinlich gar nicht anders, als allein in einer schallisolierten Zelle auf rote Lichter zu starren und Sätze im Sekundentakt ‚wegzudrücken‘. Für diese Sprecher ist das kein Verlust an Magie, sondern schlicht ein effizienter Job. Sie haben das echte, gemeinsame Spiel und das Reagieren auf das Gegenüber vielleicht nie am eigenen Leib erfahren.

    Wenn man aber nie gelernt hat, was es bedeutet, eine Szene gemeinsam zu atmen, dann fühlt man sich auch nicht degradiert, wenn man nur noch isolierte Puzzleteile für einen Tonmeister liefert. Diese Zufriedenheit mit der eigenen Mechanisierung ist das eigentliche Drama. Die Branche hat eine Generation von ‚Vocal-Workern‘ herangezogen, die perfekt darin sind, wie eine KI zu funktionieren. Dass Netflix diese Leute jetzt durch echte Algorithmen ersetzen will, ist kein Angriff auf die Kunst – es ist nur das Ersetzen einer Simulation durch das Original.

    Ich erinnere mich noch genau an das irritierende Gefühl, als die ersten, aus Einzeltakes zusammengeschnibbelten Hörspiele auf den Markt kamen. Mein Instinkt sagte sofort: ‚Wow, das ist echter Schrott!‘ Man hat die fehlende Chemie, die künstlichen Pausen und die mangelnde Räumlichkeit förmlich gespürt. Es klang unnatürlich, steril, seelenlos.

    Aber heute? Heute hört man das einfach so weg. Eine ganze Generation von Zuschauern und Hörern ist mit diesem akustischen Fast-Food aufgewachsen und hält es für Gourmet-Qualität. Wenn das Ohr den Unterschied zwischen echtem Zusammenspiel und digitalem Flickwerk nicht mehr kennt, hat die KI leichtes Spiel. Netflix nutzt hier nur eine Marktlücke aus, die wir selbst geschaffen haben: Die Akzeptanz des Mittelmaßes. Wir haben uns an den Mist gewöhnt, und deshalb wird der Aufschrei über KI-Stimmen am Ende wohl nur ein kurzes Rauschen im Blätterwald sein. Wer den Schrott nicht mehr als solchen erkennt, wird auch die Maschine nicht als Bedrohung wahrnehmen.

    Gibt es eine Lösung? Vielleicht, aber sie ist unbequem: Wir müssen weg von der Flatrate-Mentalität. Wenn wir wollen, dass Menschen wieder gemeinsam im Studio stehen und echte Kunst erschaffen, anstatt nur Datenfragmente zu produzieren, dann wird das teuer. Die einzige Rettung für den Berufsstand ist die Rückkehr zum Unkopierbaren – zum echten Ensemble-Spiel. Doch das setzt voraus, dass das Publikum bereit ist, wieder echtes Geld für echte Kunst auszugeben, anstatt für den billigsten Algorithmus im Abo-Modell. Solange wir Geiz geil finden, wird die KI das Rennen machen.

    Allerbesten Gewissens empfehle ich:
    DAGON von M. Winter
    Luxus-Ausstattung sowohl CD als auch LP

  • Auch hier steckt für mich viel Wahres in dem Posting, abermals jedoch eine zu negative Weltsicht. Denn das Hörspiel an sich wird für manche Theatergänger des vorigen Jahrhunderts bereits den qualitativen Untergang des Abendlandes bedeutet haben, wie auch sicherlich viele Kunstschaffenden beim ersten Schwarz-Weissfilm die Hände vor Schrecken über den Kopf zusammen geschlagen haben. Kunst und Unterhaltung haben sich über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt. Manch einer mag dies bedauern, manch einer mag darin einen qualitativen Abfall bemerken, jedoch würde ich persönlich meinen, dass es zu allen Zeiten und den zur Verfügung stehenden Mitteln großartige Produktionen und Werke gegeben hat, die viele Menschen „berühren“ konnten und auch Werke gab und gibt, die einfach schlecht sind oder zumindest vom Publikum nicht angenommen wurden und werden. Alles Neue in einen Topf zu werfen und als schlecht zu bezeichnen und als einzigen Grund für die Akzeptanz von KI in der Kunst anzusehen, ist mir persönlich zu radikal. Und zu einseitig. Am Ende wird die KI in vielen Bereichen in einen Wettstreit mit uns treten, Terminator lässt grüßen, es liegt an uns wie wir damit umgehen. Ich denke mir gerade in der Kunst wird es auch weiterhin großartige Werke von Menschen geben. Aber auch die KI wird darin ihren Platz finden. Wir werden damit lernen zu leben, von den Vorteilen profitieren und versuchen deren Nachteile so gering wie möglich zu halten.

  • Markus G. Danke für die Einordnung, würde ich aber auch zustimmen können - bitte nicht übersehen, dass ich auch Selbstkritik übe an mir als Hörer. Und dass die ganze These etwas sehr provokant und überspitzt daher kommt, war Absicht. Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist und war im künstlerischen Bereich immer zum Kotzen.

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  • Ich wüsste jedenfalls immer gerne, wenn KI mitmischt. Vor allem auch bei den Skripten. Bei den Sprecher/-innen müsste man das ja vermutlich benennen. Bei den Skripten ist es kniffeliger. Teilweise hatte ich zuletzt bei einigen Hörspielen das Gefühl: Das könnte auch von einer KI sein.

    Bei welchen?

    Auch wenn das jetzt jetzt langweilig ist, das möchte ich nicht sagen. Wäre ja schon ein happiger Vorwurf ohne Belege. Deshalb nur der Hinweis, dass manche Dialoge mich sehr an das erinnern, was mir ein Chatbot auf eine Nachfrage hin liefert. Kann natürlich Zufall sein. Im Moment bedient sich KI ja noch beim Menschen und ist nicht selbst kreativ.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Wer heute in die Synchronbranche einsteigt, kennt es doch wahrscheinlich gar nicht anders [...]

    Toll geschriebener Beitrag Rudolf Platte :bow: der sich zudem so ziemlich 1:1 mit meiner Meinung deckt :salut:

    :hammer: ... mit so *nem kleinen Richterhämmerchen allen auf die Birne kloppen und dabei jedes Mal "ABGELEHNT!" schreien - das wär's :hammer:

  • Auch hier steckt für mich viel Wahres in dem Posting, abermals jedoch eine zu negative Weltsicht. Denn das Hörspiel an sich wird für manche Theatergänger des vorigen Jahrhunderts bereits den qualitativen Untergang des Abendlandes bedeutet haben, wie auch sicherlich viele Kunstschaffenden beim ersten Schwarz-Weissfilm die Hände vor Schrecken über den Kopf zusammen geschlagen haben.


    Hi Markus, ich finde nicht, dass es sich hierbei um eine negative Weltsicht handelt, lässt dein Beispiel doch einen ganz wichtigen Aspekt aus; bei deinem Beispiel geht es um die Wechsel eines Mediums hin zu einem neuen. Das Medium selbst bleibt ja bei KI-Nutzung quasi unberührt, man trennt sich aber von menschlichen Künstlern und lässt deren bisherige Arbeit von einer Maschine erledigen, um Geld einzusparen (nicht etwa, weil es dem Medium einen künstlerischen Mehrwert brächte!) - ich finde, dass dies schon 2 sehr unterschiedliche Aspekte sind und durchaus einer gewissen Skepsis - wenn nicht klarer Ablehnung - bedürfen.

    :hammer: ... mit so *nem kleinen Richterhämmerchen allen auf die Birne kloppen und dabei jedes Mal "ABGELEHNT!" schreien - das wär's :hammer:

  • Auch hier steckt für mich viel Wahres in dem Posting, abermals jedoch eine zu negative Weltsicht. Denn das Hörspiel an sich wird für manche Theatergänger des vorigen Jahrhunderts bereits den qualitativen Untergang des Abendlandes bedeutet haben, wie auch sicherlich viele Kunstschaffenden beim ersten Schwarz-Weissfilm die Hände vor Schrecken über den Kopf zusammen geschlagen haben.


    Hi Markus, ich finde nicht, dass es sich hierbei um eine negative Weltsicht handelt, lässt dein Beispiel doch einen ganz wichtigen Aspekt aus; bei deinem Beispiel geht es um die Wechsel eines Mediums hin zu einem neuen. Das Medium selbst bleibt ja bei KI-Nutzung quasi unberührt, man trennt sich aber von menschlichen Künstlern und lässt deren bisherige Arbeit von einer Maschine erledigen, um Geld einzusparen (nicht etwa, weil es dem Medium einen künstlerischen Mehrwert brächte!) - ich finde, dass dies schon 2 sehr unterschiedliche Aspekte sind und durchaus einer gewissen Skepsis - wenn nicht klarer Ablehnung - bedürfen.

    Danke, das wollte ich gerade sagen. Solche dummen Vergleiche lese ich in Diskussionen zum Thema KI (egal in welchem Bereich), leider immer wieder.

  • Markus G. Und was sollen das, rein auf die Kunst bezogen, für Vorteile sein?

    Du möchtest, dass ich den Advocatus Diaboli spiele? Jeder von mir aufgezählte Vorteil, wird mir hier viel Antipathie einbringen, wie ich bereits Deinem nicht sehr schmeichelhaften Posting ich brächte „Dumme Vergleiche“ entnehmen kann. Aber natürlich stelle ich mich einer „sachlichen“ Diskussion ohne Beleidigung. Den Vorteil einer KI kann man im Gruselforum an mehreren Stellen wunderbar nachlesen:

    Chris2710
    29. Januar 2026 um 16:24

    oder hier

    mimu
    23. Februar 2024 um 14:28


    Menschen können mit Hilfe von KI künstlerische Projekte verwirklichen und möglich machen, die „ohne“ nur schwer machbar gewesen wären. Ich habe gestern ein Hörspiellied von KI gehört, von einem Freund bekommen, es geht mir seitdem der Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf, einem anderen Hörspielfreund weitergeleitet, der mir schrieb er hat Tränen in den Augen, weil es ihm so berührt. Man kann also auch mit der KI wunderschöne künstlerische Dinge vollführen, die berühren. Die positiven Kommentare zu Chris2710 Liedern oder Ufoo s Werken bestätigen dies ja auch

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