Synchro-Schowdown: Netflix bald ohne deutsche Tonspur?
Künstliche Intelligenz und das Hörspiel
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Synchro-Schowdown: Netflix bald ohne deutsche Tonspur?
Dass es dazu kommt, glaube ich eher nicht - wobei ich jetzt auch keine Fakten parat habe, ist leider nur mein persönliches Gefühl!
Vielen Film-und Serienschauern sind die Stimmen sehr wichtig, siehe Community-Terror, wenn mal jemand plötzlich eine andere deutsche Stimme hat. Die Leute, die eh am Liebsten im O-Ton schauen, gibt es definitiv, meiner Ansicht nach aber begrenzt. Ich kenne zB niemanden persönlich, der seine Filme & Serien NICHT auf deutsch & mit den gewohnten Stimmen sehen will. Träfe meine Vermutung zu, würde sich Netflix ganz sicher einem Mega-Verlustgeschäft aussetzen.... oder?
Was die KI-Thematik an sich betrifft: da bin ich ohne wenn und aber auf der Seite der Künstler

Danke für den Link, Purzel

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Na, ich kenne schon einige Originalton only Seher. Die Filmabende sind dann aber immer etwas anstrengend für jemanden, der OmU nicht gewöhnt ist. Ab und zu mache ich das auch, aber i.d.R. bevorzuge ich den synchronisierten Ton.
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Die Filmabende sind dann aber immer etwas anstrengend für jemanden, der OmU nicht gewöhnt ist.
Dazu ein Tip: Einfach die UTs weglassen.

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Na, ich kenne schon einige Originalton only Seher. Die Filmabende sind dann aber immer etwas anstrengend für jemanden, der OmU nicht gewöhnt ist. Ab und zu mache ich das auch, aber i.d.R. bevorzuge ich den synchronisierten Ton.
Ich muss Filme und Serien ja wegen meiner Blindheit oft auf englisch anschauen, weil es entweder keine deutsche Audiodeskription (akustsiche Bildbeschreibung) auf deutsch gibt, oder weil die auf deutsch mit einer Computerstimm/KI-Stimme gemacht ist, das kann ich mir dann nicht anhören.
Bestimmte Serien sind im Originalton aber ziemlich anstrengend, besonders wenn enige Figuren dort einen starken Akzent haben. Untertitel kann ich auch nicht dazuschalten, weil ich die entweder nicht oder nur sehr umständlich auslesen kann.
Zum Thema: Soweit ich das mitbekommen habe, schaut es nicht danach aus, als würde sich Netflix auf die Künstler zubewegen. Wenn das so bleibt, gube ich, dass es bald dazu kommt, dass es manche Filme und Serien ohne deutsche Tonspur gibt. Dann würde Netflix wahrscheinlich ziemlich viele Abos verlieren.
Generell bin ich da natürlich uneingeschränkt auf der Seite der Künstler.
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Die Filmabende sind dann aber immer etwas anstrengend für jemanden, der OmU nicht gewöhnt ist.
Dazu ein Tip: Einfach die UTs weglassen.

Na ja, der Kumpel guckt meistens alte japanische Filme. Da kann man froh sein, wenn man OmU in englisch hat.
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Ok, DAS sehe ich ein
Bei den Japanern brauch ich auch die englischen UTs, obwohl ich angefangen hatte, japanisch zu studieren. 
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Synchro-Schowdown: Netflix bald ohne deutsche Tonspur?
Dann kann Netflix in Deutschland einpacken, weil dann ein Großteil der Kunden abwandert.
Ist auch bei mir ein Bauchgefühl, aber ich kenne auch niemanden der Serien/Filme in englisch schaut.
Spannend wird es dann ja auch mit den Netflix Produktionen aus Südkorea, Frankreich, Brasilien in deren jeweiligen Landessprache
Ich wäre da auch schnmerzlos.
Aktuell habe ich Netflix, Amazon und RTL+.
Was da läuft schaue ich und wenn irgendwas bei Sky und CO läuft, das schaue ich dann eben nicht.
Wenn Netflix wegfällt, dann gehe ich ev. zu einem anderen Anbieter.Nebenbei finde ich das auch eine Frechheit wie Netflix die Stimmrechte sich sichern will.
Gestandene Synchrosprecher mit mehreren Standbeinen können das wahrscheinlich ablehnen, aber wieviele Nachwuchs-Sprecher können sich
das nicht erlauben.
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Synchro-Schowdown: Netflix bald ohne deutsche Tonspur?
Dann kann Netflix in Deutschland einpacken, weil dann ein Großteil der Kunden abwandert.
Ist auch bei mir ein Bauchgefühl, aber ich kenne auch niemanden der Serien/Filme in englisch schaut.
Spannend wird es dann ja auch mit den Netflix Produktionen aus Südkorea, Frankreich, Brasilien in deren jeweiligen Landessprache
Ich wäre da auch schnmerzlos.
Aktuell habe ich Netflix, Amazon und RTL+.
Was da läuft schaue ich und wenn irgendwas bei Sky und CO läuft, das schaue ich dann eben nicht.
Wenn Netflix wegfällt, dann gehe ich ev. zu einem anderen Anbieter.Nebenbei finde ich das auch eine Frechheit wie Netflix die Stimmrechte sich sichern will.
Gestandene Synchrosprecher mit mehreren Standbeinen können das wahrscheinlich ablehnen, aber wieviele Nachwuchs-Sprecher können sich
das nicht erlauben.
Ich stimme dir da vollkommen zu. Ich habe Netflix im Moment abonniert (hauptsächlich für meine Eltern), aber schön langsam überleg ich mir unter anderem wegen solcher Respektlosigkeiten (und ja, meiner Meinung nach ist das respektlos, was Netflix da macht), ob ich diesen Dienst weiterhin unterstützen möchte.
Wenn es wirklich so weit kommt, schreckt der Kundenschwund hoffentlich andere Dienste von ähnlichen Frechheiten ab.
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Wenn es wirklich so weit kommt, schreckt der Kundenschwund hoffentlich andere Dienste von ähnlichen Frechheiten ab.

Da muss man sich auch nichts vormachen; auf Ethik und Persönlichkeitsrechte geben solche Konzerne wenig, gerade amerikanische.
Das einzige was ein börsennotiertes Unternehmen trifft, sind sinkende Umsätze und Aktionäre die ihre Dividende in Gefahr sehen. -
Wenn es wirklich so weit kommt, schreckt der Kundenschwund hoffentlich andere Dienste von ähnlichen Frechheiten ab.

Da muss man sich auch nichts vormachen; auf Ethik und Persönlichkeitsrechte geben solche Konzerne wenig, gerade amerikanische.
Das einzige was ein börsennotiertes Unternehmen trifft, sind sinkende Umsätze und Aktionäre die ihre Dividende in Gefahr sehen.Vielleicht sehe ich das falsch, aber Nichtamerikanische Konzerne sind glaube ich genau so schlimm, was das betrifft.
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Am Ende entscheiden Sprecher/innen darüber ob sie Verträge unterschreiben oder nicht. Das ist legitim. Ihr gutes Recht. Laut obig verlinkten Artikel hat sich Netflix auf die Sprecher zubewegt, will man die Sprecher/innen vergüten, so die trainierte KI zum Einsatz kommt. Damit sind die Sprecher nicht einverstanden. Ich befürchte, dass Netflix nun gar nichts anderes übrig bleiben wird, die KI bereits jetzt einzusetzen wenn Sprecher/innen für die deutsche Übersetzung fehlen. Und jetzt dann ohne entsprechende Vergütung. Ob man dadurch nicht von Seiten der Sprecher/innen den Ast auf dem man sitzt, selbst absägt? Das die KI in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, kann man als fix annehmen. Noch haben es die Sprecher/innen in der Hand, sich einen Kuchen dabei abzuschneiden und weiterhin im Boot zu bleiben. Ich fürchte durch einen Boykott wird es für sie schwerer und die Filmindustrie sitzt am längeren Hebel. Daher fände ich es klüger hier Kompromisse einzugehen und gemeinsam Verträge zu machen, die alle Seiten zufriedenstellt.
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Am Ende entscheiden Sprecher/innen darüber ob sie Verträge unterschreiben oder nicht. Das ist legitim. Ihr gutes Recht. Laut obig verlinkten Artikel hat sich Netflix auf die Sprecher zubewegt, will man die Sprecher/innen vergüten, so die trainierte KI zum Einsatz kommt. Damit sind die Sprecher nicht einverstanden. Ich befürchte, dass Netflix nun gar nichts anderes übrig bleiben wird, die KI bereits jetzt einzusetzen wenn Sprecher/innen für die deutsche Übersetzung fehlen. Und jetzt dann ohne entsprechende Vergütung. Ob man dadurch nicht von Seiten der Sprecher/innen den Ast auf dem man sitzt, selbst absägt? Das die KI in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird, kann man als fix annehmen. Noch haben es die Sprecher/innen in der Hand, sich einen Kuchen dabei abzuschneiden und weiterhin im Boot zu bleiben. Ich fürchte durch einen Boykott wird es für sie schwerer und die Filmindustrie sitzt am längeren Hebel. Daher fände ich es klüger hier Kompromisse einzugehen und gemeinsam Verträge zu machen, die alle Seiten zufriedenstellt.
Ich verstehe deinen Standpunkt, aber solange Netflix nicht die Möglichkeit dieser Masse an Trainingsdaten hat, werden diese KI-Synchronisationen nicht gut werden. Insofern würde ich fast sagen, dass in dem Fall die Sprecher am längeren Hebel sitzen.
Und ob KI in diesem Bereich wirklich so eine große Rolle spielen wird? Ich wäre mir eher nicht so sicher, hauptsächlich weil die Qualität vermutlich nicht an eine echte Synchronisation herankommt.
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Markus G. dein Beitrag zeigt, dass du mitreden willst obwohl du null Ahnung hast. Dem Netflix Vertrag zuzustimmen würde die Büxe der Pandora öffnen und das werden die Synchronschauspieler/innen ganz gewiss nicht unterschreiben und Mensch mit Rückgrat und Emphatie werden Unternehmen die so erpresserisch sind boykottieren. Ich auf jeden Fall bin kurz davor Netflix zu kündigen und bin ganz sicher nicht der Einzige.
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Die aktuelle Empörung über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Netflix kommt im Grunde Jahrzehnte zu spät. Wer diesen Qualitätsverfall wirklich hätte stoppen wollen, hätte bereits in den 1980er Jahren gegen die sich radikal verändernden Produktionsbedingungen und den damit verbundenen Abfall der schauspielerischen Qualität protestieren müssen. Doch das Publikum hat diesen schleichenden Prozess bereitwillig akzeptiert, da die schnelle Verfügbarkeit und die bequeme Konsumierbarkeit wichtiger wurden als künstlerischer Anspruch.
In dieser Zeit begann die Branche, die hochwertige Durchdringung eines Textes dem Diktat der Effizienz und dem Profit zu opfern. Das Ergebnis ist der typische Synchron-Singsang, an den wir uns alle längst gewöhnt haben. Es ist bezeichnend für den Zustand der Branche und die Anspruchslosigkeit der Konsumenten, dass dieser generische Einheitsklang im Hörspielbereich teilweise sogar als Kinoblockbuster-Qualität beworben werden konnte. Seit Jahren sind die Sprecher durch den enormen Zeitdruck gezwungen, Texte im immer gleichen Stil effizient wegarbeiten zu müssen, statt sie ernsthaft schauspielerisch zu gestalten.
Indem die Sprecher selbst wie Maschinen agiert und das Publikum diese lieblos produzierte Massenware widerspruchslos konsumiert hat, wurde die Grundlage für die heutige Ersetzbarkeit geschaffen. Was Netflix nun mit der KI versucht, ist daher nur der nächste logische Schritt einer Entwicklung, die durch die Bequemlichkeit der Zuschauer erst ermöglicht wurde. Die Technologie ist lediglich das effiziente Ende einer jahrzehntelangen industriellen Entseelung eines Handwerks, gegen das sich schon lange niemand mehr gewehrt hat.
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Couchsurfer Es wäre zu hoffen, dass Du richtig liegst ✊
Thomas Birker (DLP) Ich habe mit keinem Wort geschrieben, dass die Sprecher/innen „diesen“ Vertrag unterschreiben sollen, sondern, dass beide Seiten versuchen sollen gemeinsamen einen Kompromiss zu finden und einen Vertrag auszuhandeln. Ein Boykott hingegen könnte letztlich den Sprechern schaden, weil sie NETFLIX damit in die Hände von KI treiben könnten. Die Büchse der Pandora wurde meiner Meinung nach längst geöffnet. KI ist bereits in der Filmbranche verankert. Rudolf Platte hat eine sehr interessante Theorie über das Warum der KI in der Synchronszene verfasst. Ich für mich würde dies bei weitem nicht so negativ sehen, aber ein Funken Wahrheit steckt da schon drinnen. Empathie bedeutet übrigens sich in die Köpfe, Beweggründe und Gedanken aller Personen hinein versetzen zu können, nicht nur in ganz bestimmte, also auch in jene, die gerade nicht meine Meinung teilt.
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Markus G. du willst es nicht begreifen, warum soll ich mit jemandem Emphatie empfinden der nur auf Gewinnoptimierung aus ist. Wenn man das tut, stimmt was mit der Emphatie nicht. Ich stecke als Hörspielproduzent und Mensch der auch zu Filmszene zahlreiche Kontakte hat, sowie über 1000 Synchronschauspielerinnen und Synchronschauspieler persönlich kennt, mit vielen sogar befreundet ist, viel tiefer in der Materie. Es wird keine Annäherung geben, entweder Netflix kommt zur Besinnung oder verliert die Künstlerinnen und Künstler, sowie Menschen mit Rückgrat die sich auf diese Sauerei nicht einlassen. Es gibt nicht gerade wenige Streamingdienste, dann arbeiten die guten Synchronleute eben nur noch für diese und nicht mehr für Netflix. Würde man diesem Vertrag oder auch nur einen ähnlichen unterschreiben, nimmt man sich selbst den Job. Denn glaubst du allen Ernstes, man würde dann noch fair spielen und andere Streamingdienste würden dann nicht ähnlich handeln. Hier ist harte Haltung unglaublich wichtig. Ich bin gut mit Gerrit Schmidt-Foss, Peter Flechtner, Sven Plate, Bernd Egger, Peter Lontzek und andern die an vorderster Stellen dabei sind im Gespräch. Du hast dich leider sehr ins schlechte verändert, was ich sehr bedaure. Für mich ich Menschlichkeit und füreinander einstehen, noch etwas sehr wichtiges.
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Thomas Birker (DLP) Hier haben wir wohl unterschiedliche Ansichten, wenngleich uns beiden das Wohl der Sprecher/innen am Herzen liegt. Gerade weil mir Empathie nicht fremd, Menschlichkeit und das „Miteinander“ ein wichtiger Eckpfeiler in meinem beruflichen Schaffen und in meinem Privatleben darstellt, ist für mich der Weg des Gesprächs, der Klärung, das Suchen nach Lösungen und das Ausarbeiten eines Kompromisses in der aktuellen Situation einem Boykott vorzuziehen, weil ich (!) meine, dass man mit einem Boykott mehr Schaden für sich selbst anrichten wird. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung. Ich kann damit durchaus auch falsch liegen. Vielleicht fehlt mir tatsächlich der letzte Einblick. Die Zukunft wird es weisen. Was ich leider nicht verstehe, dass Du als Verfechter der Empathie, der Menschlichkeit und des füreinander einstehens mir gegenüber zum wiederholten Maße einen so aggressiven Ton anschlägst und einen sachlichen Meinungsaustausch auf eine persönliche Ebene führst, in dem Du mich als Mensch diskreditierst.
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Gerade weil mir Empathie nicht fremd, Menschlichkeit und das „Miteinander“ ein wichtiger Eckpfeiler in meinem beruflichen Schaffen und in meinem Privatleben darstellt, ist für mich der Weg des Gesprächs, der Klärung, das Suchen nach Lösungen und das Ausarbeiten eines Kompromisses in der aktuellen Situation einem Boykott vorzuziehen, weil ich (!) meine, dass man mit einem Boykott mehr Schaden für sich selbst anrichten wird.
Aber in allem Artikeln, die man zur Zeit lesen kann (so auch im oben von Purzel verlinktem), wird ausdrücklich darauf hingewiesen, Zitat: "Netflix will sprechen, aber nicht verhandeln" - wie soll denn da wohl ein Kompromiss aussehen, wenn sich die eine Seite weigert zu verhandeln?
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Sprechen ist zumindest ein erster Schritt. In Wien sagt man „durchs Redn kumman de Leit zam“. Was spricht dagegen mit NETFLIX zu sprechen. Vielleicht öffnen sich dadurch Türen. Das Wichtigste was ich in meinem Mediatorkurs gelernt habe, ist, dass man beide Seite zum miteinander reden bewegt. Ist dieser Schritt getan, können weitere Folgen. Weigert sich eine Seite zu reden, wird es schwierig. Vielleicht braucht es hier auch einen Mediator mit viel Fingerspitzengefühl? Ich weiß es nicht, dazu fehlt uns allen der Einblick und die tatsächliche Situation und Beweggründe beider Seiten. Aktuell habe ich das Gefühl das alles „emotionalisiert“ wird. Das schadet oftmals mehr und schlägt Türen zu. Möglicherweise ist es aber schon so verfahren, wie Du schreibst, dass der Streik und Boykott nur mehr als letzter Schritt möglich ist?!
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