Braucht es heutzutage das komerzielle Hörspiel noch? Die Radio-Podcasts bieten doch genug?

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.098 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. Juni 2022 um 10:57) ist von Cobra Libre.

  • Die Frage steht ja schon in der Überschrift.

    Provokant gesagt: Braucht es heutzutage überhaupt noch komerzielle Hörspiele mit 10 Varianten Holmes, Groschengrusel oder der nächsten Mystery Serie in Staffelform? Theoretisch bieten die Podcasts des öffentlich rechtlichen Rundfunks doch Stoff bis zum Abwinken. Das durchaus aus allen Zeitepochen und quer durch alle Genres. Allein was täglich von den Sendern ins Internet gestellt wird, sollte doch reichen um unsere persönliche Hörspielzeit zu füllen.

    "Mit dem Hören von Die drei Fragezeichen oute ich mich nicht als Hörspielfan, sondern als Fan meiner eigenen Kindheit."

    - Günter Merlau -

  • Da ich nichts anderes höre -und hören WILL- als "kommerzielle Hörspiele, also solche auf Datenträgern zum kaufen- JA! ^^

    "Brauchen" ist natürlich relativ, wenn es keine neuen mehr geben würde habe ich noch genug unbekanntes zum anhören im Regal-
    und wohl noch viel mehr unbekannteres, was sich noch gar nicht zu mir verirrt hat.

    Rundfunk und Internet interessieren mich jedenfalls null, weder beim Hörspiel oder Hörbuch- noch bei Musik und Filmen.

  • Allein was täglich von den Sendern ins Internet gestellt wird, sollte doch reichen um unsere persönliche Hörspielzeit zu füllen.

    Da mich das aber, genau wie beim kommerziellen Hörspiel, nicht zur Gänze interessiert, bin ich dankbar, nach wie vor aus beidem wählen zu können.
    Ich liebe Radiohörspiele und Podcasts wirklich und höre diesbezüglich viel.
    Aber ich mag genauso auch diverse Serien, die mir nur der Kauf-Bereich bietet und finde nicht, dass man beide Formen gegeneinander "ausspielen" sollte.
    Ein breites Angebot ist für den Fan immer schöner, da sind wir uns ja wohl einig. ;)

  • Du sagst es richtig. Zur Gänze interessieren mich die kommerziellen Hörspiele genau so viel oder wenig wie Radiohörspiele. Hörspiele fürs Radio sind von Thematik und Machart oft deutlich anders als kommerzielle Hörspiele und beide haben Vor- und “Nachteile“. Wo man die Grenze zieht, ist abhängig vom Geschmack.

  • Allein was täglich von den Sendern ins Internet gestellt wird, sollte doch reichen um unsere persönliche Hörspielzeit zu füllen.

    Ich höre doch nicht "jeden Scheiß" nur weil da Hörspiel drauf steht. :augenroll: :kopffass:

    Das gilt natürlich für "kommerziell" genauso wie für "Radio".
    Ich wähle da schon sehr genau aus und möchte das auch nicht missen.

    Gruß, Frank

    Wo Leidenschaft ist, da ist auch Hoffnung.

  • Wenn das öffentlich rechtlichen Rundfunks eine Produktion in den Sand setzten gibt es keine ...
    Was ein komerzieller Anbieter sich nicht erlauben kann sonst ist man sehr schnell weg von Fenster.

  • Wenn das öffentlich rechtlichen Rundfunks eine Produktion in den Sand setzten gibt es keine ...
    Was ein komerzieller Anbieter sich nicht erlauben kann sonst ist man sehr schnell weg von Fenster.

    Mag sein, aber das hat aber doch gar nichts mit der Fragestellung zu tun.

  • Warum ? Das gehört alles dazu.

    Exprimierte/Kunst Hörspiele sowas hört man beim öffentlich rechtlichen Rundfunks oder in der Freie Szene wo Geld oder Abrufe keine Rolle spielt.

    Das möchte ich nicht missen.

  • Ich finde beides hat seine Berechtigung und sowohl gut, als auch schlechte Produktionen. Was ich hingegen nicht so mag sind so Trash Zeitungs Fragen aller Bild: Braucht es heutzutage das kommerzielle Hörspiel noch? Was bezweckt man mit solch einer Frage? Ist Geiz wirklich geil? Wir werden zur GEZ Zahlung gezwungen. Ist das wirklich gut?
    Sprich die angeblich kostenlosen Produktionen zahlen alle, die GEZ bezahlen müssen. Da sollte man mal drüber nachdenken.

  • Mal meine Meinung hierzu: Die eigentliche Frage ist ja, ob es die Hörspiele beim öffentlichen Rundfunk braucht.

    Und die würde ich ganz klar mit "ja" beantworten. Das Hörspiel ist ein Kulturgut und unterfällt damit dem Grundversorgungsauftrag. Auch Menschen ohne viel Geld für teure Produktionen sollten Zugang zu Hörspielen haben - insbesondere wenn bei ihnen noch eine Sehbehinderung vorliegt.

    Außerdem zeigen ja viele Labels, dass sie außer Holmes und Co. nichts machen. Da ist es wichtig, dass auch Produktionen möglich sind, die sich nicht direkt durch Verkäufe finanzieren müssen. Auch das gehört zum Grundversorgungsauftrag.

    Die Frage, ob es daneben noch Hörspiellabels braucht, stellt sich hingegen nicht. Denn anders als beim Rundfunk ist das ja keine gesamtgesellschaftliche Entscheidung, sondern eine individuelle Entscheidung von Unternehmerinnen und Unternehmern. Und solange es für deren Produkte einen Markt gibt, wird es die Labels geben. Und solange haben die auch eine Existenzberechtigung.

    Und es zeigt sich, dass einige Labels neben Holmes und Co. auch wirklich gute und neue Formate bringen. Vorreiter ist hier im Moment in meinen Augen Audible mit so krassen Sachen wie den Menger-Hörspielen oder Kohlrabenschwarz.

    Ich bin sehr glücklich mit dem Nebenher von beiden Formaten.

    Was ich hingegen eher unnötig finde, ist es, eine solche Frage als Trash à la Bild zu bezeichnen.

    Es sagt viel über die Welt aus, mein Kind,
    sagte der Vater zu dem Knaben,
    dass die Dummen glücklich sind
    und die Schlauen Depressionen haben.”

    Marc-Uwe Kling

  • Was ich hingegen eher unnötig finde, ist es, eine solche Frage als Trash à la Bild zu bezeichnen.

    Die Frage ist schon absichtlich provozierend, aber darauf weist Lenny ja im Eingangsposting auch hin.
    Außerdem wird doch niemand dazu aufgefordert, sich für eine Seite zu entscheiden.
    Zumal viele hier gar keine Radioproduktionen hören und ihnen schnurzegal sein dürfte, was da so alles rauskommt.
    (Und gerade auf diesem Sektor ist schon vieles sehr Überkandidelte ;) mit bei, das nur bei einer recht kleinen Hörergruppe Anklang finden dürfte. ;) )
    Im Gegenteil, die Antworten weisen ja ganz ausdrücklich darauf hin, dass man bitte nach wie vor sowohl kommerzielle als auch Radiohörspiele haben möchte und es gerade die daraus resultierende Vielfalt ist, die man schätzt.
    Der Threadtitel darf also auch ruhig genau so abgefasst sein, er bringt ganz sicher niemanden dazu, seine eigenen Vorlieben plötzlich zu ändern. :)

  • Ohne die Antworten vorher gelesen zu haben: JA, unbedingt!

    Die Machart ist total anders. Bei Krimis und den üblichen Schnüffelnasen wie Holmes kann man drüber streiten ob man sowas in x-facher Ausfertigung braucht, aber Stoffe wie TKKG, ???, Gabriel Burns, Vidan, Gruselkabinett, .........Liste ließe sich lange fortführen fehlen doch im Radio beinahe komplett und DAS sind doch in der Regel die Hörspiele die wir lieben.

    Natürlich bringt das Radio immer wieder feine Sachen raus, aber lässt halt ganze Themenbereiche links liegen. Es wird halt das gemacht, was massenkompatibel ist und dass sind in der Regel Krimis, Thriller und irgendwelche Features. Die Ausschussware ist im Radio auch wirklich hoch, da gibt es vieles was ich richtig schlecht finde, weil es mir oft zu experimentell ist. Deswegen bin ich auf Produktionen aus der 60er/70er/80er hängengeblieben - da war die Story im Fokus und nicht irgendwelche tollen Ideen der Regie.

    Trotzdem macht das Radio ab und an grandiose Sachen - das will ich gar nicht kleinreden. (bspw. Petra Feldhoff)

  • Sehe ich ähnlich. Ich werfe jetzt mal die steile These in den Raum, dass der Großteil von uns über das kommerzielle Hörspiel überhaupt ans Medium herangeführt worden ist. Die drei ???, Fünf Freunde, TKKG, John Sinclair, Gruselkabinett, you name it. Und natürlich auch, dass auch heute noch der Nachwuchs über diese Serien herangezüchtet wird. Das sind alles Felder, die das Radiohörspiel wenig bis gar nicht beackert, und die mir (wie vermutlich den meisten hier) definitiv fehlen würden. Oder rauscht irgendwo in Deutschland die nächste große Jugenddetektivserie durch den Äther, und ich hab's bisher einfach nicht mitbekommen?

    Natürlich hat auch das Radiohörspiel seine Daseinsberechtigung, da es ebenfalls viele Themenfelder abdeckt, von denen wir bei gängigen Labels wie EUROPA kaum etwas zu hören bekommen. Klar variieren die Formate qualitativ von "absolut grandios" über "gar nicht schlecht für das, was es sein will" bis hin zu "meh", und oft hängt es auch von Erwartungen und Geschmack des individuellen Hörers ab; mancher möchte vielleicht einfach den klassischen Krimi/Thriller/sonstiges, während andere auf experimentelle Sachen abfahren. Gerade letztere sind bei Formaten, die Gewinn abwerfen sollen, eher seltener zu finden.

    Ich bin ebenfalls froh über diese Wahlfreiheit. Gerade die Koexistenz sorgt für ein breites Angebot. Es geht hier um mehr als nur darum, genug Stoff zu liefern, damit mir in meiner Freizeit nicht langweilig wird.

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