Inhalt:
Dorfrichter Adam muss über ein Verbrechen richten, das er selbst begangen hat: Frühmorgens wird er unsanft geweckt und vernimmt zu seinem Schrecken, dass der allgewaltige Gerichtsrat Walter auf seiner Inspektionsreise sich dem Dorfe nähert. Adam hat einen gehörigen Brummschädel, ein Loch im Kopf und kann nir-gendwo seine Perücke finden. Zu allem Überfluss soll er heute Gerichtstag halten. Schon kommen der Schreiber, der Gerichtsrat und die uneinigen Parteien: Frau Marthe Rull mit ihrer Tochter Eve und Bauer Simon mit Rup-recht, seinem Sohn. Frau Marthe klagt Ruprecht an, in der Nacht gewaltsam bei Eve eingedrungen zu sein und dabei den kostbaren Krug zerbrochen zu haben. Als sie, von dem Lärm geweckt, ins Zimmer stürzte, fand sie nur die fassungslose Eve. Draußen vor dem Fenster aber habe es gepoltert und ge-flucht, als sei der Teufel selbst zugange. Ruprecht freilich bestreitet empört seine Schuld und Eve, die ja wissen müsste, wer es war, schweigt. Kleists Stück legt die Zerrisenheit seiner Charaktere bloß und stellt unmiss-verständlich die Frage nach der Verbindung von Moral und Macht und von Lust und Herrschaft.
Sprecher:
Rudolf Rieth - Walter
Ernst Walter Mitulski - Adam
Heinz Stoewer - Licht
Lotte Kleinschmidt - Frau Marthe Rull
Solveig Thomas - Eve, ihre Tochter
Ernst Altmann - Veit Tümpel, ein Bauer
Klausjürgen Wussow - Ruprecht, sein Sohn
Sophie Cossaeus - Frau Brigitte
Produktion:
von Heinrich von Kleist
Vorlage: Der zerbrochene Krug (Theaterstück)
Bearbeitung (Wort): Eduard Reinacher
Redaktion: Christoph Buggert, Mechthild Zschau
Regie: Ulrich Lauterbach
Hessischer Rundfunk / Erstsendung: 27.12.1951
Der HR hat den Hörspielklassiker zum :download: bereit gestellt.