Expedition zur verbotenen Stadt

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 6.195 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Juli 2019 um 10:24) ist von MonsterAsyl.

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    Expedition zur verbotenen Stadt / Kiosk, Eins Extra, Klax / MC

    Vorbemerkungen:
    Um es direkt vorweg zu schicken: als Kind habe ich dieses Hörspiel zwar nicht gekannt, aber da es hier ja generell um alte Hör-Schätzchen geht, möchte ich Euch dieses schöne Hörspiel von Kurt Vethake trotzdem vorstellen. Bei dem Titel fühlt man sich natürlich unwillkürlich an die "verbotene Stadt" in China erinnert, doch hier handelt es sich um eine Wüstenstadt in Arabien, bzw. um die archäologische Expedition dort hin. Das Abenteuer ist spannend und rasant inszeniert und die knapp 46 Minuten Laufzeit vergehen wie im Flug. Bedauerlicherweise gibt es dieses Hörspiel bis heute nur auf MC, wenn auch von drei verschiedenen Labeln. Zwar hatte Maritim im Jahr 2008 einige Kurt Vethake Titel von Kiddinx (ehemals Kiosk) lizensiert und veröffentlicht, unter anderem "Der Spion" und "Die schwarze Galeere", aber dieses Hörspiel war leider nicht dabei.

    Inhalt:
    Der Forscher Wendell Phillips unternimmt eine Expedition nach Marib, einer versunkenen Wüstenstadt in Südarabien. Einst soll dort die sagenumwobene Königin Saba regiert haben. Phillips kann den Morgen des Aufbruchs kaum erwarten. Da trifft ein Funkspruch ein. Die Expedition soll unbedingt verschoben werden. Doch Phillips will nicht länger warten. Er ahnt nicht, welch große Gefahr auf ihn lauert. (Inhaltsangabe der Kiosk MC)

    Produktion:
    Bei all meiner Begeisterung für dieses Hörspiel, muss ich natürlich dennoch auch auf die Schwachpunkte dieser Produktion eingehen. Inhaltlich habe ich nichts zu bemängeln, aber die Formulierung "... Vierschrötig, mit pockennarbigen Gesichtern", finde ich heutzutage zu klischeehaft. Als Kind hätte mich das aber sicher nicht gestört. Getragen wird das Hörspiel ganz klar von Klaus Jepsen, der nicht nur als Hauptfigur, sondern auch als Erzähler agiert. Mindestens ebenso gut ist auch Peter Schiff in der Rolle des Chefarchäologen Professor Albright. Wie nicht zu Unrecht von vielen bemängelt wird, hat Kurt Vethake beinahe ausschliesslich mit einer Riege von Stammsprechern gearbeitet, die er für jedes seiner Werke verpflichtet hat. Für den Hörer bedeutet das einerseits eine gewisse Eintönigkeit, weil man eben immer dieselben Stimmen hört, aber andererseits ist so auch ein großer Wiedererkennungswert gegeben, da man allein an Hand der Sprecher schon erkennen kann, daß es sich um ein Vethake Hörspiel handelt. Da ich die Sprecher allesamt mag (insbsonders Klaus Jepsen & Peter Schiff) hat mich das eigentlich auch nie gestört, von einigen wenigen Ausnahmen mal abgesehen (Dabei handelt es sich um Kinderhörspiele, bei denen die Stimmen einfach zu erwachsen klingen, als das man sie noch als Kinderstimmen akzeptieren könnte). Bei diesem Hörspiel übertreibt es Kurt Vethake allerdings etwas, denn so gut wie alle Sprecher werden in mindestens zwei, einige sogar in drei Rollen eingesetzt. Die eher spärlich ertönende Musik von Arno Bergmann ist ganz typisch für ihn und ist meines Wissens nach bereits mehrfach für orientalische Märchen, wie beispielsweise "Aladin und die Wunderlampe" eingesetzt worden. Da diese Geschichte ja auch im Morgenland spielt, passt das aber ganz gut. Davon abgesehen hört man die Musik eh nur zweimal, zu Anfang und zum Ende des Hörspiels. Im Gegensatz zur etwas spartanisch eingesetzten musikalischen Untermalung, kann die Produktion mit einer Vielzahl unterschiedlichster Geräusche punkten. Der Dschungel wird mit exotischen Tierlauten in Szene gesetzt, und die Flugzeugmotoren der startenden und landenden Maschinen am Flughafen sind teilweise so laut eingespielt, daß man ein wenig Mühe hat, die Sprecher zu verstehen. Andererseits wirkt das so aber auch sehr realistisch. Gleiches gilt auch für den Hubschrauber, die Kamele und die Kojoten. Weniger überzeugend ist das explodierende und brennende Auto, welches im Vergleich ein wenig dünn klingt. Die Effekte, sofern vorhanden, sind so unauffällig, daß mir nur der Hall im Palast des Scheichs aufgefallen ist.

    Fazit:
    Mir macht das Hörspiel trotz der erwähnten "Mängel" richtig viel Spaß und deshalb vergebe ich
    :st: :st: :st: :st: von :st: :st: :st: :st: :st:
    :thumbsup:


    Daten:

    Sprecher:
    Wendell Phillips, zugleich Erzähler - Klaus Jepsen
    Professor Albright, Chefarchäologe - Peter Schiff
    McCollum, Felddirektor - Uwe Paulsen
    Wade, Fotograf - Pierre Niklas
    Inspector Collins - Achilles Grunewald aka Uwe Paulsen
    Quadi Achmed Bakr - Harald Hofer
    Jack Morton, ein Gangster - Peter Larsen aka Peter Schiff
    u.a.

    Produktion:
    Aufgenommen im Studio 54
    Rolf Budde KG, Berlin
    Hörspielproduktion und -regie - Kurt Vethake
    Toningenieur - Wolfgang Loos / Boris Balin
    Musik - Arno Bergmann
    Cover-Design - Gerd Ullner, Hamburg
    Jahr - 1980 hör + lies Verlagsgesellschaft mbh
    Im Vertrieb der TELDEC "TELEFUNKEN DECCA" Schallpaltten GmbH
    Heussweg 25, 2000 Hamburg 19
    Dauer: 45 Minuten 34 Sekunden

    Kiosk (MC) 4.24417 CD [1980]
    Klax (MC) 2859 [WV 1980?]
    Eins Extra (MC) 10103 [WV 1988]

  • Ich kenne das Hörspiel leider nicht, aber es klingt sehr spannend und interessant.
    Vielen Dank für die Vorstellung "deines" Hörspiel-Schätzchens :daumenhoch: :]

    Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten

  • Ich kenne dieses "Schätzchen" zwar bisher auch nicht, aber sein Inhalt scheint ja auf einer wahren Begebenheit zu beruhen.
    Wendell Phillips hat wohl tatsächlich 1952 die Erlaubnis erhalten, die antike Hauptstadt des Reiches der "Königin von Saba" auszugraben.
    Aber aufgrund der Streitigkeiten der Stammesfürsten dort untereinander sowie mit den fremden Forschern, wurde nicht viel daraus, und er musste früher als erhofft abbrechen.
    Seit 1975 finden dort wohl immer wieder Ausgrabungen auch deutscher Teams statt, die aber durch Krieg und Krisen im Jemen nicht wirklich die Fortschritte machen, die man dort gern erreichen würde.
    Möglicherweise war das Thema in den späten 70ern sehr aktuell (ich persönlich kann mich nicht daran erinnern) oder für Vethake doch so interessant, dass er beschloss, ihm ein eigenes Hörspiel zu widmen.
    Immerhin ist er da wohl bis heute der Einzige geblieben, allein deswegen dürfte diese Produktion schon etwas Besonderes sein. :thumbup:
    Danke für die Vorstellung!

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